Das Gesetz hat seine eigenen Pokale: Werder im Achtelfinale!
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Da waren es nur noch sechzehn: mit zwei eher knappen Siegen in der Hamburger Vorrundengruppe des Deutschen Mannschaftspokals hat sich Grün-Weiß Werder Bremen für die Runde der letzten 16 Mannschaften qualifiziert – hurra, hurra!

Zwar war die kleine Bremer Gesandtschaft, die Mannschaftsleiter Christian Richter an die Elbe zu schicken vermochte, relativ deutlich gegenüber den anderen drei Teilnehmern favorisiert. Unsere ELO war im Schnitt gut 150 oder mehr Punkte höher als die der Mannen aus Graal-Müritz (Mecklenburg-Vorpommern), Segeberg oder des Ausrichters Johanneum Eppendorf.
Mit IM Sven (Joachim) und FM Sven (Charmeteau) waren wir an den vorderen Brettern mit zwei unbändigen Mannschaftsscorern der bisherigen Saison besetzt, während weiter hinten André Büscher und ich absicherten.

Doch schon im Samstagsspiel zeigte sich, dass auch im Schach Ratingzahlen alleine nicht mattsetzen können.

Ganz im Gegenteil fuhrwerkte ich, je länger die Partie dauerte, meine Figuren in dubiose Positionen hinein (Dame auf b1, Springer auf h4, weiche Königsstellung), und so war es kein Wunder, dass der Eppendorfer Peter Wirthgen durch eine gewiefte Doppeldrohung zu erheblichem Materialgewinn kam.
Bezeichnenderweise hatten selbst mehrere Tassen guten Hamburger Kaffees meine Sinne nicht nachhaltig geschärft.

Stef Wirthgen1

In dieser nicht unterkomplexen Stellung fühlte ich mich ansich ganz wohl, verschmähte aber das direkte Fressen 17.exf6, Dxe2 18. fxg7, Sg6 19.Sf5, Lxf5 20.Dxf5 mit gutem weißen Spiel. Unheimlich genug - ich hatte meine Dame auf b1 offenbar ganz vergessen, und allein das wenig aussichtsreiche 20.Tf1xf5 berechnet. OMG!

Alternativ folgte daher am Brett 17.Lc4, e2 18.Tf2, Sg4! 19.Tf2xe2. Alles gut? Nein, Lichter aus im Alten Elbtunnel, denn mit Peter Wirthgens schönem 19...... Dd2-f4 ...drohen Matt und Läufergewinn.

Ste Wirthgen2

Ich überlegte nun gute fünf Minuten, wie ich die Drohung Dxh2 matt am geschicktesten parieren sollte - um erst dann zu bermerken, dass darüber hinaus ja auch noch mein Läufer auf c4 hängt. Wie unschön!

ADM, Aus die Maus, die Partie war praktisch vorüber. Verheerend. In meinem Wahn prüfte ich zeitweilig noch die Antwort 20. h2-h3, um nach 20....Dxc4 jedenfalls noch den Springer g4 schlagen zu können. Leider aber geht auch dann direkt das etwas stärkere 20....Dh2 und 21....Dh1 matt.

Kapow
 Nix mit Karpov, und schon gar nicht mit Kasparov - erst noch ein bisschen Taktik üben!

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Zum Glück für mich und meinen Verein hatten sich Sven & Sven starke Positionen erwirtschaftet, die nach dem frühen Rückstand noch immer zu mancher Pokalhoffnung Anlass gaben. Auch André sicherte versiert ab, was abzusichern war – Remis im komplizierten Springerendspiel gegen den starken Rüdiger Zart!

Den Svens indes geriet derweil etwas Sand ins Punktegetriebe – Sven Joachim fand sich gegen den stark aufspielenden Christoph Schröder in einem Läuferendspiel wieder, das amtlicherseits wohl hätte Unentschieden ausgehen sollen. Doch auf den letzten Partiemetern geriet Christoph noch auf Abwege und verpasste ein elegantes Remismanöver – Punkt für uns nach gut 5 Stunden!

Pokal Hamburg 4
   Die Svens in Aktion

Und Sven Charmeteau? Sven stand fett, fett, fett gegen Birger Wenzel, zwei Mehrbauern oder so, alles gut. Dachte man zumindest, bis eine auch überregional bekannte Engine am späteren Abend Zweifel an- und sogar klaren gegnerischen Vorteil vermeldete. Indes, Taktik ist immer schwierig, und auch wenn sozusagen jeder der Spieler mal hätte gewinnen sollen – am Ende wurde es Remis.

So hatten wir nach sechs langen Stunden ein ausgewogenes 2 : 2 im Mannschaftsergebnis. Schiri Hugo Schulz, Originalhamburger und veritable Stammkraft an deutschen Schachschiedsrichtertischen, rechnete die Berliner Wertung zusammen, und siehe da – 6 : 4 für Werder durch den Einzelsieg am höheren (Sven-) Brett!

Damit durften wir am nächsten Tag noch einmal wiederkommen und gegen den SSC Graal-Müritz auflaufen. Die Mecklenburger hatten sich im Spiel mit Segeberg ebenfalls durch Berliner Wertung durchgesetzt. Sehr sehr knappe Verhältnisse in der nördlichsten Pokalgruppe!

Pokal Hamburg 2
Schiedsrichter Hugo Schulz - da brennt nichts an! Und überhaupt: Áku pollá, míla ta aparétita.

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Im Pokal können die 14 Spieler eines Mannschaftskaders in vogelwilder Folge zu jeder Runde neu aufgestellt werden. Anders in den Ligaspielen gibt es hier keine Rangordnung, die streng eingehalten werden muss. Wer kommt, sucht sich Farbe und Brett – und dann wird gespielt!

Wir Werderaner fanden das einen spannenden Modus – ähnlich wird doch irgendwie auch in den Niederlanden gespielt? Das wäre doch mal was, auch für die deutschen Ligen. It’s a free country!

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Samstag abend in Hamburg, Werder reiste nach Wilhelmsburg, wo Teamchef Christian Richter in weisester Voraussicht bereits ein nettes Hotel reserviert hatte. Nach einem hübschen italienischen Abend im Di Matteo, viel Knoblauch sowie einem dramatischen Duell Hand and Brain* fielen wir um Mitternacht ins Bett.

Doch nicht für lang, die Frühschicht rief! Um 08:49 Uhr saßen wir schon wieder im Bus, der uns über die Elbe bis hin zur Außenalster bringen sollte. Hugo Schulz war bereits vor Ort, ebenso Hendrik Schüler, der als Vertreter des Ausrichters bereits die formidable Hamburger Kaffeemaschine angeheizt und eine Auswahl von Snacks kreiert hatte. Und so machten wir um zehn Uhr die ersten Züge – Vorrundenfinale in Hamburg!

Pokal Hamburg
Auf zur Sonntagsrunde - schön, dass wir noch dabei sind!

Pokal Hamburg 5
   Norddeutsches Abtasten zu früher Stunde

Auch gegen Graal-Müritz, nahe der Ostsee gelegen, gleich neben Rostock, waren wir ELO-mäßig recht deutlich favorisiert. Doch – siehe Samstagsrunde – hilft das im Zweifel ja auch nicht.

Es dauerte eine ganze lange Weile, ehe sich zählbar etwas an den Brettergebnissen tat – die Svens standen beide aussichtsreich (jeder mit Mehrbauer), André fand sich in einer schwerblütigen Kampfpartie wieder, und mein Orang-Utan hatte zu einigen Felderschwächen bei meinem Gegenspieler Horst van Bentum geführt. Auszunutzen wusste ich diese allerdings nicht – geschmeidiges Variantenrechnen geht … anders.
Und doch, eine Überzahl von Figuren am Königsflügel ermöglichte schließlich ein Opfer, einen Angriff und ein Matt, wir führten 1 : 0!

Steffens van Bentum
Mit 20.... Kg8-h8 hatte Schwarz soeben auf die weiße Agression Tf3-g3 reagiert. Was macht Weiß?**

IM Sven hatte mit Hans-Eckhard Lüthke ein fiegelinsches Springerendspiel mittlerweile zum Remis austariert, während André im Spiel mit Hartmut Moritz trotz Mehrqualle in einiger Not war, seine Stellung beisammenzuhalten. Allerdings, Zeitnot allenthalben, und ein Trick zu viel für seinen Gegner – Figurenverlust, und schon bald ein Sieg für André. Zweieinhalb Punkte, wir waren weiter!

Pokal Hamburg 3
André Büscher - erneut ein Big Point für Grün-Weiß

Noch aber wurde gespielt, FM Sven wollte seinen Mehrbauern zur Geltung bringen, was in schwer verschachtelter Stellung allerdings recht knifflig und möglicherweise sogar riskant war.
Sven versuchte Manöver um Manöver, Andreas Jansen parierte links, Andreas Jansen parierte rechts, und dann, was war das? Plötzlich stand ein Bauerndurchbruch im Raum, jedoch für Graal-Müritz, ein gefährlicher Jansen- Konter mitten auf dem Brett!

Doch schien die Lage doch nicht ganz eindeutig zu sein, und so einigten sich die beiden Spieler sicherheitshalber auf ein Remis. Somit 3 : 1 für Werder, und Einzug in die nächste Runde. Hoch die Kaffeetassen!

kaffeeschach Achtelfinale!

Weiter geht es mit der bundesdeutschen Mannschaftspokalzwischenrunde am 07 und 08 März. Hübsch dezentral gestreut ruft dann der in allen Belangen sehr souveräne Turnierleiter Thomas Wiedmann die 16 verbliebenen Pokalteams erneut an die Bretter, und auf geht es ins landesweite Last 16.

Acht der sechzehn Achtelfinalisten sind durch das gute Abschneiden im Vorjahr noch vorberechtigt für das laufende Pokaljahr – sie mussten in der nun gespielten Vorrunde noch nicht “ran”. Alle Clubs, die es im März durch einen Sieg ins Viertelfinale schaffen, sind wiederum vorqualifiziert für das Achtelfinale des nächsten Jahres.

Nun ist es einerseits schön, dass ein gutes Turnierergebnis auf diese Weise honoriert wird. Andererseits scheint es fast schon ein wenig zu nobel und risikoabfedernd, dass man sich mit nur einem einzigen Sieg im Achtelfinale schon wieder für das Achtelfinale des kommenden Jahres qualifizieren kann.
Würde nicht auch eine Wildkarte für die erste Runde auf Bundesebene genügen? Gleiches Pokalrecht für alle.

Große Vereinsnamen sind noch im Lostopf dieses traditionsreichen Wettbewerbs, darunter mit Baden-Baden und Solingen zwei echte Großkopferte. Werder Bremen wird im März auf Bavaria Regensburg, die SG Leipzig und seinen Bundesliga-Reisepartner SV Lingen treffen. Eijeijei, das werden sicher spannende und sehr enge Kämpfe. Wir freuen uns drauf!

Turnierseite Mannschaftspokal


* Hand and Brain – echter Teamsport, bei dem jeweils zwei Spieler gemeinsam gegen zwei andere antreten. Bei jedem Zug benennt der eine Spieler einer Mannschaft eine Figur, die gezogen werden soll, der andere denkt sich dann einen möglichst guten Zug aus für diesen Stein. Kurios, aber macht Spaß! Man kann/ sollte auch Bier oder Lambrusco dabeii trinken.

Steffens van Bentum

** Steffens - van Bentum: Da geht doch was! Mit 21.Txg7 kann Weiß gleich reinhacken, denn 21.... Kxg7 22.Dg4+, Kh6 führt nach 23.Dh4+, Sh5 24.e3-e4! zum Matt - leider habe ich die e4-Idee nicht gesehen und schon gar nicht gespielt. Jedoch - auch 21.e3-e4 sofort geht gut (Partiezug!), und sowohl 21....Dh5 22.Lxf6! oder 21....Dd7 22.Txg7! als auch die Partiefortsetzung 21....Sxe4 22. Lxg7, Kg8 23.Le5+ gewinnen.

Open-Sieger 2018: Nikolas Wachinger!, neben Turnierleiter David Kardoeus
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Donnerstag, 12 Dezember 2019 15:12

Bewegte Bilder: Bremer Silvesteropen 2019!

Wie muss es heißen?

O Ein Bier sagt mehr als tausend Worte.

O Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Die richtige Antwort ist: kommt drauf an, denn je nach Situation kann ein Bier erhellender sein als tausend Bilder.

Doch wer weiß! Wir halten es zumindest heute aber mit dem bewegten Bild, und weisen mit einem schönen Clip gerne auf ein Turnier hin, das zwischen den Jahren (= between the years?) in der alten Hafenstadt Bremen ausgetragen wird.

Es ist die dritte Auflage des Bremer Silvester-Opens, organisiert von David Kardoeus im Namen von und mit Hilfe von Werder Bremen. Davids Vision: ein Schachturnier für alle ausrichten, in dem das Ambiente stimmt, wo man genügend Platz hat am Tisch, wo es hübsch aussieht im Turniersaal, und das alles in freundlicher Atmosphäre. (Kurze Zwischenfrage - ist der Kaffee denn auch ok? Aus eigener Erfahrung vom Vorjahr möchte ich sagen: eine sehr wichtige und eine sehr berechtigte Frage, und jepp, der Kaffee ist ok!, wird stets frisch gekocht, und man bekommt ihn zu einem fairen Preis.)

Nun aber zum bewegten Bild - der Trailer zum Turnier:

Wer Lust bekommen hat, mehr über das Turnier zu erfahren, surfe schnell hin zur Webseite www.imperialchess.de. Dort finden sich alle Details zu Startgeld, Uhrzeiten, Preisgeldern, Siegerlisten, und über die bereits angemeldeten Teilnehmer.

(Noch eine Zwischenfrage: Fehlt bei den Anmeldungen nicht noch Spartak Grigorian? Ein Turnier ohne Spartak Grigorian? Aber nun gut, vielleicht meldet er sich ja bald noch an.)

Spartak
        Silvester 2018: Platz 2 für Spartak!

Sprungbereit in die neue Saison
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Dienstag, 26 November 2019 13:50

Werdertigers mit Traumstart

Die erste Doppelrunde der Bundesliga ist gespielt - reichlich Teams sind mit vier Mannschaftspunkten in die neue Saison gestartet, darunter beinahe auch der SV Lingen aus dem schönen Emsland, der als Aufsteiger drei Punkte sammeln konnte - zwei davon gar gegen den etwas ersatzgeschwächten Namensvetter aus SoLingen. Wir verweisen zum Bremer Saisonstart auf den Stimmungsbericht von Werder-Coach Jonathan Carlstedt auf der Seite: Werder mit Traumstart

Wer möchte, kann morgen am Donnerstag bei den Werdertigers reingucken, dort sendet ebenjener Jonathan und schaut zurück auf das vergangenen Wochenende aus Werdersicht. Ok, ok, es ist zugegebenermaßen alles ein bisschen reichlich Werder jetzt hier, gerade, aber was soll man tun? Follow us on Werdertigers!

Werder 3: Gute Laune in der Lagerhalle
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Sonntag, 27 Oktober 2019 20:43

Werder 3: Großer Punkt in Osnabrück

Zeitig ging es los für Werder III in der zweiten Runde der Landesliga Nord Niedersachsen/ Bremen, und nur die Zeitumstellung um eine Stunde nach hinten machte die frühe sonntägliche Abfahrt einigermaßen verkraftbar. Mannschaftsfahrer David Kardoeus holte den provisorischen Mannschaftsführer Olaf um Punkt 07:42 ab, setzte in den Folgeminuten weitere fünf Mitreisende in den Werderbus, und ab ging es über die A1 Richtung Süden.

Dort warteten in der charmant renovierten Lagerhalle, einem großflächigen Veranstaltungszentrum inmitten der Altstadt, die Mannen der SG Osnabrück sowie mit IM Christian Richter der achte Werderaner, der zu diesem Auswärtsspiel zu Fuß aus seinem Wohnort anreisen konnte. Wann gibt es so etwas schon mal?

Aufbau der Figuren, Worte des Grußes, erste vorsichtige Züge – und es dauerte nicht lange, da standen bereits zwei g-Bauern auf dem sehr attraktiven Feld g4! In der Partie Steffen Rachut - Christian Richter mit der Zugfolge 1.Sb1-c3, Sg8-f6 2.g2-g4! - das flotte Tübinger Gambit, welches Freunde des Werder Monatsblitzes sich auch immer gerne mal von David Höffer vorsetzen lassen müssen. David gewann mit 2.g2-g4! sogar schon gegen den Berliner GM René Stern – eine schöne Re(né)ferenz!

Auch an meinem Brett arbeitete sich der g-Bauern frühzeitig zwei Felder nach vorne, doch brachte mir das nicht viel ein außer einigen wackeligen Felderschwächen.

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    Felderschwächen? Was soll das noch werden?

Ganz anders dagegen die Partie von Nils-Lennart Heldt – er spielte einen soliden Sizilianer, stand gut, tauschte die Damen, stand immer noch gut, und auf einmal zerbrach die Stellung seines Gegners an zu vielen Bauernschwächen und Nils’ pointiertem Figurenspiel – 1 – 0 für uns!

Carlos Schat, der kurzfristig für den leider erkälteten Collin ins Team gerückt war, setzte gleichfalls auf nachhaltige Entwicklung, was ihm im Gegensatz zu seinem Osnabrücker Gegner eine sehr harmonische Stellung einbrachte. Der Vorteil wurde größer, und größer, und caramba!, recht bald auch ein voller Punkt für Carlos: 2 – 0!

Nun war es an der Zeit, dass auch die Gastgeber in das Match fanden, und leider erwischte es alsbald Duong Lai-Hop, der mit FM Stephan Haskamp den ELO-stärksten der Osnabrücker vor sich sitzen hatte. Lange lavierten hier alle Beteiligten in einem königsindischen Aufbau, und so richtig verließ die Partie nie die Remisbreite. Dann aber wurde die Zeit knapper, und nun langte der FM zu und machte bei knapper werdender Zeit einen langen Turmzug – Figurengewinn!, und der Anschlusspunkt für Osna.

Schon fühlte sich das Match wieder eng an, und so richtig klar wollte mir nicht klar werden, wo wir die weiteren Brettpunkte einsammeln würden. Am Brett des Interims-Mannschaftsführers (Steffens – Marc Selker) standen mittlerweile sogar beide Spieler schlecht, und Matt sowie Materialverluste drohten allenthalben:

Steffens Olaf Selker Marc 25f4

Es folgte 26.c3-c4 - die weiteren Züge sind netterweise bei Chessbase einsehbar.

Hm, hm … nochmal Glück gehabt!

Und von nun lief auch das Match fast wie auf einem Gleis in den Zielbahnhof. Timur Elmali behielt den Überblick in einer schnellen Figurenabwicklung und entwickelte positionellen Vorteil auf den weißen Feldern. Mir schien die Stellung (wie so vieles im Leben) noch etwas unklar, doch vernahm ich später, dass aus der angenehmen Position eine angenehme Mehrfigur geworden war, und mit einer solchen ließ Timur sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Ganz ähnlich auch unser Spitzenbrett Sven Charmeteau – um es mit Olli Kahn zu sagen, machte er “Druck, Druck, Druck” beim Belagern und schließlichen Erobern eines rückständigen Bauern auf e7. Das Mehrmaterial hätte so manchem Normalschachlichen wohl noch nicht zum Sieg gereicht, doch der aktuelle Werder-Trainer Sven zeigte umsichtige Technik, drohte mal hier, mal dort, und transferierte den Punkt im Endspiel gekonnt auf das Werderkonto: 5 – 1!

Die SG Osnabrück hielt aber wiederum dagegen, und es war Mannschaftsfahrer David, der hierdurch den Kürzeren zog. Mit einem Königsinder gegen den Bajonettangriff passabel aus der Eröffnung gekommen, war David einem zwischenzeitlichen Remis durch Zugwiederholung ausgewichen. Boris Schröder indes knetete sich alsdann mit exaktem Spiel nach und nach in seine Stellung hinein und gewann die Partie mit Materialvorteil im Endspiel. Schade!

Und damit waren alle Partien beendet und wir machten uns wieder auf den Weg nach ... doch Moment! Christian Richter spielte ja noch, und was war das für eine Partie! Steffen g4 Rachut hatte den geopferten g-Bauern zwar mittlerweile zurückerobert, doch Christian umfasste die weiße Stellung in der sechsten Matchstunde mal von links (Freibauer auf der h-Linie), mal von rechts (schwacher c-Bauer). Eine veritable Massage ganz im Stile von Magnus Carlsen, und wenn Weiß auch lange den Laden zusammenhalten konnte, am Ende und wie so oft rutscht einem mal was durch die Finger, und – ADM, aus die Maus, mit Matt.

Damit stand ein 6 – 2 aus Bremer Sicht zu Buche. Wir sagen: “Hurra!” und freuen uns über einen sehr runden Saisonauftakt mit zwei Siegen, zusammen mit unserem wahren Mannschaftsführer Stephan Buchal, der gerade bei den Bayerischen Meisterschaften am Tigersee turniert.

In vier Wochen am 24. November geht es weiter mit dem Lokalderby beim starken Schachklub Bremen Nord!

Landesliga Nord Niedersachsen Bremen

 

Grün-weißer Sport am schwarz-weißen Brett
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Ein buntes ELO-Treiben und viel Kaffee erwartet die Besucher ab heute in den Vereinsräumen des SV Werder Bremen. Ab 14 Uhr werden die ersten Züge gespielt im Werder Bremen IM-Turnier 2018, bei dem junge Talente aus dem Nordwesten und auch von weiter weg die Figuren aufspielen lassen gegen renommierte Titelträger aus internationalen Landen - aus Schweden, Polen und der Ukraine.

Kommentiert von Werder-Coach Matthias Krallmann und ebenso von GM Sigurds Lanka entstehen dabei täglich neue spannende Konstellationen im Rennen um Preisgeld, Ruhm, Ehre, ELO-Punkte und vor allem natürlich auch eine begehrte IM-Norm.

In dem von Dr. Oliver Höpfner, dem Vorsitzenden der Werder Schachabteilung, gemeinsam mit Wolfgang Pajeken, Trainer der Bremer Schachjugend, angebahnten Wettbewerb begibt sich ein sehr interessantes Teilnehmerfeld an die Bretter. Regionale Spieler aus Bremen und drumherum sind Jari Reuker (SV Union Oldenburg und Deutscher U18 Meister (!), Spartak Grigorian (Werder Bremen und ehemaliger Deutscher U18-Meister (!), David Kardoeus (SV Werder, Bremer Vizemeister der Herren 2018), Nikolas Wachinger (SV Werder, Dritter der Deutschen U16-Meisterschaften 2018) und Sven Charmeteau (SV Werder Bremen, FIDE-Meister und erfahrenes, wenngleich junges Urgestein der Werder Zweitliga-, Europapokal- und Blitzmannschaft!)

https://www.werder.de/de/schach/aktuell/informationen/news/2018/int-20180521-kra/

Hier eine Übersicht über die SpielerInnen und die von ihnen genannten größten Erfolge, mit Umsicht kompiliert von Stephan Buchal für das aktuelle Werder Schachmagazin:
 
GM Miroslav Grabarczyk (POL)
Jahrgang 1971
ELO 2402
Schach-Professional
• Polnischer Vizemeister 1993 und 1995
•1. Platz in Rivoltella del Garda 2009
 
IM Björn Ahlander (SWE)
Jahrgang 1963
ELO 2435
IT-Professional
• 4. Platz im Kadetten World-Cup 1980
• Mehrere erste Plätze in schwedischen Open
•2. Platz im Malta Open 2015
 
IM Viktor Skliarov (UKR)
Jahrgang 1993
ELO 2359
Lehrer für Mathematik und Physik
• Meister von Kiew
• 3.Platz ukrainische Mannschaftsmeisterschaft
• IM-Titel!
 
WIM Filiz Osmanodja (Dresden)
Jahrgang 1996
ELO 2352
Studentin (Medizin)
• Vizeweltmeisterin 2014 U18w in Südafrika
• IM-Norm bei der Frauen-EM 2018
 
FM Oleksii Molchanov (UKR)
Jahrgang 1991
ELO 2350
Schach-Trainer
• Meister Region Zaporizhzhya (2014 und 2017)
• Meister Region Odessa (rapid 2011)
• 3. Platz ukrainische Mannschafts-Meisterschaft (2015)
 
FM Sven Charmeteau (FRA, Werder)
Jahrgang 1991
ELO 2287
Student (Maschinenbau)
• Teilnehmer Jugend-WM U14 2005
• 5. Platz franz. Jugendm. U16 2006
• 1. Platz Open de Gonfreville 2013
 
Jari Reuker (Oldenburg)
Jahrgang 2001
ELO 2389
Schüler
• 1. Platz Bremer Silvester Open (2017)
• 1. Platz DJEM U18 (2018)
 
Spartak Grigorian (Werder)
Jahrgang 1998
ELO 2359
Student (Logistik)
• 1. Platz DJEM U18
• 2. Platz DJEM U16
• IM-Norm beim ECC 2016 in Novi Sad
 
David Kardoeus (Werder)
Jahrgang 1997
ELO 2226
Auszubildender (Mechatronik)
• Bremer Vizemeister 2015 und 2018
• Sieg im Qualifikationsturnier Ramada-Cup A-Gruppe
• Nord-West-Cup 2018 (Platz 13)
 
Nikolas Wachinger (Werder)
Jahrgang 2003
ELO 2292
Schüler
• 6. Platz "Young Champions" Uppsala
• Bremer Jugendmeister 2018
• 3. Platz DJEM U16 (2018

 

Mehr Informationen zum Teilnehmern, Paarungen und Spielzeiten auf der Turnierseite:

https://www.werder.de/schach/turniere/werder-im-turnier/2018/

Alle Spiele werden live ins Netz übertragen und rauben damit leider der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland einige Zuschauer. Doch das sei in Kauf genommen - Schach ist ja der Brudersport des Fußballs, und somit soll das wohl in Ordnung sein. Hier geht es zu den Live-Partien:

http://view.livechesscloud.com/5389b71c-a89c-4c94-b54f-c0464d1a37bc

Und damit gleich zur Partie Molchanov (Ukraine) - Grigorian (HB) aus Runde eins:

Molchanov Grigorian

Foto: DGT Liveübertragung

Schwarz hat bereits ausgeglichen und drängt nun die weiße Dame zurück nach d2.

a) Mit welchen interessanten Idee würzte Spartak Grigorian den weiteren Spielverlauf? (Tipp: wiir sagen "Lasker-Bauer"!)

b) Und: gewinnt Schwarz mit diesem Motiv, oder hat Weiß danach Vorteil?

c) Und warum endete es dann am Ende doch Remis?

Die Lösung zu diesen und weiteren die Welt betreffenden Fragen findet sich hier.

Spartak

                                       Spartak mit inspiriertem Start in das Turnier

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Als weiteres Highlight der Bremer Schachwoche hat die Bremer Schachjugend einen Wettkampf "Meister gegen Talente" ausgerufen und dafür sowohl einige der allerstärksten Jungspieler der Hansestadt als auch fünf renommierte, etablierte und versierte Spieler aus Bremer Ligen als Gegner gefunden. Sie alle werden sich in einem Scheveninger System- Turnier mit den fünf Vertretern der jeweils anderen Gruppe behaken - schauen wir, wer am Ende die Nase (oder den Freibauern, oder den König) vorne hat!

https://www.werder.de/de/schach/aktuell/informationen/news/2018/int-20180616-kra/

Zu allen Veranstaltungen, Spielen, Kommentierungen sind ZuschauerInnen wie immer herzlich willkommen. Bis bald, in der Hemelinger Straße 17 im Werder Vereinsheim!

Spartak Grigorian kämpft in der bärenstarken A-Gruppe
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Donnerstag, 14 September 2017 23:39

Hans-Wild-Turnier 2017: Wieder Plätze frei!

Was wird mein Chef Jörg Hickl sagen? Eigentlich bringen wir hier im Blog ja keine Turnierankündigungen unter, aber ...

Das Hans-Wild-Turnier geht in seine dritte Auflage! Der SV Werder richtet in Erinnerung an seinen langjährigen
Vorsitzenden Hans Wild wieder ein fünfrundiges Turnier aus, und viele lokale und überregionale Matadore aus Bremen,
umzu (Delmenhorst! Bremer SG! Bremen-Nord, Varrel, Findorff ... !) und dem norddeutschen Raum (Hamburch!, Oldenburg)
gehen ab Freitag an die Bretter. Und - noch kann man einsteigen.

Gespielt wird in nach Spielstärke sortierten Gruppen um Preise und/ oder die Ehre (was ist dabei wichtiger!?). Ganz klassisch und
ohne Inkrement geht es von Freitag abend bis Sonntag abend durch Höhen und Tiefen:

https://www.werder.de/schach/aktuell/news/2017/svw-20170915-kra/

Leider gab es einige krankheitsbedingte Absagen - Turnierleiter Udo Hasenberg informiert daher, dass
kurzfristig wieder Plätze freigeworden sind! Nachdem die Startplätze im frühen August bereits vergeben
waren, ist es nun also möglich, doch noch in den fünfrundigen Wettbewerb einzusteigen.

Bei schriftlicher Voranmeldung ueber Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gilt die Reihenfolge des Eingangs.
Unter allen kurzentschlossenen die am Freitag nachmittag einfach vorbei schauen, werden vorhandene
Startplaetze ausgelost. Voraussetzung dann: Eintreffen bis 17:30 Uhr (oder am Besten früher)!

Link zum Turnier: https://www.werder.de/schach/turniere/hans-wild-turnier/2017-los-gehts/

Der SV Werder freut sich auf spannende Partien, ab morgen in der Hemelinger Straße! Man weiß ja nie, aber
vielleicht gibt es auch eine Live-Übertragung im Netz. Aber, mal gucken. Vor Ort ist es sowieso immer spannender!

Der (Vize-) Meister beim European Club Cup 2015 in Skopje
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Mittwoch, 16 August 2017 06:01

Buchal hält die Welt in Atem

Was für ein Turnier - Stephan Buchal ist Deutscher Vizemeister der Senioren 2017!

Der Werderaner reiste vor einer Woche an die Spree zur stark besetzten Deutschen Senioren-Einzelmeisterschaft 2017. Neun Runden, neun Tage, neun gestrenge Gegner und viele Titelträger am Start, doch nichts, so schien es zunächst, konnte FIDE-Meister Buchal aufhalten. Er gewann die ersten drei Runden in gutem Stil, und besiegte in der vierten Partie mit dem Zehlendorfer GM Jakob Meister gar den Ersten der Setzrangliste.

Nach zwei weiteren umkämpften Begegnungen gegen Jefim Rotstein (Punkt!) und Boris Khanukov (Punkt!) stand seine Ausbeute bei phänomenalen 6 Punkten aus 6 Spielen. Wo lernt man, so zu spielen? Die Konkurrenz jedoch blieb mit einem Punkt Rückstand in unmittelbarer Fangweite, und Stephans Remis gegen Holger Namyslo im siebten Spiel ließ die unmittelbaren Verfolger in Gestalt von Jefim Rotstein (SC Tornado Hochneukirch - wow, was für ein Name!) und Bodo Schmidt (SC Siegburg) wieder hoffen. Und tatsächlich - in Runde acht gelang es ebenjenem Bodo Schmidt, den bislang unbezwingbaren Buchal nach schöner Mittelspielführung zur Aufgabe zu zwingen! Alles wieder offen, FM Rotstein nun in Führung mit 7 Punkten, direkt vor Schmidt und Buchal bei je 6,5 Punkten.

Die Schlussrunde sah die Partie Rotstein vs Schmidt, und hier wollte es nun gar nicht so richtig laufen für den führenden Rotstein. Im Gegenteil, Schmidt drückte einen Freibauern bis auf die drittletzte Reihe vor und schickte Springer, Turm und König zur Unterstützung - da könnte doch was gehen? Jedoch, irgendwie reichte es nicht ganz, Rotstein rettete mit einigem Überblick den Tag und führte seinerseits seine Freibauern zur Dame. Acht Punkte für Jefim Rotstein, Deutscher Meister, uneinholbar, wir gratulieren!

Doch Platz zwei, den Vizemeister-Titel, holte sich Stephan Buchal mit einem abschließenden Weiß-Sieg, seinem fünften Weiß-Sieg in Folge (!) und am Ende 7,5 Punkten in einem bestens besetzten Teilnehmerfeld. Eine mehr als starke Leistung des Werderaners, und ein phantastisches Turnier. Glückwunsch auch hier, für neun Runden voller Konzentration, Intensität, Schweiß, Sorge, Hoffnung, mutiger Züge und großartiger Abenteuer!

Den dritten Platz im Endklassement eroberte Boris Khanukov vom Bahn-SC Wuppertal. Mit Bernhard Künitz sammelte ein weiterer Bremer und Werderaner reichlich Punkte und erkämpfte sich am Ende einen sehr vorderen Platz im B-Open (bis DWZ 1950).

Das Turnier in Berlin war bestens aufbereitet auch im Netz, mit täglichen Rundenberichten aus dem A-und B-Open, vielen Fotos, einer sehr guten Live-Übertragung und dem Flair, den eine Deutsche Meisterschaft auch verdient hat. Selbst wer nicht vor Ort sein konnte, hatte im Netz die Möglichkeit, die spannenden Runden an jedem Tag nachzuverfolgen. Bedankt - so schön kann das sein beim Schach.

Oso de anteojos o andino (Tremarctos ornatus), un habitante de los páramos (en el zoológico de Quito) (oder so!)
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Mittwoch, 09 November 2016 11:57

ECC: Die Bären sind los

09/11   never forget

11/09   always regret

(Fundstück im Netz zum Ausgang der US-Wahlen)

Ein guter Tag heute, um schachzuspielen und sich am Brett sitzend von den Dramen des Weltgeschehens abzulenken. Amerika hat gewählt, Novi Sad hat gelost, und wir sehen heute beim Europapokal unter anderem und aus (nord-) deutscher Sicht die folgenden feinen Paarungen:

SF Berliner Bären - Ein serbisches Team mit "O"

AVE Novy Bor - SV Werder Bremen

Die Schachfreunde Berlin treffen heute auf die lokalen Matadoren aus Belgrad. Die Mannen aus der deutschen Hauptstadt haben sich bislang sehr und sehr achtbar geschlagen und gegen ELO-schwere Vertretungen aus aller Herren Länder solide gepunktet. Omladinski Sahovski Klub Paracin ist ungefähr ähnlich stark besetzt wie die Schachfreunde, und somit ist alles möglich.

Etwas weniger möglich mag es aussehen bei der zweiten Begegnung mit Bundesliga-Beteiligung. Hier trifft Werder Bremen auf die an 12 gesetzte Tschechen von Novy Bor. In dem tschechischen Spitzenteam lauern Großmeister-Bären an allen Brettern, und die Einzelpaarungen stellen sich dar wie folgt:

Harikrishna, Pentala - Blübaum, Matthias

Wojtaszek, Radoslaw - Werle, Jan

Navara, David - Koop, Thorben

Shirov, Alexei - Grigorian, Spartak

Wang, Hao - Charmeteau, Sven

Sasikiran, Krishnan - Buchal, Stephan

 

Wagen wir eine Prognose?

Nachdem es für Bremen gestern eine Art Packung gab bei der ehrenvollen 1,5 : 4,5 Niederlage gegen St. Petersburg, werden heute die Figuren wieder neu gemischt. Sollte ich wetten, würde ich mein Geld natürlich auf Grün-Weiß setzen - Spartak an vier ist eine sichere Bank (er hat ja Weiß), und auch Stephan Buchal gegen Sasikiran, da müsste doch etwas drin sein für Werder. Damit wären es schon zwei Punkte für den SVW, und nun gut, mal sehen, was an den übrigen Brettern passiert.

Denken wir an SF Lotte - das SF steht für Sportfreunde oder sogar Schachfreunde, und im DFB-Pokal haben die Lotter kürzlich ja immerhin schon zweimal gewonnen - erst gegen Werder, und dann auch noch gegen Leverkusen. So gesehen ist alles möglich - wir gucken uns das mal an.

Los geht es um 15 Uhr, und chess24 überträgt wieder in gewohnter Qualität. Auf geht es also, mit Berlin und Bremen in die vierte Runde!

 

 

Sechzehn Runden und drei Davids
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Montag, 03 Oktober 2016 00:14

Monatsblitzen: Die Davids drehen auf

Hei, was war da wieder los: der Werder- Monatsblitz für den September ist gespielt, ein neuer Sieger kann seinen Namen in die Außenhaut des Weserstadions ritzen, und das gleich doppelt, sozusagen!

Zwei Davids machten diesmal das Rennen um die vordersten Ränge, einer sogar noch stärker als der andere, und es war David Höffer vom berühmten SK Delmenhorst, der mit 13,5 Punkten aus 16 Partien knapp einen zweiten David hinter sich lassen konnte: David Kardoeus vom SV Werder brachte es auf verwegene 13 Punkte und den schönen zweiten Platz in einem sehr respektabel besetzten siebzehnköpfigen Feld. 

Die übrigen 14 Teilnehmer an diesem lauen September-Abend konnten von Glück sagen, dass mit David Wachinger nicht auch noch der dritte David des Turniers ganz vorne landete, sondern sich am Ende entspannt im MIttelfeld der Tabelle einsortierte. So erreichte Sven Charmeteau den ehrenvollen dritten Rang, blieb aber leider ohne Trophäe - hart ist das Schachleben an der Weser, denn es gibt nur zwei Geldpreise im regulären Feld, doch dafür sind sie mit 11,-€ bzw. 8,-€ dann gleich umso ... höher.

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            Ein kurzer Blick aufs Mittelmeer

Als bester Spieler mit einer DWZ < 2000 ging wie schon im Vormonat André Büscher ins Ziel, während der Große Preis der Jury für den fünftletzten Platz dem jungen Nikolas Wachinger zuerkannt wurde, der zwar von Stunde zu Stunde gefährlicher wird, für dieses Mal aber noch die eine oder andere Niederlage hinnehmen musste. In der Kategorie "Bester David mit einer DWZ < 2850" siegte dagegen nicht ganz unerwartet David Höffer. Leider aber war für diese Kategorie kein Preisgeld mehr übrig.

Mit diesem fulminanten Doppelerfolg glichen die Davids das etwas weniger erfolgreiche August-Turnier aus, in dem das Fachpublikum weder den Wachinger David, den Kardoeus David noch den Höffer David am Start gesehen hatte. Sie reihen sich damit ein in die Liste anderer großer Davids in der Geschichte des Schachs - denken wir nur an David Bronstein, David Janowski und Zino Davidoff, sowie an David Navara und Daviano Caruana, die wenn auch nicht beim Monatsblitz, so doch an anderen reizvollen Stellen des Weltschachs glänzen konnten.

 

Der nächste Monatsblitz im Werder Vereinsheim findet bereits in dieser Woche statt, am Donnerstag um 19:30 Uhr starten die Uhren. Gäste und Davids sind herzlich willkommen!

Starke Frühform im August: Matthias Krallmann, Andreas Calic, Detlef Schötzig (von rechts oben)
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Sonntag, 07 August 2016 15:02

Monatsblitz: Nichts haut einen Käpt'n um

Kaum ist die Sommerpause vorbei, trommelt Turnierleiter Stefan Preuschat schon wieder zum energischen Schach: Werder Bremen hat die neue Saison im 64-feldrigen Hauen und Stechen mit einem gepflegten Blitzturnier eröffnet.

Nach den langen Wochen sehr überschaubarer schachlicher Aktivität konnten die Teilnehmer im geschützten Umfeld des Werder-Vereinsheims wieder vorsichtig Kontakt aufnehmen mit Springern, Bauern, Königen, und diese bei stets schrumpfender Restbedenkzeit über das Brett bewegen. Das gelang bei diesem ersten Wiedersehen nach der Sommerpause erstaunlich gut, und bis auf die Tatsache, dass mehr Könige eingestellt wurden als sonst, war das schachliche Niveau bereits recht ansehnlich. So kann es weitergehen!

Entgegen einer bewährten Seefahrer-Maxime gingen die im Teilnehmerfeld befindlichen Kapitäne nicht als letzte von Bord bzw aus dem Turnier. Nein, ganz im Gegenteil, es war wahrlich ein Abend der Kapitäne, denn die zwei vordersten Plätze im Gesamtklassement schnappten sich mit Detlef Schötzig (Mannschaftskapitän Werder III) und Stephan Buchal (Käpt'n von Werderzwo) zwei gestandene Fachkräfte, die ihre Teams mit Bravour durch die Untiefen der letzten Spielzeit(en) geführt haben.

Mit jeweils 8 von 11 denkbaren Punkten ließen sie damit auch Olaf Steffens knapp hinter sich, der zwar Manager der Werder-Bundesligamanschaft ist, aber eben nicht deren Kapitän - das nämlich ist GM Gennadiy Fish, der als spielender Capitano das grün-weiße Team auf seinen Reisen durch die Republik begleitet.
So war es nur folgerichtig, dass Steffens nicht so ganz weit vorne landete, und nicht zuletzt auch deshalb, weil er gegen Matthias Krallmann die schwarze Dame von b7 schwungvoll nach f3 bewegte - allerdings über einen auf d5 stehenden weißen Bauern hinweg. Das geht natürlich nicht, und Punkt daher für Coach Krallmann! Schach ist einfach für manche noch zu schwer, so direkt nach der Sommerpause.

Ansonsten alles gut - der SV Werder freut sich auf die nächsten Runden des Monatsblitzturniers! Und wer weiß, vielleicht wird auch David Höffer dann wieder vor Ort sein? Diesmal allerdings begegnete man dem strahlenden Gesamtsieger des Vorjahres noch nicht, und so bleibt nur zu sagen, dass sich André Büscher den Preis für den besten Teilnehmer < DWZ 2000 verdiente, während Andreas Calic (Bremer SG) als Fünftletzter den Ehrenpreis der Jury zugesprochen bekam. Wir gratulieren!

Nächster Monatsblitz ist am 01.September, kurz vor dem 2.Hans-Wild-Turnier (noch sind Plätze frei) vom 16.-18.September.

Und damit - moin aus Bremen, und von der Küste! :-)

Roter Rettich - ein Radieschen ist nichts dagegen
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Sonntag, 29 Mai 2016 13:45

Für mich soll´s roten Rettich regnen

Das pfälzische Schifferstadt, nahe Mutterstadt und Helmut Kohls Bungalow in Oggersheim, ist die Welthauptstadt des roten Rettichs. Es gibt dort in Kürze ein Stadtfest, das große Rettichfest vier Tage lang Anfang Juni, und wer mag, kann reichlich Saumagen verzehren, den Pfälzer Wein sorgfältig prüfen und eben – roten Rettich essen.

Weniger lokale Aufmerksamkeit als das ---> Rettichfest erregten vermutlich die Deutsche Blitzmeisterschaften der Mannschaften, die vor Kurzem in der schönen Pfalz stattfanden. Der örtliche Schachclub SC Schifferstadt 1922 hatte alles wundervoll organisiert – nicht nur war das Frühlingswetter spektakulär sonnig, auch im Turniersaal gab es ein königliches (Rettich?-) Büffet für Spieler und Ehrengäste, leckeren Kaffee, große Tische und eine sehr angenehme Spielatmosphäre.


Here come the Men in Black - Schifferstädter Spieler und Fans im Spiel gegen die SF Schwerin

Das Turnier wird den Teilnehmer sicher in guter Erinnerung bleiben – nicht zuletzt auch wegen der charmanten Präsente, die der SC Schifferstadt jedem Teilnehmer (!) mit auf den Rückweg gab – eine Flasche „Forster Ungeheuer“ sowie ein Weinglas, einen stolzen Bund roten ---> Rettich als regionale Spezialität (sehr lecker, wenn man ihn brät, und auch von Katzen gerne verzehrt (roh)) sowie ein kleines Kochbuch mit Pfälzer Rezepten.

Forster Ungeheuer - das ist eigentlich ein Weißwein, doch seit dieser Saison auch ein guter Name für die ebenfalls anwesende Solinger SG. Zum gehörigen Schrecken der OSG Baden-Baden spielten sie ja ungeheuerlich gut in der Bundesliga und wurden Meister, und wie heißt eigentlich ihr Sponsor? Wer weiß es? … Die Forst Technologie GmbH & Co KG!

Forster Ungeheuer
Rote Teufel München vs Forster Ungeheuer Solingen

Forster Ungeheuer also, diese Solinger, und zusammen mit den starken Klingenstädtern waren Mannschaften aus allen Ecken und Kanten der Republik in die Pfalz gereist, von Norderstedt bis München, von Berlin bis Aachen, ergänzt um die national bislang eher wenig bekannten Schachfreunde Bad Emstal/ Wolfhagen, von denen noch zu berichten sein wird.

Das in vielen Monatsblitz-Wettbewerben gehärtete Werder Blitzteam bewegte sich stets im ausgewogenen Mittelfeld und landete am Ende mit 21 : 29 Punkten auf dem sehr soliden 15. Tabellenplatz. Die als Norddeutscher Blitzmeister angereisten Grün-Weißen verdienten sich einige Punkteteilungen gegen starke Konkurrenz aus Berlin, Erfurt und Aachen (bei denen unter anderem das Schachwelt-Urgestein MiBu im Aufgebot war), und sie bezwangen die favorisierten Meisterspieler des SC Remagen mit einem furiosen 3 : 1.

Werder Schwerin
Werder (in grün) - SF Schwerin: die Punkte gingen nach Mecklenburg

Wie ---> rettich meinen König? Auf diese trickreiche Frage fanden die Werderaner (Gerlef Meins, Sven Joachim, Sven Charmeteau, Olaf Steffens, Detlef Schötzig) nicht immer eine angemessene Antwort, zumindest wenn es gegen die Top-Teams ging, und so blieb die Ausbeute mit lediglich einem halben Brettpunkt aus den Begegnungen mit Bad Emstal/ Wolfhagen (huch!?), den TSV Schönaich und Bayern München relativ überschaubar. Immerhin aber – der SV Werder konnte sich im großen Bremer Derby mit den versierten Blitzfüchsen des SK Delmenhorst mit 3 : 1 behaupten und diesen Klassiker zumindest auf diesem Turnier einmal für sich entscheiden – das hat man zur Freude des DSK ja oft schon ganz anders erlebt.

Rettichfest
Ein Rettich sieht rot - Schifferstadt lädt zu einem sympathischen Stadtfest

Neuer Deutscher Meister wurden die SF Bad Emstal/ Wolfhagen, ein hessischer Siebt- und mittlerweile Sechstligist. Dieser Verein ist möglicherweise, wer weiß das schon so genau, eine raffiniert konstruierte Tarn-Organisation, hinter der sich in Wirklichkeit die russische Nationalmannschaft verbirgt. Russland hat international schon fast alles erreicht, Olympiasiege, Weltmeisterschaften, Linkes gegen Rechtes Alsterufer, irgendwann wird es ja auch langweilig, und da musste jetzt vielleicht einfach mal ein neuer Titel her.
So kam die Deutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft unter der Leitung von Turnierdirektor Ralph Alt offenbar gerade recht, und formaljuristisch korrekt trat die russische Auswahl vor einigen Wochen den Marsch durch die deutschen Blitz- Instanzen an. Unter dem kaum Argwohn erregenden Decknamen SF Bad Emstal/ Wolfhagen qualizierte man sich bei der hessischen Vorausscheidung unauffällig für die nationale Endrunde. 

Auch in Schifferstadt bewegte sich die russische Weltauswahl souverän durch das Turnier, schlug Bayern München, die SF Berlin und Delmenhorst und gewann in bärenstarker Besetzung ebenso prompt wie souverän den lang ersehnten Titel. Mission Deutsche Meisterschaft accomplished!

BigVlad
Born to be Vlad - der hessische Ex-Weltmeister Kramnik mit den schwarzen Steinen.
Direkt am Tisch dahinter
Turnierdirektor Ralph Alt aus München.

Gerne gratulieren wir daher sowohl den Spielern - my pasdrawlájim, Vladimir Kramnik (!!), Alexander Riazantsev, Boris Savchenko, Pavel Ponkratov und Sergei Rublevsky – und gleichfalls den SF Bad Emstal/ Wolfhagen, die durch dieses nordhessische Husarenstück der Meisterschaft ein echtes Glanzlicht aufgesetzt haben.

Kramnik in the house - auf ein Neues beim Blitzen im nächsten Jahr? Gerne! Wir Werderaner bringen dann aber Carlsen mit. Oder die Krennwurzn. Und natürlich auch eine schöne Stange roten Rettich!

Turnierseite und Fotos beim Deutschen Schachbund

 

König Fußball entschied das April-Turnier
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Freitag, 08 April 2016 00:21

Monatsblitz: Der Titel bleibt im Hause

Da müssen wohl fast schon die Fußballgötter ein Einsehen haben, damit auch mal ein Werderaner den hauseigenen Monatsblitz gewinnen kann : in Abwesenheit des Delmenhorsters Dauersiegers David Höffer, der durch ein (im Fernsehen übertragenes) Fußballspiel verhindert war, ergriff mit Detlef Schötzig der Mannschaftsführer von Werder III die Gunst der Stunde und rauschte im April-Turnier mit sagenhaften 8,5 Punkten aus 9 Partien durch das Teilnehmerfeld auf den souveränen ersten Tabellenplatz.

Mit gebührendem Abstand platzierte sich gleich dahinter Prof. Reiner Franke (7 Punkte), gefolgt von Fred Just und Olaf Steffens, die es auf solide, wenngleich wenig spektakuläre 6 von 9 möglichen Punkten brachten. Den Ehrenpreis der Jury für den fünftletzten Rang eroberte der junge David Wachinger, während sich Turnierleiter und schnelle Blitzhand Stefan Preuschat einmal mehr den Rating-Preis <2000 DWZ sichern konnte.

Mit der großen Monatsblitz-Schlussrunde am Donnerstag, 12.Mai, endet die diesjährige Blitzsaison im SVW. Bereits jetzt steht der unverwüstliche David Höffer als deutlicher Gewinner der Grand-Prix-Jahreswertung fest – wir gratulieren! Er gewann drei der sechs Turniere, bei denen er dabei war, und erspielte sich zweite Plätze in den anderen drei Veranstaltungen, jeweils hinter Matthias Krallmann (Werder), Spartak Grigorian (Werder) und Markus Lammers (Zugzwang München).

Sollte es am 12.Mai nicht ein weiteres spannendes Fußballspiel im Fernsehen geben, besteht die Chance, den alten und neuen Champion noch einmal in Echtzeit am Brett zu fordern – um eine aussichtsreiche Stellung zu bekommen, besser zu stehen, zu hoffen, und dann am Ende doch wieder gegen ihn zu verlieren. Alles schon erlebt!
Aber so ist Blitzschach, und die Blitzer im SV Werder werden auch im Mai zumindest wieder einen Anlauf auf den Monatstitel machen. Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Wir sind das Schachvolk
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Der Werder-Monatsblitz im März war nicht nur in der Spielstärke breit, sondern auch in der geographischen Breite tief besetzt – aus den Tiefen des süddeutschen Raumes nämlich war der Münchner IM Markus Lammers zu Gast, der dann allerdings das Turnier hoch gewann.
Der frühere Delmenhorster ist in Bremen noch gut als einer der Spieler in Erinnerung, die vor einigen Jahren mit dem Delmenhorster SK in die Bundesliga aufstiegen (zusammem mit u.a. Malte Meyer, Bernd Korsus, Daniel Margraf, David Höffer, Tobias Jugelt) und dort eine aufregende bundesweite Spielzeit absolvierten.

An diesem Donnerstag trat Markus ebenso wie die gefährliche Delmenhorster Blitzschach-Eminenz David Höffer wagemutig an die Monatsblitzbretter. Nach dem Motto „Ein Münchner Gast ist niemals Last“ holte er im Vereinsheim des frischgebackenen Norddeutschen Mannschaftsblitzmeisters SV Werder alsdann glatte 12 von 12 möglichen Punkten – ein legendäres Ergebnis, das auch Bobby Fischer in seinen jungen Jahren kaum besser hinbekommen hätte!
Mit dem respektvollen Abstand von 2,5 Punkten eroberte sich David Höffer den sehr ehrenvollen zweiten Platz, knapp vor Matthias Krallmann und Dr. Reiner Franke (beide Werder), die mit jeweils 8 Punkten über die Ziellinie kamen. Den DWZ-Preis < 2000 erspielte sich Klaus Rust-Lux von der Bremer SG, während der unverwüstliche Nils-Lennart Heldt den Sonderpreis der Jury für den fünftletzten Platz erhielt.

Der nächste Monatsblitz findet statt am 07.April 2016. Gäste (auch aus München!) sind wie immer herzlich willkommen!

Auge in Auge mit der Weltspitze: Sven Charmeteau - Teimour Radjabov
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Freitag, 23 Oktober 2015 00:05

Auch Beer-Sheva diesmal noch zu stark

Beim zweiten Ausflug an die elektronischen Bretter weiter vorne im Turniersaal setzte es für Werder Bremen die zweite satte Niederlage beim Europapokal. Am fünften Tisch endete der bislang gute Lauf der Hansestädter gegen die an Zehn gesetzten Israelis von Beer-Sheva deutlich mit einem recht chancenlosen 0 : 6.

Die gestandenen Großmeister von Beer-Sheva kamen durchweg aussichtsreich bis sicher in die Partien, tricksten gekonnt mit Zugumstellungen (GM Huzmann gegen Joachim Asendorf), offenbarten tiefes Spielverständnis (Alon Greenfeld gegen Stephan Buchal und Ilya Khmelniker gegen Fabian Brinkmann), spielten einfach gut (Michael Roiz und Evgeny Postny) oder federten die Jahrmarkttricks ihrer Gegner elegant ab (Semen Dvoirys gegen Olaf Steffens).
FabianoCaruana
                Fabiano Caruana (SOCAR) und ...

Fabian
               ...Namensvetter Fabiano Brinkmann (SV Werder)

So wurde das also heute nichts für die Hansestädter, die nach zuletzt vier Punkten in Folge nun wieder auf dem mazedonischen Boden der Tatsachen gelandet sind. Dem SVW bleibt aber die Freude über zwei Siege gegen die holländischen Teams von En Passant (3,5 : 2,5 am Dienstag) und vor allem die deutlich favorisierte IM-Truppe von der LSG Leiden (3,5 : 2,5 am Mittwoch in einem mitreißenden Match, hurra!). Diese Punkte bleiben selbst nach der heutigen Nullrunde auf dem Konto der Grün-Weißen, und das ist auch ganz schön so, denn mit nun 6 :4 Mannschaftspunkten steht nach wie vor ein hanseatisch solider Mittelfeldplatz zu Buche.

WerderSkopjeGruen
Team Werder in Mazedonia: Olaf Steffens, Fabian Brinkmann, Vlastimil Babula,
                                                   Gennadiy Fish, Sven Charmeteau, Joachim Asendorf, Stephan Buchal

Das ist ganz ähnlich auch beim Hamburger SK, der heute gegen White Rose aus England überzeugend einen Sieg nach Hause fuhr und so mit ebenfalls 6 : 4 Punkten zu den norddeutschen Brüdern aus Bremen aufschloss. Der kleine HSV, wie man den HSK ja auch gerne mal nennt, hat die beiden Niederlagen gegen Weltklasse-Teams aus Russland damit gut weggesteckt und kann mit Optimismus in die letzten zwei Runden gehen.
Sehen wir hier in Skopje am Ende vielleicht sogar noch ein norddeutsches Duell? Möglich wäre es, doch schön ist es auch mit Gegnern aus ganz anderen Ländern. Und eigentlich, wir als Werder Bremen wollen den Hamburgern ja nun wirklich nicht mit unserem Sieg das Turnier verderben.

Weiter vorne im europäischen Klassement kam es heute zum Showdown zwischen SOCAR Aserbeidschan (Giri, Topalov, Caruana ..) gegen die Schachfreunde Sibirien (Kramnik, Grischuk, Aronian, …). Das Team aus dem eher fernen europäischen Osten gewann mit 3,5 : 2,5 und liegt nun ohne Verlustpunkte einsam in Führung, verfolgt von acht (!) Mannschaften, die jeweils allerdings bereits eine Niederlage hinnehmen mussten.

Spannend bleibt es also allemal an der Spitze, und morgen geht es weiter mit Sibirien gegen das lokale mazedonische Team von Alkaloid. Außerdem spielen der Hamburger SK gegen Alexei Shirov und seine Züricher Schachgesellschaft, und Werder läuft auf gegen Team Viking aus Norwegen Schweden – mit einem ersten Brett, das sogar ein bisschen wie Carlsen aussieht. Um 15 Uhr geht´s los!

Werder in Skopje: erstmal einrollen und dann mal gucken
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Freitag, 16 Oktober 2015 20:53

Werder geht Europa

Einmal im Jahr treffen sich die besten Teams Europas und ermitteln in einem siebenrundigen Mannschaftsturnier den Gewinner des Europapokals. Ab Sonntag ist es wieder soweit - Skopje in Mazedonien lädt ein, und unzählige Schachgranden werden sich einfinden, um für ihre Clubs Punkte, Ruhm und einen schönen Tabellenplatz zu erobern. Nakamura, Kramnik, Topalov, Giri, Krennwurzn, Svidler, fast die gesamte Weltspitze gibt sich ein Stelldichein!
Auch der SV Werder ist dabei - die Grün-Weißen reisen als Deutscher Vizemeister (!) auf den Balkan und werden versuchen, mit einer um zwei Großmeister verstärkten Amateurmannschaft den Kopf irgendwie über Wasser zu halten. Für den SVW laufen auf: GM Vlastimil Babula, GM Gennadiy Fish, FM Joachim Asendorf, FM Stephan Buchal, FM Olaf Steffens, Sven Charmeteau und der Bremer U18-Meister Fabian Brinkmann, leider aber ohne Krennwurzn und SF Jörg Hickl. Man ahnt es schon - im Zweifel wird es viele Teams geben, die deutlich stärker sind!
Als zweite deutsche Vertretung tritt der Hamburger SK nach einer längeren Europapokal-Abstinenz mit einer starken Nachwuchs-Auswahl an die Bretter.
Partien, Ergebnisse, Fotos, Aufstellungen und überhaupt alles von diesem großartigen Turnier zeigt die ansprechende Webseite. Auch die Homepage des SV Werder wird berichten.

shirov2012
Shirov kommt auch - er bewegt für Zürich die Figuren

Bis bald, in und aus Skopje!

Monatsblitz: Drei Werderaner unter den ersten Vier
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Einmal mehr hat sich David Höffer vom Delmenhorster SK als fast unbezwingbarer Löwe erwiesen, der sich tapfer in ein stark besetztes Spielerfeld stürzte und am Ende mit 13 von 14 möglichen Punkten als Sieger des Juni-Monatsblitzturnieres hervorging. Wie man es auch anstellte, Höffer holte den Punkt, und allein Matthias Krallmann, dem Trainer des SVW, war es vorbehalten, die grün-weiße Vereinsehre noch ein wenig zu verteidigen, als er in einem dramatischen Blitz-Finish mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr David Höffers König in ein Mattnetz treiben konnte.
Auch durch diese starke Leistung sicherte sich Krallmann den zweiten Platz (11,5/ 14 Pkt), vor Sven Charmeteau und Joachim Asendorf, die sich mit einem halben Punkt dahinter den dritten Rang teilten. Somit eroberten drei Werderaner einen der vier vorderen Plätze - doch auch wenn das schon einmal gut klingt, so gebührt Ruhm und Ehre doch vor allem dem sympathischen Gast vom Traditionsverein Delmenhorster SK, der sich auch beim parallel laufenden Werder-Open im klassischen Turnierschach eine Runde vor Schluss an die Spitze gearbeitet hat.

Den einmal mehr sehr ehrenvollen fünftletzten Platz in einem 15-köpfigen Klassement eroberte Turnierleiter Stefan Preuschat, der wie alle anderen vierzehn sehr kämpferische Partien bestritt, zwischen den Runden aber zugleich auch den Fortgang des Turniers akkurat dokumentierte und somit ohne Pause weiter konzentrieren musste. Den Abend verbrachte er somit in steter Daueranforderung– Dank und Anerkennung dafür, Stefan!

In der Gesamtwertung führt nach sieben von acht Runden David Höffer vor Matthias Krallmann. Im Juli entscheidet sich, wer den Grand-Prix-Preis Best of Six erhalten wird – Gäste und Zuschauer sind herzlich eingeladen, bei der letzten Runde am 01.Juli mit dabei zu sein!

Platz nehmen zum großen Finale!
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Bevor wir alle gleich schnell rausgehen und die Sonne genießen, noch fix ein Hinweis. Morgen beginnt ja die letzte der Bundesliga-Doppelrunden, und neben den Entscheidungen um und gegen den Abstieg werden auch an der Tabellenspitze noch dramatische Spiele ausgetragen.
Der SV Werder aus Bremen bestreitet an diesem Wochenende sogar drei wichtige Begegnungen:
1. heute abend schon ein wichtiges Auswärtsspiel gegen Christoph Daums Frankfurter Eintracht und dann
2. morgen in Baden-Baden die Spitzenpaarung der Schach-Bundesliga, gefolgt von
3. dem Match gegen den derzeitigen Tabellendritten SC Eppingen am Sonntag.
Viertes Team im Kulturhaus LA8 in Baden-Baden ist der SK Delmenhorst, der nach dem sehr ehrenvoll und mutig wahrgenommenen Aufstieg in die Bundesliga eine harte Spielzeit hinter sich hat. -

Sowohl die Badener (?) (sagt man das so?) als auch Bremen und der diesmal leicht ersatzgeschwächte SC Eppingen können sich durch gut platzierte Siege noch für einen anschließenden Stichkampf um die Meisterschaft qualifizieren - falls die Entscheidung nicht schon in den regulären Runden fällt. Wie Georgios Souleidis berichtet, werden die Badenser (?) am Samstag wieder mit der Supertopcheckerbunny-Mannschaft antreten, mit der sie bislang schon die Liga in Schach halten konnten. Auch die Bremer können ziemlich aus dem Vollen schöpfen – nur der Vietnamese Liem Le Quang wird nicht am Brett sitzen. Die Baden-Badener (??) haben aber bei einem eventuellen Stichkampf noch die Möglichkeit, ihr Team durch – Moment, wer war es noch gleich? – die in Deutschland bislang unbekannten Großmeister Magnus Carlsen und Viswanathan Anand zu verstärken. So oder so – für Spannung ist gesorgt. Ein Lob an die Terminplaner der Schach-Bundesliga!
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PS 1: Am Sonntag melden wir uns wieder, nachdem Delmenhorst durch einen historischen Sieg gegen Baden-Baden den Titelkampf entscheidend beeinflusst hat!
PS 2: Der SV Werder weist auf seiner Homepage darauf hin, dass am Sonnabend das Spiel gegen Baden-Baden live und auch für Gäste in den Clubräumen übertragen wird.
PS 3: Hier ist es nun, das Gewinnspiel, mit dem all die Leser belohnt werden sollen, die bis hierhin weitergelesen haben. Die Aufgabe lautet: Schätzen Sie mal ein, wie viele Brettpunkte der SK Delmenhorst und der nicht minder ehrenwerte SV Werder Bremen an diesem Wochenende in Baden-Baden einfahren werden. Abgabe der Meldungen bitte direkt in den Kommentaren zu diesen Artikeln - Abgabeschluss ist am Samstag, 09.April, um 16 (!) Uhr Serverzeit. Der Leser mit dem besten Tip gewinnt eine veröffentlichte Partie seiner Wahl hier auf dem Schach-Welt-Server, in nicht zu großer Tiefe kommentiert (wenn gewünscht) vom Autor des Artikels. Der zweitbeste Tipp erhält nichts. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los. Viel Spaß!