China will sie spielen sehen

Wartet auf ein Angebot: Judit Polgar Wartet auf ein Angebot: Judit Polgar Timea Saksa
In Wien werden an diesem Dienstag die Maccabi-Spiele eröffnet, die Olympischen Spiele der jüdischen Sportler. Alle vier Jahre findet sie in Israel und alle vier Jahre in einem anderen Land statt. 2009 in Netanya gab es ein hochklassiges Schachturnier mit Gelfand, Beljawski, Judit Polgar, Nepomnjaschtschi und acht weiteren starken Großmeistern. Dieses Jahr ist es wieder ein Amateurturnier. Aber am Sonntag wird Judit Polgar ein Simultan spielen, anlässlich der Benennung des Rudolf-Spielmann-Platzes vor dem Wiener Haus des Schachsports gleich beim Praterstadion. Ob ich ihr etwas über Spielmann sagen könne, fragte sie mich, als ich sie für die Jüdische Allgemeine interviewte. Ich konnte sie auf die Schnelle auch nur auf Wikipedia verweisen. Zeit, ihre Hausaufgaben zu machen, hat sie ja noch. Wobei sie natürlich schon in der Vorbereitung für die Mannschafts-WM in China steckt, wo Ungarn mit Leko, Almasi, ihr und Berkes stark auflaufen wird.
 
Polgar erwähnte, dass sie von chinesischer Seite wieder Anfragen habe für ein großes Match gegen eine Frau. Vor Jahren war es um Xie Jun gegangen, die aber eigentlich nie auch nur annähernd ihre Kragenweite hatte. Jetzt geht es um Hou Yifan. Es wäre kein offizieller WM-Kampf, sagte Polgar, aber jeder würde es wohl als einen ansehen. Und sie würde es sehr ernst nehmen (und sich ein halbes Jahr für Vorbereitung und Match nehmen), wenn auch das Angebot ernst (sprich: lukrativ) sei. Noch ist die 17jährige Chinesin deutlich hinter Polgar, aber in etwa drei Jahren könnte es ein spannendes Duell sein. Ihre Meinung über die Trennung des Frauenschachs wird es aber wohl nicht mehr ändern.    
 

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