Olaf Steffens

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

Dienstag, 10 September 2019 22:08

Werder lädt zum Hans-Wild-Turnier

So stark wie in diesem Jahr war die Meistergruppe vermutlich noch nie:

beim großen Hans-Wild-Turnier, das ab Freitag zum fünften Male in den Räumen des SV Werder stattfindet, sind in der A-Gruppe neben Großmeister Vitaly Kunin drei Internationale Meister sowie zwei junge Werderaner zu Gast.

Alle sechs Spieler haben eine gewaltige Wertungszahl zwischen 2350 bis 2550 ELO, und man darf gespannt sein, wer am Sonntag den Pokal und ein stolzes Preisgeld erobern wird.

Favorit auf den Turniersieg ist sicherlich GM Kunin, doch auch die IM Martin Brüdigam und Stefan Frübing aus Berlin sowie der für Oldenburg spielende IM Martin Breutigam werden ebenso ein Wörtchen mitreden wollen wie Spartak Grigorian und Jari Reuker vom SV Werder.

Insgesamt wird Turnierleiter Udo Hasenberg 48 SpielerInnen zu dem Event begrüßen können, bei dem jeweils sechs gleichstarke Spieler im Rundensystem um Punkte und Gruppensieg kämpfen.

Die Runden beginnen am Freitag um 18 Uhr, sowie am Sonnabend und Sonntag um 09:00 (early bird!) und 15:00 Uhr.

Zuschauer vor Ort sind herzlich willkommen!

Hans Wild Turnier 2016
               Da isser, der Pott!

Turnierseite:

https://www.werder.de/schach/turniere/hans-wild-turnier/2019/

Die Partien der Meistergruppe werden live übertragen unter

http://view.livechesscloud.com/9651a1ea-a5e2-4b08-aba0-93b10f07c341

Donnerstag, 05 September 2019 22:29

Monatsblitzen: Höffer diesmal unauffällig

In herzlichem Gedenken an meinen lieben Freund und alten Blitzschachkumpel Jens-Uwe Mense, SK Königsspringer Nordwalde

Kühl und frisch war es heute in Bremen, und schon fragt man sich, was das denn eigentlich bloß für ein Sommer sein soll und warum es so früh schon wieder dunkel wird.
Indes, nach der einfachen Faustformel "früher dunkel, länger Schach" werden die Apologeten des königlichen Spiels nun wieder wie kleine Nachtfalter magisch an die Bretter gezogen, und siehe da, auch der Werder Monatskartenblitz startete alsgleich in eine neue Spielzeit.

Gespannt war man natürlich an der Weser, ob Blitzschachungeheuer David Höffer, der Termi- und Dominator des bremischen Blitzens, seinen Schachhut wieder in den Ring werfen würde, und wenn ja, mit welchem Erfolg.
Tatsächlich blieb der junge Delmenhorster in dieser ersten Werder Blitzrunde aber eher unauffällig und punktete nur sehr sehr verhalten, und wenn man ganz ehrlich sein soll, war er möglicherweise auch gar nicht vor Ort. So bot sich den sonst stets mit Gleichmut in der zweiten Reihe verharrenden Werderanern Gelegenheit, sich an zumindest diesem Abend einmal ins goldene Turnierbuch einzutragen und einen historischen Tagessieg einzufahren.
Selbst ohne SF Höffer war dies noch schwer genug, und doch gelang es dem allenthalben absolut akkurat agierenden Allrounder Spartak Grigorian, das weite Feld mit erheblicher Souveränität hinter sich zu lassen (10,5 aus 11- ui ui ui).

Ebenfalls ins Revier der Preisträger vorzustoßen vermochte der Berichterstatter mit allerlei übel zusammengetricksten Punkten. Doch wie das so ist im Blitzen - in zwanzig Jahren fragt niemand mehr danach, wie das Ergebnis zustandegekommen ist, zum Glück!
8,5 Punkte für SF Steffens, und eine komplexe Stellung gegen den Man of the Matchday:

Grigorian Steffens
                               Grigorian - Steffens nach 11....f7-f6 (Quelle: Eurosport Player)

Hier die Partie versehen mit leichten Anmerkungen von Spartak:

Weitere schöne Preise in einem durch zahlreiche Newcomer interessant ergänzten Teilnehmerfeld sicherten sich der Werderaner Andree Schondorf (Top-Mann der unteren Tabellenhälfte) sowie Oliver Reif (Bremer SG) mit dem ehrenvollen Sonderpreis der Jury für den drittletzten Rang. Wir gratulieren!

Werder Monatsblitz Sept 2019
Hauen und Stechen, so will man das sehen: Lars Milde und Thorsten Ahlers (v.r.) beharken sich mit der Gegnerschaft

Das war nun Blitzen, doch in sieben Tagen beginnt im Werder Vereinsheim das wohl 5.Hans-Wild-Turnier in Würdigung des früheren Vorsitzenden und für Jahrzehnte vereinsprägenden Werderaners Hans Wild.

Die Partien der mit GM Vitali Kunin, drei weiteren IMs sowie mit Jari Reuker und Spartak Grigorian (!) außerordentlich stark besetzten sechsköpfigen A-Gruppe werden live ins weltweite (!) Netz übertragen. Natürlich aber lohnt sich auch ein Besuch vor Ort in der Hemelinger Straße, denn es gibt echten Bremer Kaffee. Was will man mehr!

Freitag, 02 August 2019 00:19

Heute mal kein Schach

Tja, was sollen wir sagen? Es gibt heute keine Meldung zum Thema Schach. Nicht zum Schachsport, zur KinderJugendFrauenförderung, zum Kandidatenturnier oder zu Cheating Competitions. Und keine Diagramme! Auch nichts zu Werder Bremen, Breaking Baden-Baden, oder der wundervollen Orang-Utan-Eröffnung. Und schon gar nicht zum Blaubär mit 2....Lc8-a6. Nüschte.

Dafür aber das Video "Who" von David Byrne und St. Vincent, das uns den Tag retten kann, sei es durch die Musik, sei es durch den Film. Sollten wir uns alle nicht mal wieder auf die nächste Straße legen? Uns tanzend fortbewegen? Das Auto stehenlassen?

Wer weiß das schon. Während wir noch rätselnd an der Landstraße stehen, hat der Film schon eine kleine Verbindung zu unserem Sport aufgenommen, denn er kommt in Schwarz und Weiß, wie die 64 Felder und 32 Figuren.

So skeptisch man auch sein sollte gegenüber Youtube, seiner Mutter Google, ihren seelenverwandten Datenkraken Facebook und Amazon - doch immerhin können wir mit ihrer Hilfe hier ein Video einpflegen, woran wir uns heute erst einmal erfreuen wollen.

Und das muss dann auch schon genügen, denn zum Schach als solchem gibt es heute ja nichts.

Dienstag, 30 Juli 2019 22:17

Schach ist gefährlich (!)

In unserer Themenwoche "Österreich", die vor nun schon zweieinhalb Wochen begann, möchten wir heute den wunderbaren und österreichischen Autoren Thomas Glavinic vorstellen. Warum das? Weil er ein sehr passabler Schachspieler ist, darum, in jungen Jahren mit führend in den Altersklassen seiner Alpenrepublik, aber dann glücklich dem Schach entronnen.

Wir sagen, gut gemacht! - denn es gibt doch so viel anderes im Leben, mit denen man den Tag, die Zeit, sein Leben gestalten kann. Wir denken an:

mit Katzen spielen,

in der Sonne liegen,

reisen,

lesen,

Zeit mit lieben Menschen verbringen,

Kaltgetränke zu sich nehmen,

Heißgetränke zu sich nehmen,

Musik hören,

sinnvolle Arbeit leisten,

Zeit ohne Menschen verbringen,

die Welt retten,

gute Sachen essen,

keine Tiere essen,

auf dem Balkon sitzen und auf die Berge/ das Meer gucken

nicht mehr fliegen,

dafür mehr Radfahren und mit dem Zug

Stracciatella-Eis und/ oder Marillenkuchen

AmSee
               Der Seehof in Goldegg (Austria) - auch für Marillenkuchen ist man hier genau richtig

 

So ungefähr stellen wir uns das vor - aber wäre dann überhaupt noch Zeit für das Schachspielen? Und wenn ja, was würde das bringen?

Doch auch aus anderen Gründen mag man sich des Schachspielens erwehren, und von denen schreibt Thomas Glavinic. Bekannt wurde er vormals schon als Autor von "Carl Haffners Liebe zum Unentschieden", und vor allem sein letztes, angenehm verrücktes und vielleicht auch teils (schach-) autobiographischer Roman "Der Jonas-Komplex" hat uns sehr gefallen. Wir freuen uns darum, hier zu seinen Gedanken aus dem Freitext-Blog der "Zeit" zu verlinken!

Schach ist gefährlich!

von Thomas Glavinic

In kaum einem Sport kann man so verloren gehen wie im Schach. Es ist wunderschön und wild. Und man fängt an, zwischen den Figuren zu leben, zu denken.

Schach lernt man als Kind vom Vater oder vom Großvater, und man ist ein Junge. Nicht viele Frauen spielen Schach.   Weiterlesen

Glavinic Thomas.IMG 3662

Thomas Glavinic beim HeadRead Festival 2012                                     

 

Bildangaben: Foto Thomas Glavinic von User Ave Maria Mõistlik/ Avjoska, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Glavinic,_Thomas.IMG_3662.JPG, Creative CommonsAttribution-Share Alike 3.0 Unported

Donnerstag, 18 Juli 2019 10:22

Schwarzach St.Veit Open - entschlüsselt

Leider war es ja noch nie ganz einfach zu ermitteln, wie sich die Punktausbeute bei Turnieren optimieren lässt. Eine Veranstaltung wie das Schachopen zu Schwarzach St.Veit 2019 bietet indes einen geeigneten Versuchsaufbau für unsere Forschungszwecke.

Bei neun aufeinanderfolgenden Partien kann man sozusagen unter Laborbedingungen verschiedene Stellschrauben drehen, um aus empirischen Ergebnissen wichtige schachsportliche Erkenntnisse zum Wohle der Menschheit zu gewinnen.


Für diesen Feldversuch habe ich mich uneigennützig zur Verfügung gestellt und die Tage der Vergleichbarkeit halber auf gleichförmige, wenngleich auch angenehme Art und Weise verbracht. Gerne bin ich bereit, die resultierenden Erkenntnisse mit den geneigten LeserInnen an dieser Stelle zu teilen.

 Öst1
  Stets selbstlos der Wissenschaft verpflichtet: FM Olaf Steffens

Datenbasis

Runde 1

- Abendrunde um 19 Uhr

- kein Frühstücksei

- Gepäck den Berg hinaufgeschleppt (Anreisetag)

- im Wirtshaus Nudeln mit Käse vor der Partie - so machte es auch Boris Becker immer in Wimbledon

Folge: umkämpfter Sieg gegen Anton Neubauer aus Österreich (Graz)

 

Runde 2

- Frührunde um 10 Uhr

- weiches Frühstücksei

- kein Blick vom Balkon auf die Berge und

- keine warme Mahlzeit vor der Partie

- nach der Partie großer Salatteller im Hotel Zur Post (Schwarzach)

Folge: sehr glücklicher Sieg gegen Großmeister HaJo Hecht (!)

 

Runde 3

- Abendrunde um 18 Uhr

- hartes Frühstücksei

- Tag auf dem Balkon verbracht (Bergblick)

- im Wirtshaus Nudeln mit Käse vor der Runde

Folge: relativ klare Schwarz-Niederlage gegen GM Palac (Kroatien)

palac ste
           Nichts zu holen für Schwarz

Runde 4

- Abendrunde um 18 Uhr

- wiederum hartes Frühstücksei

- Tag auf dem Balkon verbracht (Bergblick)

- im Wirtshaus Nudeln mit Käse vor der Runde

Folge: Weiß-Niederlage gegen GM Zelcic (Kroatien)

 

Runde 5

- Abendrunde um 18 Uhr

- weiches Frühstücksei

- Tag nur zu einem Teil auf dem Balkon verbracht, Besuch im Naturschwimmbad St. Veit (ohne Chlor)

- Pizza Margherita auf dem Rasen des Freibades

Folge: umkämpftes und glückliches Schwarz-Remis gegen Ralf Hein (Hamburg!)

rHein Steffens
                       Offenbar Remis!

 

Auswertung:

Das umfangreiche Datenmaterial gewährt erste Einblicke in die dem Schachturnier Schwarzach St. Veit unterlegten Quellcode:

- erfolgreicher spielt es sich hier offenbar ohne ein hartgekochtes Frühstücks-Ei (Niederlage in Runde 3 und 4). Fünf-Minuten-Eier (Runde 2 und 5) dagegen schonen nicht nur die Umwelt und das Klima ob des geringeren Energiebedarfs bei der Vorbereitung. Sie scheinen auch turniertechnisch erheblich aussichtsreicher zu sein (1,5 Punkte aus 2 Partien).

- lange und mit Ausdauer auf dem Balkon verbrachte Tage (Runde 3 und 4) gewähren dem schachspielenden Organismus vermutlich nur in geringem Maße Unterstützung vor einer langen Turnierpartie. Selbst ein schöner Bergblick bietet in dieser Hinsicht offenkundig keine verbesserten Perspektiven.

 mit schwalbe oder so
             Sehr schön, aber turniertechnisch leider ohne Belang

- eine warme Mahlzeit, bevor es zur Arbeit ans Schachbrett geht, würde man intuitiv sicher zu den turniererfolgsbegünstigenden Faktoren rechnen.

Allein, unsere empirischen Forschungen zeichnen ein weniger klares Bild. Die vor Runde 1 genossenen Wirtshaus-Käsenudeln führten zu einer Gewinnpartie, doch selbiges Essen in Runde 3 und 4 brachte mit zwei Niederlagen keinerlei Fortschritt (bzw sogar Rückschritte) im Turniertableau.

Die besten Aussichten für einen vollen Punkt deuten sich an bei einem nach der Partie genossenen großen Salatteller (Runde 2). Auch mit einer im Freien genossenen Pizza (Runde 5) konnte zumindest der Partieverlust abgewendet werden, was sich von den Nudeln mit Käse bedauerlicherweise nicht behaupten lässt.

- die Uhrzeit des Rundenbeginns (4 mal spät, einmal früh) lässt bislang keine näheren Schlussfolgerungen zu - außer, dass es schön ist, den ganzen Tag vorher frei gestalten zu können

- Je weiter weg der Anreiseort der Gegner, desto schwerer ist es augenscheinlich zu Punkten zu kommen. Gegen zwei kroatische Gegner (Runde 3 und 4) ebenso wie gegen einen Hamburger Jung' (Runde 5) folgten nur recht magere 0,5 Punkte, und selbst die waren eher noch glücklich.

Bei Gegnern aus dem österreichen Einzugsgebiet (Graz in Runde 1, Raum München in Runde 2) sind die Erfolgsaussichten offenkundig besser. Die Einfluss der Anreisedistanz auf den Partieausgang erscheint in hohem Maße signifikant.

 

Wir weisen natürlich darauf hin, dass alle Hypothesen nur vorläufig sind und Wechselwirkungen zwischen den benannten Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen. So wird beispielsweise die Erfolgswirkung eines weichen Frühstücks- Eis aufgehoben (Runde 5), wenn der Gegner von weither anreiste (Runde 5, Ralf Hein aus Hamburg) - das Ergebnis allerdings ist fast folgerichtig ein Remis.

Warnen müssen wir indes vor der Kombination eines harten Frühstückseis mit einem Tag auf dem Balkon, Käsenudeln und kroatischen Gegnern mit langer Anreise. Hiermit ist (Runde 3 und 4) eindeutig schon vor Turnierbeginn bereits der Keim einer deutlichen Niederlage gelegt.

Ausblick auf die heutige Runde 6

Nun, was nützen die schönsten Forschungsergebnisse und aufwendig gestalteten Studien, wenn sie nicht auch in der Lebenswirklichkeit des Turnierteilnehmers zu Verbesserungen führen?

Wir versuchen daher, den Ausgang der heutigen 6.Runde zu prognostizieren für die Partie Steffens - Dr. Franz Riemelmoser (Österreich).

Zugrunde legen wir die vorliegenden Rahmendaten:

- Abendrunde um 18 Uhr: bislang kein Einfluss auf das Turnierergebnis vorhersagbar

- hartes Frühstücksei: ja, unglücklichweise aß ich ein hartes Frühstücksei heute, doch nun ist es zu spät, dies noch zu ändern. Die Studie war leider noch nicht publiziert, als ich zum Frühstück ging.

- Tag auf dem Balkon: heute nicht, ich bin gewarnt! Stattdessen eine kühne und seit langem vorbereitete Alpenwanderung von St.Veit nach Goldegg ("Golden Eye") - mit ungewissen Einfluss auf das Turnierresultat

Alpen

- Essen: von nun an besser Pizza als Käsenudeln, soviel steht fest! Oder ein nachträglicher Salatteller im Anschluss an die Partie - doch die meisten Gasthöfe haben so spät dann schon geschlossen.

- österreichischer Gegner mit kurzer Anfahrt: nach allen bisherigen findings ist das günstig für die Aussicht auf zumindest einen halben Punkt.

Prognose: bis auf das Ei spricht gemäß unserem Modell nichts oder zumindest wenig gegen einen erfolgreichen Turnierabend.

 

Heute nacht werden wir mehr wissen. Die Studie wird - Finanzierung und Mittel vorausgesetzt - auf alle Fälle fortgeführt!

 

Sonntag, 14 Juli 2019 22:12

Von Zeit zu Zeit seh' ich die Alpen gern

Österreich

In Schwarzach spielt' ich mit Schwarz schwach,

mit Weiß stand ich breit in St.Veit.

Beim Open zu Wien vergaß ich zu zieh'n,

mit Schwarz ging ich unter in Graz.

Meine Figuren entfernten starke Gegner aus Kärnten,

und selbst im schönen Zillertal verdarb ich mir die ELO-Zahl.

Im malerischen Burgenland ich viele miese Züge fand,

beim Blitz in St. Veit überschritt ich die Zeit,

und auf den Hohentauern verlor ich meine Bauern.

So merkte ich im Alpenland, dass ich vom Schach nicht viel verstand.

mit schwalbe oder so

 34.Open in Schwarzach/ St.Veit 2019

Kaum kommt man mal in ein anderes Land, sehen schon gleich die Hinweisschilder anders aus. Und die Landschaft auch - und überhaupt, das Wetter, die Sprache, die Biersorten, alles anders. Da ist es beruhigend, dass immerhin das bevorstehende Schachturnier vermutlich in den gewohnten Bahnen verlaufen wird:

- 32 Steine auf 64 Felder

- Weiß beginnt

- neun harte Runden, neun schwere Gegner

- spannende Partien! mit insgesamt neun Tassen Kaffee (oder mehr)

- Sorge um die ELO

- Sorge um die DWZ

- Sorge vor Partiebeginn: welche Eröffnung soll man spielen?

- Sorge nach Partiebeginn: ist das Handy wirklich ausgestellt?

- und der Handy-Wecker auch?

- Euphorie nach einem vollen Punkt

- Agonie nach einem weniger vollen Punkt

- wenn es ganz schlecht läuft: Auftaktniederlage!

- Wehklagen nach Partieende: warum habe ich im 36.Zug nicht ... (dieses, jenes) gespielt?

- dann: genügend Zeit für Frustation, Missvergnügen und für die Sinnfrage

- langsames Reinfinden in das Feld der Teilnehmer - neue Menschen kennenlernen, alte Freunde und Bekannte wiedertreffen

- noch einen Kaffee trinken

- neun Tage, die einem vorher ewig lang vorkommen - und hinterher wie im Zuge vergingen

 

Mal sehen also, was passiert. Schön, mal wieder Zeit zu haben für ein Turnier!

Nun aber das Rätsel an die verehrte Leserschaft: wo findet der Wettbewerb statt? Die Lösung verbirgt sich in den Hinweisen rund um die folgenden Fotos:

schachturnier
   Die örtliche Fauna (Ausschnitt)

schachturnier2
Möglicherweise landestypisches Hinweisschild, dessen Bedeutung
erst noch
entschlüsselt werden muss

Schwetzingen 11
Dieser Spieler hat im von uns ge- bzw. besuchten Turnierland bereits Ligapartien bestritten!

See1
Norwegen? Bremer Schweiz? Malediven?

 schach1
Einer der Großen der Landes-Schachgeschichte - hat es fast bis zum

Weltmeistertitel gebracht, scheiterte aber knapp.
Schlechter war er wirklich nicht. Andererseits aber ... doch.

Schachturnier3
Die Anreise aus Bremen ist problemlos ohne Kreuzfahrtschiff möglich, und
glücklicherweise auch ohne Flug - denn Fliegen ist ja eigentlich out

Nun, liebe Leserschaft, wo geht die Reise hin?

Wir melden uns bald wieder - die erste Runde beginnt ja schon Kürze, und bis dahin sollte der Bremer Turniergast besser noch a bisserl üben. Denn sonst (siehe oben) droht eine unschöne Auftaktniederlage - und das will man doch eigentlich nicht. Kommt aber trotzdem oft genug vor!

Mittwoch, 03 Juli 2019 11:37

Ein Königreich für Pferdezüge

Auf vielfachen Wunsch - ein Leser hatte sich zwischenzeitlich erkundigt - kommen wir nun auf die vor kurzem erfolgte Ankündigung "Ein Königreich für ein Pferd" zurück. Viel Spaß beim Lesen und beim Partienstudium!

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Spätestens heute wird es Zeit, für unseren verehrten Stammleser Holger Hebbinghaus eine Partie zu kommentieren, die uns ebenjener bereits vor einigen Monaten Wochen zugesandt hat. HOLGER ist nämlich nicht nur erfolgreicher, unbesiegter Spitzenmann des SK Marmstorf in der Oberliga Nord-Nord, auch ist er der Gewinner des Schachwelt-Bundesliga-Tippspiels, welches in diesem kleinen Blog für die Saison 2017/2018 durchgeführt wurde.

Der Hamburger SF Hebbinghaus ist mittlerweile nicht nur stadt-, sondern eigentlich mindestens weltbekannt, pflegt er doch einfach alles zu gewinnen, was wir an Kompetitionen hier im Blog auf den Markt schmeißen, ganz unabhängig von Fragestellung, Gegnerschaft und Raumtemperatur.

Holgers Gewinn in unserem zugegebenermaßen schon ein wenig zurückliegenden Tippspiel war das Kommentieren einer von ihm höchstselbst eingesandten Schachpartie. Und darum frischauf, wir begrüßen alle nah und fern:

Vorhang auf für GM Vladimir Sergeev - FM Holger Hebbinghaus!

keksfreunde
                Alles kommt mit mehr Genuss, wenn Kekse in der Nähe sind

 
Sergeev,Vladimir (2469) - Hebbinghaus,Holger (2246)
Norderstedter Osteropen 2018

1.Sf3, 1...d5

Diesen Zug spielte bereits Weltmeister Garri Kasparov, allerdings als Antwort auf 1.d2-d4. Bedauerlicher sehen wir in dieser Partie nicht das berühmte Holga-Gambit 1.d2-d4, Sg8-f6 2. c2-c4, c7-c5 3. d4-d5, b7-b5! Sehr schade!

2.g3, Sc6

3.c4, d4

Die Welt schaute auf diese Partie während des Norderstedter Oster-Opens 2018. Großmeister Vladimir Sergeev führt die weißen Steine und beginnt das Spiel verhalten mit Financhetto und einer Anfrage an den schwarzen Bauern d5. Dieser zieht vorbei und erobert für sein Team etwas Raum auf der gegnerischen Seite - sieht gut aus!

4.Lg2, e5

5.0-0, Sf6

6.d3, Sd7!?

Holger 2

In meiner Jugend brachte man uns bei, keine Figuren zweimal zu ziehen in den ersten Zügen - warum also Sf6-d7, und das gegen einen veritablen Großmeister? Der Zug beweist zum Einen, dass FM Hebbinghaus auf den 64 Feldern nichts und niemanden fürchtet, und er zeigt zudem, dass er sich gut auskennt - 5....Sf6-d7 ist solide Theorie, das erste Mal gespielt von Juri Balashow 1969. Der Springer möchte nach c5, und dann kann man weitersehen. Und à propos Springerführung - was tippt das verehrte Publikum, wie oft das Rösslein wohl noch ziehen wird? Bitte notieren Sie Ihre Vorhersage hier: ____________ .

7.b3

Man kennt das ja: bereitet man hier "straight" mit a2-a3 den Vorstoß b2-b4 vor, blockt Schwarz mit a7-a5 alles ab - und Weiß kommt nicht recht voran. Darum wählt GM Sergeev einen etwas langsameren, jedoch nachhaltigeren Aufbau, bei dem der Springer zunächst über a3 nach c2 mäandert, gefolgt von a2-a3 und dann wirklich mal b2-oder b3-b4, mit Raumgewinn und endlich etwas Spiel am Damenflügel. (Anmerkung: warum nur all diese Mühe? B2-b4 kann man doch auch sehr schön bereits im 1.Zug durchsetzen!)

7...Le7

8.Sa3, 0-0

9.Sc2, a5

10.Tb1, Te8

11.a3

Auf die alte Weise - Weiß ist bereit zu b3-b4! (Nochmalige Anmerkung, siehe oben: warum nicht b2-b4 gleich im ersten Zug, wenn es doch so erstrebenswert erscheint?) - Schwarz kann b4 nun nicht mehr stoppen. Macht ja aber nichts!, sagt Holger und spielt ...

11...Tb8!?

Holger 3

Huch?

12.b4, axb4

13.axb4, b5!

Holger 4

Ein schmuckes Konzept frisch aus der norddeutschen Tiefebene - nun erklärt sich auch der ominöse Turmzug im 11.Zug. Schwarz stoppt die weiße Expansion, und markiert den Bauern b4 als mittelfristiges Angriffsziel für den Tb8, den Springer c6 und den Läufer e7. Hübsch!

14.Sd2, Lb7

[%draw arrow,g2,c6,black][%draw !,f4,black][%draw !,d6,black][%draw !,c5,black][%draw !,h1,black]14....bxc4, 15.Lg2xc6! The white bishop rises.

Pardon, liebe internationale Leserschaft, ich habe keine Ahnung, was die ganze geballte Ladung an Schriftzeichen in der ersten Zeile bedeuten soll. Sieht aber nach was aus, immerhin. Es muss was mit der Diagrammfunktion bei der SCID-Schachsoftware zu tun haben - die ist ganz großartig, aber mit den Diagrammen war es etwas kompliziert.

15.c5

Macht den Laden erstmal dicht. Stockfish findet 15.e3 plausibler, aber wer soll das immer alles durchschauen?

15...Sf6

Ähnlich wie Anatoly Karpov ist Holger Hebbinghaus ein Meister der Springerführung. Kaum hat der Kollege auf d7 keine Zukunft mehr, wendet er sich via f6 neuen Zielen zu: auf nach d5, auf nach c3! (Damit, man beachte, bewegt sich das Pferd zum dritten Mal. Aber warum auch nicht? It's a free country.)

16.Sb3, Dd7

17.Lb2, Sd5

18.Dd2

Langsam dämmert es nun auch dem oberflächlichen Kommentator - noch immer wurde in dieser Partie nichts abgetauscht! Wie soll es da jemals zu einer Entscheidung kommen?

18...Ta8

Weiteres Manövrieren. Wir sagen nur: Karpov.

karpov bundesliga
                                                The boss of it all

19.Ta1

Türme tauschen, und dann Remis?

19...Ta4!

Holger 5

Immer wieder eine wunderbare Idee - wenn schon Turmtausch auf der a-Linie, dann nur zu Holgers Bedingungen. Bei jedem Tausch entsteht nun ein entfernter schwarzer Freibauer. Bei jedem Nicht-Tausch drückt der schwarze Turm unangenehm auf b4. Darum:

20.Txa4, bxa4

21.Sc1, Sa7

Wie immer im Schach kann man schwer sagen, wer eigentlich vorne liegt - das unterscheidet uns von unserem großen Brudersport Fußball. Steht Schwarz hier besser? Bekommt Weiß nun Spiel? Am besten spielt man einfach weiter, dann wird man es schon sehen. - Wir möchten nicht versäumen, ein weiteres Mal auf die hohe Spielkunst des Schwarzen hinzuweisen - kaum hat der Bauer b5 (buchstäblich) das Feld geräumt, schickt sich das Pferd auf c6 an, via a7 nach b5 zu wandern. Und von dort - nach c3?

22.Sa3, Lf6

Stockfish findet hier Tb8 besser, mit Druck auf den Bauern b4. Doch wer hat schon einen Computer während der Partie? Der Textzug Lf6 ist bringt erst einmal Ruhe ins Spiel, sichert die Mitte. Alles Weitere kommt später.

23.Sa2, La8

24.Sc4, Se7

Gewieft! Mir wäre das nicht eingefallen - der Läufer a8 ist doch eigentlich einer von den Guten? Lieber würde ich ja den Läufer f6 abtauschen, guckt dieser doch lediglich auf den Rücken seiner Bauern. Indes:

25.Lxa8, Txa8

[%draw circle,g1,yellow][%draw circle,d7,purple][%draw circle,e4,purple][%draw circle,f3,purple][%draw !,g4,purple][%draw arrow,a7,b8,black][%draw arrow,b8,a1,black][%draw arrow,a4,b7,black][%draw !,a6,black][%draw arrow,a7,a3,black]

Schon wieder diese heftigen Buchstabenkonglomerate! - warum auch immer. Aber siehe da - schon steht der Turm hinter dem Freibauern a4! Eine sehr gute Konzeption von Schwarz, vor allem in der praktischen OTB (over the board - so ein Begriff macht sich immer gut in jedem Artikel) - also, vor allem in diesen sogenannten OTB-Partie kann das nicht ganz verkehrt sein.

26.e4

Sichert die Mitte, und macht den schwarzen Läufer f6 noch ein bisschen schlechter. Allerdings wäre nun das forsche dxe3 en passant interesant gewesen: der Bauer d3 wird/ bleibt schwach, und der Springer kann auf d5 einfallen. Schwarz spielt etwas anderes, und auf einmal hat die weiße Stellung Stabilität - wer weiß, nun kann auch mal f2-f4 kommen? Alle, die hier lieber Weiß hätten, heben stehen bitte kurz mal auf und klatschen in die Hände.

26...Sec6

27.Ta1

Das war es erstmal mit dem f2-f4-Plan.

27...Sb5

28.Sc1

Holger 6

28..... h6

29.Se2, Dg4

30.Kg2, Lg5

In dieser schwerblütigen Partie zeigen sich die ersten Anzeichen von agressiven Handlungen: Schwarz greift die weiße Dame an und droht sie im nächsten Zug zu schlagen! Auch sonst hat Holger, der frühere hamburgische Nachwuchsspieler, alles unter Kontrolle, was ja immer ein gutes Omen ist. Die weiße Dame muss weichen, und dabei am Besten weiterhin den Bauern b4 bewachen - keine sehr ehrenvolle Aufgabe, für eine Königin.

31.De1, Ta7

Ein etwas rätselhafter, wohl aber tiefer "move in mysterious ways" - Alpha Zero wird ihn besser verstehen als ich.

32.h3, De6

33.h4, Lf6

34.Lc1, Kh7

35.Ld2

Das verhaltene Manövrieren setzt sich auf beiden Seiten fort. Langsam nähern sich aber beide Spieler, GM sowohl als FM, der ersten Zeitkontrolle. Werden beide die Nerven bewahren und ruhige, langsame Züge machen, oder kommt es zum gefährlichen, zeitnottypischen "lashing out"?

35...Le7

36.Dd1

Ein kluges Umgruppieren - jetzt, wo der Läufer den Bauern b4 deckt, ist die Dame frei, den Kollegen a-Bauern in den Blick zu nehmen. Und wie soll Schwarz den jetzt noch halten?

36...f5!

Holger 7

Sehr gut - Holger verteidigt durch prophylaktisches Verwirren. Erst einmal muss der weiße König etwas luftiger gestellt werden.

37.f3, fxe4

38.fxe4

Sichert die gute Struktur, aber wie wir wissen: jeder Bauernzug hinterlässt zwei schwache Felder!

38...Dg4!

Holger 8

Ein prächtiges Feld wurde frei - hier stellt man seine Dame gerne hin, und zunächst einmal droht (wenngleich plump) der schöne Zug Lxh4.

39.Kh2, a3

Links drückt der a-Bauer, rechts droht die schwarze Dame - Flügelzange! Man beneidet GM Sergeev eher nicht um seine Verteidigungsaufgabe. Erst einmal versucht der Favorit seine Figuren besser zu harmonisieren. Irgendwie aber arbeiten diese auch weiterhin nicht zusammen.

40.Ta2, Ta8

41.Le1, Tf8!

Ein kleines Ausrufezeichen für die Freiheit des Geistes: eben noch deckte der Turm den Freibauern a3, doch wird dieser nun zurückgelassen. Der weiße König ist ein lohnendes Ausflugsziel!

42.Dd2, Tf1

Nun andersherum: wer hier lieber mit Schwarz spielen würde, winke bitte mit dem rechten Arm, schreite ans Fenster und rufe etwas laut in die Gegend hinaus!

43.Sxa3

HOLLA! Ein massiver Zug, prinzipiell, entscheidend, gewagt! Weiß entscheidet sich für volles Risiko und kassiert endlich auf dem Damenflügel ab - was aber wird sein König dazu sagen, so ganz allein auf der anderen Seite?

43...Sxa3

44.Txa3

Und nun, SF Hebbinghaus? Auf das intuitiv attraktive Dg4-f3 hält Weiß mit Se2-g1 seinen Laden wohl zusammen, und dann läuft alsbald der b-Bauer los. Was aber ist mit ...

44...Sxb4!

Holger 9

Yep! Dasselbe Motiv wie vorhin! Der Springer macht einen entscheidenden Sprung in die gegnerische Hälfte.

45.Sg1, Lxc5

46.Tb3, De6

Konsolidierung und Kontrolle, nachdem der Mehrbauer eingefahren wurde - so gewinnt man gegen Großmeister!?

47.Tb1, Sa6

48.Kg2, Tf8

49.Sf3, Ld6

50.Dc2, Df6

51.De2, Sc5

holger 10

Elegante Technik und gute Springerführung - alle Figuren bleiben im Spiel, werden ohne Eile auf bessere Felder gestellt, und irgendwann setzt man den Mehrbauern in Bewegung. Dvoretzki hätte seine helle Freude gehabt!

52.Tb2, De6

53.Lb4, Sd7

Springerzug! Holger wird in dieser Partie zum Pferdeflüsterer.

54.Lxd6, cxd6

Oder alternativ Dxd6, ohne dass die Bauern verdoppelt werden.

55.Df2

Trickreich ... denn 55...Sf6 [55...Sc5 56.Sg5+! hxg5 57.Dxf8]

56.Tb7, Dc8

So mancher (ich zum Beispiel ...) hätte hier den "logischen Zug" Sg4 erwogen, und einige (ich zum Beispiel ..) hätten ihn sogar gezogen. Schade nur!, dass dann wieder Sf3-g5+ kommt, und weg ist der Turm auf f8. Darum der kluge Damenzug mit Tempo zurück nach c8: nun ist der Springer frei und kann nach g4 kommen!

57.Db2, Sg4

Erneut ein Springerzug, hinauf auf ein Riesenfeld - das rechtzeitige Anschwächen f6 - f5 x e4 im 36.Zug hat sich gelohnt.

58.Sg1, Se3+

Dieses Pferd - vor langer Zeit ins Rennen gegangen von seinem Heimathof auf g8 - findet den Weg nun fast im Schlaf.

59.Kh2, Tf2+!

Holger 11

Bestens gelöst - keine Freude mehr für den großmeisterlichen Gegner, die Dame wird vom Brett genommen, und es kommt ein Endspiel, in dem auch Tricks keine Hoffnung mehr bieten. Agonie.

60.Dxf2, Sg4+

Springerzug!

61.Kg2, Sxf2

62.Tb3, Sd1

BIG HORSE STRIKES AGAIN.

Dieser schöne Rappe hat seine Reise auf g8 begonnen, zog dann über f6 früh nach d7, schaute man am Damenflügel vorbei, zog hinüber zum Königsangriff, gewann dabei die weiße Dame und machte dann auch noch den letzten Zug der Partie.

Sechzehn Züge machte dieses Pferd, mehr als 25% der Holgerschen Züge insgesamt. Das muss man erst einmal schaffen, ohne abgetauscht zu werden! Und darum jetzt, verdientermaßen:

0-1

Holger 12
  Am Ende einer langen Reise: der Springer g8 erreicht die gegnerische Grundreihe!

Die sehr gelungene Hebbinghaus'sche Partie kann hier

http://view.chessbase.com/cbreader/2019/6/23/Game81219553.html

noch einmal interaktiv nachvollzogen werden, mit Dank an die Firma Chessbase, die dieses tolle Feature global und kostenfrei ermöglicht.

Wir bitten indes, uns etwaige kleine Rechtschreibinakuratessen in selbigem Link gnädig nachzusehen - der dort hinterlegte Text war ein eher noch rohes Skript, das wir aus organisatorischen, technischen und finanziellen Gründen nicht mehr adäquat nachbereiteten. Die Züge allerdings stimmen - und das ist ja auch die Hauptsache.

Mittwoch, 19 Juni 2019 22:29

Tausend Kinder in der guten Stube

Wenn man sich das Wetter heute abend in Bremen ansieht -  Blitz, Donner, Regenguss - merkt man wieder einmal, was für kleine Fischlein wir Menschen doch eigentlich sind. Froh, in unseren Häusern sitzen zu können, überstehen wir wohl auch dieses Unwetter, doch wenn die Natur mal so richtig, richtig ernst machen würde, dann sähen wir wohl alle ziemlich alt aus.

Das Bremer Wetter wird auch morgen eine große Rolle spielen und über Wohl und Wehe einer beeindruckenden Schachveranstaltung entscheiden. Initiert und koordiniert von Schachfreund, Fußball-Nationalspieler und Werderaner Marco Bode, mit viel Energie begleitet von Chessbase, Björn Lengwenus (Hamburger Schachjugend!) und der Bremer Bildungsbehörde werden am Donnerstag 1000 (taus-send) Schülerinnen und Schüler, Schüler und Schülerinnen aus ganz Bremen die gute Stube (= den Marktplatz) der Hansestadt aufsuchen und gemeinsam ein MEGA-Schachturnier spielen - das größte, das es jemals hier gab, größer als der Werder Monatsblitz, und dennoch erheblich, erheblich kleiner als das legendäre Hamburger Titanenmatch Linkes Alsterufer gegen Rechtes Alsterufer.

Wenn ich das richtig geographisch zuordnen kann, würde Bremen ja sozusagen mit zum linken Alsterufer gehören? Doch da sollten wir lieber Björn Lengwenus fragen. Alle TeilnehmerInnen morgen auf dem Marktplatz der Stadt jedenfalls kommen aus Partnerschulen des Projektes "Schach macht schlau", einem Pilotprojekt an Bremerhavener und Bremer Grundschulen. Hier werden seit dem letzten Sommer LehrerInnen für das Betreuen und Fördern von Schachunterricht geschult - dabei kommt noch einmal Chessbase ins Spiel - , so dass an der Weser der Anteil der echten Schulstunden mit dem Thema "Schach" in sehr kurzer Zeit deutlich nach oben geschnellt ist.
So soll das sein, und neben dem vielen Rechnen am Brett und dem Kämpfen mit dem Gegner macht es den Kids und ihren Trainern ja vor allem auch Spaß, Schach zu spielen.

Und nun? Morgen um acht Uhr beginnt der Aufbau in der guten Stube, die Firma JOKE stellt Tische und Stühle zur Verfügung, die Azubis der Bremer Straßenbahn AG passen auf, dass keine Bahn zu nahe an den Schachtischen auf dem Rathausmarkt vorbeigleitet, und dann kann es um Zehne losgehen - zwei Partien wird jede(r) gegen denselben Gegner spielen, dann Tausch der Gegner mit dem Nebenbrett, noch einmal zwei Partien, und wer einen Punkt holt, bekommt - eine Nuss! Alle Gewinnernüsse werden dann in ein gewaltiges Glas geworfen, von dem jedes Team eines befüllt - ein sehr sympathisches Verfahren, denn wessen Glas am Ende am meisten Siegernüsse gesammelt hat, entscheidet den Tag für sich!

Wäre doch schön, wenn da das Wetter mitspielt - sonst wird es sicherlich lange Gesichter und eben keine Nüsse geben. Und wo es doch heute abend schon so sehr geregnet hat an der Weser und drumherum - da müsste doch morgen eigentlich die Sonne scheinen ... mal sehen.

Eine Live-Übertragung der 4 x 500 Partien wird morgen leider noch nicht angeboten - aber Moment! Natürlich ist eine Kamera dabei, und wenn es auch nur die Webcam der Seite Wetter.com ist, die mit einigem Abstand und aus (wer weiß das schon genau, wir sagen mal) 30 Meter Höhe Bilder der Veranstaltung übertragen wird.

Bremen Markt
Der aktuell etwas verregnete, aber natürlich wunderschöne Bremer Markt.
             (Wer findet die kleine Möwe, die sich mit aufs Bild gesetzt hat?)    Webseite: www.bremen-tourismus.de

Sollten ab acht Uhr früh große Menschen durch Bild laufen, sind es entweder Marco Bode, Björn Lengwenus oder auch Oliver Höpfer vom SV Werder, der als Chef der Schachabteilung ebenfalls viel zur Vorbereitung der ambitionierten und sehr inspirierten Veranstaltung beigetragen hat.
Und ab zehn Uhr dann beginnt Thursday for Tunierschach - tausend(e) Jugendliche können sich nicht irren, weder morgen noch am Tag darauf bei einer ähnlichen Veranstaltung!

Liebe Leserinnen der Schachwelt, liebe Leser der Schachwelt,

wir geben es zu, die Überschrift war nur ein Trick. Dies ist noch kein Artikel, nur eine Vorschau, ein Teaser, ein Appetizer, denn bald schon - bleiben Sie dran! - erscheint an dieser Stelle ein Bericht, eine Partie mit Springerzügen, vielen vielen Springerzügen, ein Eldorado der Springerzüge, und wer bloß spielt so eine Partie, und dann auch noch mit den schwarzen Steinen?

Der allfällige Magnus Carlsen ist es nicht, die supranationale Krennwurzn ist es leider ebenfalls nicht, und doch ist es jemand, den hier alle kennen, schätzen und verehren. Ein Kind des Nordens, und ein König der Springerführung, wie die Partie bald schon beweisen wird!

Bis es aber soweit ist und der Artikel das Licht der Schachwelt erblickt - Musik! Und: dranbleiben!

Siegerverehrung!

Nun also ist es so weit, und danke an MiBu für das dezente "Nudging" im Kommentarbereich und den Hinweis, dass nun alle Ergebnisse ausgespielt sind.
Hier die an alle LeserInnen vertrauensvoll übermittelten Resultate des internationalen Bundesliga-Tippspiels 2018/2019 "Eine neue Liga ist wie ein neues Leben":

a) Wer wird Meister? Baden-Baden, das Leicester City des Südwesten, Sensationsteam der Saison 2018/ 2019.

    Zwei Punkte für MiBu und Holger Hebbinghaus, die irgendwie schon vorher den Braten gerochen haben müssen. Chapeau!

BadenBaden
Nobody does it better - Baden-Baden war die Überraschungsmannschaft der Saison

b) Wer wird Vize? Hockenheim

    Nochmal zwei Punkte für MiBu und Holger, die Schachwelt-Tippspiellegende

 

c) Wer wird öfter spielen? Richard Rapport

    Zwei Punkte für unseren Leser ta!

 

d) Wie viele schöne Punkte holt Werder? 17 Punkte, weniger als erhofft - darum keine Punkte für irgendjemanden! Nächstes Jahr holt Werder dann eben mehr als alle dachten.

 

e) Nur fünf Teams holten mehr als zwei Brettpunkte gegen den Dauermeister - das muss besser werden, Leute, so wird das nichts mit "Breaking Baden-Baden".

    Keine Tippspiel-Punkte für niemanden.

 

f) Der HSV, der HSV, der HSV ist wieder da! Ja, aber leider erst frühestens ab der Saison 2020/2021 - und selbst da muss man erst mal sehen. Den braven Hamburger Fußballern bleibt auf ewig die Erinnerung an den schönen 1 : 0 Sieg im Finale des Landesmeisterpokals 1983!

 (Damals war ich noch kein HSV-Fan, so dass dieses Highlight leider an mir vorbeigegangen ist. Schlechtes Timing ...)

    Da alle Tippspiel-Kandidaten freundlicherweise auf einen HSV-Aufstieg tippten, erhalten sie bei dieser Frage noch weniger Punkte als der HSV an den letzten 17 Saison-Spieltagen (= ungefähr 2 Punkte).

 

Auswertung:

Letzter Platz: Die Krennwurzn! und der mir leider nicht bekannte User "Olaf Steffens" - beide holten mit unterschiedlich verwegenen Tips null Punkte.

Beide Leser verdienen damit uneingeschränkt den ...

Schlusslicht

Platz drei: ta! Wir sagen tada!, und Glückwunsch! zu zwei soliden Tippspiel-Punkten

Platz eins und Platz zwei, brüderlich geteilt: Holger Hebbinghaus und MiBu - Ihr seid die Besten, mit vier von möglichen 10 Punkten. Das ist schon mal was, und man sieht, Ihr habt viel gelernt hier im Blog, doch im nächsten Jahr strengt Euch noch etwas mehr an. Sonst bleiben die Preise in Bremen!

Die wundervolle Bremer Hachez-Spezial-Stadtmusikanten-Schokolade wird in den nächsten Tagen auf den Weg gehen zu Euch.

Danke an alle fürs Mitspielen!

 

Donnerstag, 14 März 2019 17:54

Komm wir geh'n ins Schachkino: The Dark Horse

Heute abend: a) Besuch im Schachverein, und dann b) Besuch im Heimkino, denn zu sehr sehr später Stunde zeigt der wunderbare WDR den neuseeländischen Film "The Dark Horse". Denn Achtung: DAS ist ein Film über Schach!

Der deutsche Verleih machte aus "The Dark Horse" das sperrige und für mich eher abschreckende "Das Talent des Genisis Potini", doch keine Sorge, es ist derselbe Film. Wer also um 23:25 Uhr noch nicht unter die Bettdecke schlüpfen möchte/ muss/ will, kann eine langsame Geschichte miterleben vom anderen Ende der Welt, in der es um Schach geht, um die Jugend, um die Schwierigkeit des Existierens, um Hoffnung, schöne Augenblicke, und auch, wie man in einer Gruppe (Verein! Freunde!) aufgefangen werden kann, wenn es mal nicht so gut läuft.

"The Dark Horse" ist kein ganz einfacher Film, und der Schach-Content ist auch nicht überbordend groß, doch immer präsent, denn die Hauptfigur ist ein ehemaliger Meisterspieler, der anfängt, eine Gruppe von Maori-Jugendlichen auf ein Turnier in Auckland vorzubereiten - wie wird das wohl ausgehen?

Leider wird auch dieser interessante Kinofilm versteckt auf einem Späti-Sendeplatz, da offenbar alle Eigen-Produktionen des öffentlichen Fernsehens stets wichtiger und bedeutsamer sind und daher die besten Startzeiten erhalten (20:15 Uhr - immer eine Eigenproduktion, immer was Deutsches).

Doch sei's drum. Bleibt man eben wach, oder guckt es in der Mediathek. Trotzdem ist es mir nicht klar, warum ARD, ZDF, die dritten Programme die ganzen sehenswerten Filme aus aller Welt immer ins Nachtprogramm verschieben, statt auch mal etwas Tolles um 20:15 Uhr rauszuhauen.
Andererseits, so bleibt Zeit für den Vereinsabend ab 19 Uhr, und für das Werder-Open, das heute ja in seine dritte Runde geht. Auch schön!

Aljechin Euwe 1935
Aljechin - Euwe 1935: erst WM-Partie spielen, und dann den Spätfilm gucken (23:25 Uhr, WDR)

Foto: http://oudzuylenutrecht.nl/euwe-aljechin-1935-2/  (bedankt!)

Bye Bye Bruno Ganz: der Schweizer Schauspieler und große Charakterdarsteller hat uns gestern verlassen und ist, wer weiß, weitergezogen in ein anderes Universum. Oft steigerte er mit seiner verschmitzten Präsenz, viel Charisma und einer etwas knorrigen Jovialität die Intensität der erzählten Geschichten, und es reichte oft schon, seinen Namen in der Besetzungsliste zu sehen, um neugierig zu werden auf einen Film. Nun ist er nicht mehr da, leider, und schon jetzt ist eine Lücke zu spüren. Einer, der das Gute verkörpern konnte, ist gegangen.

Wir sind hier zwar ein Schachblog, doch mit Recht hat Jörg Hickl uns den Namen Schach-Welt gegeben, so dass wir natürlich auch mal über etwas von außerhalb der 64 Felder und vier Brettkanten schreiben dürfen. Es heißt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und wenn das so ist, wie viel müssen dann erst bewegte Bilder sagen können? Einiges, das steht fest, und bevor wir schließlich (versprochen!) doch noch zum Schach kommen, hier drei kleine Clips aus den letzten fünfzig Jahren:

a) Bruno Ganz in "Der amerikanische Freund" (1977)

Ganz alte Bundesrepublik! Dennis Hopper wohnt in den 1970er Jahren irgendwo fischmarktnah in Hamburg an der Elbe, und überredet einen sterbenskranken Freund - Bruno Ganz! -, für ihn jemanden zur Seite zu räumen für einiges Geld. Ein leicht anrüchiger Auftrag natürlich, und vermutlich sogar unmoralisch, doch heyhey, es ist ein Film, und wir als Schachspieler sind anrüchige (Remis-)Angebote und derbe Tricks ja auch vom Schachbrett her gewohnt.

Eine rauhe Geschichte also, von Patricia Highsmith erdacht, von Wim Wenders verfilmt, und aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig slow in der filmischen Umsetzung. Aber das macht ja nichts, es ist großes Kino, und die Geschichte spitze. Ein Highlight von vielen: der Trans-Europa-Express, rotweiß, als geplanter Schauplatz eines gar finsteren Verbrechens.

b) Der Himmel über Berlin (1987)

Zehn Jahre weiter, wir kommen nach Berlin. Wie wir Schachspieler ja wissen, würde schon in wenigen Jahren mit Vladimir Kramnik ein noch relativ unbekannter, wenngleich schon damals sehr großer russischer Schachfreund in die Hauptstadt kommen und für Empor Berlin (cooler Name!) in der Bundesliga punkten.
Noch aber ist die Grenze dicht, und im öden Niemandsland zwischen Ost und West begann wiederum Wim Wenders einen Film zu drehen. Zwei Engel schauen sich das Treiben der Menschen in Berlin an, schweigen, staunen, fühlen mit - Otto Sander mit rauchiger Stimme und Bruno Ganz in langen Mänteln, die ebenso grau sind wie über weite Strecken auch der Film. Aber "Der Himmel über Berlin" hat Herz und Wärme, und das nicht zuletzt durch Peter Falk, der als amerikanischer Schauspieler einen Film dreht und offenbar irgendwie Engel wahrnehmen kann. Oder bildet er es sich nur ein, und was meint dazu eigentlich der Imbissverkäufer?

Und die Engel? Verlieben sich, einer zumindest, und werden neugierig darauf, wie es wohl wäre, nicht mehr Engel zu sein, sondern ein Mensch - und sterblich. Ob das eine gute Idee ist?

 

c) Schwarz und Weiß wie Tage und Nächte (1978)

Willkommen zurück, liebe Schachfreunde, jetzt geht es wieder um den Sport unseres Vertrauens!

Wir sehen eine große Bühne, zwei Meister spielen eine Partie, der eine Sowjetrusse (die rote Fahne weht auf seinem Tisch), der andere Bruno Ganz, dem Regisseur Wolfgang Petersen hier die weißen Steine und eine deutsche Nationalität gab. Einiges Publikum verfolgt das Match im Theatersaal, intensiv tickt die Schachuhr, und anders als heute trennen nur ein paar freie Sitzreihen, jedoch kein schallsicheres Glas die Fans von ihren Helden. Offenbar hat der deutsche Spieler geopfert und stürzt sich mit seinen Figuren - Springer, Läufer, Dame! - nun auf den russischen König, der offenbar schon etwas benommen zwischen der e-und der c-Linie hin und her taumelt.

"Fragment of 'Schwarz und weiß wie Tage und Nächte' (film produced in 1978 by Wolfgang Petersen and starring by Bruno Ganz). After 20.Bf4!!, Qxa1 21.Qd3+ Kc8 22. Nxa8, Qxb2 23.Qc2 +!!, World Champion Koruga resigns because 23...Qxc2 24.Nb6# (This game corresponds to game played in 1974 between Rafael Vaganian and Albin Planninc in the Hastings tournament)."   (Zitiert nach Pepgalobardes, www.youtube.de)

Bruno Ganz spielt hier nicht nur eine schöne Angriffspartie, er erweist sich zudem als Meister der non-verbalen Kommunikation und schüchtert seinen Gegner mit allen nur erlaubten Mitteln ein: Herumtigern nach jedem Zug, Rauchen, Rauchen, Rauchen, im Rücken des Gegners umhergehen, und - damit würde er bei Jürgen Kohlstädt und allen Schiedsrichtern des Landes heute nicht mehr durchkommen - mehrfaches Ziehen im Stehen und OHNE Notation der Züge. Verheerend!

Wir verstehen indes, dass dies der Dramatik der Szene sehr zuträglich ist, und wollen daher nicht murren. Ein Kleinod aus der Abteilung "Schach im Film" - intensiv und spannend, und höchste Zeit, diese Szene hier zu zeigen.

 

"In Interviews gab sich Ganz meist bescheiden. Selbst nach mehr als 100 Filmrollen und unzähligen Bühnenauftritten machte sich der über 70-Jährige noch Sorgen um seine Karriere, äußerte Angst davor, keine altersgerechten Rollen mehr zu bekommen. Dem Magazin Bunte sagte er 2010, gefragt nach seinem Lebenswerk: "Ich habe mir Mühe gegeben, und vieles hat geklappt." Stolz sei er vor allem darauf, "den Vernichter Alkohol" besiegt zu haben. Nach jahrelanger Abhängigkeit habe er sich an die Anonymen Alkoholiker gewandt und seine Sucht überwunden."

Carolin Ströbele, Der Überirdische (www.zeit.de am 16.Februar 2019)

"In [...] "In der weißen Stadt" von 1983 schaut Ganz als Schiffsmechaniker auf Landgang am Tresen einer Lissabonner Kneipe erst aufmerksam, dann irritiert, dann grinsend auf eine Uhr, die rückwärts läuft. "Aber nein", berichtigt ihn die Barfrau, die kurz darauf seine Geliebte werden wird, auf Französisch, "elle marche juste", die Uhr läuft richtig, "die Welt läuft falsch".
Jetzt ist sie wieder einmal falsch herum gelaufen, und wir haben nur noch Aufzeichnungen und Erinnerungen an diesen freundlichen, schmerzlich nachdenklichen, anmutigen Künstler."

Jürgen Kaube, Die Welt läuft falsch (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 17.Februar 2019)

Arrivederci, Bruno!

Sonntag, 10 Februar 2019 21:47

About the Keizer system

Ein langer Tag am Schachbrett heute schon wieder - im Viertelfinale des Niedersachsen-Bremen-Mannnschaftspokal empfingen wir Werderaner heute das Team des SK Nordhorn-Blanke. Um zehn Uhr ging es los, und darum hieß es ultrafrüh aufstehen für die vier Nordhorner, alldieweil sie doch erst einen großen Teil Niedersachsens durchmessen mussten, ehe sie in Bremen an die Bremer traten - vielleicht ein weiteres Indiz dafür, dass Schach doch ein Extremsport ist.

Auch wenn der Kampf mit 3,5 - 0,5 deutlich für den SV Werder endete (ähnlich wie das 4-0 der Fußballer gegen Augsburg im benachbarten Weserstadion - wir hörten sozusagen jedes Tor live mit beim Torjubel) - eine schachliche Sternstunde war es nur bedingt, und durchaus auch hätte es mit Vorteil für unsere Gäste enden können. Mehr dazu aber schreibt mit viel Elan David Kardoeus in seinem Pokalbericht auf der Werder-Seite!

Wir wollen heute aber noch den Blick auf etwas ganz anderes richten: Nordhorn, Holland, alternative Turnierideen! Und so verrät ein Blick auf die Vereinsseite des SK Nordhorn-Blanke, dass derzeit dort das Schnellturnier ausgetragen wird, und zwar nach dem sogenannten Keizer-System. Wir sagen: Keizer-System? Nie gehört! Aber das hat wie immer nicht viel zu bedeuten, und in Nordhorn scheint man mit diesem speziellen und aus Hengelo/ Niederlande stammenden Modus gut zu fahren.

"The Keizer system is well known in the Netherlands and in Belgium, but is still hardly known in other parts of the world. This is pitiful because it is a very nice competition system in many circumstances, especially for club competitions." (Quelle: www.jbfsoftware.com/wordpress/sevilla-keizer//wordpress/sevilla-keizer/)

Tatsächlich bietet diese Turnierart eine entspannte Art der Organisation:

  • man muss nicht an jedem Turnierabend teilnehmen und erhält dennoch einige Punkte,
  • man spielt oft und teils wiederholt gegen dieselben starken Gegner, und
  • der ganze Ablauf funktioniert auch prima, wenn an einem Spielabend mal nicht so viele Mitglieder kommen

Möglicherweise kennen unsere LeserInnen draußen vor den Sendegeräten das Keizer-System ja schon lange, setzen es in ihren Vereinen ein und können berichten, wie und wie gut so ein Keizer-Turnier läuft? Schreibt doch einmal - vielleicht können wir helfen, einen tollen Modus auch hierzulande bekannter zu machen. Bedankt!

Keizer/ Kaiser/ Keyser gibt es in unseren Gefilden natürlich schon seit langem (der letzte deutsche Vertreter musste glücklicherweise 1918 gehen). Wir hören von Roland Kaiser, den Kaiserchiefs, den Fußballern von Kayserispor in der Türkei und von unserem Kaiser Franz Beckenbauer, der bedingt durch Steuer-Verwerfungen jedoch lichtgestaltmäßig leicht angeschlagen ist.
Überall Kaiser! Ein Supermarkt heißt hierzulande so, auch ein bekannter Versicherungsvertreter, ein (wie wir heute lernten) holländisches Paarungssystem für Schachturniere ebenfalls, und dann ist da noch Keyser Söze, der fiese Oberschurke im Klassiker "Die üblichen Verdächtigen" von 1995.

Und eine bekannte Szene aus diesem Film, die kann man doch sicher gut parodieren? Leslie Nielsen!

Nun müssen wir aber erst einmal das Senden einstellen - im WDR kommt jetzt doch Zeiglers Wunderbare Welt des Schachspiels Fußballs!

PS Mit Grüßen an SF Holger Hebbinghaus: Ascheregen auf unser Haupt - die Partiekommentierung, die Du vor einiger Zeit bei unserem exklusiven Bundesliga-Tippspiel gewonnen hast, ist auf dem Weg ... !

Samstag, 02 Februar 2019 22:47

Bundesliga dahoam

Die Bayern kommen! Die Hansestadt Bremen zog die Köpfe ein, denn zwei süddeutsche Schachteams präsentierten sich heute bundesligamäßig an der Weser: einmal BCA Augsburg, respektabler Aufsteiger aus der Fuggerstadt, und dann das (neben dem FCB natürlich) Bayernteam der Herzen, die MSA Zugzwang München, geführt vom delmenhorststämmigen Markus Lammers, einem Sohn der Region, einem Butenbremer also, der es im Süden unter anderem zu IM-Ehren und zum Kapitänsamt bei der Münchner Schachakademie gebracht hat - Kompliment!

Viertes Team im Bunde war neben den ortsansässigen Werderanern der SV Mülheim Nord, etablierte Liga-Fachkraft aus dem Westen, und auch leicht favorisiert gegen Augsburg - am Ende aber stand ein wohl leistungsgerechtes Unentschieden für beide Teams zu Buche. Frühe Führung für Mülheim mit einem schwungvollen Sieg des mehrfachen Deutschen Meisters Daniel Fridman (ich bin ein großer Fan!), dann Remis Remis Remis, und schließlich der Ausgleich durch Nikola Nestorovic gegen den jungen Holländer Liam Vrolijk - 4 : 4!

Liga 1
Daniel Fridman setzt matt! - nur wenige Züge später. So müsste man Schach spielen können, aber wie bloß lernt man das? (Bild: Chess24)

Die Werderaner waren noch aus dem Vorjahr gewarnt - dort hatte Zugzwang München unter der schon damals bewährten Leitung von --> Markus Lammers den Grün-Weißen ein hübsches 4 - 4 abgeknöpft und war dabei dem Sieg verdächtig nahe gekommen. Heuer, wie man im Süden ja sagt, will es für die Bajuwaren noch nicht so richtig funken, leider steht man tief im Süden der Tabelle, und heute zumindest hat sich daran nicht viel geändert.

Die acht Hansestädter (von den sieben allerdings aus ganz Europa angereist kamen, und der achte aus dem schönen Osnabrück) - die acht Sportbremer also taten sich für längere Zeit schwer, und als parteiischer Zuschauer musste man schon ein wenig die Tatsachen ins Gute verbiegen, um optimistisch auf einen günstigen Ausgang für Werder hoffen zu können.

Markus Lammers
         Markus Lammers: Rückkehr in die alte Heimat!

Dann aber fuhr Team Hansestadt doch noch einige Punkte ein, vielleicht fühlte sich Zugzwang nördlich des berüchtigten Weißwurst-Äquators doch ein wenig unwohl. Romain Edouard gewann mit einem schmucken Benoni, Wouter Spoelman stellte sich beinahe Orang-Utan-mäßig auf (wobei sein b-Bauer jedoch nur bis b3 vorging) - er eroberte erst Material und dann die Partie zum 3 - 1 Zwischenstand, nachdem zuvor Eichler - Babula und Mons - Fressinet Remis ausgingen.

Zugzwang hielt den Ball noch lange im Spiel, letztlich endete die Begegnung indes hoch mit 7 - 1 für Werder bei weiteren Siegen von Zbynek Hracek, Tomi Nybäck, Martin Zumsande und Zahar Efimenko in seiner schon 5.? oder 10.?, nein, sogar 16.! Spielzeit beim SVW.
Kopf hoch aber, Ihr Münchener, und viel Glück in den kommenden Spielen - kann noch alles werden mit den Punkten, ganz wie in den letzten Jahren! Und mit Leon Mons an Eins kann man eigentlich gar nicht absteigen.

Zahar
             Fußball-Großmeister Marco Bode (30 Jahre bei Werder)
ehrt den ukrainischen Großmeister Zahar Efimenko (15 Jahre bei Werder!)

Mons
                GM Laurent Fressinet wehrt sich gegen GM-Schreck Leon Mons.

Tja, und das war es dann auch schon für heute in Bremen. Schön wäre es, wenn man als Zuschauer die eine oder andere ELO-Gutschrift erhalten könnte, alleine für das Dabeisein und Zugucken, vielleicht auch fürs Daumendrücken. Es würde den Anreiz für Schach-Besucher enorm erhöhen, tatsächlich einmal zu den Turnierorten zu pilgern und den HeroInnen ihres Sports über die Schulter und bei ihren Abenteuern zuzusehen. Im Stadion unseres Vertrauens, Heim für gut 40.000 Gäste, wenn die Fußballer kommen, waren anwesend heute: eine relativ leicht überschaubare Anzahl von Besuchern beim einzigen Heimspiel der Saison 2018/2019.

"Die Schach-Bundesliga, außerhalb der Schachszene weiß so gut wie niemand von ihrer Existenz. Selbst viele Schachspieler kennen die Liga nicht und noch weniger interessieren sich für sie."
         (Ilja Schneider, Unsere Bundesliga soll schöner werden, Schachblog, www.zeit.de)

Warum ist das Zuschauerinteresse (ja nicht nur in Bremen) so verhalten - und ab/ bis wann kann man überhaupt noch von Zuschauer-Interesse sprechen?

- Am Eintrittspreis sollte es nicht liegen, bei Werder liegt er bei 5,-€ und ermäßigt 3,-€ - wer in grün-weißem Outfit kommt, kann sogar umsonst eintreten (gilt jedoch nicht für Trikots des VfL Wolfsburg)

- Werbung wird in bescheidenem Umfang gemacht, wir werben auf der Seite des Bremer Landesschachbundes, auf unserer eigenen Webseite, auch im Weserkurier und auf Postern werden die Spiele angekündigt, und natürlich in den zahlreichen Schachmedien (print und online). Wer will, kann es mitbekommen.

 Bundesliga Plakat Februar 2019

Wenn wir mit Werder III oder Werderzwo im Norden unterwegs sind oder mit dem Werder-Pokalteam über Land fahren, kommt überraschend oft dennoch immer gerne mal die Frage von Spielern der anderen Vereine, in welcher Liga denn unsere Erste eigentlich spielt. Die Antwort ist dann (seit 20 Jahren, sozusagen) "Bundesliga", doch nun gut, vielleicht hat das einfach keine Relevanz in unserem Sport, keine Bedeutung, kein Flair - aber kann es denn sein, dass die "höheren Ligen" im Schach und die Mannschaften, die sich dort tummeln, nur so wenige interessieren? Ein erstaunliches Phänomen.

- Liegt es vielleicht an der Live-Übertragung der Partien, aller Partien, auf dem schönen Portal der Schachbundesliga? Die Hürde, nun doch mal bei Wind und Wetter aufzubrechen und sich zum Spielort zu begeben, ist sicherlich höher, wenn die Partien (alle!) fast zeitgleich, ohne viel Mühe und erst recht ohne einen Kostenbeitrag auch fix mal im Internet angesehen werden können - und sei es auch nur mal so, nebenbei. Wirklich, wer läuft dann noch in den Turniersaal?

Auch wenn das Live-Übertragen natürlich modern, attraktiv und einfach state-of-the-art bei jedem ordentlichen Schachturnier ist, vielleicht bringt es die Veranstaltung vor Ort dann doch um den einen oder anderen interessierte(n) Zuschauer(in). Für die Atmosphäre im Spielsaal ist das, so kann man vermuten, nicht immer nur gut. Schade, schade - und was war nochmal der Vorteil des aufwendigen Übertragens?

- Weitere Hypothesen - ist der Liga-Modus überholt? Sollte Bundesliga als Schnellschachturnier gespielt werden, mit Blitzentscheid bei unentschiedenen Partien? Muss Magnus Carlsen an allen Bundesligaspielen gleichzeitig teilnehmen, um Zuschauer anzuziehen? Kommen Besucher wirklich nur dann, wenn parallel zu Ligaspielen noch Simultanspiel und Blitzturnier angeboten werden? Und wie wäre es - wie auch von Ilja angeregt - mit dem freien und nicht meldelistengebunden Aufstellen der Mannschaften, ähnlich wie in den Niederlanden. Auch könnte man für den ersten Teil der Partien die gute (?) alte Zeitnotphase wiederbeleben, und bis zum 40. Zug ohne Inkrement spielen. Brächte das an der Oberfläche wieder mehr Leben, Wahnsinn und Show in die Partien?

- Noch weitere Fragen: ist die Anzahl der ZuschauerInnen denn überhaupt ein Kriterium? Sollten wir uns als Nischensport verstehen und damit glücklich sein? Reicht es nicht auch aus, wenn nur diskret (und sogar zahlreich!) im Internet zugeschaut wird, und im analogen Spielsaal sitzen nur noch die Teams, ein Schiedsrichter und natürlich jemand, der für alle Kaffee kocht? Gehört die Zukunft der ProLeague und den Berlin Bears (schon wieder mit Leon Mons!!)?

- Warum gibt es eigentlich immer so viele Fragen - und ist das immer alles eigentlich so wichtig? Sollten wir (ernstgemeint) zum Wohle der Welt nicht lieber Elefanten retten, Wale, Giraffen, den brasilianischen Urwald, die Weltmeere und den Hambacher Forst, gegen den C02-lastigen extensiven Flugverkehr kämpfen und  endlich für das Ende der Massentierhaltung?
Ich jedenfalls gehe nun erstmal ins Bett, denn huch!, morgen muss der Zuschauer der heutigen Spiele im Weserstadion ein, zwei oder sogar drei Ligen unter der Bundesliga schon wieder selber am Brett sitzen und das Nachdenken simulieren. Und das allein, wie jeder weiß, ist schwer genug - immerhin kann man auf Kaffee hoffen.

Glück auf darum allen Leserinnen und Lesern, und ein gutes Händchen morgen in den Ligaspielen!

 

Das kann doch einen Meister nicht erschüttern! Gleichauf eilten David Höffer, Ilja Schneider und Christian Richter von Sieg zu Sieg bei den Bremer Blitzmeisterschaften, doch nicht allein die besten Schachzüge sollten an diesem Tag das knappe Turnierrennen entscheiden.

15 schwere Runden traditionell sind an der Weser zu spielen, ein veritabler hansestädtischer Halbmarathon, und nicht sehr lange dauerte es, da hatten sich SF Richter (Werder Bremen), SF Höffer (SK Delmenhorst) und der amtierende Deutsche Blitzmeister SF Schneider (Chessfriends Berlin!) vom Rest des gut fünfzigköpfigen Feldes abgesetzt.

Hier mal ein Matt, dort mal ein Figurengewinn, man kennt das ja, und immer die schnelle Zughand, hopphopp, da blieb den allermeisten Bremern am Ende meist nur die Aufgabe, gefolgt von einem schnellen Gang zur ausgezeichneten Kaffeetheke des SK Bremen-West, der heuer die Ausrichtung der Veranstaltung übernahm und einmal mehr liebevoll und souverän durchführte.

blitzschach
     Bernd Feustel: Was Sie schon immer über das Bremer Blitzschach wissen wollten

Im Gleichschritt bogen SchneiderRichterHöffer dann auch auf die Zielgerade ein, und hätte nicht ein wenig Technologie Einzug gehalten in das Regelwerk unseres schönen Sports, wer weiß, wie es ausgegangen wäre. So aber, vierzehnte Runde, die ersten Züge waren gerade gespielt, da hallte schallend ein frohes Lied durch den Saal - fünf Sekunden nur, dann war es schon vorbei, doch auch das war lang genug, um zu wissen: da hatte ein Handy geklingelt! Oder zumindest ein Geräusch von sich gegeben, und das soll ja nicht sein. Regelwerk eben.

Schach ruft mich an ... und ich muss gehen

Es folgte der bekannte Dreisprung "Partiebeginn - Handyklingeln - Partieverlust": auch wenn es Peter Jürgens von den SF Lilienthal wohl nicht ganz angenehm war, so ging der Punkt aus dieser Partie dann doch an ihn. Und wer war sein Gegner? An Brett 1 hatte Peter dem nicht nur in Bremen bekannten, beliebten und vor allem hochgeschätzten Ilja Schneider gegenübergesessen, bis, ja bis die Partie krude von modernster Smartphone-Technik erst unterbrochen und dann beendet wurde.
Das gefürchtete "Nokia-Gambit" - wer kennt es nicht, das Unbehagen, welches das Handy in Schachspielerhand als auch in Schachspielertaschen auslöst? Selig die Zeiten, wo wir alle nur am Festnetz sprechen konnten, oder maximal in Telefonzellen. Fern waren alle Sorgen!

Dabei war es noch nicht einmal ein ehrlicher Klingelton, der zum Partieverlust führte, denn selbstverständlich hatte Ilja vor Turnierbeginn alle erforderlichen Einstellungen an seinem Gerät vorgenommen. Oder - fast alle, denn ihm war der Wecker entgangen, der vom Vortag offenbar noch für den Nachmittag eingestellt war, und nun an der Weser einfach nochmal ein temperamentvolles Klingeln von sich gab.

Das war nicht gut, und es kostete einen wichtigen Punkt - doch Ilja war souverän, nahm es mit viel Humor und machte sich auf den Weg in den Vorraum, denn dort warteten ja wie gesagt Ingo Veit und Joachim Kropp von den SF Bremen-West mit Kuchen, Kaffee, Kaltgetränk.

Besonders schön: diese memorable Partie bestritt Peter Jürgens in einem Schach-Pullover mit dem nicht ganz unpassenden oder für diesen Anlass sogar visionären Aufdruck: "Schach ruft mich an ... und ich muss gehen". Hätte Ilja diese subtile Warnung doch bloß ernster genommen!

Schach ruft mich an
            Schach ruft mich an - Aufgeben - und ich muss (ans Büffet) gehen!  (Foto: Ilja Schneider)

Der Turniersieg war damit durchaus unglücklich vergeben, doch Ilja brachte das Turnier mit zwei weiteren Siegen gekonnt zu Ende, wurde mit 12 Punkten Dritter und damit bester Nicht-Bremer. Knapp vor ihm FM David Höffer (DEL!) mit 12,5 Punkten, und der neue Bremer Meister, IM Christian Richter, der seine stattlichen 13 Punkte nach einem etwas unrunden Start in beeindruckender Manier einfuhr. Glückwunsch an alle drei! Die Ergebnisse des Wettbewerbs findet man hier auf der Seite des Bremer Landesschachbundes.

Auch sonst hatten einige der neueren Blitzregeln hier und da im Wettbewerb gewissen Einfluss. Immer mal rutschte den 50 Apologeten des königlichen Spiels ein falscher Zug aufs Brett - zweihändige Rochade, stehengelassener König, Orang-Utan-Eröffnung - was konsequent zu einer kleinen Zeitstrafe führte und dem Gegner eine einminütige Gutschrift einbrachte, mit Fachwissen von den Schiedsrichtern fix auf den elektronischen Uhren eingestellt.

Neu ja auch die strenge Vorschrift, dass beidseitig gefallene Plättchen keineswegs mehr als Remis gewertet werden. Das Fähnchen bringt es an den Tag - nun unterliegt derjenige, dessen Zeit zuerst abgelaufen ist. In der Partie Olaf Steffens - Peter Jürgens führte dies zu einer Entscheidung, und somit wurde es hier ein Punkt für mich, den ich wenn auch mit etwas Unbehagen einbuchen konnte.
Mit einigem Turnierglück und unerwartet vielen Punkte in den letzten Runden vermochte ich mich dann sogar noch bis auf Platz vier vorzurobben, direkt hinter RichterHöfferSchneider, den großen Drei des bremischen Schachs. Hurra!

Als Beleg für besagtes Turnierglück möge die folgende hanebüchene Stellung aus der Partie Stefan Schwenke - Steffens dienen:

 Stefan Schwenke Steffens
                         Allgemeine Verunsicherung bei den schwarzen Steinen

In Wirklichkeit war meine Stellung noch ein wenig schlechter als abgebildet, das Diagramm ist lediglich eine Erinnerung aus Zeit- und allgemeiner Schachnot. Hier versuchte ich den Trick 1....De6-d6? und drohe so etwas wie ein Grundreihenmatt. Stefan parierte das aber locker mit 2.Dg2-a8+, Kc8-c7 3.Sb4xa6+. Nun geht nur 3... Kc7-b6, und meine Dame geht mit Schach verloren nach 4.Td1xd6+. Feierabend für Schwarz ..., eigentlich!

Doch erstmal schnell wiedernehmen: 4.... Sf7xd6 - und Überraschung, nun droht auf e1 immerhin ein Grundreihenmatt (!), und der weiße Springer hängt.

Bei nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr warf Stefan mit 5.a2-a4 den Bauern für ein schnelles Luftloch nach vorne (5.Da8-h1 war möglich, oder 5.Da8xe8), doch nun zeigte sich, dass nach 5.....Te8xa8 auch noch seine Dame hing. Wir hackten noch ein paar Züge aufs Brett, bevor er aufgab - kein schönes Ende einer von ihm toll gespielten Partie. Manchmal hat man Glück.

Und hier, für alle Freunde des Meisters und ehemaligen Zoodirektors:

War es das schon wieder mit dem Sommer? Wenn man aus dem Fenster schaut, ziehen graue Wolken vorbei, kühle Winde pfeifen durch den Regen und nachts fällt Dunkelheit über das Land – wie soll man da in Badelaune kommen oder zum Eis essen gehen? Wer gehofft hatte, dass im Jahr 2018 endlich wieder einmal ein schöner Sommer kommt, wird spätestens jetzt enttäuscht sein. Allerdings ist es ja auch schon November.

Kommen wir darum zu schöneren Themen, und damit unmittelbar zur Schachbundesliga, die in diesen Tagen wieder den Betrieb aufnimmt. Nach gut einem halben Jahr brettspielloser Zeit stellen die Reckinnen und Recken der höchsten deutschen Spielklasse wieder die Figuren auf, und wir sagen – das wurde auch Zeit!
Fast alle anderen Ligen zwischen Dänemark und Ditzingen, Nordwalde und Neubrandenburg haben bereits die erste Runde ausgetragen und sind mutig in die neue Saison gestartet. Allein auf der Chefetage, bei den oberen Sechzehn, zierte man sich noch, doch nun hat alles Warten ein Ende, und elektrisiert wie in jedem Jahr lauert die Schachgemeinde auf das erste Wochenende an den Brettern.

                               fressinet
                                                                    Bundesliga geht wieder los: Michael Adams und Laurent Fressinet

Obwohl das wohlfeile Motto "gens una sumus" sicher auch im Oberhaus gelten sollte, setzen viele Mannschaften mutmaßlich wieder alles daran, der Schachabteilung des SV Werder auch in der neuen Saison den Meistertitel streitig zu machen.

Mit Erfolg ist dies den Schachfreunden Schwarzwald aus Baden-Baden seit 2005 ja schon ab und an gelungen, und auch in 2018/2019 scheint die ständige Vertretung von Grenke Leasing in der Bundesliga den Siegerpokal in den tiefen Süden holen zu wollen. Passabel genug aufgestellt zu diesem Behufe sind sie möglicherweise.
Baden-Badens nahe Verwandte von den SF Deizisau und auch Hockenheim gehen ELO-stark ins Rennen, ebenso wie die SG Solingen. Wenngleich mit Richard Rapport eine schillernde Schachfachkraft in den Schwarzwald abwanderte, ist Klingenstadt wie alle anderen Top-Teams bedrohlich für Werders zarte Hoffnungen auf einen kleinen Spitzenplatz. Rücksichtnahme auf die Wünsche der Vereine im Norden, Freundschaft, Solidarität oder gar "gens una sumus" - diese ehrenvollen Motive scheinen in der großen Bundesliga nichts zu zählen, und besonders dann nicht, wenn man gegeneinander antritt. Gönnt denn eigentlich niemand den Bremern den Titel?

Bundesliga aktuell
Spannung schon vor der ersten Runde! MSA Zugzwang 82 deutlich in Führung, aber Baden-Baden ist den Münchnern bereits auf den Fersen, ebenso wie Viernheim (neue Liga!)
und - der Hamburger SK, worüber wir uns natürlich freuen. Fehlstart allerdings für Klingenstadt Solingen und auch Werder, die aktuell auf oder nahe einem Abstiegsplatz liegen. (Bild: schachbundesliga.de)

Und huch!, auch die vier Neulinge im Oberhaus schicken sich an, das Gefüge ordentlich durchzuwirbeln. Wir sehen respektvoll nach Viernheim (stark!), Düsseldorf (Jan Timman!), Augsburg (Augsburger Schachpuppenkiste!) und auch nach Kiel (Nordclub!) - von diesen Vertretern muss keiner wirklich auf den Abstiegsrängen landen. Und ganz sicher wurde im Frühling an allen vier Standorten der Aufstieg entsprechend gefeiert.

Kleine Prognose: ganz offenbar ist die Bundesliga in dieser Saison durch die Bank so gut aufgestellt, dass überhaupt niemand absteigen wird. Dafür ist das Feld weitgehend zu ausgeglichen, und eigentlich gibt es niemanden, den Hauptschiedsrichter Jürgen Kohlstädt nach Saisonende guten Gewissens in die zweite Liga strafversetzen könnte  - alle viel zu stark!

Und damit endlich kommen wir zum großen Schachwelt-Tippspiel 2018/2019. Liebe Leserin, lieber Leser, wir erwarten Eure schonungslosen Antworten auf die folgenden Fragen:

a) Wenn schon (s.o.) leider nicht der Hamburger SK oder Werder Bremen - wer wird dann Meister? (2 Punkte)

b) Und Vize? (2 Punkte!)

c) Wer wird öfter spielen - Ilja Schneider (Chessfriends Berlin) oder Richard Rapport (OSG Baden-Baden)? (2 Punkte)

d) Wie viele (Mannschafts-) Punkte holt Werder Bremen? (2 Punkte)*

e) Wie viele Clubs werden gegen Baden-Baden mehr als 2,0 Brettpunkte holen? (2 Punkte)*

Und damit wir alle auch noch ein bisschen Weltwissen demonstrieren können, die etwas fachfremde Frage

f) Steigt der Hamburger SV zum Ende der Saison wieder in die Fußball-Bundesliga auf? (2 Punkte)

* Die Antwort darf hier um einen Punkt abweichen und wird trotzdem als richtig gewertet.


Antworten bitte im Kommentarbereich oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   (bitte gebt in diesem Fall dann einen Namen an, unter dem wir Euren Tipp hier veröffentlichen).

Bei Punktgleichheit entscheidet a) Buchholzwertung, ansonsten b) der direkte Vergleich und dann c) Blitzentscheid.

Wir freuen uns auf Eure Einsendungen. Abgabeschluss ist der Samstag, 10.November 2018, um 14 Uhr Bremer Zeit.

Und was gibt es zu gewinnen? Wie immer eine schmackhafte Tafel Bremer-Stadtmusikanten-Schokolade!

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                                                         Auf zum Schachwelt-Tippspiel!

Freitag, 19 Oktober 2018 17:17

Europapokal: Solingen ist Deutscher Meister!

Mit einem 3 – 3 Unentschieden gegen E.S. Thessalonikis endete für den SV Werder Bremen das Abenteuer Europapokal in dieser Saison. Im Spiel gegen den griechischen Vertreter fuhren Vlastimil Babula und Gerlef Meins zwei volle Punkte ein, doch bewiesen die Griechen auch in dieser Schlussrunde ein gutes Standing und stellten mit Siegen gegen Alexander Markgraf und Jan Werle den Ausgleich her. Solide Unentschieden spielten Spartak Grigorian und Martin Zumsande.

Die Grün-Weißen eroberten damit ihren achten Mannschaftspunkt bei durchweg respektabler Gegnerschaft. Das Turnier beendete Team Hansestadt damit als 19. von insgesamt 61 Teilnehmern – das ist sehr ok, wenn auch vielleicht etwas unterhalb der durch den überraschend weit vorderen Startplatz (Rang 10) geweckten Erwartungen. Doch es ist ja nur typisch für Erwartungen, dass sie sich nicht unbedingt erfüllen (müssen), und mit dem soliden Rang 19 kann Werder ganz zufrieden auf eine intensive Woche am Schachbrett mit den ganz Großen unseres Spiels (Magnus Carlsen, Liren Ding, Michael Buscher) zurückschauen.

Liren Werle
Analyse nach langem Ringen: Liren Ding - Jan Werle endete mit einem schönen Remis für den Werderaner

Der SVW liegt mit acht Punkten gleichauf mit den sehr honorigen Mitstreitern von DJK Aufwärts Aachen, dem Koninklijke Gentse Schaakkring Ruy Lopez (KGSRL) aus Gent sowie der SG Zürich, und nur einen Mannschaftspunkt hinter den SF Berlin und der erfolgreichsten deutschen Vertretung, der SG Solingen (das ist die heimliche Deutsche Meisterschaft - Glückwunsch!).

Die Werderaner punkteten in Porto Carras überwiegend im Rahmen ihrer Erwartungen, und es war vor allem der erfahrene Großmeister Vlastimil Babula, der sich mit 5 Punkten aus 7 Partien am zweiten Brett ein ELO-Plus von gut 14 Punkten erkämpfen konnte.

Sieger des Wettbewerbs wurde Mednyi Vsadnik St.Petersburg, das in einem dramatischen Spiel die bis dahin führende norwegische Mannschaft von Magnus Carlsen, Valarenga Sjakklub, mit 4 – 2 bezwang.

Turnierseite

Mittwoch, 17 Oktober 2018 19:54

Werder ist bereit für die WM

Der Europapokal, das letzte Turnier vor der Schachweltmeisterschaft in London: im November wird dort um den Titel gespielt, und sowohl defending champion Magnus Carlsen als auch der SV Werder Bremen präsentieren sich zuvor in Porto Carras ein letztes Mal der Schach-Öffentlichkeit.
Der SV Werder besiegte in der heutigen sechsten Runde den estnischen Vertreter SK Reval-Sport mit einem formschönen 4,5-1,5 und zeigte sich damit in fast schon glänzender WM-Form. Carlsen indes scheint in Griechenland vor dem großen Match befangen und konnte von seinen letzten vier Partien nicht eine einzige gewinnen. Auch heute musste der ambitionierte Norweger gegen den unbekannten Chinesen Liren Ding den sicheren Remishafen anstreben.

Das alles nährt hierzulande natürlich die Hoffnung, dass nach Emanuel Laskers Regentschaft (1894-1921) die WM-Krone endlich wieder einmal nach (Nord-)Deutschland geholt werden könnte. Der SV Werder jedenfalls scheint für dieses Unterfangen aktuell gut genug aufgelegt zu sein. Drücken wir den Bremern die Daumen - toi, toi, toi!

magnus carlsen
                                            Die Schachwelt schaut nach London!

Carlsen-Herausforderer Werder ging gegen den SK Reval-Sport als Favorit an die Tische und steuerte nach drei Stunden einem verdienten Mannschaftssieg entgegen.

Gemäß dem etwas kruden und etymologisch wohl eher dem schleswig-holsteinischen Sprachgebrauch zuzuordnenden Motto "Oben halten, unten spalten" ließen Jan Werle, Vlastimil Babula und Alexander Markgraf an den vorderen Brettern nichts anbrennen und erzielten drei sichere Unentschieden - fast wären hier noch mehr Punkte möglich gewesen.
Diese allerdings holten sich die Hanseaten an den unteren drei Brettern: sowohl Christian Richter als auch Gerlef Meins und Martin Zumsande orientierten sich aus soliden Stellungen heraus nach vorne und profitierten dabei von taktischen Ungenauigkeiten ihrer auf dem Papier etwas schwächeren Gegner.

So stand am Ende ein ermutigendes 4,5 - 1,5 zu Buche. Auch wenn es gegen Magnus Carlsen in Kürze deutlich schwerer werden wird, war es ein Sieg, der das Bremer Selbstvertrauen vor der WM noch einmal stärken dürfte.

Europapokal Foto 2018
                            Team Hansestadt: die Herausforderer sind bereit für die WM

Die weiteren Gewinnzahlen der 6.Turnierrunde:

- Grantham Sharks: yep! 3,5 : 2,5 gegen allerdings wesentlich schwächer aufgestellte Finnen vom SK Comeon.

- Elisabeth Pähtz' Caissa Italia Pentole Agnelli findet weiterhin nicht so recht in das Turnier und verliert leider erneut: 1,5 - 2,5 gegen die ukrainischen Damen von Kyiv Chess Federation.

- ein großer Tag dagegen erneut für die SF Berlin aus der Bundeshauptstadt Berlin: ein überzeugendes 4 - 2 gegen die SF Wirtzfeld (mit IM Juri Boidman an Brett 2). Da jibs nüscht zu meckaan!

- SG Zürich (mit Lother Vogt) und die SG Solingen trennen sich bei vier entschiedenen Partien 3 - 3

- DJK Aufwärtstrend Aachen wird nach dem gestrigen Kantersieg gegen das holländische Leiden vom belgischen Eynatten wieder auf den Boden zurückgeholt und unterliegt mit 4 - 2.

- Magnus Carlsens Valerenga Sjakklubb trumpft auf und ringt den mazedonischen ALKALOIDEN die ersten Mannschaftspunkte ab: 3,5 - 2,5, und die Tabellenführung für die Norweger!

- MiBus Echiquier Amaytois unterliegen der holländischen BSG mit 4 - 2. Wir sagen: schade! und verleihen unserer Hoffnung Ausdruck, dass die morgige Schlussrunde den Echiquiers einen versöhnlichen Turnierabschluss ermöglichen möge!

 

Soweit für heute? Morgen um 14:15 Uhr die letzte Runde, und der Schluss-Spurt um die besten Plätze beim ECC. Welcher Verein aus dem Bundesgebiet - Solingen, Berlin, Aachen oder Bremen - wird am Ende die meisten Punkte sammeln und damit zum heimliichen  Deutschen Meister? Wir gucken uns das an. Aber erstmal noch ein bisschen ....

Lass uns nochmal um die Häuser ziehn
schonungslos und ohne Hintersinn
willenlos und immer mittendrin
an den letzten warmen Tagen in Berlin

(Element of Crime, Alle vier Minuten)

Tjaja, Berlin! Da fährt man schon mal weg aus Deutschland und reist rund 2000 Kilometer über Land nach Süden, und wer wartet dann auf der anderen Seite des Schachbretts - die Schachfreunde Berlin! Die Auslosung der fünften Europapokalrunde paarte die Mannen des SV Werder mit der ständigen Vertretung Berlins beim Europapokal, und was konnte es da Besseres geben als eine brüderliche Punkteteilung nach gut 4 Stunden Spielzeit?

3 - 3 lautete am Ende das Ergebnis im erweiterten Nordderby, und wie befürchtet waren sowohl Werder als auch Berlin die erwartet schweren Gegner - vier der sechs Spiele endeten mit einer resolut entschiedenen Partie, es gewannen Jan-Michael Sprenger mit viel Dynamik und Alexander Seyb für Team Bundeshauptstadt, als auch Vlastimil Babula und Martin Zumsande auf überzeugende Weise für die Bremer Farben. Dem Derby eine versöhnliche Note gaben Rainer Polzin im Spiel gegen Christian Richter (remis!) sowie Marco Baldauf und Alexander Markgraf (remis!).
Damit stehen beide Mannschaften mit je 5 Mannschaftspunkten im europäischen Mittelfeld, und das ist ja auch schon einmal was. Von dieser Warte aus kann man noch gut Punkte aufbauen in den letzten beiden Runden, und wer weiß, wer da noch kommt - vielleicht ja sogar die Grantham Sharks!?

Was sonst noch geschah:

- Schachgesellschaft Zürich: leider eine hohe Niederlage für Lothar Vogt  und sein Team gegen Mednyi Vsadnik St.Petersburg

- unser belgischer Lieblingsverein Echiquier Amaytois mit unserem geschätzten Leser MiBu geht ein bisschen unter (0,5 - 5,5)  gegen Molodezhka - noch immer ist nicht ganz geklärt, zu welcher Föderation diese Mannschaft gehört (wir tippen heute mal auf Österreich).

- die SG Solingen ist wieder da: klarer Erfolg gegen den SK 1911 aus Norwegen. Gut gemacht!

- die DJK Aufwärts Aachen mit Weltmeister Alexander Donchenko hat sich von Magnus' Leuten gestern nur vorübergehend stoppen lassen: heute ein geschmeidiges 4,5 - 1,5 gegen die LSG Leiden (?) ("Ich wünsch' Dir Liebe ohne Leiden" - ein alter Song von Udo Jürgens)

- mein anderer belgischer Lieblingsverein Eynatten (am Brette dort Thomas Koch und GM Michael Hoffmann) rang bei Redaktionsschluss noch mit dem slowakischen Dunajska Streda (2,5 - 2,5) - wir bleiben dran.

- Caissa Italia Pentole Agnelli, die Mannschaft von Elisabeth Pähtz, hatte es heute schwer und verlor mit 1 - 3 gegen Odlar Yurdu. Es bleibt der Trost, dass Caissa Italia Pentole Agnelli ein wirklich schöner Clubname ist!

- Und hatten wir es schon gesagt: mein belgischer Lieblingsclub, die Grantham Sharks, are going strong, winning with 4,5 - 1,5 against Hillerod Skakklub aus Südskandinavien. Go, Sharks, go!

 

Und das war es schon wieder für heute - wir melden uns wieder, wenn es weitergeht. Bis dahin, und Grüße nach Berlin!