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Wer konnte Deutscher Meister?

Schachfiguren belagern das Schwetzinger Schloss Schachfiguren belagern das Schwetzinger Schloss OSt

Es ist ja irgendwie schon wieder ein Weilchen her, dass sich die Bundesliga im schönen Schwetzingen ein Stelldichein  gab – alle 16 Teams trafen sich für die letzten drei Runden der Saison, und das Schwetzinger Schloss gab dem Ganzen einen sehr feierlichen, sehr gelungenen Rahmen.
Trotz Live-Übertragung im Internet hatte sich eine stattliche Zahl von Schlachtenbummlern auf den Weg zum Spielort gemacht, um dort an über hundert Brettern Spitzenschach live und zum Greifen nah zu genießen.
Auch Anatoly Karpov war da und verlieh dem Ganzen weltmeisterliches Flair, ebenso wie Herbert Bastian (präsidiales Flair), Otto Borik, Hartmut Metz, Georgios Souleidis und Frank Zeller (journalistisches Flair), Peter Svidler und  Ilja Schneider (schachliches Flair, und überhaupt).

Toll war´s!

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 Das Schwetzinger Schloss: hier lässt es sich gut flanieren (Foto: Andreas Praefcke, vielen Dank!)

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Ohne Helfer geht gar nichts - der SV Hockenheim hatte alles großartig organisiert

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Glücklich der Mann, der ein Bundesligaspieler ist!

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Welt am Draht: Klaus Bischoff kommentiert für die Internetgemeinde - und für die Zuschauer vor Ort

Nun werden es die meisten unserer geneigten LeserInnen schon wissen oder ohnehin gar nicht anders erwartet haben – die OSG Baden-Baden ist ein weiteres Mal Deutscher Meister geworden und wurde dafür in Schwetzingen mit einem prächtigen Pokal belohnt. Glückwunsch dazu auch vom Team der Schach-Welt-Redaktion!

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 So schön strahlt nur ein Schachpokal. Georgios Souleidis und ein Kollege aber scheinen unbeeindruckt.

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Und noch mehr journalistisches Flair vor Ort: die Jungens von DeepChess!!! Media

Aus Bremer Sicht endete die Saison so gut wie kaum noch erwartet – mit drei Siegen in Schwetzingen kam das Werder-Team noch auf den 5.Platz in der Endtabelle.
Besonders erfreulich: der schon seit vielen Jahren von Matthias Krallmann trainierte „Schachprinz“ Matthias Blübaum blieb in allen neun Spielen ohne Niederlage, gewann dabei viermal in style und krönte eine beeindruckende Saison mit seiner ersten GM-Norm.
Allerdings benötigte er dafür in Schwetzingen noch einen dritten Gegner mit GM-Norm – und es war Glück für Matthias, dass bei den Schachfreunden Berlin am siebten Brett mit Rainer Polzin tatsächlich ein Großmeister "in Reichweite" war.

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Das Org-Team denkt an alles

Am Samstag baute Werder sein Team darum beim Frühstück noch kurzfristig um und zog Matthias hoch auf Brett sieben. Gerlef Meins verzichtete dabei freundlicherweise auf seinen Einsatz, Stephan Buchal rückte spontan am achten Brett ins Team, und tatsächlich ging die Wette auf – Rainer Polzin saß wie erhofft am siebten Brett und kämpfte mit Matthias ein Unentschieden aus, so dass er nach einer weiteren Punkteteilung am Sonntag seine erste Norm geschafft hatte (super!).
Das freut uns, und ebenso natürlich die GM-Norm von Ilja the Schneider, der im selben Mannschaftskampf Laurent Fressinet besiegte (wow!) und dadurch ebenfalls zu einem Drittel schon einmal Großmeister ist. So soll es sein!

*****

Nun hörten wir bereits, dass Baden-Baden wiederum Meister geworden ist  - wir möchten allerdings vorsichtig einschränkend anmerken, dass die Badenser zwar einmal mehr sehr schön und beeindruckend die Liga dominierten – um aber auch im großen Schachwelt-Bundesliga-Wettbewerb vorne zu liegen, hat es diesmal leider nicht gereicht. Wir erinnern uns:

Im Herbst fragten wir bei unseren Lesern vertrauensvoll an, welche dieser beiden (fiktiven) Spielgemeinschaften am Ende wohl vorne liegen würde:

a) der Hamburger SK und Werder Bremen, zusammen mit dem SK Norderstedt und Falko Meyer, oder doch eher

b) die OSG Baden-Baden und Jan Gustafsson, zusammen mit der SG Forchheim?

Das Rennen war wide open, und nur die mutigsten unserer Leserinnen und Leser haben sich hier zu einem Tipp bei "Wer kann Deutscher Meister?" hinreißen lassen.

Und tatsächlich: mit einem flotten Schlussspurt sicherte sich der Norddeutsche Bund aus HSK, Werder und den Teufelskerlen (+ Marta Michna) vom SK Norderstedt in der vergangenen Spielzeit insgesamt deutliche 37 Mannschaftspunkte.
Die SG Baden-Forchheim dagegen brachte es nur auf 32 Punkte - und dass, obwohl der junge Forchheimer Leon Mons mit dem ungestümen Morra-Gambit eine tolle Partie gegen Weltklassemann Arkadij Naiditsch gewinnen konnte.

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 Zwei Haudegen unter sich: Leon Mons, der nächste deutsche Weltmeister, und Jonny Hector aus Schweden

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Mit Norderstedt erfolgreich beim Norddeutschen Bund: Falko Meyer, das Hamburger Urgestein

Somit also ist die Welt aus norddeutscher Sicht doch wieder ganz in Ordnung und die Spielzeit 2012/2013 hat noch ein versöhnliches Ende gefunden. Glückwunsch darum an den Norddeutschen Bund – fünf Punkte Vorsprung vor Baden-Baden und Forchheim, das ist doch mal was.

Die wichtigere Frage aber ist: welcher unserer LeserInnen hat das große Tippspiel gewonnen? In über 180 Ländern dieser Erde konnte man sich ja beteiligen, doch nur vier unserer Einsender haben auf den Norden gesetzt:

 1) Holger Hebbinghaus (seine Vorhersage: der Norden gewinnt mit 4 Punkten Vorsprung)

2) Olaf Steffens (der Norden gewinnt, ein Punkt Vorsprung)

3) Caissa (der Norden gewinnt mit drei Punkten)

4) Thomas Richter (de Norden boven, und zwei Punkte Vorsprung)

 

Somit ist es entschieden - die Preise werden wie folgt vergeben:

Platz 1 

Man glaubt es ja nicht, aber einmal mehr gewinnt …

Holger Hebbinghaus!

Er erhält eine besonders schöne Ausgabe von Otto Boriks Schach-Magazin 64 (Heft 7/2005), "Anand eine Klasse für sich"

Platz 2

Unser Leser Caissa erhält ein wohlwollendes Grußwort von GM Michael Hoffmann (SG Solingen)

Platz 3

Thomas Richter (!) – sein Preis: wir veröffentlichen eine Partie von ihm, und werden wie immer versuchen, sie irgendwie sinnvoll zu kommentieren

So sieht´s aus - danke fürs Mitmachen!

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 Ging bei unserem Tippspiel leider leer aus, doch ihm bleibt ja der Weltmeistertitel: Anatoly Karpov

Olaf Steffens

Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919 (moinmoin!), den MTV Leck (hoch an der dänischen Grenze!), den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen.

Seit 2012 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen.

Größte Erfolge:
Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, 5.Platz beim letztenTravemünder Open 2013, und Sieger des Bremer Hans-Wild-Turniers 2018.

Größte Misserfolge:
Werd´ ich hier lieber nicht sagen!

Größte Leidenschaften:
früh in der Partie irgendetwas mit Randbauern und/ oder g-Bauern auszuprobieren und die Partie trotzdem nicht zu verlieren – klappt aber nicht immer.

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