Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen. Größte Erfolge: Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 7.Platz beim Travemünder Open 2010. Größte Misserfolge: werd´ ich hier lieber nicht sagen! Liegen aber gar nicht so lang zurück (leider). Größte Leidenschaften: irgendetwas mit Randbauer-Eröffnungen auszuprobieren, und die Partie dann trotzdem nicht zu verlieren. Klappt aber nicht immer.

War es das schon wieder mit dem Sommer? Wenn man aus dem Fenster schaut, ziehen graue Wolken vorbei, kühle Winde pfeifen durch den Regen und nachts fällt Dunkelheit über das Land – wie soll man da in Badelaune kommen oder zum Eis essen gehen? Wer gehofft hatte, dass im Jahr 2018 endlich wieder einmal ein schöner Sommer kommt, wird spätestens jetzt enttäuscht sein. Allerdings ist es ja auch schon November.

Kommen wir darum zu schöneren Themen, und damit unmittelbar zur Schachbundesliga, die in diesen Tagen wieder den Betrieb aufnimmt. Nach gut einem halben Jahr brettspielloser Zeit stellen die Reckinnen und Recken der höchsten deutschen Spielklasse wieder die Figuren auf, und wir sagen – das wurde auch Zeit!
Fast alle anderen Ligen zwischen Dänemark und Ditzingen, Nordwalde und Neubrandenburg haben bereits die erste Runde ausgetragen und sind mutig in die neue Saison gestartet. Allein auf der Chefetage, bei den oberen Sechzehn, zierte man sich noch, doch nun hat alles Warten ein Ende, und elektrisiert wie in jedem Jahr lauert die Schachgemeinde auf das erste Wochenende an den Brettern.

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                                                                    Bundesliga geht wieder los: Michael Adams und Laurent Fressinet

Obwohl das wohlfeile Motto "gens una sumus" sicher auch im Oberhaus gelten sollte, setzen viele Mannschaften mutmaßlich wieder alles daran, der Schachabteilung des SV Werder auch in der neuen Saison den Meistertitel streitig zu machen.

Mit Erfolg ist dies den Schachfreunden Schwarzwald aus Baden-Baden seit 2005 ja schon ab und an gelungen, und auch in 2018/2019 scheint die ständige Vertretung von Grenke Leasing in der Bundesliga den Siegerpokal in den tiefen Süden holen zu wollen. Passabel genug aufgestellt zu diesem Behufe sind sie möglicherweise.
Baden-Badens nahe Verwandte von den SF Deizisau und auch Hockenheim gehen ELO-stark ins Rennen, ebenso wie die SG Solingen. Wenngleich mit Richard Rapport eine schillernde Schachfachkraft in den Schwarzwald abwanderte, ist Klingenstadt wie alle anderen Top-Teams bedrohlich für Werders zarte Hoffnungen auf einen kleinen Spitzenplatz. Rücksichtnahme auf die Wünsche der Vereine im Norden, Freundschaft, Solidarität oder gar "gens una sumus" - diese ehrenvollen Motive scheinen in der großen Bundesliga nichts zu zählen, und besonders dann nicht, wenn man gegeneinander antritt. Gönnt denn eigentlich niemand den Bremern den Titel?

Bundesliga aktuell
Spannung schon vor der ersten Runde! MSA Zugzwang 82 deutlich in Führung, aber Baden-Baden ist den Münchnern bereits auf den Fersen, ebenso wie Viernheim (neue Liga!)
und - der Hamburger SK, worüber wir uns natürlich freuen. Fehlstart allerdings für Klingenstadt Solingen und auch Werder, die aktuell auf oder nahe einem Abstiegsplatz liegen. (Bild: schachbundesliga.de)

Und huch!, auch die vier Neulinge im Oberhaus schicken sich an, das Gefüge ordentlich durchzuwirbeln. Wir sehen respektvoll nach Viernheim (stark!), Düsseldorf (Jan Timman!), Augsburg (Augsburger Schachpuppenkiste!) und auch nach Kiel (Nordclub!) - von diesen Vertretern muss keiner wirklich auf den Abstiegsrängen landen. Und ganz sicher wurde im Frühling an allen vier Standorten der Aufstieg entsprechend gefeiert.

Kleine Prognose: ganz offenbar ist die Bundesliga in dieser Saison durch die Bank so gut aufgestellt, dass überhaupt niemand absteigen wird. Dafür ist das Feld weitgehend zu ausgeglichen, und eigentlich gibt es niemanden, den Hauptschiedsrichter Jürgen Kohlstädt nach Saisonende guten Gewissens in die zweite Liga strafversetzen könnte  - alle viel zu stark!

Und damit endlich kommen wir zum großen Schachwelt-Tippspiel 2018/2019. Liebe Leserin, lieber Leser, wir erwarten Eure schonungslosen Antworten auf die folgenden Fragen:

a) Wenn schon (s.o.) leider nicht der Hamburger SK oder Werder Bremen - wer wird dann Meister? (2 Punkte)

b) Und Vize? (2 Punkte!)

c) Wer wird öfter spielen - Ilja Schneider (Chessfriends Berlin) oder Richard Rapport (OSG Baden-Baden)? (2 Punkte)

d) Wie viele (Mannschafts-) Punkte holt Werder Bremen? (2 Punkte)*

e) Wie viele Clubs werden gegen Baden-Baden mehr als 2,0 Brettpunkte holen? (2 Punkte)*

Und damit wir alle auch noch ein bisschen Weltwissen demonstrieren können, die etwas fachfremde Frage

f) Steigt der Hamburger SV zum Ende der Saison wieder in die Fußball-Bundesliga auf? (2 Punkte)

* Die Antwort darf hier um einen Punkt abweichen und wird trotzdem als richtig gewertet.


Antworten bitte im Kommentarbereich oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   (bitte gebt in diesem Fall dann einen Namen an, unter dem wir Euren Tipp hier veröffentlichen).

Bei Punktgleichheit entscheidet a) Buchholzwertung, ansonsten b) der direkte Vergleich und dann c) Blitzentscheid.

Wir freuen uns auf Eure Einsendungen. Abgabeschluss ist der Samstag, 10.November 2018, um 14 Uhr Bremer Zeit.

Und was gibt es zu gewinnen? Wie immer eine schmackhafte Tafel Bremer-Stadtmusikanten-Schokolade!

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                                                         Auf zum Schachwelt-Tippspiel!

Freitag, 19 Oktober 2018 17:17

Europapokal: Solingen ist Deutscher Meister!

Mit einem 3 – 3 Unentschieden gegen E.S. Thessalonikis endete für den SV Werder Bremen das Abenteuer Europapokal in dieser Saison. Im Spiel gegen den griechischen Vertreter fuhren Vlastimil Babula und Gerlef Meins zwei volle Punkte ein, doch bewiesen die Griechen auch in dieser Schlussrunde ein gutes Standing und stellten mit Siegen gegen Alexander Markgraf und Jan Werle den Ausgleich her. Solide Unentschieden spielten Spartak Grigorian und Martin Zumsande.

Die Grün-Weißen eroberten damit ihren achten Mannschaftspunkt bei durchweg respektabler Gegnerschaft. Das Turnier beendete Team Hansestadt damit als 19. von insgesamt 61 Teilnehmern – das ist sehr ok, wenn auch vielleicht etwas unterhalb der durch den überraschend weit vorderen Startplatz (Rang 10) geweckten Erwartungen. Doch es ist ja nur typisch für Erwartungen, dass sie sich nicht unbedingt erfüllen (müssen), und mit dem soliden Rang 19 kann Werder ganz zufrieden auf eine intensive Woche am Schachbrett mit den ganz Großen unseres Spiels (Magnus Carlsen, Liren Ding, Michael Buscher) zurückschauen.

Liren Werle
Analyse nach langem Ringen: Liren Ding - Jan Werle endete mit einem schönen Remis für den Werderaner

Der SVW liegt mit acht Punkten gleichauf mit den sehr honorigen Mitstreitern von DJK Aufwärts Aachen, dem Koninklijke Gentse Schaakkring Ruy Lopez (KGSRL) aus Gent sowie der SG Zürich, und nur einen Mannschaftspunkt hinter den SF Berlin und der erfolgreichsten deutschen Vertretung, der SG Solingen (das ist die heimliche Deutsche Meisterschaft - Glückwunsch!).

Die Werderaner punkteten in Porto Carras überwiegend im Rahmen ihrer Erwartungen, und es war vor allem der erfahrene Großmeister Vlastimil Babula, der sich mit 5 Punkten aus 7 Partien am zweiten Brett ein ELO-Plus von gut 14 Punkten erkämpfen konnte.

Sieger des Wettbewerbs wurde Mednyi Vsadnik St.Petersburg, das in einem dramatischen Spiel die bis dahin führende norwegische Mannschaft von Magnus Carlsen, Valarenga Sjakklub, mit 4 – 2 bezwang.

Turnierseite

Mittwoch, 17 Oktober 2018 19:54

Werder ist bereit für die WM

Der Europapokal, das letzte Turnier vor der Schachweltmeisterschaft in London: im November wird dort um den Titel gespielt, und sowohl defending champion Magnus Carlsen als auch der SV Werder Bremen präsentieren sich zuvor in Porto Carras ein letztes Mal der Schach-Öffentlichkeit.
Der SV Werder besiegte in der heutigen sechsten Runde den estnischen Vertreter SK Reval-Sport mit einem formschönen 4,5-1,5 und zeigte sich damit in fast schon glänzender WM-Form. Carlsen indes scheint in Griechenland vor dem großen Match befangen und konnte von seinen letzten vier Partien nicht eine einzige gewinnen. Auch heute musste der ambitionierte Norweger gegen den unbekannten Chinesen Liren Ding den sicheren Remishafen anstreben.

Das alles nährt hierzulande natürlich die Hoffnung, dass nach Emanuel Laskers Regentschaft (1894-1921) die WM-Krone endlich wieder einmal nach (Nord-)Deutschland geholt werden könnte. Der SV Werder jedenfalls scheint für dieses Unterfangen aktuell gut genug aufgelegt zu sein. Drücken wir den Bremern die Daumen - toi, toi, toi!

magnus carlsen
                                            Die Schachwelt schaut nach London!

Carlsen-Herausforderer Werder ging gegen den SK Reval-Sport als Favorit an die Tische und steuerte nach drei Stunden einem verdienten Mannschaftssieg entgegen.

Gemäß dem etwas kruden und etymologisch wohl eher dem schleswig-holsteinischen Sprachgebrauch zuzuordnenden Motto "Oben halten, unten spalten" ließen Jan Werle, Vlastimil Babula und Alexander Markgraf an den vorderen Brettern nichts anbrennen und erzielten drei sichere Unentschieden - fast wären hier noch mehr Punkte möglich gewesen.
Diese allerdings holten sich die Hanseaten an den unteren drei Brettern: sowohl Christian Richter als auch Gerlef Meins und Martin Zumsande orientierten sich aus soliden Stellungen heraus nach vorne und profitierten dabei von taktischen Ungenauigkeiten ihrer auf dem Papier etwas schwächeren Gegner.

So stand am Ende ein ermutigendes 4,5 - 1,5 zu Buche. Auch wenn es gegen Magnus Carlsen in Kürze deutlich schwerer werden wird, war es ein Sieg, der das Bremer Selbstvertrauen vor der WM noch einmal stärken dürfte.

Europapokal Foto 2018
                            Team Hansestadt: die Herausforderer sind bereit für die WM

Die weiteren Gewinnzahlen der 6.Turnierrunde:

- Grantham Sharks: yep! 3,5 : 2,5 gegen allerdings wesentlich schwächer aufgestellte Finnen vom SK Comeon.

- Elisabeth Pähtz' Caissa Italia Pentole Agnelli findet weiterhin nicht so recht in das Turnier und verliert leider erneut: 1,5 - 2,5 gegen die ukrainischen Damen von Kyiv Chess Federation.

- ein großer Tag dagegen erneut für die SF Berlin aus der Bundeshauptstadt Berlin: ein überzeugendes 4 - 2 gegen die SF Wirtzfeld (mit IM Juri Boidman an Brett 2). Da jibs nüscht zu meckaan!

- SG Zürich (mit Lother Vogt) und die SG Solingen trennen sich bei vier entschiedenen Partien 3 - 3

- DJK Aufwärtstrend Aachen wird nach dem gestrigen Kantersieg gegen das holländische Leiden vom belgischen Eynatten wieder auf den Boden zurückgeholt und unterliegt mit 4 - 2.

- Magnus Carlsens Valerenga Sjakklubb trumpft auf und ringt den mazedonischen ALKALOIDEN die ersten Mannschaftspunkte ab: 3,5 - 2,5, und die Tabellenführung für die Norweger!

- MiBus Echiquier Amaytois unterliegen der holländischen BSG mit 4 - 2. Wir sagen: schade! und verleihen unserer Hoffnung Ausdruck, dass die morgige Schlussrunde den Echiquiers einen versöhnlichen Turnierabschluss ermöglichen möge!

 

Soweit für heute? Morgen um 14:15 Uhr die letzte Runde, und der Schluss-Spurt um die besten Plätze beim ECC. Welcher Verein aus dem Bundesgebiet - Solingen, Berlin, Aachen oder Bremen - wird am Ende die meisten Punkte sammeln und damit zum heimliichen  Deutschen Meister? Wir gucken uns das an. Aber erstmal noch ein bisschen ....

Lass uns nochmal um die Häuser ziehn
schonungslos und ohne Hintersinn
willenlos und immer mittendrin
an den letzten warmen Tagen in Berlin

(Element of Crime, Alle vier Minuten)

Tjaja, Berlin! Da fährt man schon mal weg aus Deutschland und reist rund 2000 Kilometer über Land nach Süden, und wer wartet dann auf der anderen Seite des Schachbretts - die Schachfreunde Berlin! Die Auslosung der fünften Europapokalrunde paarte die Mannen des SV Werder mit der ständigen Vertretung Berlins beim Europapokal, und was konnte es da Besseres geben als eine brüderliche Punkteteilung nach gut 4 Stunden Spielzeit?

3 - 3 lautete am Ende das Ergebnis im erweiterten Nordderby, und wie befürchtet waren sowohl Werder als auch Berlin die erwartet schweren Gegner - vier der sechs Spiele endeten mit einer resolut entschiedenen Partie, es gewannen Jan-Michael Sprenger mit viel Dynamik und Alexander Seyb für Team Bundeshauptstadt, als auch Vlastimil Babula und Martin Zumsande auf überzeugende Weise für die Bremer Farben. Dem Derby eine versöhnliche Note gaben Rainer Polzin im Spiel gegen Christian Richter (remis!) sowie Marco Baldauf und Alexander Markgraf (remis!).
Damit stehen beide Mannschaften mit je 5 Mannschaftspunkten im europäischen Mittelfeld, und das ist ja auch schon einmal was. Von dieser Warte aus kann man noch gut Punkte aufbauen in den letzten beiden Runden, und wer weiß, wer da noch kommt - vielleicht ja sogar die Grantham Sharks!?

Was sonst noch geschah:

- Schachgesellschaft Zürich: leider eine hohe Niederlage für Lothar Vogt  und sein Team gegen Mednyi Vsadnik St.Petersburg

- unser belgischer Lieblingsverein Echiquier Amaytois mit unserem geschätzten Leser MiBu geht ein bisschen unter (0,5 - 5,5)  gegen Molodezhka - noch immer ist nicht ganz geklärt, zu welcher Föderation diese Mannschaft gehört (wir tippen heute mal auf Österreich).

- die SG Solingen ist wieder da: klarer Erfolg gegen den SK 1911 aus Norwegen. Gut gemacht!

- die DJK Aufwärts Aachen mit Weltmeister Alexander Donchenko hat sich von Magnus' Leuten gestern nur vorübergehend stoppen lassen: heute ein geschmeidiges 4,5 - 1,5 gegen die LSG Leiden (?) ("Ich wünsch' Dir Liebe ohne Leiden" - ein alter Song von Udo Jürgens)

- mein anderer belgischer Lieblingsverein Eynatten (am Brette dort Thomas Koch und GM Michael Hoffmann) rang bei Redaktionsschluss noch mit dem slowakischen Dunajska Streda (2,5 - 2,5) - wir bleiben dran.

- Caissa Italia Pentole Agnelli, die Mannschaft von Elisabeth Pähtz, hatte es heute schwer und verlor mit 1 - 3 gegen Odlar Yurdu. Es bleibt der Trost, dass Caissa Italia Pentole Agnelli ein wirklich schöner Clubname ist!

- Und hatten wir es schon gesagt: mein belgischer Lieblingsclub, die Grantham Sharks, are going strong, winning with 4,5 - 1,5 against Hillerod Skakklub aus Südskandinavien. Go, Sharks, go!

 

Und das war es schon wieder für heute - wir melden uns wieder, wenn es weitergeht. Bis dahin, und Grüße nach Berlin!

Hoch ging es her an den Brettern, doch es endete mit einem Tiefpunkt: nach einem knappen 2,5 – 3,5 gegen Nordstrand Sjakklub aus Norwegen findet sich die ECC-Mannschaft des SV Werder nun im europäischen Mittelfeld wieder.

Zu stark waren am Ende die Skandinavier, als dass Team Hansestadt an diesem Tag noch etwas hätte ausrichten können. Und doch, fast wäre es geglückt, denn in einer umkämpften Stellung ging es für Christian Richter drunter, drüber, seitlich und kopfüber (Springer weniger! Freibauer auf der Siebten!). Es bot sich kurz vor dem Ende eine überraschende Möglichkeit zum vollen Punkt und damit zum Ausgleich für Bremen. Indes, nach vielen Stunden der Anspannung am Brett und in beiderseitig hoher Zeitnot übersah Christian die unerwartete Chance und musste sein Spiel in den sicheren Remishafen steuern.

Zuvor hatte Großmeister Vlastimil Babula eine unternehmungslustig angelegte Partie druckvoll mit einem Punkt für Werder zu Ende geführt, und auch Gerlef Meins und Jan Werle ließen in ihren Begegnungen gegen gut aufgelegte Nordmänner nichts anbrennen. Nachdem zuvor aber Spartak Grigorian im Mittelspiel etwas den Faden verloren hatte und ebenso wie Martin Zumsande in einer schwerblütigen Partie die Hand zur Aufgabe reichen musste, hatten die Bremer in der Endabrechnung einen Punkt weniger als ihre Gegner – eine an diesem Tag letztlich wohl verdiente Niederlage (wenn nicht sogar Norderlage) gegen die von ihrem Mannschaftsführer Paal Nordquelle (sic!) bestens eingestellte Nordstrander. Wir sagen: Hjertelig til lykke!

Die anderen deutschen Vereine oder auch die Vereine mit deutschen Spielern waren da heute etwas erfolgreicher, und wir denken dabei zuallererst natürlich an den DJK Aufwärts Aachen! Zwar verloren sie relativ deutlich gegen das relativ starke Team von Valerenga Sjakklubb (schon wieder Norwegen - was ist denn da los beim ECC?), doch was soll man sagen? Es gab ein Remis der Stärke in diesem Kampf, und zwar von Alexander Donchenko, mit den schwarzen Steinen im Spiel gegen den Weltmeister Magnus Carlsen! Was für ein Tag - wir freuen uns mit Alexander, der mit diesem irren Ergebnis alle anderen schmerzvollen Begebenheiten dieser Runde so gut wie vergessen macht. GLÜCKWUNSCH nach Aachen - ein großartiges Kampfremis, und eine Partie für die Kolumnen! Auch auf der DJK-Webseite wird die Partie ausgiebig besprochen.

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Remis gegen den Weltmeister! (Bild: Chess24-Webseite, vielen Dank)

Mit diesem schönen Ergebnis könnte man das Turnier gerne auch schon für beendet erklären, denn besser kann es nun ja fast nicht mehr werden. Doch drei Runden stehen noch an, und bevor es morgen weitergeht, schnell ein vertraulicher Blick auf die weiteren (deutschen) Ergebnisse der heutigen Runde in Porto Carras:

- Werder - Nordstrand Sjakklub: wir haben nochmal nachgeschaut, aber leider steht es noch immer 2,5 - 3,5

- SF Berlin - leider verloren und auch hoch, gegen ein bärig aufgestelltes Équipe von Molodezhka. Wo ist das? Wir tippen auf ... Georgien, aber vielleicht wissen die LeserInnen da mehr? Den Ehrenpunkt für die Hauptstadt holte SF Rainer Polzin gegen IM Semyon Lomasov (ELO 2540).

- die SG Solingen trennt sich gegen Wood Green aus England mit einem verantwortungsvollen 3 - 3. Auch hier war für beide Mannschaften mehr drin, besonders aber wohl für Wood Green. Doch aus mehr als 2.000 km Entfernung lässt sich das immer sehr leicht sagen Ein 3- 3 macht nichts kaputt.

- Elisabeth Pähtz' Team von Caissa Italia Pentole Agnelli (klingt schön!) kam heute leider unter die Räder gegen Cercle d'Echecs de Monte-Carlo (was aber auch ganz gut klingt).

- Schachwelt-Leser Michael Buschers Echiquier Amaytois setzte sich mehr als souverän durch mit 4 -2 gegen Drejtesia (auch hier die Frage an alle LeserInnen - wo nur ist Drejtesia?)

und schließlich

- die SG Zürich gewinnt gemeinsam mit Lother Vogt gegen die Rehovot Chess School aus Israel: 3,5 - 2,5!

- Michael Hoffmann, Großmeister, hat mit seinem belgischen Team Eynatten 3,5 - 2,5 gegen Alexander Khalfimans Overtime gewonnen. Das ist doch was!

- Grantham Sharks - Blackthrone Russia 3 - 3. Beides sind im Übrigen, auch wenn die Namen das nicht ganz offenlegen, englische Vereine!

 

Damit enden wir heute und lecken - wenn wir Werderaner sind - unsere Wunden. Doch morgen geht es weiter. Frischauf, Gesellen, seid zur Hand - um 14:15 Uhr in einer Art Derby gegen die Schachfreunde Berlin!

Sonntag, 14 Oktober 2018 19:16

Die Alkaloiden, diesmal noch zu stark

Kurz war der Traum, und schon ist er wieder vorbei - mit einem höchst eindeutigen 5 - 1 Sieg kegelte das mazedonische Team von ALKALOID die Vertretung des SV Werder vom zweithöchsten Tisch des Europapokals wieder zurück in die Tiefen des Turniersaal. Für dieses Mal waren die Super-Großmeister aus China, der Ukraine und auch Russland noch zu stark, und allein Werders erfahrene Titelträger Jan Werle (Remis gegen Liren Ding!) und Vlasti Babula (Remis gegen Yangyi Yu!) vermochten die grün-weiße Fahne mit Erfolg hochzuhalten.
Die anderen vier Bremer zahlten heute etwas Lehrgeld, doch wer weiß - mit neuen Erfahrungen und gestärkt im Kontakt mit der Weltspitze gehen auch sie in die nächsten Runden des Turniers. Schauen wir mal! Und wenn gar nichts mehr geht, hilft immer noch griechischer Wein.



1 - 5, das ist wahrlich ein hohes Gebot und beinahe schon so, als würde die Deutsche Fußballnationalmannschaft mit 0 -3 in den Niederlanden unterliegen. Und doch hatten die sechs Alkaloiden für einige Zeit gar nicht so riesenhafte Vorteile auftürmen können. Wir zeigen in der Schachwelt-Blitzanalyse den Verlauf des Kampfes im Detail:

alkaloid werder 1

Noch sieht alles vertrauenserweckend aus bei Team Hansestadt - wenn man wie ich nur wenig bewandert ist bei positionellen Erwägungen und dem Führen der Zentrumsbauern, so helfen doch immerhin (mit einem Dank an Chess24) die weiß-schwarzen Balken links an den Bretträndern bei der Orientierung. Hier scheint alles noch gut im Lot zu sein.

Eine Stunde später hatte sich das schon ein bisschen geändert:

Werder Alkaloid 1543

Immer noch (Balken beachten!) relativ ausgeglichene Spiele - allein Spartak Grigorian aus Bremen entfaltet bereits Druck gegen Jakovenko, und man fragt sich, wer ist denn hier der Großmeister? Etwas knifflig dagegen scheint die Lage bei Andreikin - Markgraf. Vorteil für Weiß an diesem Brett, und auch wenn mich Alexander Markgraf immer schon mal souverän besiegen konnte - in Andreikin scheint er heute vielleicht seinen Meister zu finden. Alle anderen Begegnungen indes laufen offenbar auf ein Unentschieden heraus, und DAS wäre doch mal was.

Wir springen wieder etwas weiter in die Zukunft und decken schonungslos auf:

Final Screenshot from 2018 10 14 18 47 50

Da ist etwas schiefgegangen - Punkt um Punkt für die Schachfreunde aus Mazedonien, und die wackeren Werderaner blieben am Ende ohne zählbaren Erfolg an den letzten vier Brettern.

Aber hey!, das waren ja auch gestandene Profis und wahre Supergroßmeister, da kann man ja mal verlieren. Umso schöner der Verlauf bei Jan Werle und Vlastimil Babula: zwei Remisen gegen die Weltklasse, das ist aller Ehren wert. Zeit für eine Rückschau beim gemeinsamen Abendessen, und morgen werden die Figuren neu aufgebaut.

Was geschah in den anderen Spielen?

- DJK Auswärtssieg Aufwärts Aachen siegt souverän 4,5 - 1,5 gegen die formidable mazedonische Mannschaft von CC Gambit Asseco und gleicht damit die heutige Länderwertung Deutschland - Mazedonien aus (2-2).

- Die aus der Hauptstadt angereisten SF Berlin gewinnen mit gleichem Ergebnis und sehr klar gegen die Holländer von MuConsult Apeldoorn. Wir fragen uns - wofür steht das "Mu"?

- die SG Solingen trennt sich mit einem umkämpften 3 - 3 von SK Reval-Sport aus Estland.

- Echiquier Amaytois aus Belgien gewinnt das Lokalderby gegen En Passant aus den Niederlanden mit einem hübschen 4 -2. Wir grüßen hiermit unseren treuen, loyalen und liebenswerten Leser Michael Buscher, der bei Amaytois das dritte Brett stärkt!

- Und die Grantham Sharks? 4,5 - 1,5 gegen den Dublin Chess Club!

Am Montag schon geht es weiter. Schaltet alle ein um 14:15 Uhr und drückt den deutschen Ländervertretungen die Daumen! (und natürlich auch den Grantham Sharks)

 

Sonntag, 14 Oktober 2018 11:27

Europas Pokale: Knapper Sieg für Nord!

Europapokal in Griechenland, Runde zwo - Werder gegen Solingen! "We call it a Klassiker", könnte man mit den Worten von Franz Beckenbauer formulieren, denn immerhin gehören beide Vereine zu den mehr (Solingen!) oder weniger (Werder!) prägenden Vereinen der Schach-Bundesliga.
Solingen hatte in seinen großen Zeiten sogar den Europapokal geholt und konnte die internationale Konkurrenz dabei souverän hinter sich lassen. Heute steht das Team aus Klingenstadt für eine schöne Mischung aus etablierten Meistern und jungen, aufstrebenden Spunden, und nicht allein deshalb holten sie sehr zur Freude Unfreude Baden-Badens vor zwei Jahren die Deutsche Meisterschaft (hup hup!).

Ins griechische Porto Carras hatte Solingen eine Nicht-Ganz-A-Équipe entsandt und war damit ähnlich wie Werder renommiert, aber nicht mit der allerhöchsten Kategorie von Spielern am Start. Damit erschien das Match zwischen Nord und West ganz und gar offen, keine großen ELO-Vorteile an den allermeisten Brettern, und so würde wohl die gute alte Tagesform den Ausschlag geben.
Der Mann für große Tagesform im Solinger Dress war Sandipan Chanda, der gegen Vlastimil Babula in erst ausgeglichener Stellung immer mehr Tricks auspackte und schließlich mit einem elegant vorgetriebenen Freibauern die Partie entschied.

Chanda Babula

Keine Geschenke unter GM-Kollegen: mit dem strengen 29. Le3-h6, Tf8-f7 30.Sd5-f6! setzte
Sandipan Chanda hier zur Umklammerung an und ließ nicht mehr los, bis er gewonnen hatte.

Führung für Solingen, 2,5 - 1,5 nach rund vier Stunden, und der neutrale Beobachter am Bremer Bildschirm machte ein langes Gesichter - wo sollte nun noch der Ausgleich herkommen?

Gupta Richter
Milon Gupta - Christian Richter: Schwarz kann etwas drücken, doch ob das auch gewinnt?

Weder Spartak Grigorians Turmendspiel gegen FM Michael Berg noch Christian Richters Lavierstellung gegen FM Milon Gupta verhießen große Chancen für einen vollen Punkt. Und dann, doch ein voller Punkt bei Spartak, der Ausgleich in einem gar nicht so klar gewonnenen Turmendspiel! Und auch bei Christian ergaben sich Chancen, und nach einem kleinen taktischen Trick ging es auch hier ins Turmendspiel, wenn auch mit einem Mehrbauern für den Bremer. Ob das noch zu gewinnen war?

Der mitlaufende Heimcomputer entschied auf Unentschieden, doch am Brett wollte IM Richter davon nichts wissen, nutzte ELO-Vorsprung sowie seine langjährige Erfahrung und gewann im 134.Zug. Was für ein Tag - 3,5- 2,5 für den SVW in einem dramatischen (Bundesliga-) Match!

In den anderen Spielen mit deutscher Beteiligung sah man gestern:

a) DJK Aufwärts Aachen - Dunajsk Streda 2,5 - 3,5 (schade!)

b) Obiettivo Risarcimento Padova (stark!) - SF Berlin (Hauptstadt!)    5 - 1   (kann passieren, sehr starker Gegner)

c) Niederlande - Deutschland 3 - 0 in der UEFA Nations League (und klar, kann auch passieren) (hup hup!)

Heute bzw. gleich schon geht es weiter, dritte Runde, und es heißt "raus aus dem Mittelmeer und zurück ans Brett!" für alle Spieler. (Noch) Im Konzert der Großen dabei ist Werder Bremen mit 4 Mannschaftspunkten, und da trifft es sich gut, dass heute mit Alkaloid aus Mazedonien ein Schwergewicht und eines der Überteams dieses Wettbewerbs wartet: Liren Ding, Yangyi Yu, Dmitry Andreikin, Dmitry Jakovenko, Pavel Eljanov und Yuriy Kryvoruchko - und das sind nicht die Namen der Werderaner.

Freuen wir uns auf eine interessante Begegnung am zweiten Tisch, und auf die Spiele von Aufwärts Aachen (NRW) - Gambit Asseco (Mazedonia) sowie SF Berlin (Hauptstadt) - MuConsult Apeldoorn (Niederlande).

Auf nach Griechenland! Auch wenn in Bremen und umzu noch immer eine fast mediterrane Sonne scheint, so sind sieben wackere Bremen doch ins schöne Griechenland aufgebrochen, um dort den SV Werder beim Europapokal der Vereine zu vertreten. Leider ist am Mittelmeer der Himmel grau und bewölkt (siehe Foto) – wer hätte das gedacht? Doch um sich fokussiert dem Treiben auf dem Schachbrett zu widmen, ist grauer Himmel vielleicht ja umso besser, und so rauschten die Grün-Weißen am gestrigen Freitag gleich mit einem furiosen 5,5 : 0,5 gegen das dänische Team Nordkalotten (“Nordkap”) ins Turnier. Auftaktsieg!

Für Werder am Start sind die beiden gestandenen Großmeister Jan Werle und Vlastimil Babula, flankiert von einer beachtlichen Riege Internationaler Meister. Als IM-Viererkette gehen Martin Zumsande, Christian Richter, Alexander Markgraf und Mannschaftskapitän Gerlef Meins an die Bretter. Siebter im Bremer Bunde ist Local Hero Spartak Grigorian, auf- und schachlich großgewachsen in Wildeshausen nahe Bremen. Das intensive Training und die großartige Betreuung im SK Wildeshausen waren die Grundlage, mit der sich Spartak 2015 die Deutsche U18-Meisterschaft erkämpfte, ehe er zur Schachabteilung des SV Werder und in die Bundesliga wechselte.

Europapokal Foto 2018

Die glorreichen Werder-Sieben: (v.l.n.r.) Spartak Grigorian, Jan Werle, Vlastimil Babula, Alexander Markgraf, Christian Richter, Käpt'n Gerlef Meins, Martin Zumsande. Links und rechts im Bild die Trophäen für die zwei besten Teams.

 

Im Startranking ist der SVW an Platz 10 von 61 Teams. Aus Deutschland sind weiterhin DJK Aufwärts Aachen, die SG Solingen und als Vertreter des Hauptstadtschachs die SF Berlin. Da trifft es sich sozusagen gut, dass heute mit Solingen und Werder gleich zwei der Stammkräfte aus der Bundesliga aufeinandertreffen – ein harter Brocken für beide Mannschaften.

Übertragen wird alles live im Netz, bei Chessbase als auch bei Chess24, und ab 14:15 Uhr laufen die Partien natürlich auch auf der Turnier-Homepage.

Wir freuen uns auf sieben spannende Runden Schach am Ufer des Mittelmeers, in Porto Carras. Auch Magnus Carlsen ist mit am Start!

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Vorbericht von Thomas Richter beim Schachticker

Vorbericht bei chessbase

UND ein aktueller Rundenbericht von Olaf Heinzel, der mit Recht kritisch auf die Spielbedingungen vor Ort eingeht

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Und, und, und .... hier noch was für Freunde der russischen Sprache!

Montag, 27 August 2018 20:46

HH - HB: Roland Michel's coming home!

Diese Bremer! Über Jahre hielten sie im prestigeträchtigen Vergleichskampf "Hansestädter spielen Schach" gegen Hamburg den Ball ganz ganz flach, verloren mal hier, verloren mal dort, und eigentlich war es stets die andere, die größere Stadt an der Elbe, die die inoffizielle hansestädtische Mannschaftsweltmeisterschaft für sich entschied.

Hamburg rules, doch offenbar nicht für immer - denn kaum hatten Boris Bruhn, Chef des Hamburger Schachverbandes, und Oliver Höpfner, ebensolcher Chef des Bremer Komitats, in diesem Jahr erstmalig einen Pokal ausgelobt für die siegreiche Équipe, schon rissen sich die Bremer am Riemen und zack!, gewannen das große 2018er Match mit einem verwegenen und durchaus historischen 32,5 : 27,5 Erfolg in Hamburg. Auswärtssieg, Pokalsieg - was für ein Tag für das Bremer Schach!

Der prunkvolle Roland-Michel-Pokal, so heißt die nach den beiden Wahrzeichen Michel (Hambuurch) und Roland (Brrremen) sehr hübsch benannte Trophäe, wird nun für zwölf Monate einen würdevollen Platz in den Bremer Stadtmauern erhalten und Ruhm, Ehre, Ansehen und Reichtum der Hansestadt mehren.

Präs
            Boris Bruhn und Oliver Höpfner eröffnen die Spiele

HH HB 1
Ehre wem Ehre gebührt: der Roland-Michel-Pokal geht an das Bremer Team!

Selbst die Älteren unter den Bremern vermochten sich nicht daran zu erinnern, dass es in diesem noch sehr jungen Jahrtausend jemals einen Bremer Sieg gegen Hamburg gegeben hatte (außer wenn Werder Fußball gegen den HSV spielte natürlich, und da dann (leider) auch umso öfter).

Doch im Schach, und darum geht es ja in unserem kleinen Blog, da waren die Hamburger einfach immer zu stark gewesen. Andreas Calic, ein profunder Kenner des bremischen Schachs, wusste zu berichten, dass dieser norddeutsche Vergleichskampf allerdings eine sehr lange und schöne Tradition hat, und schon nach dem Krieg in den späten Vierzigern waren wohl um die 100 Bremer zu einem großen Match an die Elbe gereist.

Und vorher!, hundert Jahre und mehr ist es her, auch da schon hieß es Bremen-Hamburg, oder Hamburg-Bremen, immer wieder, ein Highlight des jährlichen Turnierkalenders im Norden. Oft besuchten sich auch weniger die Landesverbände als eher die großen Vereine der Stadt, in Gestalt der Bremer Schachgesellschaft von 1877 und ihres Hamburger Gegenparts.
So war die 2018er- Auflage in den Worten von Andreas mit einem Match an dreißig Brettern zwar nicht die größte, doch immerhin die neueste in dieser langen Reihe von freundschaftlichen Veranstaltungen. Es ist wundervoll und auch inspirierend, dass diese Tradition in 2018 eine weitere Fortsetzung fand, toll und gemeinsam organisiert vom Hamburger und Bremer Verband - und Kinners, was vergeht die Zeit doch immer schnell!

BSG Hamburger Schachheim 1924
Ein Blick zurück: 1924 empfängt die Bremer SG das Hamburger Schachheim
                                                     Foto: Schach-Archiv der Bremer Schachgesellschaft (super!)

Gegen Bremen kamama verlier'n

Dreißig wackere Bremer machten sich also am letzten August-Sonntag auf den Weg, erst fix mit der Bahn bis Hamburg Hauptbahnhof, dann mit der Unter(?)grundbahn U3 überraschenderweise über der Erde entlang der Elbe bis zum Schlump. Und dort, im Hamburger Haus des Schachsports, empfingen dreißig ausgewählte Elbstädter ihre Gegner für zwei mittellange Schachpartien mit je einer Stunde Bedenkzeit (kein Zuschlag!).

HH HB 3
Das Haus des Schachsports am Schlump  (Foto: Andreas Calic)

Hamburg war dabei vollauf mit seiner Gastgeberrolle ausgefüllt, und Boris Bruhn (siehe oben, der Hamburger Vorsitzende) war zusammen mit seinem Landesturnierleiter Hendrik Schüler vollauf beschäftigt, für die insgesamt 60 Denksportler Kaffee zu brauen, die feine Hamburger Mischung, ganz in der großen Kaffee-Tradition der Hansestadt (Tchibo! Darboven!). So fehlten Boris und Henrik allerdings am Brett, während Präses Höpfner (Bremen) mit seinen Mannen Schulter an Schulter am Brett sitzen konnte und gegen einen Schachfreund aus Fischbek zwei wichtige präsidiale Punkte angelte.

Webner
Ein vortreffliches Handgemenge bei Ole Poeck (HH) - Dennis Webner (HB). Mit sechs
Sekunden auf der Uhr setzte Dennis am Ende noch Matt!

Calic
Die Kunst der Springerführung - Andreas Calic spielte die Eröffnung wie Jörg Hickl
und holt einen wichtigen Punkt!

Während Team Hamburg sowohl an den oberen Brettern (2 starke IMs!) als auch an den unteren Brettern favorisiert schien, brachte Team Bremen an den zahlreichen mittleren Brettern die leicht höhere DWZ an den Start. Da konnte auch Fritz Fegebank, Urgestein von den SF Hamburg (und seit vielen, vielen Jahren... treues Werder-Mitglied) nichts ändern, denn im Mittelbereich sammelten die Bremer gerade am Vormittag deutlich Punkte. Und obwohl Dirk Stieglitz sich zwischenzeitlich sogar von einer HSV-Wespe angegriffen wähnte, fuhr seine Mannschaft letztlich einen klaren 17,5:12,5- Auftaktsieg ein. Fünf Punkte vor, das war schon mal ein Pfund vor dem Rückspiel am Nachmittag, und beruhigend, denn immerhin ging es ja in diesem Jahr um den Roland-Michel-Pokal!

Nach einigen recht mauen Turnierergebnissen in den langen letzten Monaten und leichter Schachunfreude noch während der Anreise startete auch ich gut in den Tag:

Steffens Serrer
Olaf Steffens - Christoph Serrer: Schwarz am Zug sicherte
mit 10. ... Sb8-a6 das Feld c7.
Was war darauf eine gute Antwort?

Es ist wahrscheinlich nur ein schöner Zufall, dass im Haus des Schachsports im Erdgeschoss eine Burger-Bar logiert - nach dem wohltuenden Ergebnis am Morgen konnten die Bremer hier gleich noch ein paar schöne (Achtung, Kalauer) Hamburger verputzen!

Im unvermeidlichen Rückkampf wurden streng die Bretter gedreht, und dieselben Gegner beharkten sich aufs Neue. Team Hansestadt Hamburg blies noch einmal energisch zur Aufholjagd, und tatsächlich wackelten einige Bremer Stellungen bedenklich im Elbwind hin und her. Doch dann, Überraschung, ein solides 15:15 auch am Nachmittag, und wenn man dann beide Ergebnisse zusammenzählte ... ein klarer Gesamtsieg für die kleinere Hansestadt!

"Nach so einer bitteren Niederlage wird traditionell der Trainer gefeuert - dummerweise hatten wir gar keinen." (Hauke Reddmann, auf der Seite des Hamburger Schachverbands)

HH HB 6
Team Wesertiger vor der Heimreise:
             wer entdeckt den Roland-Michel-Pokal?      (Foto: Andreas Calic)

Danke an die Hamburger für einen schönen Tag voller Schach - Ihr wart tolle Gastgeber. Wir Bremer freuen uns (vor allem über den Pokalsieg, aber auch) auf den Rückkampf im nächsten Jahr. Dann wird neu ausgespielt. Hummel Hummel!

Ein buntes ELO-Treiben und viel Kaffee erwartet die Besucher ab heute in den Vereinsräumen des SV Werder Bremen. Ab 14 Uhr werden die ersten Züge gespielt im Werder Bremen IM-Turnier 2018, bei dem junge Talente aus dem Nordwesten und auch von weiter weg die Figuren aufspielen lassen gegen renommierte Titelträger aus internationalen Landen - aus Schweden, Polen und der Ukraine.

Kommentiert von Werder-Coach Matthias Krallmann und ebenso von GM Sigurds Lanka entstehen dabei täglich neue spannende Konstellationen im Rennen um Preisgeld, Ruhm, Ehre, ELO-Punkte und vor allem natürlich auch eine begehrte IM-Norm.

In dem von Dr. Oliver Höpfner, dem Vorsitzenden der Werder Schachabteilung, gemeinsam mit Wolfgang Pajeken, Trainer der Bremer Schachjugend, angebahnten Wettbewerb begibt sich ein sehr interessantes Teilnehmerfeld an die Bretter. Regionale Spieler aus Bremen und drumherum sind Jari Reuker (SV Union Oldenburg und Deutscher U18 Meister (!), Spartak Grigorian (Werder Bremen und ehemaliger Deutscher U18-Meister (!), David Kardoeus (SV Werder, Bremer Vizemeister der Herren 2018), Nikolas Wachinger (SV Werder, Dritter der Deutschen U16-Meisterschaften 2018) und Sven Charmeteau (SV Werder Bremen, FIDE-Meister und erfahrenes, wenngleich junges Urgestein der Werder Zweitliga-, Europapokal- und Blitzmannschaft!)

https://www.werder.de/de/schach/aktuell/informationen/news/2018/int-20180521-kra/

Hier eine Übersicht über die SpielerInnen und die von ihnen genannten größten Erfolge, mit Umsicht kompiliert von Stephan Buchal für das aktuelle Werder Schachmagazin:
 
GM Miroslav Grabarczyk (POL)
Jahrgang 1971
ELO 2402
Schach-Professional
• Polnischer Vizemeister 1993 und 1995
•1. Platz in Rivoltella del Garda 2009
 
IM Björn Ahlander (SWE)
Jahrgang 1963
ELO 2435
IT-Professional
• 4. Platz im Kadetten World-Cup 1980
• Mehrere erste Plätze in schwedischen Open
•2. Platz im Malta Open 2015
 
IM Viktor Skliarov (UKR)
Jahrgang 1993
ELO 2359
Lehrer für Mathematik und Physik
• Meister von Kiew
• 3.Platz ukrainische Mannschaftsmeisterschaft
• IM-Titel!
 
WIM Filiz Osmanodja (Dresden)
Jahrgang 1996
ELO 2352
Studentin (Medizin)
• Vizeweltmeisterin 2014 U18w in Südafrika
• IM-Norm bei der Frauen-EM 2018
 
FM Oleksii Molchanov (UKR)
Jahrgang 1991
ELO 2350
Schach-Trainer
• Meister Region Zaporizhzhya (2014 und 2017)
• Meister Region Odessa (rapid 2011)
• 3. Platz ukrainische Mannschafts-Meisterschaft (2015)
 
FM Sven Charmeteau (FRA, Werder)
Jahrgang 1991
ELO 2287
Student (Maschinenbau)
• Teilnehmer Jugend-WM U14 2005
• 5. Platz franz. Jugendm. U16 2006
• 1. Platz Open de Gonfreville 2013
 
Jari Reuker (Oldenburg)
Jahrgang 2001
ELO 2389
Schüler
• 1. Platz Bremer Silvester Open (2017)
• 1. Platz DJEM U18 (2018)
 
Spartak Grigorian (Werder)
Jahrgang 1998
ELO 2359
Student (Logistik)
• 1. Platz DJEM U18
• 2. Platz DJEM U16
• IM-Norm beim ECC 2016 in Novi Sad
 
David Kardoeus (Werder)
Jahrgang 1997
ELO 2226
Auszubildender (Mechatronik)
• Bremer Vizemeister 2015 und 2018
• Sieg im Qualifikationsturnier Ramada-Cup A-Gruppe
• Nord-West-Cup 2018 (Platz 13)
 
Nikolas Wachinger (Werder)
Jahrgang 2003
ELO 2292
Schüler
• 6. Platz "Young Champions" Uppsala
• Bremer Jugendmeister 2018
• 3. Platz DJEM U16 (2018

 

Mehr Informationen zum Teilnehmern, Paarungen und Spielzeiten auf der Turnierseite:

https://www.werder.de/schach/turniere/werder-im-turnier/2018/

Alle Spiele werden live ins Netz übertragen und rauben damit leider der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland einige Zuschauer. Doch das sei in Kauf genommen - Schach ist ja der Brudersport des Fußballs, und somit soll das wohl in Ordnung sein. Hier geht es zu den Live-Partien:

http://view.livechesscloud.com/5389b71c-a89c-4c94-b54f-c0464d1a37bc

Und damit gleich zur Partie Molchanov (Ukraine) - Grigorian (HB) aus Runde eins:

Molchanov Grigorian

Foto: DGT Liveübertragung

Schwarz hat bereits ausgeglichen und drängt nun die weiße Dame zurück nach d2.

a) Mit welchen interessanten Idee würzte Spartak Grigorian den weiteren Spielverlauf? (Tipp: wiir sagen "Lasker-Bauer"!)

b) Und: gewinnt Schwarz mit diesem Motiv, oder hat Weiß danach Vorteil?

c) Und warum endete es dann am Ende doch Remis?

Die Lösung zu diesen und weiteren die Welt betreffenden Fragen findet sich hier.

Spartak

                                       Spartak mit inspiriertem Start in das Turnier

******

Als weiteres Highlight der Bremer Schachwoche hat die Bremer Schachjugend einen Wettkampf "Meister gegen Talente" ausgerufen und dafür sowohl einige der allerstärksten Jungspieler der Hansestadt als auch fünf renommierte, etablierte und versierte Spieler aus Bremer Ligen als Gegner gefunden. Sie alle werden sich in einem Scheveninger System- Turnier mit den fünf Vertretern der jeweils anderen Gruppe behaken - schauen wir, wer am Ende die Nase (oder den Freibauern, oder den König) vorne hat!

https://www.werder.de/de/schach/aktuell/informationen/news/2018/int-20180616-kra/

Zu allen Veranstaltungen, Spielen, Kommentierungen sind ZuschauerInnen wie immer herzlich willkommen. Bis bald, in der Hemelinger Straße 17 im Werder Vereinsheim!

Wir könnten heute schon wieder über Vieles berichten. GM Jörg Hickl wäre doch eigentlich mal ein sehr würdiges Thema, oder warum manche Norweger so stark Schach spielen, wir selber aber nicht.

Auch das Ende der Deutschen Amateurmeisterschaft, wie wir sie kennen, wäre vielleicht mal einen kleinen Besinnungsaufsatz wert - den Insidern bzw. den Älteren so wie mir ist der Wettbewerb ja noch bekannt als Ramada Cup, der sich über Jahre und Jahre als überaus wuchtige Turnierform im ganzen Bundesgebiet und rund um Hannover etablierte, nun aber getrennt von Chef-Organisator Dr. Dirk Jordan überraschend und plötzlich eigene Wege gehen wird.

Wir wissen nichts ganz Konkretes, hörten jedoch, dass der Schachbund unseres Vertrauens mit diesem oder jenem größeren Detail im Ablauf nicht mehr so ganz glücklich war. Daher danken wir zunächst für sehr viele schöne Jahre am Ramada-Schachbrett, und hoffen, dass sich alles wie immer zum Guten wenden wird - turniertechnisch und hinter den Kulissen.

Ja, darüber und über noch viel mehr könnten wir schreiben, doch a) ist das Wetter fast viel zu gut dafür, und natürlich b) wer soll das alles denn lesen? Darum gehen wir mit der Zeit und verknüpfen einfach mit einem schicken Video, verbunden mit dem Hinweis: Hey Leute, geht in diesen Film!

 

Empfohlen sei daher heute "In den Gängen", eine originale Geschichte aus dem Handel - Waren müssen eingeräumt werden, Nachtschichten gefahren, Gabelstapler bewegt. Hier sind noch Menschen in Bewegung, und nicht nur, dass sie zusammen arbeiten, auch sieht man, wie die Arbeit ihnen - wie auch uns anderen - Halt gibt im Alltag, im Leben, und die lieben KollegInnen zwar nicht Familie werden, aber doch ziemlich nahe ranrücken.

Und was soll man sagen - auch gespielt wird in den Gängen, Schach!, das königliche Spiel der Reihen und Linien, denn so viel Zeit muss ja sein auf Nachtschicht. Recht so!

Falls also heute kein Schach auf dem Plan steht und eigentlich auch sonst nichts anliegt - auf ins Kino, Leute, in einen sehr, sehr hübschen Film! Und Details über GM Jörg Hickl berichten wir dann ein andern Mal.

Diese Döschers - Arne Döscher und Thorsten Döscher, beide sind sehr langjährige und prägende Mitglieder im SK Bremen-Nord, und nun auch beim Deutschen Pokalfinale in Leipzig!

Einer der beiden, Arne (Döscher), hatte bereits vor einigen Jahren das Viertelfinale dieses schönen Turniers erreicht und war dann am Badener Hartmut Metz gescheitert. Aber immerhin, der Sprung unter die letzten Acht im Dähnepokal auf Bundesebene, das war mal was!
Und so ließ sich nun auch der andere Döscher - Thorsten seines Zeichens - nicht lange bitten.Erst gewann er in einer fulminant angelegten Finalpartie auf Bremer Ebene gegen (leider) den Berichterstatter - und dies, obwohl es (gleichfalls leider!) ja in Bremen gar keinen schmucken Wanderpokal mehr zu gewinnen gibt, was ein durchaus Trübsinn bereitender Umstand ist.

Aber Thorsten wäre nicht Thorsten und schon gar nicht ein Döscher, hätte er davon unbeeindruckt nicht trotzdem den Pokalsieg unserer kleinen Hansestadt konsequent eingetütet, um alsdann wie sein Bruder mit wehenden Fahnen zum aktuell in Leipzig stattfindenden Bundesfinale reisen.
Und wehende Fahnen waren es in der Tat, Bremer Fahnen, Speckflaggen!, denn mit Bravour gewann Thorsten heute erst die frühmorgendliche Partie gegen den favorisierten Leipziger Manuel Pietzsch, nur um dann am Nachmittag mit den schwarzen Steinen gegen Wilfried Woll aus Greifswald souverän zum nächsten Punkt zu kommen. Chapeau! 
(Der Berichterstatter mühte sich derweil in der parallel stattfindenden Endrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft, kam aber bei bisher zwei knappen Remisen bei weitem nicht mit so viel Elan aus den Startlöchern des Wettbewerbs wie sein hanseatischer Kollege aus Bremen-Nord.)

Damit hat Thorsten nun in der innerfamiliären Döscher-Wertung gleichgezogen und ebenso wie Arne das alldeutsche Viertelfinale erreicht. Morgen setzt er sich ans Brett gegen Markus Müller vom SC Niedermohr- Hütschenhausen - so schöne Vereinsnamen haben wir in Bremen zwar nicht unbedingt, gleichwohl drücken wir kräftig die Daumen und wünschen Thorsten einen weiteren starken Pokalfight in Leipzig. Morgen um zehne geht es los - mit Liveübertragung, wenn alles gutgeht:

Live-Bretter des Deutschen Pokalfinales

Und sonst so? Musik!

Donnerstag, 24 Mai 2018 09:10

Meister gegen Meister

Solingen ist heute nicht zu Hause. Am kommenden Samstag, da trifft sich das bundesdeutsche Blitzschach im schönen Bergischen Land und spielt den Mannschaftsmeister aus, doch vorher reisen die - Klingenstädter nochmal über Land und treffen sich heute in Baden-Baden mit Baden-Baden 1, dem anderen Schwergewicht der Schach-Bundesliga. Angesetzt für heute! ist der große, finale und alles entscheidende Stichkampf um die Deutsche Meisterschaft, nachdem beide Mannschaften punktgleich über die Ziellinie der Liga gekommen waren, deutlich und noch vor Werder Bremen. Den regulären Kampf unter der Saison hatte Solingen für sich entschieden, am Ende aber lag Baden-Baden nach Brettpunkten vorne - so gesehen ist ein Stichkampf die salomonischste Lösung. Heute also - live im Netz und an den Brettern, das Spiel um Platz Eins!

Überschattet und mehr als überlagert wird diese Begegnung vom plötzlichen Tod von Herbert Scheidt, dem Solinger Mannschaftsführer, prägendes Urgestein, Team-Captain, Seele und Organisator der ersten Liga in Solingen und schon seit ewigen Zeiten dabei. Er verstarb am vergangenen Sonntag mit 73 Jahren an den Folgen eines schweren gesundheitlichen Zwischenfalls, und wenn man heute in Baden-Baden ist, wird er einem schon jetzt fehlen, Herbert Scheidt, in seiner humorvollen, leicht knorrigen Art, voller Geschichten (Spassky! Europapokal! Liga-Anekdoten!) und mit immer in der Nähe seiner Solinger Jungens, die so wie er früher nun für die Stadt an den Brettern sitzen. Schade ist es, Herbert ist nicht mehr da, oder - er ist nun anderswo, und wir wünschen ihm auch dort von Herzen alles Gute.

Mehr zu Herbert Scheidt und seinem großen Engagemen im Schach schreibt André Schulz bei Chessbase - hier ist der Link:

https://de.chessbase.com/post/zum-tod-von-herbert-scheidt

Heute also Stichkampf - und mehr dazu bei der Schachbundesliga direkt:

https://www.schachbundesliga.de/bundesliga/stichkampf-um-die-deutsche-meisterschaft-am-24-mai

Wir drücken die Daumen, möge der Bessere gewinnen!

Ei jei jei - nun wird es aber Zeit! Seit gut einer Woche ist die Bundesliga-Spielzeit 2017/2018 vorüber, und höchste Eisenbahn daher, das dazugehörige knifflige Tippspiel aus dem Herbst 2017 aufzulösen - denn sicher harren unsere LeserInnen doch schon voller Ungeduld der Ergebnisse!

Leider macht es La Bundesliga in diesem Jahr besonders spannend und es wird sozusagen eine Ehrenrunde gedreht. Baden-Baden, die Jungens von Sven Noppes vom Rande des Schwarzen Waldes, werden sich in einem Stichkampf mit der SG Solingen aus dem Bergischen Land beharken müssen, kamen doch beide zugleich mit sehr satten 27:3 Mannschaftspunkten über die Zielgerade. Stichkampf also - wann, wer, wohin, das weiß man noch nicht, und ebensowenig wie es ausgehen wird, doch ein wachsamer Blick auf die Heimseite der Schachbundesliga wird in Kürze nähere Details offenbaren. So ist es angekündigt, und bald wird man dort alles finden. Wir sind gespannt!

noppes
Aufwärmen für den Stichkampf: Sven Noppes (Baden-Baden) und Peter-Heine Nielsen (Baden-Baden)

Das gibt uns Gelegenheit, mit Stil und Muße das Tippspiel auszuwerten, wenngleich noch gar nicht alle Fragen beantwortet werden können. Noch ist ja gar nicht raus, was die richtige Antwort ist auf Frage c) Wer wird Meister? Dennoch, die dafür vergebenen 0,25 Punkte behandeln wir flexibel und legen sie am Ende einfach obendrauf.

Nun aber Schritt für Schritt zur Aufösung:

Frage a) Welchen Platz wird der SV Hofheim am Ende belegen?

Richtige Antwort:Wer hätte das gedacht - ein ganz offizieller 12.Platz für den Liga-Newbie. Wir gratulieren!

3 Punkte für MiBu, Lowscore, Profelo und Holger Hebbinghaus

 

Frage b) Wie viele Brettpunkte wird Deizisau im Spiel gegen seinen großen Bruder Baden-Baden holen?

Richtige Antwort: 2,5 Brettpunkte. (Die jungen Jungens vom Sven Noppes Farmteam zeigten sich dem Alte-Hasen-Team von Sven Noppes diesmal noch nicht ganz gewachsen.)

2 Punkte (deux points) für MiBu, LowScore, Michael Niefünd, Holger Hebbinghausen und für Profelo

noppes
Mehr war diesmal noch nicht drin für den Neuling: Sven Noppes (SF Deizisau) und Peter-Heine Nielsen (Baden-Baden)

 

Frage c) Wer wird Meister?

Richtige Antwort: siehe oben, Stichkampf - und daher. Gemach, Gemach.

0,25 Punkte werden beizeiten dazugerechnet, wenn Baden-Baden im Stechen obsiegen sollte für den visionären MiBu sowie für ta, LowScore, Holger Hebbinghausen, Michael Niefünd

0,25 Punkte erhält dagegen Profelo, sollte Solingen gewinnen!

 

Frage d) Welche vier Teams werden die letzten vier Plätze belegen?

Richtige Antworten: SK Norderstedt (trotz tollem Schlussspurt!), FC Bayern München, SG Speyer-Schwegenheim und MSA Zugzwang München

1,5 Punkte für jede korrekte Vorhersage:

6 Punkte: der unglaubliche LowScore! Und auch vier richtige Tipps von Profelo = 6 Punkte.

4,5 Punkte: MiBu, Holger Hebbinghaus, Michael Niefünd

3 Punkte: ta (wer immer das auch ist), Olaf Steffens (wer immer das auch ist)

Bayern München

Die Bayern (hier mit Solingen bei der Blitz-DM in Schifferstadt 2016) müssen erstmal gehen - aber die roten Teufel kommen sicher wieder!

 

Frage e) Welche Équipe holte am allermeisten Brettpunkte gegen Baden-Baden I ?

Richtige Antwort: die SG Solingen (4,5 Punkte gegen das Schwarzwaldteam), dicht gefolgt vom ... Hamburger SK (4 Punkte!)

2 sehr ehrenvolle Tippspiel-Punkte für MiBu, LowScore, Holger Hebbingshaus, Michael Niefünd und Profelo

 

Frage f) Und wer wird eigentlich Vizemeister?

Richtige Antwort: weiß man ja auch noch nicht!

2,75 Punkte, falls Klingenstadt Solingen Zweiter wird: LowScore, Olaf Steffens, Michael Niefünd

2,75 Punkte, falls Baden-Baden Zweiter wird: Prof. ELO

 

Frage g) Wie viele der 20 möglichen Punkte wird der unangefochtene Schachwelt-Tippspiel-König Holger Hebbinghaus in diesem Tippspiel holen?

Richtige Antwort: mal gucken! Holger hat ohne diese Frage g) erst einmal 13,5 Punkte erstritten, eventuell zuzüglich von 0,25 Punkten aus Frage c) (Wir warten schon sehr gespannt auf diesen Stichkampf!).

Holger selbst hat 14,25 Punkte für sich getippt, und liegt damit innerhalb der erlaubten Abweichung von einem Punkt. Alles richtig gemacht, Holger, und zwei Punkte aus dieser Frage für Dich! Holger kommt damit auf insgesamt 15,5 Punkte.

(Mit Dank an Profelo räumen wir ein, dass Holger mit seinen nun 15,5 Punkten deutlich über seinem eigenen Tipp liegt und damit die zwei Punkte aus der Frage g) eigentlich nicht erhalten darf. Aber was soll's - wir geben sie einfach, sonst wird es alles zu kompliziert, und wir sind ja hier auch unter uns.)

Richtige Antwort also: 15,5 Punkte

2 schöne Punkte für ta, LowScore, Michael Niefünd und ProfElo (Punktlandung - genau 15,5 Punkte getippt!)

 

Frage h) Wer wird am häufigsten in der Liga aller Ligen spielen: Ilja Schneider (SF Berlin), Frank Zeller (Schwäbi' Hall), Falko Meyer (Norderstedt), Jörg Hickl (SV Schachwelt Hofheim) oder Vincent Keymer (SF Deizisau) ?

Richtige Antwort: Ilja 11x, Frank Zeller 11x, Falko Meyer 8x, Jörg Hickl Schachreisen 0x, Vincent Keymer 11x!

Das heißt, volle Punktzahl für die Tipps "Ilja Schneider", "Frank Zeller" und "Vincent Keymer". Kein Punkt dagegen für den Tipp "Jörg Hickl"!

2 Punkte für MiBu, Olaf Steffens, Holger Hebbinghaus, Michael Niefünd, Profelo

 Schwetzingen 11
                      Frank Zeller? Falko Meyer? Jörg Hickl? Vincent Keymer?

*******

Hätten wir doch bloß Raketentechnik studiert, dann wäre das Auswerten dieses 2017/2018 Tippspiels sicher total unkompliziert gewesen. So aber - komplexe Berechnungen, tiefe Recherchen, feinste Punktabstufungen! In der kommenden Saison muss das wieder einfacher werden. Für heute verkünden wir den aktuell vorläufigen Zwischenstand des diesjährigen Tippspiels (und befürchten schon einmal prophylaktisch, dass da noch allerlei Berechnungsfehler drinstecken):

MiBu: 13,5 plus eventuell 0,25 Pkt (Frage c)

LowScore: 15 Punkte plus evtl. 0,25 (Frage c) und 2,75 (Frage f)

ta: 5 Punkte plus 0,25 (Frage c)

Olaf Steffens: 5 Punkte, plus u.U. 2,75 (Frage f)

Holger Hebbinghaus: 15,5 Punkte, plus evtl. 0,25 aus Frage c)

Michael Niefünd: 12,5 Punkte, und noch 0,25 und 2,75 dazu, wer weiß

Profelo: 17 Punkte (!!) und womöglich noch 0,25 (Frage c) und 2,75 (Frage f) dazu. Das wären dann insgesamt schon ... 20 Punkte von 20 möglichen! Chapeau!

 

Soweit für heute. Hier nochmal die Staffelung der erlesenen und internationalen Preise, getreu dem Motto "The winner takes it (beinahe) all", und in Kürze dann das Endergebnis:

Platz 1) Ein fabrikneuer Volkswagen Golf Eine schöne, aber nicht mehr komplett neue DVD "Public Enemies" mit Johnny Depp ("Basierend auf der wahren Geschichte von Amerikas berühmtesten Bankräuber - John Dillinger")

Platz 2) Eine sehr sehr feine Tafel der berühmten Bremer Stadtmusikanten-Schokolade von Hachez

Platz 3) Rum Ruhm und Ehre – wir kommentieren eine von Euch eingereichte Partie hier im Blog (so Ihr es denn wollt).

 

Bis bald, liebe LeserInnen, und großes Kompliment, wenn Ihr die Punktauswertung bis hierhin durchgelesen habt - war ja irre viel diesmal. Und wo ist der Sinn? Aber egal, ich esse jetzt erstmal Bio-Chips, denn das sind die Besten. Bis bald, am Schachbrett oder so!

Freitag, 09 März 2018 08:26

Berlin Intellectual Fight Club

Die Berliner Kandidaten sind in der Stadt - heute wird die Qualifikation für den WM-Kampf eröffnet, und morgen geht es an die Bretter. Hurra! Was für ein Geschenk, und wie klasse, dass so ein Turnier mal nicht im fernen Sibirien, Usbekistan oder Kirgisien ausgetragen wird. So kann man fast selber einmal hinfahren und Sergey Karjakin, Ding Liren oder S. Mamedjarow  über die Schulter gucken. Oder - Boris Becker!, denn auch der ist eingeladen.

Auch wenn es eine eigene Turnierhomepage gibt, ganz offiziell, bereitet der Deutsche Schachbund auf seiner Kandidaten- Webseite alles sehr informativ auf. Und weil mir die Optik und Bildgestaltung der offiziellen worldchess-Seite nicht so behagt, bleibe ich lieber beim DSB. Oder bei Chessbase, dem Schachticker, und bei Chess24 - da ist es ja auch ganz schön!

Kand1

Einen Tag vor Turnierbeginn hüllt sich die offizielle worldchess-Seite zu den Paarungen noch in Schweigen.
Aber hey, morgen ist ja auch noch ein Tag. Oder übermorgen.

Auch André Schulz bei Chessbase deutet in seinem Vorbericht eine ausbaufähige Optik der worldchess-Seite an, wenn es um die Bilder der acht teilnehmenden Spieler geht. Worldchess hat achtmal zeichnen lassen (von einem Computer, vielleicht?), und André Schulz fand an anderer Stelle acht andere Bilder mit deutlich mehr Wärme, Stil und Charakter. Wir sagen natürlich: Daumen hoch für die Bilder von Mariya Yugina!

Ab morgen also: Kandidaten! Noch ist das internationale Schachwelt-Tippspiel dafür freigeschaltet, und ein wunderbarer erster Preis wartet auf seinen Gewinner. Macht's gut, und bis bald vielleicht, in Berlin!

PS Und was war das nun mit der Überschrift, und dem Intellectual Fight Club? Für die Erklärung reichen zwei Worte: Kreuzberg, und - Schachboxen! Passt ja auch gut zum Kandidatenturnier. Wobei, wie wäre es denn mal mit American Football?

Hei, was hat der Weltverband sich da schon wieder gedacht? In wenigen Tagen schon richtet unsere große Mutter FIDE das Kandidatenturnier 2018 in Berlin aus, und wer ist nicht dabei? Magnus Carlsen, der stärkste, schnellste und norwegischste Spieler der Welt! Zwar steht der junge Skandinavier schon seit langem an der Spitze der Weltrangliste, doch genützt hat ihm das offenbar nicht viel.

Statt GM Carlsen hat die FIDE lieber acht andere Großmeister eingeladen, um alsbald in Berlin den Weltmeister zu ermitteln - teilweise weil sie wie Levon Aronian einfacher eine Unterkunft in der Bundeshauptstadt finden werden, teils weil sie besser Russisch sprechen (Grischuk, Kramnik, Karjakin), und vermutlich auch, weil ihre Namen - Fabiano Caruana, Ding Liren - unter Marketingaspekten einfach nach mehr klingen.

Pech für Carlsen, könnte man meinen - da wird der WM-Titel in diesem Jahr wohl ohne ihn ausgespielt. Ein ziemlicher Affront in der Tat, denn man hätte meinen sollen, dass Carlsen als noch amtierender Weltmeister doch eigentlich dabei sein sollte. Ist er aber nicht - und einmal mehr wirft dies einen dunklen Schatten auf die Auswahlkriterien, die die FIDE bei der Spielerauswahl zum Berliner WM-Turnier zugrundegelegt hat.

bowie sichert sich den pokal 2018: Kein Weltpokal für Magnus?

Doch Hoffnung naht - denn wie wir aus zuverlässiger Quelle erfuhren, hat es nun aber hinter den Kulissen des Turniersaals mächtig Ärger um den Nominierungsprozess gegeben. Im direkten Austausch mit dem ehrwürdigen FIDE-Chef-Unterhändler für Berlin und Bermuda-Shorts, Zurab Azmaiparashvili, ist es Carlsens Manager Espen Agdestein offenbar gelungen, eine Sonderregelung für seinen Schützling zu erwirken.

Mit der Drohung, die "Play Magnus"-App aus dem gesamten Internet zurückzuziehen, in Verbindung mit der Ankündigung Carlsens, bei künftigen FIDE-Turnieren noch später als bisher schon ans Brett zu kommen und den Rundenbeginn damit um weitere Minuten zu verzögern, erreichte Agdestein offenbar ein Umdenken beim Weltverband.

Ganz der Verfechter von good sportsmanship, als den wir ihn kennen und verehren, verfügte Azmaiparashvili heute, dass Magnus Carlsen im Herbst und in London gegen den Gewinner des Berliner Turniers einen zwölfrundigen Wettkampf um den endgültigen Weltmeistertitel spielen möge. Aufatmen bei allen Play Magnus-Fans! Somit verliert die Veranstaltung in Berlin ein wenig von ihrem Glamour, denn der strahlende Sieger wird nicht mehr wie geplant Weltmeister, sondern nur noch ein schnöder Qualifikant sein für einen weiteren Stichkampf um die allerhöchste Krone. Aber hej, auch das kann ja ganz schön sein, und wann kommt man sonst schon mal nach London? Freuen wir uns also, denn zumindest rein turniertechnisch ist die Welt jetzt wieder in allerbester Ordnung.

 

T I P P S P I E L ! T I P P S P I E L ! T I P P S P I E L ! T I P P S P I E L !

 

Nun aber zum WM-Turnier in Berlin. Wir unterbreiten unseren verehrten LeserInnen und Leser die durchaus überraschende Frage:

Wer wird sich für den WM-Stichkampf mit GM Magnus Carlsen qualifizieren?

Der Deutsche Schachbund stellt die Spieler auf seiner Kandidaten-Spezialseite vor - wir ergänzen daher nur noch ein wenig, auch um Speicherplatz zu sparen. Dank auch und Grüße an den DSB - reichlich getrommelt wird anlässlich des Turniers, und als Mit-Organisator steht der Schachbund ja auch unterstützend bei dieser tollen Veranstaltung zur Seite.

Zur Auswahl als mögliche Fast-Weltmeister stehen:

a) Ding Liren: ein Chinese und Nicht-Russe. Hat schon schöne Partien gespielt, aber ob das für das höchste Amt in der Schachwelt reichen wird?

b) Fabiano Caruana: Ging in die Geschichte ein, als er 2014 sieben Turnierpartien in Folge gewann - und das nicht bei den Bremer Meisterschaften, sondern beim starken Super-GM-Super-Turnier in St. Louis. Hoppla! Seitdem ist es etwas ruhiger geworden um Fabiano, doch stark und irgendwie tiefgründig ist er noch immer.

c) Sergej Karjakin: kennt sich aus mit Magnus Carlsen vom letzten WM-Kampf in New York. Nun steht er im Berliner Turnier - doch hat er noch den Schwung der vergangenen Jahre? Immerhin ist er nun verheiratet und hat ein Kind - man ahnt, dass das häusliche Studium dadurch nicht einfacher wird.

d) Anish Giri: spielt leider nicht mit, ganz ähnlich wie sein GM-Kollege Carlsen. Und - Vishy Anand ebenfalls nicht.

e) Hikaru Nakamura: spielt leider auch nicht mit! Was ist da los?

Dafür aber:

f) Vladimir Kramnik: Kommt mit einer Wildkarte in das Turnier, und yep, ist ein russischer Bär, der schachspielen kann! Trotz seiner gar nicht mehr so jungen Jahre glänzt Big Vlad durch intensive Partien und die Wiederentdeckung des unseligen Londoner Systems - wir haben zumindest diese Eröffnung nicht vermisst! Doch sei es drum - gucken wir mal, wie Kramnik abschneiden wird.

g) Levon Aronian: Ui, ui, ui, einer der ganz Großen, und viele würden sich freuen, führe er nach London zum nachträglichen WM-Finale gegen Magnus Carlsen! Aronian durchlebte eine längere Durststrecke in den letzten beiden Jahren, doch nun ist er wieder da und möbelt seine Gegner reihenweise mit Zügen wie h4!, Th4! und Th4-a4! vom Brett. Ob das auch an der Spree gelingen wird?

h) Alexander Grischuk: ein toller Spieler mit viel Esprit und Kampfkraft. Im absoluten Welt-Spitzenschach irgendwie immer ein klein wenig in der zweiten Reihe von vorne, und darum auch in Berlin keiner der klaren Favoriten? Ende März wissen wir mehr.

i) Maxime Vachier-Lagrave: hätte eigentlich dabei sein müssen, sollen, wollen, und niemand hätte etwas dagegen sagen können. Doch in jeder der Auswahldisziplinen für Berlin - FIDE Grand-Prix, durchschnittliche ELO-Zahl im Jahr 2017, Weltcup-Finale und Werder Monatsblitz -scheiterte der mutige Franzose immer um Haaresbreite an den um Haaresbreite vor ihm liegenden Konkurrenten. Was soll man sagen - c'est la vie, und hoffentlich klappt es für MVL, wie wir Insider ihn nennen, beim nächsten Mal mit einem Anlauf zum WM-Titel.

j) der HSV: spielt leider auch nicht mit, und hat bis Ende April auch noch andere Verpflichtungen.

hsv Auf geht's, Jungs!

 

k) Wesley So: hatte ein wunderbares Schachjahr 2017 und ackerte sich in achtbare ELO-Höhen. Doch nun ist es ruhiger geworden um ihn, und die ganz großen Coups wollen ihm nicht mehr so gelingen. Vielleicht ist es aber auch nur Tarnung, und bei den Kandidaten entscheidet er das Turnier für sich? In Berlin ist alles möglich - das wissen wir.

Und zu guter Letzt:

l) Shakhriyar Mamedyarov! Das Ausrufezeichen setzen wir für die Komplexität seines Vor- und Nachnamens - vielleicht auch deshalb wird er auf der Schachbund-Seite zur Sicherheit verkürzt mit dem anwenderfreundlichen S. Mamedjarov vorgestellt. Der Aserbeidschaner hat früher mal für Werder Bremen gespielt (!) und mischt seitdem stetig in der Weltspitze mit. Bekannt und gefürchtet ist er für seine Sekt-oder-Selters-artige Spielführung, mit spontanen Königsangriffen und auch mal unkonventionellen Spielführungen.

 

So sieht es aus, liebe Leserinnen, liebe Leser - nun seid Ihr am Zug! Wer gewinnt das Turnierin Berlin - prophezeit es uns, und gewinnt eine Original-Packung mit feinsten Schokoladen-Katzenzungen!

Alle Einsendungen bitte nur hier im Kommentarbereich bis zum Samstag, 10.März, um 15:00 Uhr - dann beginnt im Berliner Kühlhaus die erste Runde. Und wir können fast sicher sein - auch der glückliche WM-Nachrücker Magnus Carlsen wird aus der Ferne mit dabei sein!

Samstag, 24 Februar 2018 13:59

Bremen All Stars vs Czech GMs

Am Montag ist es soweit: 25 BremerInnen und Bremer(und umzu) treten an gegen die beiden Werder-Großmeister Zbynek Hracek und Vlastimil Babula! Hier ein Update zu dieser Veranstaltung, zusammen mit der Aufstellung des Bremer Teams.

ZuschauerInnen sind natürlich herzlich willkommen!

Liebes 25-köpfiges Bremen All Stars Team,

wir freuen uns, dass Ihr am Montag abend mit dabei seid und für unsere langjährigen Bundesliga-Spieler Zbynek Hracek und Vlastimil Babula eine absolut respektable Simultanrunde bildet.

Beide Großmeister haben uns erzählt, dass sie sich schon sehr auf ihren Besuch in Bremen und vor allem abends auf die Veranstaltung im Verein freuen. Sie sind gerade aus Tschechien nach Mülheim gereist, um heute und morgen in der Bundesliga anzutreten (unter anderem gegen Bayern München!)

Das große Simultanspiel am Montag ist auch für sie ein ungewöhnliches Ereignis, und wer weiß - bei einem Doppelsimultan ist alles möglich!

Ihr habt es vielleicht gesehen, dass auch überregional sehr von dieser Veranstaltung Notiz genommen wird:

https://de.chessbase.com/post/werder-bremen-doppelsimultan-der-urgesteine

Hier noch einmal der Plan für den Abend in der Hemelinger Straße 17 (Werder Vereinsheim, 1.Stock):

18 Uhr                        Begrüßung durch Werder-Präsident Hubertus Hess Grunewald, Ehrung der beiden Spieler

im Anschluss            25 Jahre als Profi in Bremen - was gibt es zu berichten?

                                   Anekdoten und Partien von Zbynek Hracek und Vlastimil Babula

gegen 19 Uhr           Einladung zu einem kleinen Imbiss

gegen 19:15/19:30 Doppelsimultan mit GM Zbynek Hracek und Vlastimil Babula an 25 Brettern

Vlasti2b
Europapokal 2015 in Skopje:
Vlasti Babula nach seinem Sieg gegen Anish Giri


Damit Ihr wisst, wer sich links und und rechts von Euch im Bremer All Star Team tummelt, hier noch einmal ein kurzer Überblick über alle Teilnehmer.

Wir haben eine Reihe von Plätzen für besondere sportliche Erfolge vergeben, einige von Euch sind sehr geschätzte Bremer Ehrengäste, und weitere haben ihre Chance genutzt, einen Platz bei der Verlosung auf der Homepage des Landesschachbundes zu gewinnen (gut gemacht!):

1) - 4) Findorff Seniorenmannschaft, Bremer Meister 2017, 4 Bretter

5) - 8) Bremer Schachjugend Auswahl, 4 Bretter

9) Manfred Breutigam, Bremer SG

10) Wilfried Schmid, Turnierleiter LSB

11) Bernhard Künitz, Werder Bremen 4

12) Anastasia Erofeev, Werder Bremen 5

13) Wolfgang Adaschkiewitz, Werder Bremen 6

14) - 17) Jugend SVW: Jan, Robin, Jannis, Kaiwen

18) Gerald Jung, Vereinsmeister Werder Bremen

19) Andreas Calic, Bremer SG

20) Till Schelz-Brandenburg und Ingolf Meyer-Siebert, SV Werder Schach Bundesliga

21) Robert Klemm, Bremer SG

22) Thorsten Ahlers, SF Findorff

23) Mattis Trätmar, Delmenhorster SK

24) Lars Milde, Werder Bremen

25) Elmar Kastens, SF Sulingen

 

Wir wünschen Euch einen spannenden Abend im Werder Vereinsheim!
 
Olaf Steffens
Teamchef Schachbundesliga
SV Werder Bremen
 
www.werder.de/schach
 

Einmal mehr können wir die Berliner Schachszene nicht genug preisen - und hier vor allem die Schachfreunde Berlin! Denn in der Tat, was ist da alles los in der Hauptstadt? Passion und Schachverrücktheit!

Wir entsinnen uns natürlich noch an den Berliner Sommer, das großartige Open in der Wendezeit, gutes Wetter, starke Besetzung, leider war ich niemals dort. Dann natürlich Berlin und seine Schachvereine: zahlreich, zahlreich sind sie vertreten in der Ersten und Zweiten Bundesliga, die Zehlendorfer, Kreuzberger, Berolina Mitte, Tegeler, Neuköllner, und eigentlich müsste gefühlt auch noch Glückauf Rüdersdorf dazukommen - überall Berlin, man kommt aus dem Berlinern gar nicht mehr raus, selbst wenn man in einem weit außerhalb der Stadtmauern gelegenen Verein startberechtigt ist.

 Berlin in Liga zwei 2

   Keine Zeit für Bali - wir reisen nach Berlin! (Screenshot: Deutscher Schachbund Ergebnisdienst)

An der Spree glänzt man mit den regelmäßigen Schnell-und Blitzturnieren, hier sind es neben dem SC Kreuzberg (drei verschiedene Turnierserien jeden Monat!) ebenfalls die Schachfreunde Berlin, bei denen man in sehr beachtlichen Teilnehmerfeldern hübsche Preise gewinnen kann -  mitunter Eintrittskarten oder auch ein guter Tropfen Wein.

Auch hat die Hauptstadt der Republik im März mal so eben für zwei Wochen das Kandidatenturnier beherbergt und mit Fabiano Caruana einen standesgemäßen Herausforderer für den Nicht-Berliner Weltmeister Magnus Carlsen ermittelt. Und kam nicht auch Emanuel Lasker aus Berlin(chen)? Darüber hinaus leistet sich die Stadt neben einer progressiven Flughafenperformance schon seit Jahren eine eigene Schacheröffnung, die auch bei den Kandidaten wieder für Aufsehen gesorgt hat ("Die Berliner Mauer greift an", Ulrich Stock).

Berlin Kandidaten

                                                     Wer fährt zu Magnus Carlsen?


Tja, unsere Hauptstadt, da ist was in Gange, alleine schon rein schachlich! Und Ende April folgt mit der zentralen Bundesliga-Endrunde das nächste Feuerwerk: drei tolle Tage voller ELO, DWZ und sechzehn Bundesliga-Mannschaften an einem Ort. Baden-Baden kann noch Meister werden, ebenso Solingen, und ja, auch im Abstiegskampf gibt es ein veritables Play-Off zwischen der SG Speyer-Schwegenheim, dem Hamburger SK, München 1 und München 2 sowie den wackeren Norderstedtern. "All play all" heißt es da, beinahe jedenfalls, in den letzten drei Runden. Ein Geniestreich der Turnierleitung - spannender kann man die Auslosung nicht gestalten.

Neben intensivem schachlichem Ringen wird auch der DSB mit allerlei sehenswerten Veranstaltungen vor Ort sein - so findet auch in diesem Jahr die Bundesvereinskonferenz parallel zur Endrunde statt, bei der in zwangloser Form Ideen rund um den Schachsport im Lande besprochen werden. Die Lasker-Gesellschaft stellt aus und konferiert, die Berliner Feierabendliga schreitet an die Bretter, Berliner Politiker spielen Schach, der Berliner Mannschaftspokal wird fortgeführt - undundund!

Wie im Vorjahr liegt die Endrunde organisatorisch auch diesmal in den bewährten Händen der (erwähnten wir sie schon?) Schachfreunde Berlin. Ein Mammut-Event vom 28.April bis zum 01.Mai, alles muss bedacht werden, Spielsaal, Unterkunft, Rahmenbedingungen, Essen,  Trinken, Kaffee, und dann soll ja auch noch Schach gespielt werden!

Beim letzten Mal hat das schon überaus beeindruckend gut geklappt, und somit steht einer Neuauflage in 2018 nichts im Wege. Federführend in der Organisation sind einmal Rainer Polzin, Großmeister, Rechtsanwalt und Berliner, sowie an erster Stelle ebenso FM Christoph Nogly, der seine fünf Sinne seit Monaten mit den Zimmerreservierungen für 16 Mannschaften und mitreisende Partner, mit kurzfristigen Absagen, weiteren Nachbuchungen und besonderen Zimmerwünschen erschöpfend auslastet. Kompliment an Christoph, Rainer, und an all die (SF) Berliner HelferInnen und Helfer, die bei  diesem mammutartigen Mammutprojekt ihre Zeit, Energie und Ideen geben!
Auch der Schachbund, der Berliner Schachverband und natürlich der Schach-Bundesliga e.V. haben über Monate viel Energie eingebracht, damit alles klappt - geben wir ihnen etwas davon zurück und würdigen die wundervolle Veranstaltung mit einem Besuch vor Ort!

Berliner Endrunde 2017 1
                     Zufrieden mit der Endrunde 2017: Rainer Polzin und Jörg Schulz

Nun aber zum Blitzen! Denn so höret, Ihr Leserinnen und Leser des Schachwelt-Blogs, nicht nur eine Endrunde soll dargeboten und organisiert werden, in Berlin legt man noch eine Schippe obendrauf und lädt die Schachgemeinde zum eigenen Spielen an die Bretter.

Schon am 28.April eröffnet die Endrunde in großem Stil mit einem Blitzturnier, das seinesgleichen sucht und kaum jemals finden wird. Anders bei den Monatsturnieren der SF Berlin (Wein) oder beim Werder Monatsblitz (1.Preis: 11,-€) wird hier das Preisgeld etwas großzügiger bemessen. Reichlich, sozusagen: 2.000,-€ für den ersten Platz! (!!), und weitere monumentale Preise auf den weiteren Rängen (1.200,-€, 1.000,-€, 700,-€ ...).

Da könnte man glatt schon einmal überlegen mitzuspielen - doch ach, wie es nunmal so ist, auch andere haben von diesem Turnier erfahren, und ihre Groß- oder Internationale Meisterhüte in den Ring geworfen. Da sind die hohen Preise alle schon gebucht, mehr oder w weniger? Einge 2600er ELO-Riesen wird es zu sehen geben am Brett, Kacper Piorun, Evgeny Tomashevsky, Falko Bindrich, Daniel Fridman, Romain Edouard, und wer weiß, noch ist nicht Toresschluss, es werden sich sicher noch weitere große Kaliber einschreiben. Und so soll das ja auch sein.

Bundesliga Endrunde 2017 2

                                  Blitzen bei der Zentralen Endrunde - die Könner freuen sich darauf!

Wir rufen: "Chapeau!" für dieses Meisterstück, mit einem toll arrangierten Blitzturnier, und vier vollgefüllten Tage mit Schach, Schach und weiterem Schach. Doll!

Und was überhaupt meint dazu Carsten Schmidt, Präsident des Berliner Schachverbandes? Wir trafen ihn neulich ganz überraschend im Weserstadion an einem sehr sehr kalten Februarabend. Werder Bremen spielte auf gegen den HSV, Nordverein der Herzen, und Carsten, HSV-Fan der ersten Stunde, war bei einem Pausenstand von 0 : 0 noch vorsichtig optimistisch für seine Jungs (hummel hummel!).

Im Interview (leider ist das Bild ein ganz klein wenig dunkel geraten, und der Bremer Stadionsprecher redet die ganze Zeit dazwischen) gab er gerne Auskunft über Schach, Blitz und die Endrunde in Berlin. Außerdem erfährt man etwas über seinen Lieblingsfußballverein:

 

Auch wenn Werder den Ball am Ende noch siegbringend ins Hamburger Tor kegelte - die Saison ist ja noch lange nicht vorbei. Es bleiben (Stand Mitte April) immer noch vier lockere Spieltage, um die gefühlt 20 Punkte bis zu Platz 16 aufzuholen. Darum: Nur der HSV. Und Blitzen in Berlin!

Webseite Zentrale Endrunde in Berlin

Freitag, 09 Februar 2018 14:48

Gegner unter Aktenbergen

Immer wieder schön zu hören ist es, wenn auch jemand außerhalb der amtlichen Szene mal von seinem Draht zum Schachspiel berichtet. So fanden wir in einem Artikel "Das Ende der Papierberge" (Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 04.Februar 2018) einen Text über das papierlose Büro - und einen Hinweis auf Schach am Arbeitsplatz!

Anna Steiner untersucht die spannende Frage, ob der stets aufgeräumte und von Papier fundamental leergefegte Büro- Schreibtisch den nächsten Schritt in die Zukunft darstellt. Clean Desk Policy: kein Papier, alles hübsch im eigenen Laptop gespeichert, und am nächsten Arbeitstag zieht man mit dem Laptop dann um zum nächsten freien Schreibtisch - sehr praktisch! Oder auch nicht - viele Mitarbeiter drucken ihre Mails dann ja doch wieder heimlich aus, um sich darauf Notizen zu machen.

So offenbar auch Michael Erlhoff, ein Kölner Designtheoretiker, der die Fahne des papierbasierten Arbeitens resolut hochhält. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich die Unterlagen, und die papierlose Zukunft scheint bei ihm noch beruhigend fern. Und hoppla, manchmal entdeckt man auch einen Schachcomputer!

"Designtheoretiker Michael Erlhoff findet das Chaos ohnehin nicht schlimm, schließlich haben die Papierberge ihre Vorteile. Auf seinem Schreibtisch herrscht seine ganz persönliche Unordnung, wie er gerne zugibt.

Unmengen an Papier, Notizen, Dokumente, alte Manuskripte, und mittendrin ein alter Schachcomputer. Gegen den spielt er, wenn er nicht weiterkommt, und holt sich darüber neue Inspiration.
Suchen macht kreativ, findet Erlhoff. Dateien auf einem Computer sucht man meist spezifischer. Ist man hingegen auf der Suche nach einem bestimmten Dokument, dann stöbert man im Regal oder in Aktenbergen. Und stößt im Zweifel auf etwas, das man noch besser gebrauchen kann."

Beruhigend, dass auch andere mit dem Chaos rund um ihren Schreibtisch ringen, und diese Berge von Papier sogar zu schätzen wissen! Und wie schön, wenn sich beim Wühlen in den Stapeln ab und an ein Schachcomputer zeigt und alsgleich bereit steht für eine entspannende Partie.

Solange es also nicht stundenlang ist, könnten wir vielleicht wie Michael Erlhoff immer mal für ein, zwei Spiele (nicht: Stunden!) dem Wirken und der Pflicht entfliehen und dem Schachspiel frönen - meditativ an einem Holzbrett, mit einem Schachcomputer, oder wir besuchen einen Schachserver und bekämpfen im Internet Gegner aus aller Welt.

Eine kleine Flucht ins Schach befördert neue Gedanken und die Kreativität, und immerhin muss man dabei nicht arbeiten! Danach kehren wir zurück zu unserer ursprünglichen Arbeit, erfrischt und gestärkt. (Oder ermüdet und frustriert?) Doch die Papierberge und lauernden Aufgaben, sie sind leider immer noch da.

Noch besser als zehn Minuten Schach wäre vermutlich sogar ein kurzer Spaziergang im Freien, mit Natur, Wind, Sonne, echtem Leben - doch dafür müsste man ja vor die Tür gehen, und wer hat dafür schon die Zeit?

Donnerstag, 01 Februar 2018 17:32

Werder - Solingen: Show us your tips!

Es nützt ja alles nichts: so wundervoll die Winterpause auch war, nun geht es wieder los für die 16 deutschen Bundesliga-Vereine und ihre 128 zum Teil sogar international besetzten Bretter. Sechzehn davon werden am Sonnabend im Bremer Weserstadion aufgebaut, und ab 14 Uhr spielt der Ligazweite Solingen gegen den Ligadritten Werder. Wir fragen: wer rockt den Schachtisch, und wie geht es aus, das Spitzenspiel?! (Und warum ist Baden-Baden nicht beteiligt, obwohl es ein Spitzenspiel ist?)

Mehr dazu auf der schönen Seite der Schachbundesliga:

http://schachbundesliga.de/klubnews/schachstars-im-weserstadion

Bitte schickt uns Eure exklusiven Tips für Werder Bremen - SG Solingen bis Samstag, 14:00 Ortszeit, als Eintrag im Kommentarbereich unseres liebenswerten Blogs. Und weil es besser ist, gibt es auch etwas zu gewinnen: unter den richtigen Einsendungen verlosen wir den Tagessonderpreis, und das ist wahlweise

a) eine Reisetüte Walker's Crisps "Cheese & Onion" (wurde erheblich gelobt von MiBu, dem Gewinner des letzten Tippspiels)   (HInweis: irrtümlich hatten wir zunächst die Sorte "Salt & Vinegar" ausgelobt, nach einem prüfenden Blick in den Schrank mussten wir es aber korrigieren)

ODER

b) ein investigatives Interview mit dem/ der strahlenden GewinnerIn hier im Blog.

 

Bundesliga Plakat Februar 2018 V4

Wer selber ins Weserstadion kommen möchte, ist dazu natürlich immer herzlich eingeladen. Mehr zu Eintritt, Rahmenprogramm und überhaupt findet Ihr hier.

Viel Glück beim Tippen!

Und nun die Boxen aufdrehen - hier kommen die Schachtablerocker Turntablerocker!