Wann ist ein Senior ein Senior
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Sonntag, 13 Dezember 2015 15:02

Wann ist ein Senior ein Senior

So sollte eigentlich ein deutschsprachiger Welthit unbestätigten Quellen ursprünglich lauten, wurde aber wegen phonetischen Stolpersteinen dann doch als Männer mit der Textzeile „Wann ist ein Mann ein Mann?“ veröffentlicht. Reale Stolpersteine gibt es seit dem Vorjahr als die FIDE beschloss, dass es nun zwei FIDE Seniorenkategorien geben sollte und Österreich dies als FIDE Musterland sofort umsetzte und in den nationalen Elolisten nun S50 bzw. S65 bei den entsprechenden Spielern vermerkte. Nun waren nicht alle mit dieser Einteilung zufrieden und so wandte sich der Schachlandesverband OÖ – eifrige Leser wissen es: das ist das Heimatbundesland der Krennwurzn – hilfesuchend an das nicht minder unbekannte IST (Institut für Sinnlose Turniere), welches schon hervorragende Arbeit bei Turnierserien ohne Teilnehmer und Mannschaftsturniere für Zwei, und GLEICH weitere geleistet hatte. Und gemeinsam gelang es eine schöne Ausschreibung mit Umschiffung fast aller FIDE Vorgaben zu schaffen:

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Ziel war es, dass sich zwei landestypische Senioren - also Menschen, die älter als 60 sind oder es in diesem Jahr noch 60 werden – mit einem Jungsenior verstärken können, ohne aber die echten oberösterreichischen 60er Senioren zu diskriminieren, wenn gar drei von ihnen einen Mannschaft bilden wollten. FIDE S65 Senioren gehen als Untergruppe in die OÖ 60er Senioren ein, aber die FIDE S50 Senioren werden aufgeteilt in die Untergruppe OÖ 60er Senioren und in den einen Spieler, der 1965 und älter sein darf. Mit dieser Regelung hat man die von der österreichischen Eloliste angebotenen Hilfsmittel von S50 und S65 elegant obsolet gemacht – ein wie immer genialer Winkelzug des IST!

Da die Regelung sonnenklarer nicht sein könnte, startet – wohl auch mangels einfacher Kontrollmöglichkeiten – guten Mutes ohne jegliche Alterskontrolle in das Turnier. Lediglich der Titelverteidiger Grieskirchen verzichtet auf eine Mannschaft, da diese im Vorjahr den Titel unter der Ausschreibung, dass jeder Senior – egal ob S50 oder S65 – FIDE gemäß ein Senior ist, errungen hatte, weil sie erkannten, dass sie über zu wenige OÖ 60er Senioren verfügten, um mit der Vorjahresseniorenlandesmeisterschaftsmannschaft antreten zu dürfen. Andere waren da nicht so zimperlich und sagten sich, dass ausschreibungsgemäß sich doch wohl „ein Spieler 1965 und älter“ im Teilnehmerfeld finden lassen wird und traten frohen Mutes an!

Hier das erspielte Turnierergebnis:

2015Sen02

Nun aber nach ein paar Tagen kontrollierten doch einige die Aufstellungen – natürlich aufwendig und händisch, denn einen OÖ 60er Seniorenhinweis gibt es in keiner nationalen und internationalen Eloliste oder vergleichbaren Druckwerken. Und nun ist Vöcklabruck der neue Seniorenlandesmeister im Schnellschach für Mannschaften vor Steyr und Hörsching!

2015Sen03

Wobei auch dieses Ergebnis einer Klärung vor dem Internationalem Sportgerichtshof CAS wohl kaum standhalten könnte und auch die Experten des IST (Institut für Sinnlose Turniere) grübeln noch wie die Vorgabe der Teilnehmerberechtigung

„Alle Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter,
wobei ein Spieler 1965 und älter sein darf“

überhaupt eingehalten werden kann! Geht man vom Jahrgang 1965 aus, so ist klar, dass Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter Schwierigkeiten haben dürften nicht älter als Jahrgang 1965 zu sein. Anderseits erscheint es total unsinnig zu sein, bei Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter eine Extrapassung für Spieler mit dem ultrabiblischen Alter von 1965 Jahren einzufügen – auch wenn der bereits 92jährige Erwin Rauscher hoffentlich noch viele Jahre an Senioren und anderen Turnieren teilnehmen wird.

Aber nicht nur in der Heimat der Krennwurzn ist das IST (Institut für Sinnlose Turniere) aktiv, sondern auch jenseits der österreichischen Grenzen will man nun aktiv werden und nach ersten Erfolgen wie Geheimpartien bei einer Landesmeisterschaft in der Ukraine, um Yifan Hou keine Informationen über Muzychuks Spiel zu geben – eine wirklich grenzgeniale Idee im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co – verdichten sich auch die Gerüchte, dass man auch den DSB beliefern möchte, da dort schon eine jahrelange Unzufriedenheit mit der DEM herrscht und es immer schwieriger wird Ausrichter zu finden. Die Lösung der Experten des IST ist von einer nicht zu übertreffenden logischen Klarheit und Schönheit: Die DEM der Jahre 2016 und folgende werden mit geheimen Teilnehmern an geheimen Orten mit geheimen Partien gespielt!!

Sag mir wo die Spieler sind
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Donnerstag, 03 September 2015 12:48

Sag mir wo die Spieler sind

„Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben ... wann wird man je verstehen?“ sind Textfragmente eines der wohl berühmtesten Antikriegslieder. Dieses Kettenlied handelt davon, dass wir oft und gerne immer wieder die gleichen Fehler machen und wenig aus der Geschichte lernen.

Nun geht es bei unserem schönen Spiel nicht um Leben oder Tod, aber dennoch neigen auch wir dazu immer im alten Trott zu verweilen – möglicherweise um uns unangenehmen Fragen nicht stellen zu müssen. Eine dieser Fragestellung ist die Jugendarbeit oder viel besser die Effizienz derselben. Nun möchte wohl niemand – auf keinen Fall der Schreiber dieser Zeilen – die Jugendarbeit schlecht schreiben oder reden, denn sie ist das Wichtigste im Schach, denn in ihr wird die Basis für die Zukunft gelegt. Dennoch wollte die Krennwurzn einmal einen kritischen Blick auf das Thema werfen, denn sie hatte das Gefühl, dass sich bei uns im Schach sehr viele Jugendliche tummeln, die dann so ab 20 einfach verschwinden. „Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“

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Hier sieht man nur eine kleine Eindellung bei den 20er nach der Jugend und einen Berg in den 30er, den man auf die geburtenstarken Jahrgänge und dem Hype der Kasparov-Karpov Zeit und wohl auch noch auf die von Bobby Fischer hervorgerufene Schachbegeisterung zurückführen kann. Gleichzeitig begann aber schon der Mitgliederschwund und es wurde verstärkt in Jugendarbeit investiert.

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10 Jahre später ist die Eindellung nach der Jugendzeit schon massiver zu sehen, aber die Zahl der Jugendlichen ist fast gleich geblieben, obwohl über ein Tausend Spieler weniger gemeldet waren.

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Wieder 10 Jahre später hat sich die Eindellung zu einem großen breiten Tal nach der Jugend vertieft und wieder hat man weit über tausend Spieler verloren.

2015Blumen2015Verlust

Nun habe ich versucht die verlorenen 2.000 Spieler in die Grafik einzuschätzen, um das Tal mit Spielern aufzufüllen. Das ist natürlich eine sehr gewagte Sache, denn Verluste aus der Jugendarbeit sind natürlich und können viele Ursachen haben. Jetzt könnte man das Kind gleich mit dem Bade ausschütten und sagen was manche heimlich denken: die Jugendarbeit kostet nur viel Geld und bringt wenig bis nichts – die Leute spielen ein paar Jahre Schach, weil es beispielsweise in der Schule opportun ist, die Vereine betreiben Jugendarbeit weil es dem Zeitgeist entspricht und weil es dafür Förderungen gibt!

Nun wie fast immer bei einfachen populistischen Äußerungen fallen dabei ein paar Feinheiten unter den Tisch, aber das ist ja egal, wenn man nur heftig und laut auf den Tisch schlagen will. Der Kontakt mit Schach – auch wenn es dann nicht zum Hobby wird – schadet niemals, denn auch diese Leute können im späteren Leben mit dem Schachbetrieb in Berührung kommen, sei es als Entscheider über Förderungen, Sponsoring, usw. oder aber als Eltern, die ihre Kinder in eine Schachgruppe schicken. Also können wir mit Jugendarbeit keinen Fehler machen, aber dennoch müssen wir uns fragen, warum verlieren wir dennoch so viele „Blumen“ für immer oder nur zeitweise für über 10 Jahre.

Ein Ansatzpunkt könnten die Frauen sein, die sind ja in den Diagrammen ganz zart vertreten sind. Eine Frauenquote von unter 6% bei den Stammschachspieler liegt sogar drastisch unter der Frauenquote von 16% in österreichischen Vorstandsetagen! Es ist wohl kein Zufall, dass die Eindellung in die Jahre der Ausbildung und der Familiengründung fallen und dass wir dort dann mit den Frauen auch viele Männer für das Schach verlieren. Also müssten wir nachdenken, was wir nach der erfolgreichen Jugendarbeit unternehmen können!

„Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben ... wann wird man je verstehen?“

Bundesliga in der Provinz
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Freitag, 19 Juni 2015 12:16

Bundesliga in der Provinz

Nun die Lage in der stärksten Liga der Welt – der deutschen Bundesliga - wird ja kontroversiell in vielen Foren diskutiert. Viele Rückzüge von Mannschaften, Aufstiegsverzicht, etc und dahinter steckt meist, dass die Finanzierung der Mannschaft nicht so leicht zu sichern ist. Öffentliche Kassen sind meist klamm und private Sponsoren ziehen sich oft bald wieder zurück, weil sie erkennen müssen, dass sie eigentlich Mäzene sind und der Werbewert dem eingesetzten Geld nicht einmal annähernd nahe kommt. Aber das ist ja alles bekannt und wurde schon unendlich oft durchgekaut – also zur Frage: wie läuft das im kleinen Österreich ab? Immerhin haben die Österreicher gerade im Zillertal das deutsche Prinzen-Mitropacupteam 3:1 geschlagen!

Im kleinen Österreich spielen 12 Mannschaften in der Bundesliga, die früher Staatsliga hieß, und aus den darunterliegenden drei 2. Bundesligen steigt jeweils eine Mannschaft auf und daher müssen die letzten drei der Bundesliga in die entsprechenden Zweitligen absteigen. Rückzüge gibt es sehr selten und auch das Aufstiegsrecht wird meist in Anspruch genommen. Aber dennoch ist auch hier nicht alles eitel Wonne, denn wirft man einen genaueren Blick auf die abgelaufene Saison 2015/15, so muss man erkennen: die Bundesliga findet in der Provinz statt.

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Die vier bevölkerungsreichsten Bundesländer, die fast 60% der gemeldeten Schachspieler haben und auch wirtschaftliche Schwergewichte sind, stellten gerade mal eine einzige Bundesligamannschaft und das war der Aufsteiger Grieskirchen aus Oberösterreich! Die Hauptstadt Wien, das Schach-Präsidentenbundesland Steiermark und Niederösterreich hatten gar keine Mannschaft in der vergangenen Bundesligasaison. Außer einer Mannschaft aus Salzburg kommt keine weitere Mannschaft aus einer Landeshauptstadt. Kärnten und Tirol stellen mit sieben Mannschaften mehr als die Hälfte der Bundesligisten und nur noch das kleinste Bundesland das Burgenland stellt zwei Mannschaften.

Tirol profitiert von der Nähe zu Deutschland und verfügt auch über einen entsprechenden wirtschaftlichen Hintergrund. Anders sieht die Lage im Burgenland und in Kärnten aus, denn dort gibt es höhere Sportförderungen und man braucht weniger Sponsorgelder, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Das Burgenland profitiert hier von seiner Grenzlage im Osten und war nach dem EU-Beitritt elf Jahre lang „EU Ziel 1-Gebiet“ und wurde daher besonders gefördert, um das Burgenland wirtschaftlich aufholen zu lassen.

In Kärnten, das ein Drittel der Bundesligamannschaften stellt, sieht die Sachlage etwas anders aus – auch dort sind es die öffentlichen Sportförderungen, die manches erleichtern, aber es gibt dort auch traditionell eine starke Schachszene und mit Markus Ragger kommt der stärkste Österreicher aus Kärnten. Zudem finden in diesem beliebten Urlaubsland auch viele Schachturniere rund um das Jahr statt.

International in die Schlagzeilen kam Kärnten aber auch, weil der Rechtspopulist Jörg Haider bis zu seinem Unfalltod 2008 dort langjähriger Landeshauptmann war und dort ein System aufbaute, dass unter anderem zum Problemfall Hypo-Alpe-Adria führte, was Kärnten nun regelmäßig auch in die internationalen Schlagzeilen bringt. Das Bundesland hat aufgrund von damals gegebenen Haftungen massivste finanzielle Probleme und gilt daher als Griechenland Österreichs und auch hier wird über eine Insolvenz nachgedacht. Zudem gab Kärnten auch sonst einfach zu viel Geld aus und muss nun aufgrund von Bundesvorgaben massiv sparen! Davon sind nun auch die Sportförderungen sind betroffen und es wird also interessant zu beobachten werden, wie die Kärntner Vereine es schaffen werden, diese Gelder durch private Sponsorengelder zu ersetzen – ich denke mal, die Chancen dafür sind - auch wenn es schwierig wird - doch aufgrund der traditionell starken Schachszene gegeben.

Kommen wir zum Abschluss noch zur Frage, wer spielt den in der österreichischen Bundesliga? Nun in Summe sind die Nicht-FIDE Österreicher mit 58% klar in der Mehrheit, die stärkste Einzelnation sind aber doch die Österreicher gefolgt von den Deutschen und den Kroaten. Diese drei stellen mit einer satten ¾ Mehrheit das Gros der Bundesligaspieler.

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Und wie schlagen sich die Österreicher selbst in der Bundesliga?

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Naja nicht so toll! 42% der Spieler haben 41% der Bretteinsätze, steuern aber nur 36% der Punkte für ihre Mannschaften bei. Das ist aber auch nicht so schlecht, denn immerhin können internationale Erfahrungen gesammelt werden.

Wie in Deutschland dürfte es auch hierzulande das Problem geben, dass die Bundesliga nicht nur die Öffentlichkeit nicht erreicht, sondern es nicht einmal schafft die Masse der Schachöffentlichkeit in ihren Bann zu ziehen, denn wie sonst sollte man erklären, dass die Bundesligaklubs dort sind, wo die wenigsten Schachspieler wohnen und auch FIDE-Österreicher de facto Legionäre im eigenen Land sind?

Warum schafft man keine Fanbindung? Bei Einzelspieler gibt es starke Fanlager und auch bei Nationalmannschaften gibt es starke Emotionen, wie beispielsweise gerade jetzt, wo die Österreicher die Deutschen 3-1 schlagen, werden Erinnerungen an Cordoba wach. Oder auch wenn man sich die Diskussion rund um Arkadij Naiditsch und einen möglichen Föderationswechsel ansieht – auch wenn man sich von manchen Äußerungen in diesem Zusammenhang mit Grauen abwenden muss. Aber warum schafft man so wenig emotionale Bindungen an Bundesligamannschaften oder noch schlimmer: warum sind diese so vielen Schachfreunden schlicht weg egal?

Leider kann man diese Frage nicht so leicht beantworten, weil die Gründe wohl vielschichtig sind, aber ich denke alle Beteiligten sollten darüber nachdenken und nach Verbesserungen suchen und dabei nicht den Fokus auf eigene Befindlichkeiten und kurzfristige Vorteile legen, sondern das Problem so objektiv wie möglich ausleuchten, denn funktionierende Meisterschaften sind das Hauptanliegen vieler Schachspieler an die Verbände!

Gleich DREI auf einen Streich
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Montag, 14 Juli 2014 00:00

Gleich DREI auf einen Streich

„Gleich“ – Uijegerl bei dem Wort IST – bei aufkommenden Gedanken an das Institut für Sinnlose Turniere - sogar der Krennwurzn gleich wieder schwindelig. Zimmerunsitte und gleich viele immer gleiche Artikel werden gleich wieder im Gedächtnis wach. Uijegerl geht das schon wieder los? Nein – nicht gleich so schlimm, obwohl das Thema doch schon gleich eine kleine Artikelserie darstellt:

 

Aber bitte nicht gleich alle auf einmal lesen, das könnte Sie aus dem Gleichgewicht bringen – aber kommen wir endlich gleich zur Sache: im schönen Österreich fanden in der ersten Ferienwoche vom 5. bis 13. Juli gleich drei Schachopen statt und um die 400 Schachspieler nahmen das Angebot an und spielten mit. Das ist die gute Nachricht, die schlechte ist, dass sich die 400 auf drei Standorte verteilt haben. Gleich erste Adresse war natürlich das von der Krennwurzn gleich oft kritisierte „International Styrian-Open“ im schönen namensgebenden Bad Gleichenberg.

International Styrian-Open 

Da man nach der ersten Auflage im Vorjahr mit um die 150 Teilnehmer davon 53 im A-Turnier den gleich üppigen Preisgeldfonds von 25.000 Euro auf 18.000 Euro absenkte, aber den gleich viel kritisierten Passus bezüglich Organisationsgebühr trotz massivster rechtlicher Bedenken nicht gestrichen hat, kamen diesmal gleich mal nur 125 Teilnehmer in die schöne Südoststeiermark und im A-Turnier spielten davon 47 und von diesen waren gleich nur 17 Österreicher mit von der Partie. Und gleich auch in den Preisgeldrängen waren die Österreicher gleich unterdurchschnittlich vertreten:

2014gleich gleichenberg

Gleich mit von der Partie waren die beiden „Schachprinzen“ Matthias Blübaum (Elo 2510) und Dennis Wagner (Elo 2485) in den ersten Tagen ihres Schachjahres – einer sehr guten Idee. Dennis Wagner musste gleich mal keine Niederlage einstecken, obwohl er die letzten sechs Runden immer gegen GMs antreten musste und eine Eloperformance von 2531 und damit den 5. Gesamtrang umringt von GM erzielen konnte. Seine Chance auf eine mögliche GM Norm wurde ihm gleich in den ersten Runden von den gleich nicht so elostarken Österreichern und natürlich dem Auftaktremis gegen Florian Mesaros (2158) genommen. Sein Kollege Matthias Blübaum musste zwar in der 4. Runde eine Niederlage hinnehmen, spielte aber ein sehr gutes Turnier mit einer Eloleistung von 2582 und erreichte den 3. Gesamtrang und schrammte wirklich knapp an der GM-Norm vorbei, wobei dies gleich unter die Kategorie Auslosungspech in den ersten Runden gefallen sein konnte.

Die Frage warum gleich so wenige Österreicher in Bad Gleichenberg mitgespielt haben, kann man mit einem Blick nach Wien gleich ein wenig erklären – vielleicht, außer Sie sind der verschwörungstheoretischen Meinung, dass die gleich allmächtige Krennwurzn mit seinem Geschreibsel gleich einen übergleichen Einfluss haben könnte.

Husek Vienna Open 

Dieses Turnier wurde heuer erstmals ausgetragen und gleich auf die Frage warum denn zum gleichen Termin wie gleich zwei weitere Turniere in unmittelbarer Nähe gleich auch – da muss die Krennwurzn sie gleich auf die Experten des IST verweisen, denn gleich und gleich später fällt mir darauf keine Antwort ein, die gleich auch noch einen Sinn ergeben könnte. Von den 115 Teilnehmern im Hauptturnier stellten gleich die Österreich mit 90 das größte Kontingent und das führte dazu, dass obwohl der Preisgeldfonds nicht so prall wie in Bad Gleichenberg gefüllt war, dass in den Preisgeldrängen doch gleich die Hälfte Österreicher waren.

2014gleich husek

Gewonnen hat der Setzlistenerste Rainer Buhmann nach "Viertwertung" vor vier weiteren Spielern mit 7 Punkten schreibt der Veranstalter. Da das Turnier in einer Gruppe gespielt wurde, waren von Anfang an die Chancen auf Titelnormen gleich eher gering. Im Rahmenprogramm fand auch ein Kinderturnier mit 16 Teilnehmer statt.

33. St. Veiter Jacques Lemans Open 

Hatten die Kärntner vielleicht gleich nach dem Rückzug von Oberwart 2012 als Turnierveranstalter gehofft, dass gleich die Openkonkurrenz sich terminlich gleich besser verteilt, so hatten sie diese Rechnung gleich ohne das IST gemacht und nach Bad Gleichenberg im Vorjahr hat auch noch Wien ein Open zum gleichen Termin ins Rennen geschickt – ob gleich die Pläne des IST (Institut für Sinnlose Turniere) für 2015 gleich alle österreichischen Turnier und Meisterschaften gleichzeitig in dieser Woche auszutragen wirklich umgesetzt wird, kann man gleich jetzt seriöserweise nicht gleich sagen, aber so 4-5 Open gleichzeitig könnten es schon werden.

Mit fast 160 Teilnehmer, davon aber fast 100 im B-Turnier konnten sich die Kärntner gleich mal die Krone der meisten Teilnehmer aufsetzen – Tradition und eine schöne Erholungslandschaft im Umfeld bringen eben auch viele Stammgäste in diese Region Österreichs. Im A-Turnier waren von den 46 Teilnehmern 31 Österreicher und 9 Slowenen vertreten

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und doch ging der Turniersieg überlegen mit einem Punkt Vorsprung an den kroatischen GM Marin Bosiocic vor dem schottischen GM Matthew Turner, der sich nach Feinwertung vor dem besten Österreicher IM Helmut Kummer den zweiten Platz sicherte.

Sensationsmann des Turniers war der 16-jährige Hohenemser Emilian Hofer (2035) der mit sechs Siegen bei drei Niederlagen den fünften Platz belegte und dabei die erfahrenen
IM´s Leon Mazi und Georg Danner besiegen konnte. Eine beinahe noch größere größere Sensation gelingt seinem ebenfalls 16-jährigen Vereinskollegen Vincent Nussbaumer (1821) im B-Bewerb, der erst in der Schlussrunde ein Remis abgibt und mit 8,5 Punkten überlegen den Sieg vor dem Klagenfurter Gerhard Raschun mit 7 Punkten holt.

Gleich könnte man auf den Gedanken kommen, die Österreicher spielen gleich gerne dort wo sie auch Chancen auf Preisgeldränge haben und da sind gleich sehr hohe Preisgeldfonds nicht gleich das optimale, da – das ist zwar gleich ungerecht – die Spitze in anderen Ländern etwas stärker ist und die sich gleich die Preise gleich sichern und die Österreicher fürchten müssen gleich leer auszugehen.

Kommen wir gleich zum Anfang zurück und sprechen wir gleich das letzte Mal über den Passus, der gleich das Blut der Krennwurzn so in Wallung versetzen konnte. 

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Nach Ansicht von gleich zwei Behörden (Bundesministerium für Konsumentenschutz und Europarechtsabteilung der Steiermärkischen Landesregierung) verstößt dieser Passus gegen den § 23 des Dienstleistungsgesetz (DLG) und damit europäischen Normen.

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Nun haben die gleich komplizierte und gleich unlösbare Situation, dass daran nichts zu rütteln ist, wenn auch ein Teil der steierischen Schachfreunde das gleich anders sehen. Gleichzeitig ist es gar nicht leicht dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen, denn die Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark könnte zwar eine Strafe gegen die Veranstalter aussprechen, kann aber auch für künftige Ausschreibungen den Passus nicht verbieten, da hierfür die rechtlichen Grundlagen fehlen. So bliebe nach Rücksprache mit Konsumentenschutzrechtsexperten gleich nur mehr zwei Wege um den Passus zu bekämpfen: erstens eine Klage wenn man ihn tatsächlich bezahlen musste oder zweitens eine Beschwerde an die Volksanwaltschaft, weil die zuständige Bezirkshauptmannschaft nicht durch hohe Verwaltungsstrafen hart genug gegen den Veranstalter vorgeht. Beides ist für die Krennwurzn nicht denkbar und so gebe ich den Don Quijotischen Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie und gleich auch der Starrsinnigkeit, mit der der Veranstalter sein eigenes Turnier in wohl schädigendes Fahrwasser bringt, auf!

Gleich noch einmal
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Donnerstag, 17 April 2014 00:00

Gleich noch einmal

„Gleich“ sagt der Österreicher im Dialekt manchmal, wenn er „sofort“ sagen möchte, aber nicht wirklich sofort handeln möchte oder aber auch wenn ihm etwas „egal“ ist. Und gleich werden die Leser zusammenzucken – gab’s da nicht gleich einen Artikel im Vorjahr mit unheimlich vielen „gleich“ im Text? Gleich weiter unten werden die Links dazu geliefert und gleich Einigen wird dazu gleich ein Turnier in einem wunderschönen Teil Österreichs einfallen, das gleich sehr viele Preise an gleich doch wenige Teilnehmer ausgeschüttet hat, aber andersgleichen auch durch einen für mitteleuropäische Sitten gleich etwas befremdlichen Passus in der Ausschreibung gleich aufgefallen ist.

Nun diesen Passus und damit dieses Turnier gibt es gleich noch einmal!

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Gleichwohl es niemanden interessiert, ob dieser Passus nun gegen EU-Recht verstößt oder nicht, stellt sich die Frage, ob dieser Passus dem Turnier nicht gleich mehr schadet als nutzt – man muss ja nicht gleich ans Image denken und Steirer gelten – nicht erst seit den Zeiten des Romans „Aus dem Leben Hödlmosers“ von Reinhard P. Gruber als etwas ... naja – man wird ja nicht gleich was Gleichmacherisches schreiben. Denn andererseits wurde die Ausschreibung doch gleich in mehreren Punkten gleich ein wenig abgeändert, damit es nicht wieder gleich zu einem Gedränge von Preisen und Teilnehmern kommen kann. Dazu wurde der Preisfond von 25.000 Euro auf 18.000 Euro gesenkt und gleich einmal alle Damen, Senioren und U18 Preise gestrichen und gleich auch noch die Anzahl der Preise gesenkt. Die gleich vorjährigen 12 Österreicherkategoriepreise wurden durch 8 Kategoriepreise ÜBER 2300 Elo ersetzt (siehe Bild Ausschreibung unten - wer's gleich nicht glauben kann, der kann sich hier das Original-PDF ansehen).

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Da wird gleich einer aufschreien, aber das ist gleich gar nicht so schlimm, wenn's auch gleich etwas unlogisch aussieht - da gleich Doppelpreise nicht mögich sind, wird die Sachlage gleich wieder klarer - ob sich der Turnierfünfte, wenn er über 2300 Elo hat mit 800 Euro zufrieden gegen muss oder er sich doch die 1000 für den ersten Platz in der Kategorie über 2300 nehmen darf - das darf dann gleich vor Ort ausdiskutiert werden. Jedenfalls gleich einmal ein innovativer Ansatz für Preisgeldgestaltung, dessen Ursprung gleichwohl dem IST (Institut für Sinnlose Turniere) zuzurechnen sein dürfte.

Im Vorjahr mussten sich 53 Teilnehmer des A-Turniers mit 33 Preisen gleich zufrieden geben, damit dies dieses Jahr wieder erzielbar ist, dürften gleich nur 30 Schachfreunde das Turnier in Angriff nehmen – aber das wollen wir gleich wieder schnell vergessen und auch, wenn gleich nur etwas weniger als die Hälfte der Gesamtteilnehmer des Vorjahrs kommen sollten, dann hätte man gleich wieder eine Preisqoute von um die 60% in Reichweite.

Gleich gar nicht beachtet hat man, dass gleichzeitig nur 200 km westlich im ebenfalls sehr schönen St. Veit ein bereits etabliertes Open gleich zum 33. Mal ausgetragen wird und gleich ganz neu ist, dass in Wien gleichzeitig das Husekopen gleich mit freiem Eintritt in die Therme Wien neu ins Leben gerufen wurde! Als Nichtösterreicher könnte man da gleich leicht verzweifeln, aber gleich werden viele Leser an das nur Ihnen nach gleich zu viel Krennwurznleserei bekannte IST (Institut für Sinnlose Turniere) denken! Nochmals bitte nicht beim seriösen Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) anrufen, die kennen dieses zweite IST gleich gar nicht und sind auch gleich gar nicht gut auf dieses zu sprechen! Außerdem gilt beim Institut für Sinnlose Turniere (IST) die CIA Gepflogenheit: rufen Sie uns nicht an, wir melden sich gleich bei Ihnen!

Und so ist es gleich unserer – erlauben Sie mir gleich diesen Einwurf – armen Krennwurzn gegangen. Ein gleich nicht genannt werden wollender Experte des IST hat sich bei der Krennwurzn gemeldet und ihm gesagt, dass diese Konzentration von Turnieren zu einem Zeitpunkt wie am Julianfang 2014: Gleichenberg, St. Veit, Wien und OPENair Braunberg, Sonntag, 6. Juli 2014 (Werbeeinschaltung Krennwurzn: an diesem Tag hat die Fußball WM Pause und die Krennwurzn kann man in schöner Landschaft live und in Farbe kennenlernen – auch wenn gleich alle nur wegen der schönen Landschaft und dem guten Essen auf der Braunberghütte kommen) ...

Also dass wir gleich nicht abgleiten und gleich beim Thema bleiben – diese Konzentration von Turnieren im Juli 2014 hat das IST auf eine gleich umwerfende Idee gebracht und wird gleich 2015 vom IST perfektioniert gleich durchgeführt: Gleich in der ersten gesamtösterreichischen Ferienwoche von Samstag 11. bis 19. Juli 2015 werden gleichzeitig alle Bundesligen auch jene der Damen, alle Staatsmeisterschaften, alle Landesmeisterschaften und gleich auch noch alle OPEN und gleich auch noch alle Blitz- und Schnellschachturnier gleichzeitig durchgeführt. Gleich alle FIDE Bestimmungen werden aufgehoben, damit man gleich mehrere Partien gleichzeitig und gleich auch noch – falls notwendig – gleich auch gegen sich selbst spielen kann!

Falls Sie jetzt gleich zum Kalender laufen wollen, dann muss ich Sie gleich vorweg enttäuschen: heute ist nicht der 1. April – aber der Fasching endet in Österreich gleich nie!

Gleich noch einmal zum Nachlesen verlinkt – falls einer gleich noch nicht genug gleich gelesen haben sollte: Zimmerunsitte und IST GLEICH

Interview mit WIM Zhansaya Abdumalik
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Mittwoch, 01 Januar 2014 13:21

Interview mit WIM Zhansaya Abdumalik

Beim 22. Donauopen in Aschach/Donau nahe Linz in Oberösterreich spielen nicht nur immer traditionell viele Schachfreunde mit – dieses Jahr waren es über 250 verteilt auf drei Turniere – sondern aufgrund der Turnierphilosophie, dass jeder Spieler als Gast gesehen wird und nicht nach Titel und Elo präferiert wird, kommen interessante und aufstrebende Spieler gerne in den malerischen Schiffermarkt Aschach an der Donau. Dieses Jahr kam die erst 13jährige 4-fache Mädchenweltmeisterin und aktuelle U20 Vizeweltmeisterin WIM Abdumalikansaya Abdumalik aus Kasachstan mit ihrem Vater, dem Trainer und einem Freund der Familie nach Aschach und die Krennwurzn nutzte die Gelegenheit mit einem kommenden Star des Damenschachs ein paar Worte zu wechseln.

Krennwurzn:
Zuerst einmal herzlich Willkommen und danke, dass Sie trotz Niederlage in der heutigen Partie zum Interview gekommen sind. Sie sind als Nummer 18 der Startrangliste schlussendlich auf Platz 9 und damit in den Preisgeldrängen gelandet – zufrieden oder unzufrieden mit dem Turnier?

Abdumalik:
Mit der heutigen Partie bin ich natürlich nicht zufrieden, aber ich spielte ein paar Ungenauigkeiten und mein Gegner nutzte diese gnadenlos aus – ich kann ihm nur zum Turniersieg gratulieren. Mit dem Turnier bin ich zufrieden, ich habe gute Partien gespielt und mein Rating weiter erhöht, so dass ich wohl meinen Ziel unter die Top 100 der Fraueneloliste zu kommen demnächst erreichen werde.

Krennwurzn:
Darf ich Sie bitten, dass Sie sich den Lesern ein wenig vorstellen?

Abdumalik:
Ich bin 13 Jahre alt, komme aus Almaty der mit fast 1,5 Millionen Einwohnern größten Stadt Kasachstans im Südosten unweit der Grenze zu Kirgisistan.

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Krennwurzn:
Wie lange spielen Sie schon Schach und was sind Ihre größten Erfolge?

Abdumalik:
Ernsthaft mit Schach habe ich im Alter von 6 Jahren begonnen, dann kamen schnell Erfolge, ich wurde viermal Mädchenweltmeisterin in verschiedenen Altersklassen und heuer im November in der Türkei wurde ich Vizeweltmeisterin bei der U20 WM der Damen.

Krennwurzn:
Das ist ja beeindruckend – welche Ziele setzt man sich dann?

Abdumalik:
Zuerst möchte ich Damenweltmeisterin werden und dann möchte ich meinem Vorbild Judith Polgar nacheifern und in die allgemeine Weltspitze vordringen? 2008 bei der Blitzschach Weltmeisterschaft in Almaty konnte ich sie persönlich treffen und ein Foto von ihr mit mir machen lassen.

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Krennwurzn:
Und dann Carlsen schlagen und Weltmeisterin werden?

Abdumalik:
Warum nicht – aber alles Schritt für Schritt!

Krennwurzn:
Ihr Trainer GM David Arutinian spielt auch mit im Turnier – wie viele Stunden trainieren Sie für Schach?

Abdumalik:
Meist um die sechs Stunden täglich, davon etwas weniger als die Hälfte mit dem Trainer.

Krennwurzn:
Bleibt da noch Zeit für andere Hobbies?

Abdumalik:
Natürlich ist die Zeit eher knapp, aber ich schwimme jeden Tag eine Stunde und gehe im Sommer bei uns in der Bergen gerne mit Freunden wandern.

Krennwurzn:
Spielen Sie für einen Klub Meisterschaft oder eher nur Turniere?

Abdumalik:
Leider gibt es in meiner Heimat wenig Turniere und auch für einen Klub Meisterschaft zu spielen ist aus geografischen Gründen schwierig, daher spiele ich meist lieber Turniere.

Krennwurzn:
Fällt das nicht schwer, immer von zu Hause weg zu sein?

Abudmalik:
Schon ein wenig, aber ich reise nie alleine – mein Vater ist immer mit dabei, mein Trainer und oft noch Freunde der Familie – hier sind wir zu Viert und es ist sehr schön hier – es gefällt uns gut in Aschach. Allerdings freue ich mich auch schon auf den heutigen Silvesterabend in Wien, da wir erst morgen von dort via Frankfurt nach Hause fliegen.

Krennwurzn:
Ich habe gesehen, dass Sie hier in Mitteleuropa in Pilsen, Brünn und Wien gespielt haben – bleibt da ein wenig Zeit sich auch die Städte touristisch anzusehen.

Abdumalik:
Leider wenig, aber wir versuchen schon die wenige Freizeit zu nutzen um touristische Ziele anzusehen – aber das Hauptaugenmerk liegt auf Schach.

Krennwurzn:
Danke für das Interview und Alles Gute für 2014 und vielleicht besuchen Sie uns nächstes Jahr wieder!

Turnierergebnisse, Partien, Fotos des Schachfotographen IM Peter Kranzl, Rundenberichte der Krennwurzn und vieles mehr finden Sie auf der Internetseite des 22. Donauopen Aschach. Vielleicht haben auch Sie mal Lust, die Krennwurzn live und in Farbe kennenzulernen oder aber wollen Sie einfach nur einmal ein „Turnier bei Freunden“ spielen und die Atmosphäre in Aschach genießen!

IST gleich
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Donnerstag, 11 Juli 2013 11:04

IST gleich

„Gleich“ sagt der Österreicher im Dialekt manchmal, wenn er „sofort“ sagen möchte, aber nicht wirklich sofort handeln möchte oder aber auch wenn ihm etwas „egal“ ist. Und trotzdem werden nicht gleich alle eingefleischten Krennwurznfans – sofern es solche überhaupt geben sollte – gleich etwas mit dem Titel anfangen können. Nun in Österreich gibt es von Zeit zu Zeit immer mal wieder bemerkenswerte Turniere wie beispielsweise die Turnierserie ohne Teilnehmer oder die Damenbundesliga mit Zweierfrauschaften und natürlich musste die Krennwurzn darüber gleich ausgiebig lästern. Gleich – also mit etwas Verzögerung - hat die Krennwurzn gemutmaßt, dass es neben dem allseits bekannten Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) noch gleich ein zweites IST in Österreich geben muss – eine Kaderschmiede, die sich alle unerdenklichen Turnierformen ausdenkt: das Institut für Sinnlose Turniere – kurz IST! Und damit wäre der ersten Teil des Titels gleich einmal klar.

Google und Telefonbuchsuche alles läuft gleich ins Leere - dieses IST ist gleich nicht zu finden, aber: ein A-Turnier eines Opens mit 33 Geldpreisen für 53 Teilnehmer!! Mehr als 60% der Teilnehmer können aufgrund des Doppelpreisausschluss mit einem Geldpreis über dem Nenngeld rechnen!! Leider werden aber gleich 20 von den 53 Teilnehmern keinen Preis bekommen, aber ich bin mir sicher, dass das IST gleich auch dieses Problem in Zukunft noch genial lösen wird – wer wird denn schon gleich die Hoffnung aufgeben.

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Nicht gleich auf den ersten Blick wird auffallen, dass man möglicherweise Probleme bekommen wird, tatsächlich alle garantierten Preise auszuzahlen. Nein, nein, nicht weil man diese unrechtmäßig einbehalten würde, sondern weil das IST dabei praktische oder sogar theoretische Hürden nicht mit einbezogen haben könnte. Es spielen gleich nur drei Damen mit – das sind zwar immerhin gleichmal eineinhalb österreichische Damenbundesligamannschaften – und dennoch könnte das zwar nicht gleich zwangsläufig aber doch gleich sehr wahrscheinlich zu Problemen führen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die als Nummer 9 gesetzte IM(WGM) Eva Moser weder unter die besten 12 gesamt als auch nicht unter die besten 12 Österreicher kommt, könnte gleich null sein.

Gleich null dürfte ebengleich auch die Wahrscheinlichkeit sein, dass das Turnier mit einem Reingewinn in der Kassa beendet werden könnte. Ob ein möglicher Verlust allen österreichischen Schachspielern gleich ist und ob man das gleich oder doch gar nicht erfahren wird, das ist den Verantwortlichen sicherlich absolut gleich. Rechnen wir doch gleich mal nur für das A-Turnier nach: 53 Teilnehmer, davon 9 Nenngeldbefreite, 34 normale 70 Eurozahler, 10 jugendliche 40 Eurozahler und 5 mit einem Fuffi extra, weil gleich ein paar Elo unter 2000. Das sind dann gleich mal um die 3.000 Euro doch gleichzeitig ein bisschen wenig im Vergleich mit 17.000 Euro Preisgeld.

Dafür leistet man sich auch eine Übertragung von gleich mal 36 Brettern im Internet:

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Und da man nur 26 Bretter aus dem A-Turnier übertragen kann – nein wer denkt da gleich an technische Schwierigkeiten – es ist doch gleich so simpel: für 36 Bretter bräuchte man 72 Teilnehmer. Daher nutzt man gleich die Gelegenheit und überträgt auch noch 10 Bretter aus dem B-Turnier. Aber damit mir jetzt nicht gleich einer mit dem Argument kommt, dass der mögliche Verlust aus dem A-Turnier vom Überschuss aus dem B-Turnier getragen werden könnte. Ja da muss ich gleich entgegnen, dass dort gleich um zwei weniger als im A-Turnier mitspielen und somit dem Preisgeldfond von 5.000 Euro zwar gleich Einnahmen von 2.500 Euro gegenüberstehen, was ja gleich die Hälfte sein könnte, aber daraus wird sogleich nicht schnell ein Überschusss. Gleich wesentlich mehr als die Hälfte vom Preisgeldfond von 3.000 Euro wird gleich im C-Turnier mit fast 1.900 Euro erwirtschaftet.

Den nicht österreichischen Lesern wird das gleich von Anfang an komisch vorkommen sein, dass bei einem Turnier in so einer wunderbaren Gegend mit sehr gutem Preisgeld gleich so wenig Schachspieler mitspielen. Das liegt zum einen wohl an etwas eigenwilligen Details – siehe Zimmerunsitte – in Kombination mit doch für österreichische Verhältnisse eher höheren Nenngeldern und möglicherweise an dem zeitgleich 200 Kilometer westlich ausgetragenem 32. Internationalen St. Veit Open 2013. Bei diesem traditionell immer zu diesem Termin stattfindenden Turnier in ebenfalls schöner Landschaft und ohne Auffälligkeiten in der Ausschreibung haben sich gleich ebenfalls 160 Schachfreunde eingefunden, obwohl dort der Preisfond geringer ist. Sicherlich gab es bis zum etwas unrühmlichen Ende im Vorjahr ebenfalls das gleich traditionelle 34. Internationale Schachopen der Stadtgemeinde Oberwart zum gleichen Termin (Beginn Samstag nach Ferienbeginn Westösterreich), aber man hätte diese Ende dafür nutzen können ein neues Turnier mit einem auf das bestehende Turnier in St. Veit Rücksicht nehmenden Termin zu etablieren – aber wird den gleich auf so solche Ideen kommen? Die Experten des IST gleich nicht!

Wer nun gleich der/die Veranstalter sind, wie hoch der Verlust tatsächlich ist und wer ihn tragen muss, dass ist dem gelernten Österreich gleich gleich – also sofort egal für die deutschsprachigen Leser. In der Ausschreibung steht der Steirische Schachlandesverband als Veranstalter, bei chess-results jedoch wird auch der ÖSB als Veranstalter mitangegeben – ob man damit die Möglichkeit schaffen möchte, dass auch der ÖSB finanziell am Ergebnis beteiligt wird, ist gleich pure Spekulation. Aber immerhin ist gleich der Präsident gleich derselbe im ÖSB und im Steierischen Landesverband.

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Aber wie mir auf inoffiziellen Kanälen von einem Experten des IST zugetragen wurde, ist auch ein möglicher Verlust von 20.000 Euro gleich kein Problem, denn erstens merken das gleich nur sehr wenige Schachspieler und irgendwo lesen kann man das gleich auch nicht. Und außerdem umgerechnet auf die gebührenzahlenden österreichischen Schachspielern ist das auch gleich wieder nur ein Betrag von 2 Euro im Jahr und darüber braucht man sich gleich wirklich nicht aufregen.

Und bringt die Krennwurzn gleich auf Gleichenberg – oder doch gleich wieder auf die Palme! Und damit ist wohl auch gleich der zweite Teil des Titels ausgiebigst erklärt und die Krennwurzn entschuldigt sich gleich für die vielen nervenden „gleichs“ im Text!

IST GLEICH !!

Schnellschach auf dem Schiff - leider erst 2015 wieder
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Montag, 24 Juni 2013 16:46

Ab in den Süden

Österreich hat einige der schönsten Turniere zu bieten, die ich kenne. Leider sind die meisten außerhalb des Landes kaum bekannt.

Kürzlich habe ich ein Schnellturnier auf einem Ausflugsschiff gespielt. Den ganzen Tag tuckerten wir auf dem Attersee, einem der schönsten Seen des Salzkammerguts herum. Abends hatte mancher einen Pokal (und ein paar Euro mehr) und mancher einen Sonnenbrand. Leider kann sich der ausrichtende Verein das Turnier nur alle zwei Jahre leisten, weil die Startgelder die Kosten nicht ganz decken. Wer Lust kriegt, soll sich den letzten Aprilsamstag 2015 jedenfalls schon mal vormerken. Von der bayrischen Grenze ist es im Auto nur eine Stunde.

Auch sehr hübsch ist das Ambiente in der Trinkhalle Bad Ischl, wo jedes Jahr an Pfingsten gespielt wird. Heuer waren schon 151 dabei.

Habe ich nicht auch etwas Aktuelles? Aber klar. Am Samstag den 29. Juni werden auf der Schönbergalm (PDF-Ausschreibung), hoch über dem Hallstätter See 4200 Euro Preisgeld ausgespielt. In der Vergangenheit kam es schon mal vor, dass sich ein Dutzend Großmeister auf die Füße traten. Wer teilnehmen will, zahlt nur für die Seilbahnfahrt. Wer die 650 Höhenmeter selbst bewältigt, nicht einmal das. Hier ein Video aus den letzten Jahren und hier noch eines.

Das Vienna Open findet nach 2003, 2006, 2009 und 2011 wieder im herrlichen neugotischen Rathaus statt, nämlich am 17. bis 25. August. Das Startgeld von 70 Euro ist vergleichsweise niedrig, und im August sind sowohl Hotelzimmer als auch Privatwohnungen von urlaubenden Wienern bezahltbar zu finden.

bannersr12013-web-anz400Dass ein Teil des Preisfonds für Österreicher reserviert ist, fällt in Wien kaum ins Gewicht. In Bad Gleichenberg (PDF-Ausschreibung) machen die Österreicherpreise schon einen recht ordentlichen Batzen aus, was vielleicht erklärt, warum man im Ausland eher wenig warb. Das neue Turnier im südoststeirischen Thermen- und Weinland, das den angestammten Termin des voriges Jahr eingestellten Opens in Oberwart übernimmt, ist leider schon vor der ersten Auflage in die Kritik geraten, weil außer Startgeld auch noch 70 Euro Organisationsbeitrag verlangt werden, wenn man kein Quartier vom Veranstalter bucht (übrigens zu sehr fairen Preisen), das wird aber nicht von Teilnehmer verlangt, die aus der Gegend kommen. Leider war es nicht möglich, für die letzten zwei oder drei Nächte das Quartier zu wechseln, sonst hätte ich gerne gespielt. Nach jetzigem Anmeldestand hat man in Bad Gleichenberg recht gute Möglichkeiten, auf Titelnormen zu spielen. Es wäre eine Bereicherung, wenn sich das Turnier trotz der Anlaufschwierigkeiten etabliert. Zumal das bisher sportlich interessante Grazer Open leider erhebliche Abstriche machen muss. 


Wer gerne badet, ist am Faaker See in Kärnten richtig. Wer gerne wandert oder mountainbikt, sei außerdem auf Schwarzach im Salzburgischen verwiesen, aber hier will ich nicht zu sehr werben. Der Turniersaal war in der Vergangenheit auch mal zu klein für die Teilnehmerzahl und erwärmte sich in für einige wenig erträglichem Maß. Und als Eintagestour im österreichisch-tschechischen Grenzland, auch von Bayern nicht weit, das Braunberger Hüttenturnier (auf den Fotos soll auch die Krennwurzn zu sehen sein...) im Juni 2014 wieder.

 

Nichterfolgter Machtwechsel
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Dienstag, 23 April 2013 20:35

Nichterfolgter Machtwechsel

...in Österreich oder Äwigkneiper‘s Unglück und Ende – wohl das letzte nicht gegebene Interview mit dem noch ungeborenen möchegern Nachfolger des österreichischen Schachpräsidenten.

Die Krennwurzn sitzt wie üblich bequem vor dem Computer, da läutet das Telefon nicht, die Krennwurzn hebt nicht ab und hört nicht:

Äwigkneiper: Hallo Krennwurzn, Äwigkneiper hier ...

Krennwurzn: HaHoHiHu (die Krennwurzn biegt sich vor Lachen) Äwig – HaHoHiHu –kneiper- HaHoHiHu (der Ausbruch der dämlichen Heiterkeit lässt sich kaum bremsen)...

Äwigkneiper: Krennwurzn, jetzt reißen Sie sich zusammen, hier spricht Ihr designierter, ungeborener, zukünftiger Präsident!

Krennwurzn: mein zukünftiger ... HaHoHiHu ...(die Krennwurzn rollt sich am Boden vor Lachen)

Äwigkneiper: Also ich finde das nicht zum Lachen und weil ich niemand anderen habe als Sie, muss ich meine Sorgen widerwillig mit Ihnen besprechen, falls Sie überhaupt in der Lage sind...

Krennwurzn: ja ... HaHi... legen Sie los – wo drückt der Schuh?

Äwigkneiper: Nun gut informierte Kreise haben doch gesagt, dass der Präsident des ÖSB seine letzte Amtsperiode angetreten hat und nun wurde er am Wochenende doch wieder zu einer weiteren Amtsperiode gewählt!

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Quelle: Homepage Österreichischer Schachbund ÖSB

Krennwurzn: Naja, da Sie noch nicht geboren sind, kann man keine Lebenserfahrung von Ihnen erwarten, aber in Österreich kommt nach der letzten Amtsperiode sicherlich noch die allerletzte ...

Äwigkneiper: und dann werde ich endlich Präsident?

Krennwurzn: Wo denken Sie da schon wieder vorschnell hin, nach der allerletzten kommt die allerallerletzte und dann die alleralleraller...

Äwigkneiper: Genug, genug – schweigen Sie! Wann bin ich nun definitiv an der Reihe?

Krennwurzn: Da ist wohl etwas Geduld angesagt, unser Präsident ist Jahrgang 1929 und die österreichische Zukunftshoffnung für fast alles Frank Stronach (*1932) ist doch noch einmal drei Jahre jünger, da kann das noch ein wenig dauern, denn der muss bevor er Schachpräsident wird noch Bundeskanzler und Bundespräsident werden!

Äwigkneiper: Was hat der, was ich nicht habe? Und warum wird er mir vorgereiht?

Krennwurzn: Der Stronach ist gebürtiger Steirer und hat damit das uneingeschränkte Recht vor Ihnen an die Reihe zu kommen.

Äwigkneiper: Aber der ist auch nicht mehr so jung?

Krennwurzn: Ja das schon, aber er ist immerhin zwei Jahre jünger als Bernie Ecclestone (*1930) und der schaukelt auch noch die Formel eins.

Äwigkneiper: Das schon, aber mit welchem Recht werden mir überhaupt Steirer vorgezogen?

Krennwurzn: Da sieht man wieder einmal: Ihnen fehlt nicht nur die Erfahrung, Sie wissen ganz und gar nicht was österreichisch bedeutet! Bei uns muss sich nur die Masse an Gesetze und Ordnungen halten, wer aus der Masse heraussticht, für den gilt nur die eigene Meinung – aber sicherlich kein Gesetz!

Äwigkneiper: Ja, ja ... das weiß ich ja alles – aber ich bin ja ein Überösterreicher, ein Allesbundesländler, ein Allösterreicher! – Wie lange wird es dann noch dauern?

Krennwurzn: Also Herr Äwigkneiper – aber das muss jetzt wirklich unter uns bleiben: die Herren sind allesamt noch ziemlich fit, da würde ich schon noch mit mindestens gut 10-15 Jahren rechnen ...

Äwigkneiper: aber dann bin ich ...

Krennwurzn: Keinesfalls, denn dann kommt ein weiterer Steirer ins präsidentenhoffnungsfähige Alter und gegen den haben Sie keine Chance!

Äwigkneiper: Wer soll denn das sein? Sind Sie betrunken, liebe Krennwurzn?

Krennwurzn: Arnold Schwarzenegger (*1947) ist dann auch schon über 80

Äwigkneiper: Ein „Äktionhoid“ – Krennwurzn sie erheitern mich, bleiben Sie doch seriös!

Krennwurzn: Ja, ein Schauspieler, ein Gouverneur, aber auch ein Schachspieler – sehen Sie selbst!

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Äwigkneiper: Um Gottes Willen – ja!

Krennwurzn: Und ein weltbekannter Steirer noch dazu!

Äwigkneiper: Aus – ENDE SCHLUSS – ich gebe mich geschlagen und verzichte auf das Ziel Präsidentenamt, ABER ich komme jetzt sofort auf die Welt und werde Österreichs erster Schachweltmeister!!

Kennwurzn: Aber halt, nicht so schnell .... klick (Äwigkneiper hat aufgelegt) ... das war doch schon Wilhelm Steinitz!!

 

Zimmerunsitte
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Donnerstag, 18 April 2013 16:52

Zimmerunsitte

Keine Angst das ist kein Artikel mit Content 18+ aber dennoch könnte man Angst bekommen, denn eine Unsitte mit Unterkünften sich ein zusätzliches Körberlgeld zu erwirtschaften, hat nun auch Mitteleuropa erreicht. Waren derartige Machenschaften bisher nur auf diversen FIDE-Veranstaltungen in fernen Ländern (ein Beispiel unter vielen die Olympiade in Istanbul) bekannt und mussten die Verbände dort tiefer als üblich in die Tasche greifen, so hat diese Unsitte nun auch Österreich erreicht.

Wegen diverser Probleme – unter anderem bei der Preisgeldauszahlung - strich im Vorjahr das Turnier in Oberwart die Segel und den nun frei gewordenen Termin schnappte sich der steirische Landesverband und organisiert im malerischen Bad Gleichenberg das Internationale Styrian Open 2013 mit guten Preisgeldfond und auch guten Angeboten für Unterkünfte – wäre da nicht nur meiner Meinung nach unnötiger Passus in der Ausschreibung enthalten:

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Wer also seine Unterkunft – aus welchen Gründen auch immer – nicht über die Organisation bucht, muss eine Gebühr von 70 Euro zusätzlich zum maximalen Nenngeld von 70 Euro entrichten. Nach heftigen Diskussionen im Netz Februar/März 2013 machte die Krennwurzn den Veranstaltern den Hinweis, dass dieser Passus im Widerspruch zum Dienstleistungsgesetz (DLG) und damit europäischen Normen stehen könnte.

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Anstatt die rechtlichen Rahmenbedingungen überprüfen zu lassen und die Ausschreibung noch rechtzeitig zu korrigieren, veröffentlichte der Veranstalter ein Statement auf der Seite des Schachlandesverbands Steiermark

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in dem die Kritiker bezichtigt werden „nicht alle Aspekte der Ausschreibung korrekt darzustellen“ und es wurde auch kommuniziert, dass man möglicherweise auch rechtlich gegen diese negative Stimmungsmache könnte. Nun ist die Krennwurzn am Schachbrett anerkannterweise eines der ängstlichsten Wesen des Universums, kennt aber andererseits keinerlei Angst, wenn man unterschiedliche Meinungen und Gerechtigkeitssinn durch Drohungen abwürgen möchte. Also schrieb sie den Sachverhalt an das österreichische Konsumentenschutzministerium.

Und siehe da: dieses sieht sehr wohl ein Verstoß gegen § 23 DLG:

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Auch das Argument, dass das DLG nicht für Vereine gelten sollte, wie vom Veranstalter eingebracht, wurde in der Stellungnahme abschlägig beurteilt. Als ich diese Erkenntnis dem Veranstalter telefonisch vorab mitteilte war das Gesprächsklima sehr unterkühlt und ich konnte keine Bereitschaft erkennen, dass der Passus abgeändert werden könnte – also blieb der Krennwurzn nur der traurige Weg dies einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sollten die Veranstalter diesen Passus nicht abändern, so steht jedem Betroffenen der Weg offen den wohl zu Unrecht bezahlten Organisationsbeitrag nachträglich vom Veranstalter auf gerichtlichem Weg zurückzufordern – ich hoffe aber immer noch, dass dies nicht notwendig werden wird.

Warum ist die Krennwurzn nicht früher damit an die Öffentlichkeit gegangen und was stört die Krennwurzn an diesem Passus?

Fangen wir mit dem Einfacheren an: die Krennwurzn ist zwar ein kritischer Geist, liebt aber das Schach und die Heimat sehr und möchte zudem niemanden Unrecht tun, der sich für das Schach einsetzt. Auch sind mir die Probleme und Risiken einer Turnierveranstaltung nicht fremd und ich möchte niemanden unnötig Steine in den Weg legen. Also habe ich – wohl vergeblich - gehofft, dass man diesen Organisationsbeitrag einfach streichen wird.

Ausdrücklich möchte ich betonen, dass ich das Unterkunftsangebot des Veranstalters als gut und auch preislich in Ordnung finde – wahrscheinlich sehen dies die meisten Schachfreunde auch so und werden sich für das Angebot entscheiden. Aber es ist nicht ersichtlich, dass jene (wenigen), die aus verschiedensten Gründen dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen möchten eine zusätzliche „Organisationsgebühr“ zahlen sollten.

Die Südoststeiermark ist ein wunderschönes Urlaubsgebiet und viele haben dort ihre „Stammquartiere“ – also Unterkünfte in denen sie gerne nächtigen, wenn sie diesen wunderbaren Flecken Österreichs besuchen und die sie auch nützen wollen, wenn sie das Schachturnier in Bad Gleichenberg mitspielen wollen. Ebenfalls möglich ist, dass man bei Verwandten oder Freunden nächtigt und im Sommer darf man auch die Camper nicht außer Acht lassen, die die schöne Jahreszeit nützen möchten, usw...

Ferner sollte man aus touristischer Sicht auch bedenken, dass einige dann möglichweise länger bleiben als „nur“ zum Schachturnier. Neben den allbekannten Locations wie der Riegersburg, die Schokolademanufaktur Zotter und unzähligen Weinbauern mit hervorragenden Tropfen findet man im Süden auch Kren(Meerrettich)felder und wie geneigte Leser wissen, kocht die Krennwurzn gerne mit dieser hervorragenden Zutat – siehe „Steierisches Wurzelfleisch“ am Ende des Artikels über CB12. Und weil es gerade passt noch ein paar Tipps für Kulinariker aus persönlicher Erfahrung der Krennwurzn: herrlichen Wein und diverse Produkte vom Wollschwein bekommen sie beim Weingut Krispel und hochwertigen Essig und Hochprozentiges bei Gölles! Nebenbei brauchen Sie keine Angst haben rund um das Schachturnier auf die Krennwurzn zu stoßen, weil diese keine Sommeropen spielt – aber im Herbst, wenn die Nebel über die Landschaft huschen, dann kann es schon sein, dass die Krennwurzn in der Südoststeiermark zu Besuch ist!

Aber verlassen wir die süßen Träume und kommen wir nun zum unternehmerischen Risiko: ja das besteht für ein Schachturnier und es ist bekannt, dass ohne öffentliche Förderungen es sehr schwer ist, ein solches zu veranstalten. Aber kann es langfristig sinnvoll sein, mündige Konsumenten mit einer - sagen wir es etwas flapsig – „Strafzahlung“ zur Annahme eines Angebotes „zu zwingen“?? Nein, das ist keine tragfeste Strategie und schadet mehr als sie kurzfristig nutzt, wenn beispielsweise ein Schachfreund, der die Ausschreibung nicht genau gelesen hat und schon ein anderes Quartier gebucht hat, dann zähneknirschend nochmals 70 Euro extra hinblättern muss. Auch sollte man bedenken, dass dies auch Teilnehmer a priori abschrecken kann, weil das Turnier – wenn auch ungerechtfertigterweise – in falsches Licht gerückt werden könnte. Möglicherweise muss man dann ein höheres Nenngeld verlangen, aber dies ist dann für alle unabhängig vom Wohnsitz und gebuchter Unterkunft gleich und der Konsument kann frei entscheiden!

Daher sagt die Krennwurzn „NO“ zur Zimmerunsitte, die in manchen Teilen der Welt hingenommen werden muss, vor der uns aber die EU-Gesetzgebung schützt - denn ein Unterscheidungsmerkmal der freien Welt ist: freie Wahlmöglichkeit und möglichst wenig Zwang!

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Blick auf Lienz - Hintergrund Lienzer Dolomiten
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Sonntag, 17 Februar 2013 19:36

Lienz 2013 – Kontumaz im Morgengrauen

Alle zwei Jahre findet im schönen osttiroler Städtchen Lienz ein gut besuchtes Schachturnier statt. Lienz ist das nicht die Heimatstadt der Krennwurzn? Nein – natürlich nicht: das ist das größere Linz an der Donau – das schönere Lienz liegt an der Drau, die später in Kroatien in die Donau fließt. Und zu schnell ist auch die Kontumazzeit für einen serbischen und zwei kroatische Schachfreunde verflossen, denn sie kamen erst über eine halbe Stunde nach Rundenbeginn um 9 Uhr an die drei Spitzenbretter und staunten zuerst sehr, dass sie die Partien bereits verloren hatten, denn die Kontumazzeit beträgt bei diesem Turnier 15 Minuten und die waren schon lange vorbei.

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Sicherlich schaut es sehr ungewöhnlich aus, wenn die ersten drei Bretter ohne sportlichen Kampf entschieden werden und damit schon nach wenigen Minuten der österreichische IM Andreas Diermair vor GM Rainer Buhmann über den alleinigen Turniersieg freuen konnte. Nur GM Nikola Sedlak aus dem Trio erreichte trotzdem noch den dritten Rang.

Aber wie konnte es dazu kommen? Das Turnier in Lienz ist vorbildlich organisiert und neben einem umfangreichen Rahmenprogramm wird den Teilnehmern auch ein Shuttlebus von den Quartieren zum Turniersaal zur Verfügung gestellt – ebenso wird vor Rundenbeginn zweisprachig auf den Rundenbeginn am nächsten Tag hingewiesen und auch die Ausschreibung wurde nicht abgeändert. Es lag also alleine in der Verantwortung der Großmeister, die gemeinsam in einem Privatquartier nächtigten und von diesem auch mit dem privaten Pkw zu den Runden anreisten, dass es zu diesem verspäteten Eintreffen kam, weil alle drei dachten, dass Rundenbeginn 9:30 Uhr sei.

Sind Sie neugierig geworden wie es unter der Nebeldecke aussieht? Dann schauen Sie doch mal vorbei in Lienz einem herrlicher Ort zum Urlaub machen! Und zwar das ganze Jahr über nicht nur für Wintersportler und Wanderer – so kann man im Museum Schloss Bruck auch Werke des bekannten Malers Albin Egger-Lienz (1868 - 1926) bewundern. Aber lassen Sie es nicht erzählen - fahren Sie selber hin und machen Sie sich Ihr eigenes Bild - Sie werden es nicht bereuen! Lienz ist immer eine Reise wert und in ungeraden Jahren im Februar findet sich dort viele Schachfreunde zu einem Turnier ein.


Kleiner Nachtrag zur Sprachkunde: Kontumaz ist ein österreichischer Begriff für das Nichtantreten zu einer Schachpartie!

Der österreichische Weg
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Sonntag, 11 November 2012 10:53

Der österreichische Weg

11.11 und 11 Uhr 11 Faschingsbeginn – Achtung Deckung! - die Krennwurzn spricht wohl wieder mit Äwigkneiper. Beruhigen Sie sich, die Lage in Österreich hat sich total verändert: ein 80jähiger austrokanadischer Milliardär gilt als große politische Zukunftshoffnung (Team Stronach), da kann ein nur drei Jahre älterer Schachpräsident doch kein Ablösekandidat mehr sein und damit bleibt diesmal der „schräge“ Äwigkneiper im Phantasiejenseits, denn die Schachrealität übertrifft jede Satire um Längen.

Es gibt schon jahrelang einen rückläufigen Trend bei den Schachspielern und da hat der ÖSB natürlich eine tolle Lösung gefunden: die verbliebenen Schachspieler dürfen bei mehreren Vereinen spielen! Diese Regelung gab es schon lange, aber heuer wurde von einem Gastverein auf zwei Gastvereine erweitert und zudem darf man auch im eigenen Bundesland Stamm- und Gastspieler sein!

2.3 Einzelspieler - Quelle: TUWO

a. Ein Spieler kann nur für einen (1) Verein und damit für einen (1) LV eine Stammspielberechtigung besitzen. 

b. Ein Spieler kann, sofern der betreffende LV zustimmt, zusätzlich als Gastspieler für zwei (2) weitere Vereine in einem Mannschaftsbewerb eingesetzt werden. Diese Vereine können demselben oder einem anderen LV angehören.

c. Die Teilnahme an der Damen-Bundesliga zählt nicht als Spielberechtigung für einen bestimmten Verein.

Eine weitere Besonderheit ist, dass es in Wien zusätzlich die Betriebsliga gibt und auch dort darf jeder Schachspieler noch bei einer Betriebsmannschaft spielen. Ein österreichischer Schachspieler kann also für max. vier Vereine spielen – eine Dame theoretisch sogar für fünf – denn obwohl einmalig (Saison 2011/12) gibt es weiterhin die Spielberechtigung für die Damenbundesliga mit Zweiermannschaften im Regelwerk! Durchführen muss man sie ja nicht, Hauptsache es gibt eine Spielberechtigung – so lautet die Expertise des IST (Instituts für sinnlose Turniere), dem wir Innovationen wie die oben schon erwähnte Damenbundesliga und die leider noch nicht im Guinnessbuch der Rekorde eingetragene Turnierserie ohne Teilnehmer und noch vieles mehr zu verdanken haben! Achtung - wer nach „IST Austria“ googelt wird nur das Institute of Science and Technology Austria finden – zwar ebenfalls eine Forschungsstätte, aber unbedeutend im Vergleich zum Unauffindbarem!

Aber dies ist nicht die einzige Besonderheit des Schachs in Österreich - blickt man in die österreichische Eloliste, dann findet man dort 25.000 Schachspieler – ganz schön viel auf den ersten Blick und sicherlich mehr als in Deutschland an der Bevölkerung gemessen! Schaut man genauer bemerkt man aber, dass man hier Zählanleitungen bei den Griechen genommen haben dürfte, denn davon scheinen 13.000 als abgemeldet und weitere 2.000 bei keinem Verein gemeldet auf! Von den nunmehr verbliebenen 11.000 Nettoschachspieler sind 9.000 Stammspieler und jeweils 1.000 Gast- und Betriebsligenspieler. Mit der Gastspielerregelung hat man einen genialen Coup gelandet, zumal weiterhin Potential auf Vermehrung von Spielberechtigungen vorhanden ist. Natürlich ist das bei genauer Betrachtung für die Vereine nicht so wirklich toll, denn die Bindung an einen Verein und damit das Vereinsleben und Überleben wird nicht wirklich gestärkt, wenn Mitglieder auch in anderen benachbarten Vereinen spielen dürfen. Der für die Bundesligen geltende Spruch „es steigen nur Vereine ab, die Spieler bleiben in der Bundesliga“ gewinnt damit nun auch in unteren Spielklassen Gültigkeit – das Legionärswesen wird nach unten exportiert.

Im Bundesland Oberösterreich gibt es beispielsweise nur die Einschränkung, dass man in der Klasse in der man Stammspieler ist, nicht als Gastspieler spielen darf – es wird nur verhindert, dass man gegen sich selbst spielen könnte, aber in einer anderen Klasse kann man als Gastspieler gegen seinen Stammverein spielen. Das erscheint doch einige - auch menschliche Probleme zu verursachen – aber dem ÖSB geht es ja wohl nicht um die Vereine, sondern eher um Beiträge und Spielerzahlen, denn ein Gastspieler bringt ähnlich viel in die Kassen wie ein Stammspieler - und so hält man die Meisterschaften leichter am Laufen. Eine zusätzliche Hilfe sind die variablen Spieltermine von Freitag bis Sonntag- so kann, wer möchte dreimal am Wochenende eine Meisterschaftspartie für verschiedene Vereine spielen. Ein Paradies für Vielspieler und Möchtegernprofis – aber eine organisatorische Herausforderung für die jeweiligen Mannschaftsführer, denn dieser kann nie genau wissen, wer gerade wann für welche Mannschaft in welchem Verein spielen wird.

Und dann könnte man ja noch auf „äwigkneiperische“ Ideen kommen: beispielsweise eine Zwangsspielberechtigungen einführen, jeder gemeldete Spieler muss mindestens eine Meisterschaftspartie pro Wochenende spielen – für verschiedene Vereine versteht sich von selbst – notfalls nach Bedarf natürlich auch noch mehr! Und auch die Damenbundesliga könnte man nach der Pause in dieser Saison 2013/14 wiederbeleben indem man den Herren Gastspielberechtigungen für die Damenbundesliga gibt – dies wäre nicht nur logisch und konsequent, sondern trägt auch dem Gedanken der Gleichberechtigung Rechnung, denn Damen dürfen ja auch in der Herrenbundesliga spielen!

Man kann nur wirklich nur gespannt warten, welche bahnbrechenden Ideen das IST (Instituts für sinnlose Turniere) in den kommenden Jahren ersinnen und in die Praxis einführen wird – jedenfalls ist der Weg klar vorgezeichnet: in wenigen Jahren wird es dank kreativer Spielberechtigungen in Österreich mehr Schachspieler als Einwohner geben – einen frohen Fasching wünscht die Krennwurzn allen SchachfreundInnen!

Werner Was-springt-für-mich-raus Stubenvoll
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Freitag, 17 August 2012 06:21

Ausschreiben auf österreichisch

34mal hat das Oberwarter Open stattgefunden. Es gibt nicht viele Opens, die auf eine so lange Tradition zurückblicken. Eine 35. Auflage wird es in dem Ort, der durch eine der meistverkauften Liveaufnahmen Popgeschichte schrieb, wohl nicht geben. Sonst hätten sich die Veranstalter Werner Stubenvoll und Siegfried Posch nicht einen solchen Schmäh bei der Preisgeldausgabe oder vielmehr Preisgeldeinbehaltung erlaubt und damit den Ruf der Veranstaltung ruiniert und den des burgenländischen Städtchens befleckt. Was soll man sagen: Live is life? Oder doch Nanananana?

 

"Doppelpreise sind nicht möglich, es wird der höhere Preis ausbezahlt", heißt es in der Ausschreibung. Üblich ist dann, und so war es auch in Oberwart in der Vergangenheit, dass der niedriger dotierte Preis an den Nächstgereihten geht. Stubenvoll und Posch haben den jeweils niedrigeren Preis einfach einbehalten. Am Beispiel des Turniersiegers erklärt: Peter Schreiner kassierte 1233 Euro als Wertungserster, die für den besten Österreicher ausgelobten 800 Euro verfielen (Schlusstabelle). Insgesamt behielt das bauernschlaue Duo so mehr als 2000 Euro von den ausgelobten Geldern ein. Sonst hätten sie an der Veranstaltung nämlich nicht gut genug verdient. Dass sich irgendeiner der Zukurzgekommenen sein Geld auf juristischem Weg holt, oder gar alle zusammentun, ist nicht bekannt und wäre wohl in der auf dem ÖSB-Forum geführten Diskussion aufgeschienen.

 

Stattdessen haben sich einige erst einmal hilfesuchend an den Österreichischen Schachbund gewandt. Immerhin ist Stubenvoll Vorsitzender von dessen Technischer Kommission, also oberster Regelhüter im österreichischen Schach, und seine Auslegung von Ausschreibungen die einzig gültige, wie ich aus eigener Erfahrung weiß*. Doch der ÖSB erklärte sich für nichtzuständig, weil das Turnier eine Privatveranstaltung gewesen sei. Wenn Ausschreibungen österreichischer Opens künftig nach Oberwarter Weise zu verstehen sind, also Spieler wohlmöglich davon ausgehen müssen, dass alles im Sinne der Veranstalter zu lesen ist, bedeutet das freilich ein PR-Problem für den gesamten Openstandort Österreich. Aber die anderen Veranstalter freuen sich wohl erst einmal, dass mit Oberwart ein Wettbewerber vom Markt verschwindet.

 

Auch Siegfried Posch war früher Funktionsträger beim ÖSB. Wenn mich nicht alles täuscht für Marketing. Er hat keinen Ruf mehr zu verlieren. Um für seine Mannschaft Fürstenfeld das Geld zusammenzukratzen, ist ihm inzwischen fast jedes Mittel recht. Ohne ausreichende Kenntnisse der Technik verkauft er Liveübertragungen, die immer wieder zusammenbrechen. Dass er in der österreichischen Bundesliga zuletzt trotzdem oft zum Zug kam, lag an einem Marketingkniff: Er engagierte den Leiter der Liga, natürlich kein anderer als Werner Stubenvoll, als Übertragungshelfer. Mit dem Herrn der Regeln wollten sich die ausrichtenden Vereine natürlich gut stellen und engagierten lieber Posch und Stubenvoll als den zuverlässigen aber machtlosen Karl Theny. Dass Stubenvoll ohne Zusatzeinnahmen durch die Übertragung an der Bundesliga nicht genug verdient, wird von den Vereinen anscheinend hingenommen. Es gäbe in Österreich vielleicht auch fähige Schiedsrichter mit, sagen wir mal, geringeren finanziellen Ansprüchen.

 

*Als ich voriges Jahr ein kleines Einladungsturnier in Wien veranstaltete, musste ich Stubenvoll eine Ausschreibung schicken. In dem eigentlich allein für die offizielle Dokumentation erstellten Brief vergaß ich die Karenzzeit zu erwähnen. Dass ich alle Teilnehmern in den Einladungen informiert hatte, dass wir keine Nullkarenz anwenden, war Stubenvoll ebenso egal wie, dass ich nach Bemerken des Formalfehlers von allen Teilnehmern vor dem Turnier die Zustimmung einholte, die vergessene Karenzzeit auf eine Stunde zu setzen. Nein, wir mussten mit Nullkarenz spielen. Sonst würde er dafür sorgen, dass die Turnierresultate nicht anerkannt werden. Dass Stubenvoll auch noch zwei Stunden vor der ersten Runde unangemeldet auftauchte (ich war nach dem morgendlichen Aufbauen duschen gegangen) und sich bei der Geschäftsführerin des Designkaufhauses Stilwerk polternd beschwerte, dass eiligst ein Turnierleitertisch herzurichten sei, fand ich auch nur bedingt hilfreich. So lange Stubenvoll reinpfuschen darf, werde ich mich als Veranstalter zurückhalten. Dabei sollte ich ihm eigentlich dankbar sein. Der einzige Fernsehbeitrag über die von mir in Wien ausgerichtete Bundesligarunde wäre ohne ihn wohl nicht sendereif gewesen.

Wollen haben
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Donnerstag, 01 März 2012 12:21

Wollen haben

Ein wenig sind wir Österreicher wie kleine Kinder – alles was andere haben, wollen wir auch haben und dabei wird schnell vergessen, dass wir seit fast 100 Jahren keine regionale Großmacht sondern ein Kleinstaat sind. Wir leisten uns neben den althergebrachten Universitäten und einer Akademie der Wissenschaften auch noch das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) welches kürzlich mit einer Milliarde Euro ausgestattet wurde während die anderen Universitäten unter akutem Geldmangel leiden. Allerdings muss gesagt werden, dass das IST wunderbar liegt und man der Gegend um Maria Gugging bei einer Wienreise unbedingt einen Besuch abstatten muss.

Aber was hat das mit Schach zu tun? Zuerst einmal das „Wollen haben“ – auch wenn die Voraussetzungen dafür nicht so gegeben sind wie anderswo. Zudem hat die Krennwurzn fieberhaft nach einem zweiten österreichischen IST gesucht, es aber trotz Google, Wikipedia & Co nicht gefunden: das Institut für Sinnlose Turniere!

Dass es dieses geben muss ist klar, denn schon im Vorjahr berichtete die Krennwurzn hier über eine Turnierserie ohne Teilnehmer, die der ÖSB mit großem Werbeaufwand ohne tieferes Konzept ins Leben gerufen hat und dann nicht einmal für die Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde für die längste und größte Meisterschaftsserie ohne Teilnehmer gesorgt hat.

Nun startet heute ein weiteres Meisterwerk aus dieser unauffindbaren IST Schmiede: eine Damenbundesliga auf zwei Brettern mit acht Mannschaften. Die Experten des IST ÖSB – damit keine Verwechslung mit dem IST Austria – entsteht, haben messerscharf erkannt, dass wir keine Damenbundesliga haben und siehe „Wollen haben“ wurden sofort die Planungen gestartet. Da einerseits eine Bundesliga auf einem Brett eine Einzelmeisterschaft ist und andererseits für eine Bundesliga auf vier Brettern das Wesentlichste fehlt: nämlich die Damen und man nicht die Vorjahresleistung eines Turniers ohne Teilnehmer kopieren wollte, war es nur allzu logisch eine Liga mit der theoretisch minimal möglichen Mann- oder hier korrekterweise Frauschaftsstärke von ZWEI ins Leben zu rufen.

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Immerhin treten acht Mannschaften an und die Kaderliste umfasst 32 Spielerinnen von denen fast die Hälfte weniger Elo als die Krennwurzn hat und die Krennwurzn ist eben eine ebensolche, weil sie (die Wurzn – nicht der Wurz wie die Deutschen so gerne sagen) sprechen wir es mal ganz nett aus: schachlich absolutes Mittelmaß ist und fügen wir korrekterweise hinzu, dass dies für den Hobbybereich gilt. Selbst die allgemeine österreichische Großmannssucht lässt hier keine Chance auf eine sentimental favoritische Annäherung an den Profibereich zu.

Es ist klar, dass die Frauen ein Hoffnungsmarkt für Schach sind und daher gefördert werden müssen, denn was gerne vergessen wird, ein nicht unwesentlicher Teil des Erfolges der westlichen Welt liegt eben auch darin, dass wir - gezwungen durch zwei Weltkriege – erkannt haben, dass es kontraproduktiv ist, auf das Leistungspotential von 50% der Menschheit freiwillig zu verzichten.

Ob aber Maßnahmen wie diese Damenbundesliga, deren sportlicher Wert sehr beschränkt ist, wirklich hilfreich sind, wage ich zu bezweifeln, denn wer die zu Fördernden der „Lächerlichkeit“ Preis gibt, ist meiner Meinung nach schlimmer als jeder Chauvinist! Wir haben nicht nur zu wenig Damen im Schach, sondern wir haben vor allem nicht genug starke Damen für eine Bundesliga und da hilft auch kein „Wollen haben“ und die anderen haben das auch schon weiter: uns fehlen einfach die Voraussetzungen und das muss man vorerst einmal so akzeptieren. Die stärkste Dame IM Eva Moser trifft bei den sieben Begegnungen auf einen maximalen Eloschnitt von 2032 am ersten Brett – das ist das Niveau von Erstrundengegner bei Open und keine sportliche Herausforderung!

d2eva(Elo Gegnerinnen IM Moser)

Ausgetragen wird die Damenbundesliga parallel zur Bundesliga und startet heute bei einem Schachgroßevent in St. Veit/Glan: dort spielen Bundesliga, 2. Bundesliga Mitte und Damenbundesliga in der Blumenhalle bis Sonntag 4. März 2012. Dass es dabei zu einer Terminüberschneidung mit der Fraueneuropameisterschaft 1-14. März in der Türkei kommt, ist nur eine weitere Fußnote der perfekten IST Planung.

Frauen gehören im Schach gefördert, das ist klar, denn um unseren schönen Sport am Leben zu erhalten und nicht immer über sinkende Mitgliederzahlen in Vereinen und Verbänden jammern zu müssen, ist es ein Gebot der Stunde nicht auf 50% der Menschheit als potentielle Mitglieder zu verzichten. Da haben wir starken Aufholbedarf und müssen dennoch behutsam vorgehen und nicht Alibimaßnahmen setzen, die im schlimmsten Fall abschreckend wirken können, sondern uns Gedanken machen, wie wir Schach auch für Frauen attraktiv machen können – aber das wäre Stoff für eine eigene Geschichte und wohl besser für eine Autorin!

Abschließend möchte ich anmerken, dass ich die Trennung in Damen und Herrenbewerbe im Schach als die schlimmste Diskriminierung überhaupt empfinde. Denn – und da schließt sich der Kreis zum IST Austria – im Denken haben die Frauen keinen Nachteil! Oder gibt es Institute für weibliche Mathematik oder den Abschluss Diplomingenieurinnen für Informatik bereits nach dem ersten Studienabschnitt, weil ... ja sprechen wir es in aller Härte aus: Frauen sowieso nicht das Zeug zu einem echten Diplomingenieur haben!

Es ist gut, dass uns Frauen wie Judith Polgar und viele Topwissenschaftlerinnen zeigen, dass dieses männliche Haltung nicht nur falsch und stark veraltet, sondern steinzeitlich ist!

Samstag, 11 Februar 2012 01:24

Unter Killern und Womanizern

Vor kurzem hab ich in Wien ein unbedeutendes Schachdings organisiert. 34 Großmeister dabei, nicht weiter der Rede wert. Die Schachkommunisten der Tageszeitung Standard haben es schon richtig eingeordnet mit den Stichwörtern "Verdorfung" (Wien) und "Virtualisierung" (so viele Zuschauer wie ewig nicht). Na ja, eine massenmediale Einrichtung (ORF 1) meinte aber, wahrscheinlich von wegen öffentlich-rechtlichem Bildungsauftrag, das ganze nicht links liegen lassen zu dürfen, und schickte ein dreiköpfiges Team. Angeführt von einem weißgekleideten Herrn, der sich Hermes nannte, taten sie ihr Bestes, die für die Reduktion des Veranstalterdefizits dringend benötigen Gastroerlöse durch die frühzeitige Konsumation geistiger Getränke anzukurbeln, und holten sich anschließend einige Zuschauer, den Schiedsrichter und auch zwei Spieler vor die Kamera, damit die Fernsehzuschauer mal was Wichtiges über Schach erfahren. Etwa, was ich auch noch nicht wusste, dass in Österreich anscheinend nicht mattsetzen sondern töten gesagt wird oder wie ein Schachspieler eine Frau aufreißt. Unter Killern und Womanizern ist man also bei so einer Schachliga, so so. Vielleicht keine Sternstunde des Fernsehens beim Schach aber doch irgendwie sternige dreieinhalb Minuten in der ORF1-Late-Night-Show Willkommen Österreich (Sendetermin 9. Februar) kamen heraus:

bannerendspiel anzDass der Österreicher Schach für eine ernste Angelegenheit hält, ist somit geklärt. Darüber darf man sich von Thomas Stipsits Kabarettabend "Bauernschach" (hier der Trailer) nicht täuschen lassen. Danke (ach, sind wir jetzt schon im Werbeblock?) an den Stadtsaal Wien, wo der Stipsits das Programm im Februar jeden Sonntag spielt, der so blöd nett war, fürs Aufhängen von einigen Plakaten und Auflegen einiger Waschzettel sechs Freikarten (für meine Helfer) rauszurücken. Und an die Firma Hoanzl, der eine DVD-Aufnahme davon zu einem unverschämten Preis vertreibt. Aber der von Stipsits gerettete Originaltext des von Falco zu "Jeannie" umgedichteten Heulers ist es wert: Chess is just a little boring game in a cold, cold world....

Fasching Elfelf
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Freitag, 11 November 2011 11:42

Fasching Elfelf

Im Rahmen des Villacher Faschings der wohl bekanntesten Fasching Veranstaltung Österreichs traf die nichtanwesende Krennwurzn den ungeborenen designierten Nachfolger Herrn Äwigkneiper des ÖSB (Österreichischer Schachbund) Präsidenten zu einem nichtgegebenen und unautorisiertem Interview über das österreichische Schach. Leider meldete sich dieser am 1. April wieder und drohte ein neuerliches Interview für 11.11.11 natürlich um 11.11 an.

Krennwurzn: (Zitternd die Sekunden zählend) 11 Uhr 11 und 1,2, - Hoffnung keimt auf – der Äwigkneiper könnte den Termin vergessen haben – 9, 10, ...

Äwigkneiper: 11 – punktgenau am 11.11.11 um 11 Uhr 11 und 11 Sekunden bin ich da – das nenne ich Pünktlichkeit – ich bin ein Unterstützer der Nullkommanulltoleranzregel! Warum sind Sie so bleich?

Krennwurzn: Kren ist im Inneren nun mal weiß, auch wenn er außen oft ein wenig schmutzig ist, aber es zählen ja die inneren Werte oder nicht?

Äwigkneiper: Lenken Sie mich nicht vom Thema ab! Nullkommanulltoleranz bedeutet, dass in Zukunft nicht nur Spieler kontumaziert werden, die zu spät zur Partie kommen, sondern auch jene, die zu früh am Brett erscheinen. Diese Unhöflichkeit gegenüber den Schiedsrichtern und Veranstaltern muss ein Ende haben! Spielbeginn 10 Uhr bedeutet nun einmal exakt 10 Uhr und nicht 9 Uhr 59 und 59 Sekunden!

Krennwurzn: Ja, aber startet nicht der Schiedsrichter die Runde und kann das nicht auch um 10 Uhr 2 Minuten sein?

Äwigkneiper: Warum sollte er?

Krennwurzn: Weil vielleicht der Hauptsponsor, der Bürgermeister oder sonst ein Prominenter noch nicht da ist – oder weil er selbst zu spät kommt bzw. seine Uhr nicht genau geht!

Äwigkneiper: Die Erstgenannten interessieren mich nicht – außerdem die gibt es beim Schach praktisch nicht. Kommt aber der Schiedsrichter zu spät wird er kontumaziert und die Spieler logischerweise auch gleich mit.

Krennwurzn: Ok - wechseln wir das Thema: in unserem Nachbarland Deutschland weht ein neuer Wind – Schachpräsident ist dort ein wenig überraschend ein ganz passabler Turnierspieler aus dem Saarland geworden. Nun spielen die Deutschen nach früheren Streitereien bei der EM in Griechenland mit einer starken Mannschaft sogar an der Spitze mit.

Äwigkneiper: Und Sie tippen immer 4-0 für die Gegner – dafür muss ich Sie zwar loben, aber ich werde Ihr unmögliches Verhalten natürlich auch meinen deutschen Freunden mitteilen.

Krennwurzn: Machen Sie das nur – das österreichische Schach rackert sich ab!

Äwigkneiper: Wir waren bei der Olympiade vor den Deutschen und das genügt für Jahrzehnte – wenn nicht für Jahrhunderte – außerdem zählen EM nicht zu unseren Stärken. Wie Sie sicher wissen, haben wir uns im Fußball nie für eine EM qualifiziert!

Krennwurzn: Richtig und dennoch bei einer EM mitgespielt!

Äwigkneiper: Und genau da liegt meine Zukunftsabsicht – in meiner Amtszeit werden wir eine ÖEM veranstalten.

Krennwurzn: ÖEM was ist das?

Äwigkneiper: Eine Österreichische Einzel-Meisterschaft nur mit österreichischen Mannschaften, dann gewinnen wir diese auch!

Krennwurzn: Das klingt widersprüchlich und sehr international ist das auch nicht.

Äwigkneiper: Iwo – bei uns dürfen da alle mit Österreichbezug mitspielen.

Krennwurzn: Jetzt verstehe ich mit Bezug meinen Sie alle, die von uns bezahlt werden?

Äwigkneiper: Aber nein und nochmals nein! Da der bekannte Heinz Freiherr von Prüll schon länger nicht mehr „Niki und die Kreisfahrer“ kommentieren darf, hat er mir zugesichert für alle Top 100 Spieler einen Österreichbezug herzustellen, auch wenn es sich nur um eine angeheirate Cousine der Friseuse des Lieblingsfleischers des Wahlonkels handeln sollte. Der würde sogar bei einem Außerirdischen einen Österreichbezug finden.

Krennwurzn: Na ja man kann sich Illusionen hingeben, ich wünsche ihm da 99 Mal Glück – ein Österreicher hat es ja aus eigener Kraft in die Top 100 geschafft.

Äwigkneiper: Den werden wir da auch noch rauswerfen – wir brauchen Beitragszahler und Funktionäre und keine Spieler!

Krennwurzn: Mann geht das schon wieder los – Schach ohne Schachspieler! Aber was sagen Sie zu den Plänen der FIDE die Gebühren für die Ratingberechnung zu erhöhen?

Äwigkneiper: Das wird ja erst durch meinen Vorschlag richtig genial: ohne Schachspieler keine Partien und damit absolut keine Kosten! Die Ratingzahlen gehen dann monatlich nur mit Datumsänderung online – das nenne ich dann Effizienzsteigerung inklusive Gewinnmaximierung. Und als Sahnehäubchen kommt dann zweifelsfrei die ÄwigeELOliste, die wird gar nicht mehr geändert, da müssen die Spieler nur mehr einzahlen!

Krennwurzn: Und da kommt niemand mehr neu auf die Liste? Das schaut mir nach einem Geschäftsmodel mit Ablaufdatum aus.

Äwigkneiper: Iwo?

Krennwurzn: Es sterben ja auch manche und dann sinken die Einnahmen.

Äwigkneiper: Nein, nein - dann müssen die Erben zahlen!

Krennwurzn: Oje

Äwigkneiper: Wie schaut’s eigentlich mit dem österreichischen Schach aus?

Krennwurzn: Nichts besonders außer einer ebenfalls nahezu unbeachteten und nicht im Buch der Rekorde eingetragenen langen Turnierserie ohne Teilnehmer. Aber interessiert Sie das oder das österreichische Schach wirklich?

Äwigkneiper: Nein – ganz und gar nicht – mich interessiert nur mein Präsidentenamt mit unendlicher Dauer und ein wenig meine Funktionäre!

Krennwurzn: Gut und mich interessiert Ihr Geschwafel nicht mehr – das war unser letztes nichtgegebenes Interview – Lang lebe der Präsident, lang lebe Österreich, lang lebe das Schach!

Äwigkneiper: "I'll be back"


Bisher erschienen und dennoch nicht gelesen:

Nichtgegebenes Faschingsdienstagsinterview

1. April 2011

Kramniks Sieg war zu erwarten, Fröwis´ nicht
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Sonntag, 31 Juli 2011 14:10

Von Dortmund nach Wien

Dortmund hat viel Kampfschach und einen überragenden Sieger Kramnik geboten. Was bleibt sonst? Nakamuras Formkrise, Meiers schmerzvolle, aber für sein Weiterkommen nützliche Lektionen, Naiditschs Abwesenheit, eine gegenüber früheren Jahren in schachlicher Sicht deutlich verbesserte Pressearbeit. Unterm Strich meine ich: eindeutig eine der besseren Auflagen der Schachtage aka Sparkassen-Chess-Meeting.
 
Meine Aufmerksamkeit gilt jetzt wieder dem österreichischen Schach. An diesem Sonntag endet die Staatsmeisterschaft mit einem verdienten Außenseitersieg. Georg Fröwis, ein 21jähriger Vorarlberger, profitierte freilich in der Schlussrunde davon, dass Favorit Shengelia in Zeitnot statt stellungsgerecht die Züge zu wiederholen (und sich mit einem geteilten ersten bis dritten Platz bei schlechtester Buchholz abgibt) die Brechstange auspackt und rasch eingeht, so dass er  sich um einen halben Punkt vom buchholzbesseren Andreas Diermair absetzen kann. Fröwis hat eine IM-Norm deutlich übererfüllt, auch Schachinger und Schwabeneder haben IM-Normen geschafft. Bereits ab Mittwoch geht der Staatsmeister seine nächste Norm an, bei einem von mir organisierten IM-Turnier im Stilwerk Wien. Bis 11. August täglich ab 14 Uhr. Zuschauer sind herzlich willkommen. Im Internet gibt es eine Turnierpräsenz und eine Ergebnisseite.  
 
  
1. April 2011
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Freitag, 01 April 2011 23:53

1. April 2011

Die Krennwurzn sitzt ruhig und entspannt vor dem Computer, das Telefon läutet nicht und die Krennwurzn hebt nicht ab!

Krennwurzn: Hallo?

Äwigkneiper: Hallo Krennwurzn, Äwigkneiper am Apparat – wie geht’s?

Krennwurzn: Nicht Sie schon wieder! (Tiefer Scheufzer – aber da ich nicht abgehoben habe, kann ich schwer auflegen!) Ich denke unser Interview vom Faschingsdienstag war kein großer Erfolg.

Äwigkneiper: Das liegt doch nur an Ihrer Anonymität bzw. Pseudoanonymität – wer soll sich da bitte auskennen?

Krennwurzn: Ist doch ganz einfach und zu tiefst österreichisch: jeder darf es wissen, weiterzählen, aber bitte nicht öffentlich schreiben, Bilder veröffentlichen usw. – kurz gesagt einfach das Recht auf Privatsphäre achten, auch wenn das in Zeiten von Facebook und Co. nicht modern erscheint.

Äwigkneiper: Typisch für Sie, Herr Krennwurzn – immer alles komplizieren - Fakt ist: Realname ist ehrlich, anonym ist böse! Da Sie zwar bekannt aber anonym sind, müssen sie ehrlich böse sein!

Krennwurzn: Böse gesagt: das ist ehrlich mein Ziel!

Äwigkneiper: Was?

Krennwurzn: Unangenehmes ehrlich ansprechen und sachlich diskutieren – wenn auch gerne mal mit einem sarkastischen Unterton – aber deshalb werden Sie sicherlich nicht nicht angerufen haben – oder?

Äwigkneiper: Um Gottes Willen – natürlich nicht! Ich möchte Sie auffordern es zu unterlassen meine zukünftig besten Leute abzuschießen!

Krennwurzn: Äh ...

Äwigkneiper: Dieser Salto nullo Artikel gefällt mir gar nicht! Da setzt einer meine Vision von einem Verband ohne Schachspieler in einem Teilbereich konsequent um und Sie kritisieren das auch noch! Ich habe Ihnen bereits beim letztem Mal gesagt: alle Probleme kommen nur von den Schachspielern und daher muss daran gearbeitet werden einen Schachverband ohne Schachspieler und damit ohne Probleme zu verwirklichen! Das Schachparadies darf keine Vision bleiben – es muss Realität werden!

Krennwurzn: Aber ohne Schachspieler braucht es gar keine Verbände und natürlich machen Menschen Probleme - oder?

Äwigkneiper: Quatsch! Stellen Sie sich vor wie viele Turniere man veranstalten könnte, wenn es keine Teilnehmer gäbe – täglich mehrere tausend inklusive Kontinental- und Weltmeisterschaftszyklen. Es gäbe keine Preisgeldsorgen, keine Betrugsprobleme, keine Spiellokal- und Terminprobleme. Die Funktionäre könnten herrliche Konzepte entwickeln, diese nach langen Diskussionen in schönen Hotels dann in endgültige Bestimmungen umwandeln und niemand würde auf die absurde Idee kommen, diese auch noch auf Praxistauglichkeit zu überprüfen! Und kein Spieler – auch kein Weltmeister - könnte sagen: ich spiele nicht in Stadt XY, weil... oder ich möchte mehr Geld, einen Sitz aus Glas, usw...

Krennwurzn: Ok – das ist aber nicht nur für mich keine Vision sondern ein Alptraum!

Äwigkneiper: Weil Sie einfach nichts verstehen wollen – zur Strafen singen Sie mir jetzt „Die Krennwurzn war’s die sieht ma so verdächtig aus“ (Ursprungsversion)

Krennwurzn: Ich kann nicht singen!

Äwigkneiper: Was können Sie?

Krennwurzn: Nichts!

Äwigkneiper: Sehr gut! Da wären auch Sie ein guter Kandidat für mein zukünftiges Team – wann ist der nächste Bundestag?

Krennwurzn: Keine Ahnung, aber das müssten Sie doch wissen oder auf der Internetseite finden können.

Äwigkneiper: Da steht nichts!

Krennwurzn: Wahrscheinlich am 1. April

Äwigkneiper: An welchem?

Krennwurzn: 2011

Äwigkneiper: In Östereich ist jeder Tag der 1. April – das müssten Sie doch besser wissen: heute ist der 91. Und wir haben uns am 67. in Villach nicht getroffen!

Krennwurzn: (leise) und nun hoffentlich auch länger nicht wieder.

Äwigkneiper: Das habe ich gehört – ich melde mich wieder bei Ihnen am 315.

Krennwurzn: Sie müssen den Termin nicht extra eintragen, ich werde ihn garantiert vergessen!

Äwigkneiper: Jetzt reicht’s mir aber! Wenn ich Präsident werde, müssen Sie dann täglich zu Strafe 200 „Krennwurzn Gedächtnisturniere“ organisieren und dass bei denen niemand mitspielt, dafür brauche nicht einmal ich zu sorgen! Da spielen die Leute freiwillig nicht mit!

Krennwurzn: Wie soll ich dann als bereits Verstorbener meine eigenen Gedächtnisturniere organisieren?

Äwigkneiper: Ein Blitzkneisser sind Sie aber nicht! Ohne Teilnehmer können Sie schon heute alles erledigen: Ausschreibung, Regeln, usw. Was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen!

Krennwurzn: Und ich dachte schon an Falco „muss ich denn sterben, um zu leben?“ Quelle

Nachtrag:

Am vergangenen Samstag 2. April 2011 fand in Graz der ÖSB Bundestag 2011 statt, mit den Wahlen für die kommende zweijährige Periode. Präsident Kurt Jungwirth wurde einstimmig von den Landesverbänden wiedergewählt.

Markus Ragger
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Donnerstag, 31 März 2011 02:20

Raggers Höhenflug

Um beim Schwerpunkt Österreich zu bleiben und weil die Krennwurzn die Aufgabe übernommen hat, weniger schöne Seiten aufzuspüren, während das Angenehme danach schreit, von einem anderen vermeldet zu werden, bin ich zur Stelle: Markus Ragger teilt bei der EM in Aix-les-Bains drei Runden vor Schluss Platz eins. Der 23ährige Kärntner spielt voll mit um den Titel. Die Weltcup-Quali ist mit einem weiteren Punkt schon zum Greifen nahe. Dank einer Supersaison in der deutschen und der österreichischen Bundesliga steht er virtuell über 2660 und zieht in der Mai-Liste mit höchster Wahrscheinlichkeit in die Top 100 ein. Schon bei der Schacholympiade hat Österreich Deutschland um (erinnerte) 25 Plätze (das schau ich jetzt nicht nach) abgehängt. Droht bei der EM ein weiteres Schach-Cordoba? 

Salto nullo
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Mittwoch, 30 März 2011 11:11

Salto nullo

Böse Zungen werfen dem ÖSB oftmals gerne Untätigkeit und eine gewisse Abneigung sich modernen Gegebenheiten anzupassen vor. Das weder das eine noch das andere stimmt, kann man leicht daran erkennen, dass der ÖSB eine innovative Internetturnierserie mit Meisterschaftscharakter ins Leben gerufen hat.

Die Serie trägt den stolzen Namen „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ wird im Schnell- und im Blitzschach ausgetragen und hat alles was notwendig ist: eine Internetseite, Ausschreibung Blitz, Ausschreibung Schnell, Durchführungsbestimmungen, Infos zum Serverzugang, Turnierleiter, Bankverbindung, etc...  – wirklich alles da was man sich nur wünschen kann inklusive ÖSB-Logo und Segen! Es fehlt nur eines: die Mitspieler - jedenfalls traf das auf die ersten beiden Blitzturniere und das erste Schnellschachturnier zu. Und natürlich fehlen auch Berichte über die Turniere - allerdings was soll man über Turniere ohne Teilnehmer schreiben.

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Im Forum des ÖSB nahm der Turnierverantwortliche dazu Stellung und konnte sich das mangelnde Interesse nicht erklären, denn man hatte doch alles so gut geplant, der Präsident und der Generalsekretär waren informiert und man reiste sogar zum Serveranbieter nach Hamburg, um vor Ort ... fast hätte ich geschrieben die Turnierräumlichkeiten zu begutachten, aber dies hätte man ja auch von Österreich mit einem PC mit Internetzugang erledigen können. Zusätzlich hat man noch einige Leute befragt und nur positive Reaktionen bekommen und so ist es vollkommen unerklärlich warum niemand tatsächlich mitgespielt hat.

Da man in Österreich bei einem Misserfolg einen Schuldigen braucht, wurde natürlich schnell einer gefunden: die Krennwurzn! Hatte die doch am 19. März mittags ein Posting zur Betrugsgefahr bei Meisterschaften und beim Spiel um Geld beim Onlineschach mit Verlinkung zur Artikelserie in der Schachwelt abgesetzt und dies muss alle potentiellenTeilnehmer blitzartig davon abgehalten haben, um 19 Uhr beim ersten Blitzturnier teilzunehmen. Eine bis dahin vollkommen unbekannte Gefahr wurde öffentlich gemacht und den österreichischen Schachfreunden muss der Schock tief in die Glieder gefahren sein – langer Rede kurzer Sinn: Schuld ist die Krennwurzn! Eindeutig und logisch total nachvollziehbar!

Komisch ist nur, dass in den Durchführungsbestimmungen vom 1. März bereits ein Passus enthalten ist, der die Verwendung von Schachsoftware untersagt und unter Strafe stellt. Außerdem soll eine Überprüfung aller Partien mit einer Betrugserkennungssoftware durchgeführt werden - vier Tage sollte diese Überprüfung maximal in Anspruch nehmen und erst dann werden die Preisgelder ausbezahlt. Warum war beim Lesen dieser Zeilen niemand geschockt, sondern erst als die Krennwurzn ...

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Kommen wir zu etwas Erfreulicherem: Preisgelder gibt es zu gewinnen! In den Durchführungsbestimmungen steht: Preisgelder werden in den Ausschreibungen bekannt gegeben - in den Ausschreibungen steht: es werden mindestens drei Geldpreise ausgespielt; wie hoch die sein könnten oder nach welchem Schlüssel die berechnet werden – Fehlanzeige! Gut Preisgelder sind der Krennwurzn total egal, denn die Gefahr in einen Preisgeldrang zu kommen hält sich in überschaubaren Grenzen. Aber es sollte doch Spieler geben für die Preisgelder interessant sind und bei offiziellen Meisterschaften sollten entweder fixe Preise ausgelobt werden oder aber von Teilnehmerzahlen abhängige fixe Verteilungsschlüssel angegeben werden. Dazu kann man in den Durchführungsbestimmungen nur lesen, dass das Nenngeld abzüglich Organisationskosten ausgespielt wird.

Nenngeld muss man natürlich bezahlen, das leuchtet sogar der Krennwurzn ein: 12 Euro fürs Blitz- und 15 Euro für Schnellschach. Und das für eine Turnierserie mit dem klingenden Namen  „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ – da bin ich dabei! Aber halt - das Kleingedruckte soll man immer lesen!

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Das Nenngeld ist nicht für die Serie sondern für jedes einzelne Turnier, dann mal schnell den Taschenrechner zücken und rechnen: 13x Blitz + 1x Bundesland + Finale sind 180 Euro und für Schnellschach dann 225 Euro – in Summe 405 Euro Nenngeld – etwas weniger, wenn man’s nicht ins Finale schafft! Gut dafür hat man keine Extrakosten für Anreise und Unterkunft, aber möchte man nicht auch gerne Menschen treffen.

In den Durchführungsbestimmungen wird dann auch noch verlangt, dass man die Bankdaten bekannt gibt, damit mögliche Gewinne überwiesen werden können. In den Medien wird immer zu Recht gewarnt, dass man mit der Weitergabe von Bankdaten sehr vorsichtig sein sollte und es ist nicht ersichtlich, warum man dies dann für mögliche Gewinne vorab machen sollte – wo doch den meisten klar sein sollte, dass sie keine machen werden und jenen die welche machen werden die Höhe unklar ist.

Zudem muss man am Server, der von einer privaten Firma betrieben wird, zwingend seinen Namen bei den Benutzerdaten eintragen, was aber laut Serverbedingungen eine freiwillige Angelegenheit ist. Zusätzlich seine ÖSB-ID bei den persönlichen Daten eintragen. Selbstverständlich ist klar, dass man bei der „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“ seinen Namen glaubhaft machen muss – es sollte aber genügen, wenn man dies dem Veranstalter ÖSB gegenüber macht und aus datenschutzrechtlicher Vorsicht sollte man nicht einen Veröffentlichungszwang auf einem privaten Server vorschreiben.

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Natürlich hat man sich auch über die möglichen Teilnehmerzahlen Gedanken gemacht und der Turnierverantwortliche hat im ÖSB-Forum die Zahl von 10 Teilnehmern als Kalkulationsgrundlage angegeben. In Worten ZEHN in Zeichen ##### ##### um diese gigantische Anzahl anschaulich zu machen – und ja es geht um die „Österreichischen Meisterschaft im Internetschach“. Hoffentlich fängt da jetzt ja kein Preisgeldjäger zum Rechnen an.

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Und all diese Planung, diese Arbeit mit Ausschreibung, Durchführungsbestimmungen, Abschätzungen von Risiken, usw. wird mit ein paar Tastendrucken einer Krennwurzn bezüglich Betrugsmöglichkeiten zunichte gemacht! Ich sage es Ihnen ehrlich: an so einer Selbstüberschätzung leidet nicht einmal die Krennwurzn! Wäre es daher doch nicht denkbar, dass man ...

NEIN! Daran darf man als gelernter Österreicher erst gar nicht denken!