Im März reden sie weiter
Freigegeben in Blog
Dienstag, 30 November 2010 20:32

Im März reden sie weiter

Von Weizsäcker hat wie erwartet seinen Rückzug angekündigt und Weyer seinen Anspruch auf den DSB-Vorsitz. Ob aus dem Arbeitskreis der Landesverbände ein Gegenkandidat kommt, wollen diese erst im März bei einem Treffen in Frankfurt am Main. Gut möglich ist es, denn vom aktuellen Präsidium minus von Weizsäcker erwarten die „Landesfürsten“ wenig. Bevor sie über einen Gegenkandidaten reden, wollen sie erst einmal unter sich klären, was im DSB alles zu tun ist.

Der größte Fortschritt kam bei der Hauptausschusssitzung in Gladenbach weder vom Präsidium noch aus dem Arbeitskreis der Landesverbände, sondern vom Treffen der Gemeinsamen Kommission Schachbundesliga: Am 14. bis 16.Oktober 2011 startet sie ihre nächste Saison in Mülheim mit einer zentralen Dreierrunde. Eine alte Idee Wunsch wird endlich verwirklicht.

Hans Jürgen Weyer
Freigegeben in Blog
Freitag, 26 November 2010 09:57

Au Weyer, DSB?

In Gladenbach bei der Hauptausschusssitzung des Deutsche Schachbunds wird Robert von Weizsäcker an diesem Wochenende sein Ausscheiden als Präsident ankündigen. Sein Vizepräsident Hans-Jürgen Weyer gilt im Moment als wahrscheinlichster Nachfolger. Gewählt wird erst beim DSB-Kongress im Mai in Bonn, doch in Gladenbach werden die Weichen gestellt, wenn nicht bereits alles ausgekungelt.

Zwei weiteren Mitgliedern des Präsidiums, Michael Langer und Hans-Jürgen Hochgräfe, werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Mitzureden haben aber vor allem die „Landesfürsten“. Im Arbeitskreis der Landesverbände wird die Arbeit des Präsidiums kritisch gesehen. Eine Gegenkandidatur aus diesem Kreis, am wahrscheinlichsten wie 2009 durch Herbert Bastian, kündigt sich an.

Von Weizsäckers vier Jahre an der Spitze haben viele enttäuscht. Sein Scheitern in der internationalen Schachpolitik, wo er Karpows Kandidatur für den FIDE-Vorsitz unterstützte und selbst als Europäischer Präsident kandidierte, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, zumal der DSB die ECU-Geschäftsstelle und damit verbundene Mietsubvention für seine Geschäftsstelle verlor. Zwar hat der Münchner im Außenauftritt und in den Außenbeziehungen des Schachbundes durchaus das eine oder andere bewegt. Der Wirtschaftsprofessor hatte allerdings wenig Glück mit seinen fürs Tagesgeschäft verantwortlichen Vizepräsidenten, dem wenig engagierten Matthias Kribben (2007/09) und dem seine Linie hintertreibenden Weyer (2009/11).

Der Herzogenrather ist als Geschäftsführer des Geologenverbands ein Verbandsprofi. Einst galt er als Anpacker, der auch Probleme offen anspricht. Als 2001 Alfred Schlya von der Spitze in NRW an die im DSB rückte, sorgte Weyer für Aufbruchstimmung in seinem Landesverband. Inzwischen wären dort manche froh, Weyer auf dem gleichen Weg loszuwerden. Es ist unklar, wo er Akzente setzen würde und wo aufgrund der schlechten Finanzsituation sparen, ob er den Mut hätte, die unsäglichen Zustände beim Ramada-Cup zu beenden, dessen Überschüsse dem DSB nicht nur nicht zugute kommen, sondern der sogar noch subventioniert wird, vom zeitlichen Engagement der Funktionäre, das an anderer Stelle fehlt, ganz zu schweigen.

Die nächste Amtszeit wird alles andere als leicht. Ideal wäre ein Moderator des Übergangs, der sich der Lösung der internen Probleme verschreibt, ohne im Funktionärsland Brownie-Punkte zu sammeln oder besonders auf Außenwirkung zu achten. 2013 könnte der DSB dann einen gestandenen Verantwortungsträger (und dabei starken Schachspieler) an seine Spitze holen, den Mainzer OB Jens Beutel.