Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Dienstag, 14 September 2021 23:12

Torsten Benecke und der Zug des Jahres

Endlich, endlich wollen wir ihn hier mal zeigen, den Zug des Jahres 2020, gespielt bei den Offenen Bremer Seniorenmeisterschaften 2020 (OffBrSenM – jedes Turnier soll ja heute gerne eine Abkürzung bekommen).

Wir erinnern uns, Anfang 2020, was war da noch? Genau, fast kein Corona! Alles lief noch so wie immer, gut gefüllt das Haus in der Werderburg in der Hemelinger Straße, freier Verkauf von Kaffee und anderen Getränken, und auch Hände wurden noch geschüttelt!

So war das damals, und yep, wir können sagen, das haben wir miterlebt, und so war das früher! Unbefangene Zeiten.

Bundesliga-Endrunde 2013, Klaus Bischoff kommentiert: viel Betrieb und keine Sorgen

Weiter bei den Vingonischen Schachkatzen von 1877

Donnerstag, 09 September 2021 00:38

Gewinnen mit Spartak Grigorian

Nun müssen wir wohl auch bald mal ins Bett, vorher aber noch als kleinen Gruß zur guten Nacht eine Partie von der Europameisterschaft im Schach, die vor Kurzem in – schreibt man es so? – Reykjavik zu Ende ging.

Es siegte in einem opulenten Feld der russische GM Anton Demchenko vor der regionalen deutschen Schachkraft Vincent Keymer (Glückwunsch!!) und Alexey Sarana (ebenfalls RUS).

Wir folgen einer Partie des jungen Bremer IM Spartak Grigorian, der auf Island ein formidables Turnier spielte, und in der fünften Runde dem tschechischen Großmeister Thai Dai Nguyen gegenübersaß. Auf geht’s also, in eine sizilianische Eröffnung und eine gefühlte Analyse der Partie.


(Mit Dank an Chessbase für diese Möglichkeit der Partiedarstellung)

Freitag, 03 September 2021 20:03

Aufgedeckt: Die Elo-Züchter von Hildesheim

Haben wir es nicht immer schon geahnt? Lange war die Rede von der Elo-Inflation, dem Übermaß an steigenden Wertungszahlen, die seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unsere hart erarbeitete Rating verwässert hat.

Und nun – sind wir dem brisanten Geheimnis auf die Spur gekommen. Wie das Redaktionsnetzwerk Nord, bestehend aus der Syker Kreiszeitung, Eurosport und den Veganen Schachkatzen, in langer und investigativer Arbeit ermittelte, wurden neue Elos nicht nur in Griechenland mühevoll aus der Erde gekratzt, sondern offenbar auch hierzulande und ganz legal durch intensive Zucht vermehrt und gegen Geld in die Turniersäle gebracht:

Dem Züchter ist es selbst überlassen, wie viel er für eine neue Elozahl veranschlagt. Unterschiedliche Preise können durch die verschiedenen Regionen entstehen. Auch die Nachfrage spielt bei der Preishöhe eine Rolle.

Um die Qualität der Elo-Zucht dauerhaft garantieren zu können, wird allen lizenzierten Elo-Züchtern durch die EZFG e. V. eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 1.300 € bis 1.500 € pro Wertungszahl nahegelegt.

Donnerwetter! Mitten unter uns – die niedersächsische Elo Zucht-und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG) und zahlreiche Privatzüchter machen mit unseren Wertungszahlen offenbar ein riesiges Geschäft. Aber ist es auch legal, und ist der Schachbund informiert?


Ganz süß und mit Hundelogo – auf dieser Seite werden die neuen Zahlen vertrieben

Weiterforschen bei den Legalen Schachkatzen

Naaa, schon wieder nicht gewonnen heute? Oder gar verloren? Keine Sorge, das kommt vor – auch Carlsen, Kramnik und Capablanca mussten schließlich mal aufgeben.

Doch was erzählt man seinen Mitreisenden, dem Partner/ der Partnerin zu Hause, dem Bundestrainer oder den LeserInnen dieses Blogs zu den Gründen einer Niederlage? Das positive Selbstbild soll ja gewahrt bleiben, die Zeiten sind hart.

Daher:

Dreizehn gute Gründe, warum man doch verloren hat

1) Meine Gegnerin hat die Partie ihres Lebens gespielt – da war echt nichts zu machen.

Unbedingt plausibel. Wenn die anderen stärker sind, verliert man eben mal.

2) Ich wollte unbedingt gewinnen, und habe dann am Ende überrissen.

Fürwahr ein nobler Grund! Solche Niederlagen sind ansich verzeihlich. Und beim nächsten Mal zahlt sich das Weiterspielen vielleicht schon aus.

3) Ich habe für die Mannschaft alles versucht und das Remis verdaddelt.

Das hat der Mannschaft dann ja nicht so viel geholfen.


St. Paulis Schachteam – auch in der Niederlage stilvoll

Weiterlesen bei den Veganen Nachtkerzen

Mittwoch, 25 August 2021 07:56

ELO: Don't leave me this way

Nach heftigen Einschlägen beim Kieler Open inklusive einer satten Schlussrunden-Niederlage habe ich nun einige Zeit
- im Urlaub eingecheckt, dort
- im Zelte mich gereckt,
- meine Wunden geleckt und
- meine ELO bedeckt, sobald sie irgendwo angezeigt zu werden drohte.

Tja, da fährt man schon mal weg und spielt Schach, und kommt mit gut 50 Wertungspunkten weniger zurück nach Hause. Ist das die Idee von Erholung, für die wir Schachspieler uns auf den Weg machen? Ich fürchte nicht, aber das weiß man vor dem Turnier ja nicht. Ist vielleicht auch besser so, denn für den Schachtourismus sähe es sonst düster aus.


Wertungspunkte machen sich oft ganz schnöde vom Acker

Weiterlesen bei den vertanen Schachkatzen von 1789

Donnerstag, 29 Juli 2021 14:51

Der Klimawandel - Gefahr für unsere Rating?

Wenn die Rating fällt, sollte man sich anderen Themen zuwenden.

Beim großen Kieler Open 2021 wurde ich nun schon mehrfach gemolken und musste nach fast jeder Abendrunde mit Remis, Niederlage, Niederlage (mit Grüßen an meinen Bremer Gegner Malte Hentrop von den SF Findorff) und einem weiteren Remis den Weg zurück zur Unterkunft antreten. Ein DWZ-Plus von 300 Punkten oder mehr gegenüber meinen Gegnern nützte mir da gar nichts.

Auch gegen Alexander Bräutigam, einen jungen Rendsburger mit einer (Prä-Corona-) Wertung von 1600, konnte ich gestern aus einem sehr vorteilhaften Endspiel nicht mehr herauspressen als einen mauen halben Punkt. Mein Gegner hatte sich die Punkteteilung allerdings sehr verdient und kämpfte erfolgreich in allen Partiephasen, die letzten 50 Züge sogar mit einem Bauern weniger.
Einzige kleine atmosphärische Trübung: als er nach einem Remisangebot im 18.Zug ein weiteres Mal im 42. und dann 15 Züge später nochmals Unentschieden vorschlug, wurde ich bereits etwas unwirsch.
Irgendwann hatte ich dann meinen Mehrbauern im Dschungel der Endspieltechnik unter Zeitnotbedingungen wieder verbaselt und musste im 92.Zug selber den Remisschluss antragen – nicht angenehm.

 Endspiel 1

Lc5-b6 und Turmendspiel? Oder Tc6-d6 und Läuferendspiel? Oder lieber nichts tauschen, und mit dem König zum a-Bauern rennen?

Weitertüfteln bei den Veganen Fördekatzen

Es ist ja alles nicht so einfach, heute nicht, und früher ebenfalls nicht. Und damals, 1994, machten wir unsere Fehler noch fast ganz ohne Computerassistenz – man möge uns daher verzeihen, wenn der eine oder andere Bock vor allem in der Eröffnungsphase geschossen wurde. Es war eben alles nicht so ganz ohne beim Schach, auch damals schon.

Das Kieler Open 1994 begann ja mit einer flotten Doppelrunde am Sonnabend, großer Saal im Legienhof, dem alten Gewerkschaftshaus in der Innenstadt. Hier unter anderem begann 1918 die deutsche Revolution, Matrosen murrten, meuterten, bildeten Soldatenräte, die Welt drehte sich weg von Krieg und Kaiserreich hin zur Weimarer Republik. Und wenn die Revolution auch zu einem eher durchwachsenen Ende kam – der Legienhof stand als Versammlungsort mittendrin.

Kieler Matrosen 1918 

Weiterlesen bei den Maritimen Meerkatzen von 1884

Von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

Auch in Folge Nummer sechs der Kolumne „Endspielmagie - Studien für die Praxis“ möchte ich gerne eine Studie des russischen Schachgroßmeisters und siebten Schachweltmeisters Wassili Wassiljewitsch Smyslow (geboren am 24. März 1921 in Moskau; gestorben am 27. März 2010 ebenda) präsentieren.

2004 sagte Wassili Smyslow in einem Interview auf die Frage über sein Verhältnis von Schach und Harmonie folgendes:

Ich betrachte das Spiel genau wie die Musik als eine Kunst. Beim Schach habe ich mich stets um eine harmonische Figurenaufstellung bemüht. Eines meiner wichtigsten Bücher heißt "Auf der Suche nach Harmonie". Ich bin der Ansicht, dass sie auch in jedem schöpferischen Beruf angestrebt werden sollte.“

Und etwas später auf die Frage, was diese Harmonie mit seinem Schachstil zu tun hat:

Die permanente Suche nach ihr charakterisiert mein Schachverständnis und mein Spiel. Das ist eine bestimmte Art zu spielen, die auch Lasker und Capablanca auszeichneten. Sie sprachen von der Koordination der Figuren und Bauern auf dem Brett. Der geniale Capablanca hat die Stellung sehr gut gefühlt. Wer die Koordination erreichen will, muss die Harmonie erspüren, also die enge Verbindung zwischen den Figuren und dem, was auf dem Brett geschieht. Ich nenne es das menschliche Schachverständnis.“ (Quelle: „Die Harmonie des Vassily Smyslov“ https://de.chessbase.com/post/die-harmonie-des-vaily-smyslov ).

In diesem Zusammenhang bin ich bei der Beschäftigung mit den Studien-Kompositionen von Wassili Smyslow auch auf die folgende, nicht ganz so bekannte Arbeit von ihm aus dem Jahr 2000 gestoßen.

Diese Suche von Smyslow nach Harmonie und damit das Forschen nach der optimalen Koordination der Figuren und Bauern auf dem Brett fand ich persönlich sehr eindrucksvoll realisiert in dieser hervorragenden Endspielstudie.

Sie zeigt ein partienahes Endspiel mit sehr wenig Material auf dem Brett, bei dem der Anziehende die Umwandlung des schwarzen a-Bauern in eine Dame trotz seiner Mehrfigur nicht mehr vernünftig verhindern kann.

Um die Stellung von Weiß aber trotzdem noch zu retten, bedarf es einer harmonischen weißen Figuren-Koordination, bei der alle Figuren des Anziehenden bestmöglich zusammenarbeiten müssen.

Der Leser ist nun am Zug. Wie sieht die faszinierende weiße Rettungs-Idee in dieser scheinbar hoffnungslosen Position aus, bei der alle Figuren von Weiß wunderbar harmonisch zusammenarbeiten?

Viel Spaß bei der Lösung dieser exzellenten und eleganten Studie.

Wassili Smyslow

NIC 2000

Studie06Smyslow

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Liebe Lösefüchse aus nah und fern,

mit den besten Empfehlungen von Dr. Höpfner hier nun die Lösung zur 6.Studie, ausführlich hinterlegt bei diesem Link.

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Freitag, 16 Juli 2021 18:10

Kieler Open 1994

Es ist schon etwas her, da wurde im schönen Kiel an der Kieler Förde das Kieler Open 1994 ausgetragen. Student, der ich damals war, warf ich meinen Hut in den Ring, denn es waren Semesterferien und soviel Zeit muss sein, um auch mal etwas Schach zu spielen. Viele regionale Schachfachkräfte waren mit vor Ort, Ullrich Krause, mehrmaliger Landesmeister von Schleswig-Holstein, Martin Upleger, gefürchtete Blitzhand der Kieler SG, und weitere Schwergewichte.
Wenn ich noch Fotos finde, baue ich sie in den folgenden Runden mit ein. Hier erst einmal die Partien - meine Partien, um genauer zu sein :-) - der ersten beiden Runden. Nichts für schwache Nerven, schachlich bedenklich mitunter, doch man weiß ja:

a) Doppelrunden sind gefährlich, und
b) in den ersten Runden muss man sich auch immer erstmal warmspielen.

*** Weiterlesen bei den Kieler Vegankatzen von 1994 ***

Mittwoch, 14 Juli 2021 20:53

Werder wechselt den Bundesligamanager

Seit dem 01.Juli hat sich das „Team hinter dem Team“ bei der SV Werder Schachbundesliga geändert – ich bin nicht mehr dabei, Spartak übernimmt meine Aufgaben als Bundesliga-Manager. Alles Gute dafür!

Mehr dazu hier in einem hübschen Artikel aus dem Bremer Weser-Kurier:

Werder wechselt den Bundesligamanager von Yannik Sammert

Zeit für mich, nun mehr in die Luft zu gucken, mit einem Schachbuch in der Sonne zu liegen, mit dem Rad über Land zu fahren – was man sich eben so ausdenkt. Ob es was wird, oder ich dann doch nur am Schreibtisch im Internet hänge? Mal gucken. So oder so, möglich ist nun alles. Und in Kürze kommt ja schon das Kieler Open.

Hansdampf der Schachabteilung

Samstag, 10 Juli 2021 16:29

Oslo – Trondheim: Nordwestwärts ho!

Man kann ja vieles tun mit seiner Zeit?

  • Fußball gucken
  • Schach spielen
  • Arbeiten gehen (was ein verbreitetes Laster ist)
  • dem Abend in der Sonne entgegendämmern (sehr schön)
  • auf das nächste Fußballspiel warten
  • und noch ein bisschen Schach spielen

Doch es geht auch ganz anders. Wer es schafft, den großen Sprung zu machen und sich aus den tückischen Fesseln der Routine zu befreien, wer sich aufschwingt und es schafft, seine Laufwege zu verändern, der freut sich hinterher meist sehr.
Der Trend geht zum Mikroabenteuer, raus in die Natur, draußen nächtigen zwischen Schafen unter freiem Himmel, und morgens zurück ins Büro oder ans Fließband – warum denn auch nicht?

Zwei solche Aufschwinger und Losgeher größeren Ausmaßes, das sind Julian Kramer und David Kardoeus, (auch) Schachspieler ihres Zeichens, der eine, Julian, langjährig beim Hamburger SK, sein Kumpel David ein gestandener grün-weißer Wanderaner.

Weiterwandern bei den Veganen Schachkatzen

Mittwoch, 07 Juli 2021 16:48

Hansdampf der Schachabteilung

Seit 2012 war ich im SV Werder mit dem spannenden Amt des Bundesliga-Managers betraut. Nach neun intensiven Jahren beende ich nun meine Tätigkeit, und kann (vielleicht) wieder mehr selber Schach spielen!? Mal schauen.
Danke aber auf alle Fälle an Dr. Oliver Höpfner, wunderbarer Leiter der Schachabteilung des SV Werder, an Gennadiy Fish, Mannschaftskapitän, Trainer Jonathan Carlstedt (seit 2019) und seinen Vorgänger Matthias Krallmann für eine ungewöhnliche, anregende, voll gefüllte und unvergessliche Zeit am und neben dem Schachbrett in Grün-Weiß!

Für das Werder Magazin hat mich Jens Kardoeus im vergangenen Jahr porträtiert – diesen Artikel können wir hier wiedergeben mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Werder Magazins. Vielen Dank dafür!


Homepage der Werder-Bundesliga

Von Jens Kardoeus
Erschienen im WERDER MAGAZIN 345 (Dezember 2020)

Die Schachabteilung von Werder Bremen ist als umtriebig bekannt und immer bemüht, Highlights zu präsentieren. So beschrieb unser Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald einst die Grün-Weißen anlässlich einer
Blindsimultan-Vorstellung. Bietet sich die Möglichkeit, Schach einmal anders denn als reinen Wettkampf zu präsentieren, dann machen sie es dort.
Olaf Steffens ist einer dieser Umtriebigen. Manager, Redakteur, Organisator, Blogger und natürlich … Schachspieler. Sozusagen ein Hansdampf der Schachabteilung. Seit acht Jahren managt er die Schachbundesligamannschaft – eine Aufgabe, die zu den Spieltagen viel Zeit und großen Einsatz abverlangt.

*** Weiterlesen bei den Veganen Werderkatzen von 1899 e.V. ***

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und noch mehr Notationen – hier einige bildhafte Impressionen von einem Reisetag beim Post SV Uelzen, zu einem der ersten Turniere nach langen, zähen, dunklen Corona-Monaten. Vielleicht wird alles langsam besser? Möge es so bleiben.

03.Juli: Norddeutsche Blitzmannschaftsmeisterschaften 2021 – nicht online, nicht virtuell, sondern so richtig zum Anfassen.


Das (frühe) Aufstehen hat sich fast schon gelohnt …


Anreise zum Hauptbahnhof


Nicht doch lieber nach Westerland? Nein, wir wählen das Norddeutsche Blitzen in Uelzen.


Umsteigen in Harburg, weiter geht’s nach Süden


In niedersächsischen Ortsnamen wohnt Poesie


Der Uelzener Unterwasser-Bahnhof, sehr hübsch! Vielleicht ist er auch von Hundertwasser.


Postsportliche Anstrengungen beim Schach in der Postmoderne


Besser ist das. Am Brett aber durfte man die Masken fallen lassen.


Das Uelzener Büffet war kostenfrei und reich bestückt! Aber …. es gab keinen Kaffee, keinen Kaffee, keinen Kaffeeeeeeee


Kein Kaffee? Das mussten wir ja fast gleich eintragen in das bereitliegende Mängelbuch.


Nanu – echte Figuren. Ein großer Moment – mein erster Zug am Brett im Jahr 2021!


Und mein erster Gegner seit Monaten – Andreas Mitscherling vom FC Sankt Pauli


Hier die anderen Paulianer Aljoscha Feuerstack, Benedict Krause und Giso Jahncke – leider haben sie mit 3:1 verloren.


So sehen Turniersäle aus – ist ja schon so lange her, dass wir so etwas sahen


Die Döscher-Brüder Arne und Thorsten punkteten für den SK Bremen Nord


Wieder richtig Schachspielen – alles super! (nur der Kaffee ….)


Mastermind Bernd Laubsch, Chef des Uelzener Orga-Teams


Dank auch an die stets souveränen Turnierleiter Jürgen Kohlstädt und Hugo Schulz, und zahlreiche Uelzener Organisatoren!


Modern ist, was gewinnt – Platz Eins für den HSK Listiger Turm aus Hannover


Praktisch unschlagbar: Ilja Schneider und Felix Hampel vom HSK Lister Turm


Zwei weitere sehr souveräne Blitzhände aus dem Hannoverschen: Tobias Vöge und Dr. Torben Schulze


Werder boven! Vierter Platz für Gennadiy Fish, Christian Richter, Spartak Grigorian,
Fabiano Brinkmann
und vorne ein vom vielen Wassertrinken aufgeputschter Olaf Steffens

Bericht beim Hamburger SK
Mehr beim HSK Lister Turm
Norddeutsches Blitzen – Die letzten 186 Jahre

Freitag, 02 Juli 2021 18:52

Norddeutsches Blitzen

Die Geschichte des norddeutschen Blitzens ist schnell erzählt. Im März 1835 versuchte man es zunächst ohne Uhr, doch stundenlanges Nachdenken ödete bald so manche Zuschauerin an. Alsdann baute man Uhren neben den Brettern auf und legte die Bedenkzeit auf die bedenkliche Zeit von 7 Minuten fest – eine Revolution, irgendwann um 1848 ersonnen, vielleicht auch früher, vielleicht auch später.

Nach dem Ende des Kaiserreichs wurde diese Zeitspanne auf moderne fünf Minuten für alle(s) zurechtgestutzt, noch einmal demokratisch legitimiert und von Philipp Scheidemann auf dem Balkon des Berliner Reichstag proklamiert. Mit dieser Distanz war man über Jahrzehnte sehr zufrieden (außer, man hatte selber gerade auf Zeit verloren). Der Norden sah frohgemuthe Mannschaftsmeisterschaften, bei denen auch am Schachbrett 1991 gemeinsam die Deutsche Einheit vollzogen wurde.

In den späten Nuller Jahren des jetzt laufenden Jahrhunderts blitzte man mit diesem Modus in Bremen-Mahndorf gegen die Finanzkrise an, als die Schachfreunde Berlin (ehemals Neukölln) zu spät von der Mittagspause zurückkehrten und sozusagen kampflos mit einer Minute gegen Fünfe verloren – nur um später dennoch das Turnier zu gewinnen.

Weitergelesen bei den Veganen Schachkatzen von 1877 e.V.

Der Sommer ist da, der Sommer ist schon bald wieder weg, das ist doch schon mal was. Noch im Frühling ließ die DSOL, Deutsche Online-Liga unseres Vertrauens, ihr (grünes) Band durch die Wochen und das Land flattern, und bot inmitten der Lockdown-Starre so etwas wie Bewegung und Entwicklung – sehr willkommen.

Am vierten Spieltag spielte mein Team Werder III bei den Zehlendorfern in Berlin. Zu Gast wieder im Hans- Rosenthal-Haus, beim Showmaster meiner Kindheit! Auch der Hamburger SK war vor Ort, volle virtuelle Hütte in der Begegnungsstätte.

Vor Berliner Spielern habe ich gerne und viel Respekt, sind sie doch immer für einen überraschenden Schwindel gut, oder für knorriges Positionsspiel, das mich so chancenlos zurücklässt wie einst im Ligaspiel gegen den Zehlendorfer Harald Lieb. Zeitweise war meine Beziehung zu Berlin sogar arg überschattet von selbsterfüllenden Niederlagen, egal wie ich mich auch mühte – Berliner gewann immer gegen mich.

*** Weitergelesen bei den Veganen Schmachtkatzen von 1899 e.V. ***

Montag, 14 Juni 2021 10:03

Mit dem Bratzhammer

Der ukrainische Großmeister Andrei Volokitin feierte schon früh in seiner Karriere internationale Erfolge, war mit 19 unter den Top 20 der Welt und gewann mit seinem Land unter anderem die Olympiade in Calvià, Spanien 2004. Viele kennen ihn auch aus seinen Bundesliga-Gastspielen unter anderem für Turm Emsdetten und den SV Hofheim, wo er auch für seinen taktischen Spielstil gefürchtet war.

Bei der Europameisterschaft 2001 in Ohrid/Mazedonien kam es in seiner Partie gegen den Franzosen Igor Nataf zu dieser komplexen Stellung:

Volokitin Nataf 0
Volokitin – Nataf: Brettumspannendes Manövrieren

Ein Sveshnikov-Abspiel, in dem man erst nach tiefem Buddeln an die gegnerischen Schwächen kommt. Nataf mannövrierte sich nun langsam in Richtung weißer König, während die weiße Mannschaft den Bauern d6 und damit die Basis der schwarzen Stellungsgefüges unter Druck setzte.

*** Weitergelesen bei den Veganen Schachtatzen ***

 

Freitag, 11 Juni 2021 12:16

Unterstützt den Randsport Fußball!

Heute ist es soweit  – die Fußballmeisterschaft im sommerlich heißen Europa beginnt! Nun ist Fußball ja schon seit langem der schüchterne kleine Bruder des Schachs, und als solcher durchaus kurios, was die Spielidee anbetrifft – man läuft bei diesem „Sport“ mit einem Ball umher und schießt ihn in einen Kasten.

Diese eigenartige Balltätigkeit konnte selbstverständlich bislang noch nicht das Medieninteresse erlangen, den unser königliches Spiel spätestens seit Magnus Carlsen und Emanuel Lasker innehat. Trotzdem möchten wir helfen, dem aufstrebenden Fußballsporte unter die Arme zu greifen und ihn aus seiner stiefmütterlichen Existenz zu befreien. Gerne verlinken wir daher auf Anfrage der UEFA (das ist der Europäische Verband der Fußballer – ja, auch so etwas gibt es) hier bei den Veganen Schachkatzen zum Turnier der Fußspezialisten, welches offenbar heute abend beginnt.

Sogar, so hörten wir mit Erstaunen, wird eine deutsche Équipe zur Turnierteilnahme geschickt, elf Spieler an der Zahl, dazu offenbar ein eigener Trainer, ein Busfahrer und noch einige Betreuer mehr für die ersten Begegnungen gegen Frankreich, Ungarn und Portugal.
Selbst einen Pressesprecher gibt es, der den Journalisten sagt, was sie schreiben sollen – ein gutgemeinter Service bei diesem fremdartigen Spiel.

Allein, wir wissen, dass ein Sport kein Publikumssport werden kann, wenn das verehrte Publikum elf Spieler zugleich im Auge behalten soll, die alle auch noch zur selben Zeit über einen riesigen Platz eilen. (Hinzu kommen noch elf gegnerische Spieler.)

*** Weiterlesen bei den veganen Schach-und Fußballkatzen ***

Dienstag, 08 Juni 2021 22:17

DSIM: Die Maus neuert im Vierten

Gut hundert SpielerInnen waren am vergangenen Sonnabend bei der Zwischenrunde der Deutschen Schach-Internetmeisterschaft (DSIM) am Start. Da allein acht von ihnen in die Endrunde kommen konnten, waren lange Teilnehmergesichter schon zu Beginn vorprogrammiert – erst eine, dann zwei, dann drei Niederlagen, und schon war der Traum vom großen Finale geplatzt.

Auch ich war unter den Enttäuschten, hatte mir aber sicherheitshalber von Anfang an lieber gar keine Hoffnungen gemacht. Doch man weiß ja nie? Am Ende jedoch tröstete, dass man im Scheitern hier nicht alleine war, und das Nichtweiterkommen eher der Regelfall. So geht es dann noch.

Im Feld einige illustre Namen, man konnte auf SpielerInnen treffen mit Kampfidentitäten wie Psammenitos, Bauernschieber, Riskydecision, Schachriese, Superfm, Tellofant (der auch mich zerdrückte), Eifelbulle, Elifant, Friesensturm und den verzagt-optimistischen Hoffentlichreichts.

Neben vielen anderen sah man ebenfalls ein Pseudonym Alex Donchenko unter den Einhundert, und wer nicht sicher gewesen sein sollte, ob das wirklich die deutsche Nummer Eins war, den wird der sehr klare Durchmarsch mit 12 Punkten aus 13 Runden von der Spielstärke (und letztlich auch der Echtheit!) des Teilnehmers überzeugt haben.

Es qualifizierten sich somit:

*** Weiterlesen bei Veganeschachkatzen.de ***

Es ist schon etwas her, doch warum sollte man nicht noch einmal über die Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaften 2001 in Achim berichten?

Damals spielte ich noch bei der Bremer SG und hatte wie jetzt auch das Glück, in einem tollen Verein zu sein. Das liegt nun schon zwanzig Jahre zurück – unglaublich …

Hier der Bericht, damals geschrieben für den Bargtheider Schachspiegel (BASS), ein Szeneblatt aus dem Südosten Schleswig-Holsteins unter der Regie von Matthias Thanisch.

Und damit Grüße an den SV Bargteheide, und (klar) ganz allgemein auch in den Norden!

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Wuppertal lockt oder Wer fährt zur Deutschen Meisterschaft?

Was liegt zwischen Bierden, Embsen, Baden und Uesen? Es ist der kleine Ort Achim bei Bremen, und genau dorthin zog es am ersten Märzsonntag Schachspieler aus dem gesamten Schachnorden (incl Berlin und Brandenburg).

Man spielte die norddeutschen Blitzmeisterschaften für Mannschaften, und auch ich wohnte diesem Ereignis als viertes Brett der Bremer SG bei.
Schön war es, soviele Bekannte und Freunde aus alten Nordi-Zeiten wiederzusehen: Ullrich Krause, den spielenden Vereinspräsidenten des Lübecker SV, Ede Strompowski (stetig auf der Suche nach neuen Opernzitaten), Arne Joppien, Thilo Koop, Micha Ehrke, Hannes Knuth und dann natürlich die Glinder Équipe, die aber an diesem Tag ohne den 1.FC Köln auflief und auch kaum einmal ein Lied anstimmte (Woran hat´s gelegen?).

Das Turnier eilte so an mir vorbei; Runde um Runde reihte sich aneinander, und als um 18 Uhr alle Partien gespielt waren, blieb bei mir ein starker, leicht rauschhafter Eindruck nach all den turbulenten Schachbegegnungen.

Der Hamburger SK setzte sich am Ende knapp mit insgesamt 55:3 Mannschaftspunkten vor König Tegel (54:4) und deutlich vor den Schachfreuden Neukölln (45:13) auf den ersten Platz.
Das war nicht unbedingt ein großes Wunder, denn Hamburg reiste an mit vier Bären aus der ersten Liga (Thies Heinemann, Matthias Wahls, Karsten Müller und Niels Michaelsen). Interessant wäre in diesem Zusammenhang allerdings ein Vergleich mit den legendären KSG-Vierern aus den frühen Neunzigern, die die Norddeutsche doch jahrzehntelang immer glatt und zu Null gewinnen konnten. Da müssten die Hamburger schon noch etwas an sich arbeiten, aber ich glaube, sie sind auf dem richtigen Weg (der Wille zählt).

********  Weiterlesen bei den Veganen Schachkatzen  ********

 

von Dr. Oliver Höpfner, Bremen

(Nachtrag von Olaf Steffens: Mit einer großen Bitte um Nachsicht an Dr. Höpfner - ich habe glatt vergessen, den Namen des Autors hier gestern beim Einstellen des Artikels einzufügen. Der Text ist natürlich von ihm!)

In Folge Nummer fünf der kleinen Kolumne „Endspielmagie - Studien für die Praxis“ möchte ich diesmal gerne eine Studie des russischen Schachgroßmeisters und siebten Schachweltmeisters Wassili Wassiljewitsch Smyslow (geboren am 24. März 1921 in Moskau; gestorben am 27. März 2010 ebenda) vorstellen.

Im letzten Buch des früheren Trainers der Schachabteilung von Werder Bremen Claus Dieter (C. D.) Meyer (1946 – 2020) mit dem Titel „Magische Endspiele“ (Claus Dieter Meyer und Karsten Müller; Joachim Beyer Verlag 2020) finden wir auch eine Vielzahl von Schachstudien, die C. D. gerne bei seinem Schach-Training im Verein verwandte.

Darunter war auch die folgende elegante Komposition des siebten Schachweltmeisters Wassili Smyslow (Weltmeister von 1957 – 1958), der auch ein begeisterter Studienkomponist war. Seit 1936 – also schon mit 15 Jahren - hatte Smyslow immer wieder einmal Studien publiziert. In den letzten zehn Jahren seines Lebens veröffentlichte er verstärkt Endspielstudien, wobei er wegen seiner geringen Sehkraft faktisch blind die Aufgaben komponierte. In seinem 2000 erschienenen Studien-Buch mit dem Titel „Meine Studien“ (Isdatelstwo 64, Moskau, 2000) schrieb er zur Bedeutung der Schachstudie für ihn folgendes (S. 417):

Abgesehen vom ästhetischen Genuss hilft die Studienkomposition zweifellos bei der Entwicklung und Vervollkommnung im Endspiel.“

In dem Buch „Magische Endspiele“ finden wir den folgenden einleitenden Text (S. 59) zu der Studie von Smyslow in dieser Folge der Kolumne:

Die nachfolgende feinsinnige Studie mit krönendem Mattangriff gehört zu meinen Favoriten zum Thema ungleichfarbige Läufer. Nach dem Ende seiner Karriere als Turnierspieler komponierte der 7. Weltmeister Wassili Smyslow (1921 – 2010) etliche Studien, die große Beachtung fanden. Es heißt, er sei „ein Virtuose des Endspiels“ gewesen, der seinesgleichen suchte. Hier soll er häufig Züge gefunden haben, die selbst den Kenner verblüffen.“

Der Leser ist nun am Zug. Wie lauten die verblüffenden Züge, mit denen Weiß in diesem ungleichfarbigen Läufer-Endspiel einen siegreichen Mattangriff initiieren kann?

Viel Spaß bei der Lösung dieser wunderbaren und schönen Studie.

Wassili Smyslow
Shakhmaty v SSSR 1987

 Smyslow

Weiß am Zug gewinnt

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Liebe Leser, liebe Leserinnen! 

Hier nun die Lösung zur 5.Studie, mit den besten Empfehlungen von Oliver Höpfner!

Ich glaube, insgesamt hat das ganz gut geklappt mit dem gemeinschaftlichen Auflösen? Schauen wir aber mal, was die nächste Studienrunde so bringt!