Ein deutscher Erfolg in Tromsö?

by on13. August 2014
DSB- und nunmehr FIDE-Vizepräsident Herbert Bastian (rechts) mit dem norwegischen Schachpräsidenten JJ Aulin DSB- und nunmehr FIDE-Vizepräsident Herbert Bastian (rechts) mit dem norwegischen Schachpräsidenten JJ Aulin

Die deutschen Damen spielen am Donnerstag bei der Schacholympiade gegen die Georgierinnen überraschend (und mit etwas Glück) um eine Medaille, die Männer nach der ersten Niederlage gegen Indien nur noch um eine vorzeigbare Platzierung. Auch schachpolitisch läuft es gemischt in Tromsö. Der DSB-Kandidat für die FIDE-Präsidentschaft, angeblich Kroate mit Wohnsitz in den USA, ist deutlich durchgefallen. Auch das Europaticket, in dem der langjährige DSB-Generalsekretär Horst Metzing antrat, zeigte sich chancenlos. Metzing verzichtete danach auf eine Kandidatur für einen der frei zu wählenden Vorstandsposten (obwohl er sicher gewählt worden wäre).

An diesem Mittwoch wurde DSB-Präsident Herbert Bastian als Kandidat für einen von fünf Vizepräsidentenposten nominiert. Und zwar von Griechenland und der Schweiz, die auf Iljumschinow-Linie stehen. Wer ihn nominiere, sei doch nur eine Formsache, sagt Bastian dazu. Im Kasparow-Lager, wo man ihn nach dem enttäuschenden Ergebnis für einen der Umfaller hält, wird es wohl anders ankommen. Vor der FIDE-Wahl sei er von beiden Seiten bearbeitet worden, sagt Bastian und versichert: Versprochen oder gar angenommen habe er aber nichts. Auch nicht für die Vizepräsidenschaft, für die er sich in der Vollversammlung im zweiten Wahlgang gegen sechs weitere Kandidaten und Kandidatinnen durchsetzte. Im FIDE-Vorstand, das sich vierteljährlich für ein langes Wochenende irgendwo auf der Welt zusammenfindet, will er die Interessen des deutschen Schachs vertreten. Dabei wisse er und erwarte, dass es natürlich Diskussionen auslöse, wenn er in den Vorstand einer zuhause als korrupt verschrieenen Organisation gehe.

Kommentare   

#1 Krennwurzn 2014-08-14 10:53
In der Zeit steht für Kasparov gestimmt!
http://www.zeit.de/sport/2014-08/kasparow-iljumschinow-schach-praesident

" Wäre es nach Bastian gegangen, hätte sich Deutschland enthalten. "Wir müssen ja mit beiden arbeiten können", begründete der Saarländer seine Haltung und versicherte: "Ich habe abgestimmt, wie wir es im Vorstand beschlossen haben: Für Kasparow." Aber eine offene Wahlzusage kam nicht infrage. Da sei der Deutsche Schachbund ein gebranntes Kind"

Allerdings war die Wahl geheim und ich denke die Niederlage Kasparovs war schon lange klar ersichtlich, weil trotz Korruptionsgerüchten das alte System doch gezeigt hat dass es funktioniert und Kasparov ebenfalls mit Korruptionsgerüchten keinen Weg in eine korruptionsfreie Zeit aufzeigen konnte.
Ich persönlich denke, dass das System das Problem ist und einzelne Personen da nichts ändern können und so dürften viele Funktionäre auch gedacht haben und damit Iljumschinow schon vorzeitig dem Weg zur Wiederwahl geebnet haben.
#2 Guido Montag 2014-08-15 09:03
Kasparow oder Iljumschinow,
die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub.
Insofern hätte ich eine Stimmenthaltung, wie von Herrn Bastian vorgeschlagen begrüßt.
Warum ihn das deutsche Präsidium übestimmt und damit seine Autorität in Frage stellt, ist mir wieder mal unverständlich.
#3 wmlasker 2014-08-15 22:39
Ist es in einem mehrköpfigen Gremium nicht üblich, oder gar erforderlich, dass es gelegentlich auch mal eine Abstimmung gibt? Das ist eine Abstimmung nur geben wenn vorher fest steht, dass ein bestimmtes Ergebnis dabei rauskommt? Ist die Autorität des Präsidenten gleich beschädigt, wenn in einem Einzelfall nicht seine Meinung die Mehrheitsmeinung ist? Kann seine Autorität ernsthaft beschädigt werden, wenn er selbst das Ergebnis dieser Abstimmung erst öffentlich macht?
#4 Losso 2014-08-16 22:08
Derzeit bin ich der Auffassung, dass der DSB gerne aus der FIDE ausscheren könnte. Es zwingt uns doch keiner, an dieser korrupten Veranstaltung des Kalmücken teilzunehmen.
Daher bin ich gespannt, welche Erfahrungen Herbert Bastian da sammeln und welche Schlüsse er ziehen wird.

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