Wir wissen nichts von Absprachen

by on08. April 2011

Alles redet vom Betrug mit Computerhilfe und wie man ihn verhindern, entdecken, beweisen, bestrafen und (wohl besser nicht nur häppchenweise) kommunizieren soll. Was ist mit dem nicht erst seit die Computer so stark geworden sind, dass auch Spitzenspieler von signalisierten Zügen profitieren, latenten Betrug durch Partieabsprachen? Es ist ein offenes Geheimnis, dass zwei Teilnehmer des nächsten Monat anstehenden Kandidatenturniers während eines Ausscheidungsturniers laut Überzeugung nahezu aller dabei anwesenden Kollegen das Resultat ihrer Begegnung, sagen wir mal, optimiert haben. Wie bereits in der FAZ geschildert haben diese Kollegen den Fall und die Indizien noch am Ort diskutiert und sich geeinigt, dass keiner von ihnen den schwerwiegenden Verdacht an die Öffentlichkeit bringt, damit sich keiner persönlich verbrennt oder Sanktionen durch die FIDE, die die mutmaßliche Partieabsprache anscheinend duldete, riskiert. Die Dortmunder Schachtage, die gerade ihr Teilnehmerfeld (Kramnik, Nakamura, Ponomarjow, Le, Giri, Meier) und ihren Termin (21.-31.7.) bekannt gegeben haben, haben mir durch ihren Pressesprecher Michael Meinders mitgeteilt, dass im Zusammenhang mit dem Sparkassen Chess Meeting 2010 vom Organisationsteam keine Untersuchungen wegen Betrug durch Partieabsprachen unternommen worden und auch keine Betrugsversuche bekannt seien. Ich schließe daraus, dass es auch keinen Zusammenhang mit der in der Presseaussendung nicht kommentierten Nichteinladung eines Dortmunder Großmeisters gibt.

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