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Das Turnier um die Atlantik-Meisterschaft ist beendet. Bei der nächsten Kreuzfahrt im Mai 2018 wird der Titel „Meister des Panama-Kanals“ ausgespielt.

Nach sieben Runden hatte nach der Weiterfahrt von den Bermudas der Däne Julius Moelvig mit sechs Punkten vor Hendrik Moelvig, Michael Dombrowsky (je 5 Punkte) und Frank Wagner (4,5) gewonnen. Aber es gab weitere Preisträger: auch Dr. Holger Käsemann, Thomas Hellmann, Maik Kopischke und Alfonso Fernandez wurden noch ausgezeichnet.

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 GM Jörg Hickl - IM Erik Zude unter Aufsicht von Frau Ludwig und Wanda Grüder 

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Die beiden Erstplatzierten, Vater und Sohn Moelvig 

Und hier noch die Gesamttabelle mit allen Einzelheiten und der Partie des Tages:

Der Endstand 

 Rg. SNr Name Elo FED Pkte BH
1 3 Moelvig Julius Printzlau 1951 DEN 6 281?2
2 1 Moelvig Henrik Peter 2090 DEN 5 301?2
3 2 Dombrowsky Michael 1997 GER 5 251?2
4 7 Wagner Frank 1867 GER 41?2 301?2
5 9 Käsemann Holger Dr. 1781 GER 4 281?2
6 6 Hellmann Thomas 1876 GER 4 28
7 8 Kopischke Maik 1850 GER 4 24
8 4 Hilbenz Guntram Dr. 1940 GER 4 221?2
9 12 Grunwald Günther 1611 GER 4 21
10 13 Fernandez Garcia Alfonso Javier 1598 ESP 31?2 251?2
11 5 Wunderlich Frank 1897 GER 31?2 251?2
12 10 Ludwig Ines Louise 1661 GER 31?2 21
13 14 Ebeling Hans-Jürgen 1584 GER 3 201?2
14 15 Limper Cornelia 1295 GER 3 181?2
15 18 Moujan Pablo Miguel 0 USA 21?2 23
16 11 Back Andreas 1613 GER 21?2 22
17 17 Manthe Jörn Horst 0 GER 1 21
18 16 Kolkmann Cornelis 0 GER 0 18
 
 
Die Partie des Tages, diesmal gespielt von unserem fleißigen Berichterstatter. 
 
 
 
 
und die beste Partie des Tages 
 
 
 
 
Frühe Darstellung antiker Schachkämpfe (gesehen in Griechenland)
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Auflösung des Bundesliga-Tippspiels 2016/ 2017

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." (Niels Bohr)

Wenn schon Atomwissenschaftler ihre liebe Not mit wahren Vorhersagen haben, wie soll es dann uns, den kleinen Lichtern der Schachgemeinde, gehen, wenn wir die Ergebnisse der Schachbundesliga prognostizieren? Einige aber, mutige LeserInnen des Schachwelt-Blogs, haben es versucht, und siehe da - es lief doch gar nicht so schlecht!

Die nicklige Prognose-Aufgabe lautete wie folgt:

"Wie viele Mannschaftspunkte holen die Big Three Baden-Baden, Solingen und Aufsteiger König Tegel Berlin zusammen in der kommenden Saison?"

Das musste man erst einmal stemmen, drei Mannschaften verschmolzen in einer einzigen Frage, und darunter die Dauermeister aus dem Schwarzwald, die Klingenstädter aus dem Bergischen Land, und ebenso die Könige von Berlin! Kein Wunder also, dass das Auswerten der Ergebnisse der letzten Saison unser Schachwelt- Redaktionsteam über Monate in Atem gehalten hat - sogar die neue Spielzeit 2017/2018 wurde während unserer Berechnungen schon eröffnet. Nun aber liegen die ersten unbestätigten Hochrechnungen vor, basierend auf den offiziellen Gewinnzahlen der Schachbundesliga-Webseite:

Baden-Baden  30 Punkte

Solingen           22 Punkte

König Tegel       4 Punkte

Damit ergeben sich 58 Punkte   46 Punkte   56 Punkte als richtige Antwort. Glückwunsch hiermit an Thomas Richter, der genau dieses Ergebnis gemutmaßt hat in seinem Tipp! Leider aber erreichte uns Thomas' goldrichtige Prognose im Kommentarbereich um einen guten Tag zu spät, so dass seine Einsendung nicht gewertet werden kann - wir müssen ja zumindest nach außen hin den Anschein der Unparteilichkeit aufrechterhalten.

So richten sich unsere Blicke auf die nächsten Kandidaten, und schon haben wir den Gewinner, die in Kürze per Mail informiert werden:

1) Glückwunsch an Umumba - mit seinem Tipp von 57 Punkte lag er zu fast 100 Prozent richtig. Niemand liest, versteht und deutet die Bundesliga so wie Umumba - er gewinnt daher zu Recht das sehr sehr schöne Buch "Die Jahrhundertmeisterschaft im Schach" über die Deutsche Meisterschaft 1998 in Bremen.

2) Punktgleich hinter Umumba folgen der unbezwingbare Löwe Holger Hebbinghaus und ebenfalls Lowscore/ Lowscore 2 (wer weiß das schon) - beide erahnten mit 58 Mannschaftspunkten ein Gesamtergebnis nahe der Realität. Beide verdienen es daher, hier im Blog lobend erwähnt zu werden (= 3.Preis) und erhalten auch jeweils eine Tafel Bremer Stadtmusikanten-Schokolade zugesandt (= 2.Preis). Wir gratulieren!!

Danke an alle Teilnehmer, und auch an den internationalen Krennwurzn, der aus dem fernen und hochgelegenen Österreich seinen Tipp übermittelte. Die von ihm vorhergesagten radikalen null Punkte für König Tegel, Baden-Baden und Solingen zusammen waren leider doch ein wenig zu pessimistisch. Aber, lieber Kollege Krennwurzn, beim nächsten Tippspiel wird es sicher besser laufen für Dich!

 

 

Anleger in St. George
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Live vom Atlantik

Die Bermudas haben eine mehr als fünfhundertjährige wechselvolle Geschichte hinter sich. Ewig lange ist die Inselkette Teil von Großbritannien, wenn auch heute mit einer autonomen Regierung. Für die englische Flotte waren die nordkaribischen Inseln ein wichtiger Stützpunkt. Von dort konnten sie den britischen Handelsschiffen Geleit oder Hilfe gegen Piraten bieten.

Die Freibeuter kamen unter anderem von – den Bermudas. Die Inselbewohner kaperten die Schiffe allerdings nicht, sondern lockten sie mit falschen Leuchtfeuern in die zahlreichen Riffs. Dort gestrandet und beschädigt wurden sie von Mannschaft und Offizieren verlassen – nach Seerecht von diesem Moment an ohne Besitzer. Das war dann der große Augenblick der Inselbewohner.

Heutzutage geht es gesitteter zu. St. George und die Hauptstadt Hamilton bestehen überwiegend aus Häusern, die im Kolonialstil gebaut sind und deren Besitzer viel Mut zur Farbe besitzen. Heute ist der Tourismus eine Haupteinnahmequelle. Außerdem hat man Banken.

Nach dem Ausflug in das Paradies der Taucher wurde die letzte Runde des Atlantik-Turniers gespielt. Auch in der siebten Runde blieb der Däne Julius Moelvig siegreich und gewann das Turnier mit sechs Punkten aus sieben Partien mit einem Punkt Vorsprung. Hier seine Partie gegen Dr. Holger Käsemann aus Essen. Alle Resultate, alle Preisträger und die Tabelle sind im folgenden Schlussbericht zu finden.

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Kirche in Hamilton 

 
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Einer von vielen Yachthäfen
 

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Ines Ludwig – Schach ist ihr Leben
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Live vom Atlantik 

Ines Ludwig ist der eigentliche Star des Schachturniers auf dem Ozean und hat bereits jetzt einen Titel sicher. Nicht wegen der zweieinhalb Punkte, die sie im Verlauf der ersten sechs Runden im Turnier geholt hat. Doch mit 92 Jahren ist sie die älteste Teilnehmerin des Turniers!

20171023 210955 crop 495x566 371x424Auch nach einem langen, aufregenden Leben spielt sie noch immer Schach mit der gleichen Leidenschaft und Hingabe wie in den vielen Jahrzehnten zuvor. 1925 im litauischen Memel geboren, musste sie im Zweiten Weltkrieg 1943 aus ihrer Heimat vor den nahenden Truppen der Roten Armee fliehen. „Zunächst ging ich nach Posen. Ich dachte, ich sei dort sicher“, erinnert sie sich. Ein Irrtum, wie sie bald merkte. So schlug sie sich aus der westpreußischen Stadt nach Berlin durch. Dort erlebte und überlebte sie bei einer Tante die Schrecken des Kriegsendes und die sowjetische Besatzungszeit.

 

Aus Berlin verschlug es sie nach München, mit ihrem Mann zog sie später von dort nach Franken. In dem Städtchen Schwabach in der Nähe von Nürnberg lebt sie noch heute. Dass sie jetzt bei Schwarz-Weiß Nürnberg spielt, hat rein praktische Gründe. Da ihr inzwischen das Gehen schwerfällt, suchte sie einen Klub mit einem Spiellokal zu ebener Erde. Mehr als drei Dutzend bayrische Meisterschaften hat sie bei den Damen und den Senioren mitgespielt

 

Auch an Bord der „Getaway“ kann man die temperamentvolle Dame beobachten wie sie die Siege genießt und sich über die Niederlagen ärgert. Selbst nach einem langen, langen Schachleben… 

Sonnenaufgang auf den Bermudas
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Live vom Atlantik

 
In der vorletzten Runde des internationalen Turniers auf der Fahrt Kopenhagen – Miami wurden die Weißspieler tüchtig gerupft: Nur einer konnte seine Partie gewinnen, dagegen triumphierten fünfmal die Schwarzen. Die übrigen beiden Partien endeten Unentschieden. 
Vater und Sohn Moelvig aus Dänemark gewannen nicht nur ihre Spiele mit den schwarzen Steinen, sondern sie waren sogar mit demselben Eröffnungssystem erfolgreich. Die beiden Dänen führen die Tabelle an, wobei Sohn Julius (5 Punkte) einen halben Punkt Vorsprung vor Henrik (4,5 Punkte) hat. Dahinter warten vier Spieler (Frank Wagner, Dr. Holger Käsemann, Michael Dombrowsky und Dr. Guntram Hilbenz) mit jeweils vier Punkten auf ihre Chance. Bevor es zur Entscheidung kommt liegen noch zwei Tage Erholung auf den Bermudas vor ihnen. 
 
Hochklassig verlief die Auseinandersetzung zwischen Maik Kopischke (Berlin) und Henrik Moelvig, die der Däne in imponierender Weise für sich entschied.
 
 
 

Partie des Tages 

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Partie des Tages wurde die Begegnung Frank Wunderlich – Dr. Guntram Hilbenz, in der lehrreiche positionelle Motive den Gewinner bestimmten.
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Guntram Hilbenz 
 
 
 
 
Blitz ohne Donner auf der „Getaway“
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Schachspieler sind ein merkwürdiges Völkchen. Weil es im Hauptturnier eine Pause gab, trafen sich die unverwüstlichen Teilnehmer zu einem Blitzturnier (fünf Minuten Bedenkzeit pro Spieler). Dreizehn machten mit und zum Finale erlebten die Spieler und Zuschauer einen „Kampf der Generationen“. Vater Hendrik Moelvig musste mit seinem Sohn Julius den Turniersieg ausspielen.
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Aufregendes Finale für Spieler und Zuschauer: Julius Moelvig (sitzend 2. v. l.) verliert gegen seinen Vater (2. v. r.)
 
 
Die dänische Familienfehde entschied der „Alte“ für sich und gewann mit elf Punkten aus zwölf Partien. Julius Moelvig (9 Punkte) warf die Niederlage auf den vierten Rang zurück. Den zweiten und dritten Preis teilten sich Frank Wunderlich und Maik Kopischke (beide Berlin) mit jeweils 9,5 Punkten. 
Beltz Blitzturnier
Familiäre Unterstützung: Maik Kopischke (2. v. l.) erhält Zuspruch von seiner Tochter Wanda
 
 
Wer die die Sprinteinlage am besten verdaut hat, wird die vorletzte Runde im Turnier mit normaler Bedenkzeit zeigen. Dort liegt der Sohn vor dem Vater in Führung.
 

Die Partie des Tages 

 
 
 

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Norwegian Getaway ist Ponta Delgada
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Live vom Atlantik (2)

 
Nach dem Besuch der Azoren waren die Teilnehmer des Schachturniers in bester Kampfstimmung. Aufregende Partien ließen das Feld noch näher zusammenrücken. So haben noch neun Spieler zwei Runden vor dem Turnierende die Chance, das Turnier zu gewinnen.
In Führung liegt der Däne Julius Moelvig, die acht Verfolger haben einen halben beziehungsweise einen Punkt Rückstand. 
 Beltz Julius Moelvig Wagner
 Mölvig - Wagner 
 
Beltz Sonnenstrahlen 1
Während des spannenden Finals steuert die „Getaway“ direkt auf die Bermudas zu. Vier Zeitzonen sind überwunden, zwei weitere folgen noch.
Die „Partie des Tages“ spielten Julius Moelvig und Frank Wagner. Die Partie endete mit einem Remis. Allerdings war es eine hart umkämpfte Partie. So konnte Frank im 28. Zug und Julius im 37. Zug gewinnen. Doch beide verpassten bei knapper Bedenkzeit ihre Chancen.
 

Die Partie des Tages 

 
 
 
 

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Die Norwegian Getaway im Hafen von Ponta Delgada/Azoren
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Live vom Atlantik 

Nach dem Ruhetag auf den Azoren geht das Schachturnier auf dem Kreuzfahrtriesen „Getaway“ der Norwegian Cruise Line beim Trip nach Miami (15. bis 30. Oktober) in die entscheidende Phase. Auf den Vulkaninseln mit den großen Kratern und den heißes Wasser speienden Geysiren werden vor allem Tee und Ananas angebaut. Und über die Fischspezialitäten braucht man kein Wort zu verlieren.

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Reisfelder auf den Azoren 

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Geysire

 

Nach der Erholungspause für die Schachspieler ging es am Tag auf See in die vierte Runde. Die brachte keine Entscheidung. Noch liegt das Feld so dicht zusammen, dass der Sieger wohl erst in der Schlussrunde vor der Küste Floridas gekürt wird. Derzeit liegt die dänische Familie Moelvig vorn.

Sohn Julius führt allein mit 3,5 Punkten, dahinter folgen Vater Hendrick, Frank Wagner, Dr. Holger Käsemann mit jeweils drei Punkten und Fernandez Garcia Alfonso Javier, Thomas Hellmann, Maik Kopischke sowie Michael Dombrowsky mit je 2,5 Punkten.

Morgen geht es an Bord wie immer um 10 Uhr weiter. Da inzwischen vier Zeitzonen passiert sind, wird um 14 Uhr nach deutscher Zeit gespielt.

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Die Partie des Tages 

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Wie würde der große Lasker tippen?
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Tja! Und nun, liebe Freundinnen und Freunde, kommen wir zu unserer beliebten Rubrik ...

Das große Schach-Welt-Bundesliga Tippspiel 2017/ 2018  (in Farbe!)

Es ist wieder soweit – Schach-Welt fragt, die LeserInnen müssen antworten und gewinnen. In einer Woche rollt der Ball endlich wieder in der Schachbundesliga - doch wie wird das alles enden in der neuen Saison? Bitte schickt uns Eure wahren Saison-Vorhersagen bis zum Sonnabend/ Samstag, 21.Oktober, 13 Uhr (Bremen local time) zu.

Alle Informationen rund um die Liga und die neuesten Aufstellungen findet Ihr umfangreich und angenehm aufbereitet auf der großen Bundesliga-Webseite.

Die Fragen lauten wie folgt:

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a) Schach-Welt unterstützt Team Hofheim

Der SV 1920 Hofheim am Taunus, das Team unseres verehrten Chefredakteurs GM Jörg Hickl, ist im Frühling mit sofortiger Wirkung in die Bundesliga aufgestiegen. Welchen Platz wird der SV Hofheim am Ende belegen?

(3 Punkte für den richtigen Tabellenplatz. Wer sich um einen Rang irrt, bekommt trotzdem noch alle Punkte)

b) Ein neues Intensivderby in der Liga

Da hat Sven Noppes nicht gut aufgepasst - jedenfalls hat sein Baden-Badener Sponsor Grenke AG mit den SF Deizisau einen direkten Lokalrivalen in die Bundesliga gehievt. Wie konnte das passieren!? 

Also freuen wir uns auf ein kleines Derby zwischen Baden (Baden-Baden) und Württemberg-Schwabenland (SF Deizisau) - doch wie viele Brettpunkte wird Deizisau da holen? 

(Wieder 2 Punkte für die richtige Anzahl von Punkten - wer sich um einen halben Punkt irrt, bekommt trotzdem alle Punkte)

c) Wer wird Meister?

(0,25 Punkte für die richtige Vorhersage)

d) Welche vier Mannschaften werden die letzten Plätze belegen?

(1,5 Punkte je Team!) (Achtung ... es geht hier nicht um die Absteiger - das sind mitunter vier ganz andere Mannschaften!)

e) Welche Équipe holt am allermeisten Brettpunkte gegen Baden-Baden? (2 Punkte)

f) Und wer wird eigentlich Vizemeister?! (2,75 Punkte)

g) Wie viele der 20 möglichen Punkte wird der unangefochtene Schachwelt-Tippspiel-König Holger Hebbinghaus in diesem Tippspiel holen?

(2 Punkte für die richtige Prognose - aber nicht schummeln! Bei Abweichung um einen Punkt trotzdem volle Punktzahl)

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Don't mess with Holger Hebbinghaus - am Tippspiel-König kommt kaum jemand vorbei (Foto: Quickstep Chess)

h) Bonusfrage: Wer wird am häufigsten in der Liga aller Ligen spielen?

Ilja Schneider (SF Berlin),
Frank Zeller (Schwäbi' Hall),
Falco Meyer (Norderstedt),
Jörg Hickl (SV Schachwelt Hofheim)
oder
Vincent Keymer (SF Deizisau) ?

(2 Punkte)

(Gesamtpunktzahl: 20 Punkte)

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Für die höchsten Punktwerte bei diesen komplexen Fragen vergeben wir wertvolle und im deutschen Schach noch nie gesehene Preise:

1) Ein fabrikneuer Volkswagen Golf Eine schöne, aber nicht mehr komplett neue DVD "Public Enemies" mit Johnny Depp ("Basierend auf der wahren Geschichte von Amerikas berühmtesten Bankräuber - John Dillinger")

2) Eine sehr sehr feine Tafel der berühmten Bremer Stadtmusikanten-Schokolade von Hachez

3) Rum Ruhm und Ehre – wir kommentieren eine von Euch eingereichte Partie hier im Blog (so Ihr es denn wollt)

Bitte alle Prognosen ausschließlich im Kommentarbereich. Bei gleicher Punktzahl entscheidet Jörg Hickl (auch wenn das juristisch wohl nicht ganz einwandfrei ist).

Und nun viel Spaß - seid dabei und tippt mit!

bowie sichert sich den pokal

Lasset die Spieler zu mir kommen: Sven Noppes und Peter Heine Nielsen
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Die OSG Baden-Baden platziert ihren kleinen Bruder Deizisau in der ersten Liga

Und schon geht es wieder los – nur wenige Monate nach dem Ende der Vorsaison werden die Figuren wieder aufgestellt, und auf geht‘s an die Bundesliga-Bretter! Deutscher Meister und Titelverteidiger ist Solingen? (nein) Hockenheim? (nein) Norderstedt? (auch nein) – es ist wie schon oft und gerne gesehen die Leasingmacht aus dem Südwesten, die von der Grenke AG (früher: Grenke Leasing AG) gesponsorte OSG Baden Baden.

Der von Mannschaftskäpt‘n Sven Noppes gemanagte Liga-Dominator

                      Größte Erfolge: Deutscher Mannschaftsmeister 2006-2015, 2017 (10 Titel)
                      (Bundesliga-Webseite)

konnte bei der Endrunde 2016 in Berlin mit Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave, Levon Aronian und Viswanathan Anand ungefähr vier der ersten Fünf der Weltrangliste aufstellen und den Vorjahresmeister SG Solingen barbarisch hoch mit 6,5 : 1,5 vom Tisch wirbeln.

Das aber war den Schwarzwäldern offenbar noch nicht genug, immer noch scheint in Baden-Baden die Angst neben der Schachuhr zu sitzen, und was tut man nicht alles, um einen theoretisch möglichen Abstieg zu vermeiden? Man engagiert zum Behufe der größtmöglichen Königssicherheit die Nummer Eins der Damen-Weltrangliste, Yifan Hou, und setzt sie an Brett … dreizehn (!).

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Nicht nur an den vorderen Brettern hat Baden-Baden starke Spieler (Werder aber auch!)

Gleichzeitig hat der deutsche Nationalspieler Georg Meier das Team verlassen und beim Aufsteiger SF Deizisau angeheuert. Das ist indes weder räumlich noch inhaltlich ein großer Schritt, denn Deizisau liegt nur runde 85,26 km von Baden-Baden entfernt, und auch Georg Meiers Ansprechpartner werden in etwa die selben sein wie bislang. Tatsächlich wird auch Deizisau vom oben bereits erwähnten Sven Noppes als Erstem Vorsitzenden geleitet und geführt, und – ein schöner Zufall – gleichfalls ist es die Grenke AG, die mit Wohlwollen den Schachsport auch in Deizisau fördert.

Ähnlich verhielt es sich mit Philipp Schlosser, der nach langjähriger Baden-Badener Dienstzeit in der vorletzten Saison in … (und Achtung!) Deizisau eine neue Heimat fand und als Spieler seines neuen Teams nun wieder in die erste Liga zurückgekehrt ist.

Und hatten wir es schon erwähnt? GM Andreas Heimann, Nachwuchskraft bei Baden-Baden II in Ober-und Zweiter und Erster Liga, verlässt den Verein! Obwohl, nur so halb, denn auch ihn zieht es zu engen Bekannten und Schachfreunden bei ... Deizisau. Alles ganz unkompliziert. Grenke, Baden-Baden, Deizisau – we are family!


Zwei Ämter, ein Gedanke?

Aktuell haben wir somit in der Bundesliga unseres Vertrauens die interessante Konstellation, dass zwei Vereine von mehr oder weniger den gleichen Menschen, Sponsoren und wenn es ganz schlecht läuft, auch Interessen geleitet sind. Grenke Leasing hat sich dabei schon seit Jahren hervorgetan durch umfangreiche, wohlwollende und auch selbstlose Förderung des Schachsports – unseren Dank dafür!

Unbehaglich wird es allein, wenn eine Firma als Hauptsponsor mehrerer Vereine auftritt, und somit erheblichen Einfluss nehmen kann – ganz abgesehen davon, dass irgendwie ja auch noch das Personal identisch ist. Stellen wir uns Kalle Rummenigge als Geschäftsführer des FC Bayern München vor, der parallel dazu eine weitere Tätigkeit als Manager des Sportclub Freiburg innehat, und beide Clubs werden großzügig gesponsort von der Telekom – wir würden unseren Augen nicht trauen. Im Schach aber, da scheint das noch zu gehen.

Und sicher, auch die Fußball-Bundesliga hat ihre Sponsoren wie zum Beispiel Volkswagen, die in einer ganzen Reihe von Vereinen Fahrzeuge stellen, Werbung schalten, Ausstattung bereitstellen – doch zum Einen tritt VW hier jeweils nicht als alleiniger Sponsor und bei den meisten nicht als Hauptsponsor auf. Und selbst diese recht breite Streuung des Sponsorengeldes durch den Fahrzeug-Konzern wird auf der Ebene des europäischen Fußballs kritisch gesehen:

„Dennoch wird kritisch beäugt, dass VW an mehreren Vereinen Anteile hat. Keine natürliche oder juristische Person dürfe „Kontrolle über oder Einfluss auf mehr als einen an einem Uefa-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein haben“, heißt es im Reglement.“

(Lars Wallrodt, Lutz Wöckener, Die problematische VW-Macht im deutschen Fußball (Die Welt, 19.05.2015))

Alles für die große Sache – sammeln Sven Noppes und die Grenke AG am Ende Bundesliga-Vereine wie andere Menschen Briefmarken? Hören wir, was er selbst dazu sagt:

"Vor zwei Jahren gab es von Seiten der GRENKE AG die Idee, eine zweite Bundesligamannschaft zu sponsern. In diesem Team sollten besonders deutsche Nachwuchskräfte Spielmöglichkeiten erhalten. Die OSG Baden-Baden hat in der Vergangenheit verschiedenen jungen deutschen Spielern Angebote unterbreitet, kam aber selten zum Zuge. Die Kandidaten hatten jeweils Angebote, an höheren Brettern in der Liga zu spielen. In einem Topteam wie dem der OSG war eigentlich immer nur das siebte oder achte Brett denkbar. [Anm. der Red.: Eine sehr traurige Geschichte, aber so ähnlich ist es ja auch für Yifan Hou.]

Die GRENKE AG möchte mit ihrem Sponsoring um den Titel spielen, aber auch das deutsche Spitzenschach fördem und im Idealfall einen deutschen Spieler bis Elo 2750+ begleiten [Anm: Und das alles scheint bei Baden-Baden nicht möglich zu sein?]. Als man sich für die SF Deizisau als Partner entschied, war das Ziel eines schnellstmöglichen Aufstieges in die erste Liga klar definiert."

Aus: Zeitschrift Schach 7/17, Interview mit Sven Noppes

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Für alle Sammler zum Einstieg: eine sehr schöne Fußball-Briefmarke von den Faroer Inseln (Artist:Olivur við Neyst)

Es sieht so aus, als wenn hier ein völlig neues und – Kompliment dafür – innovatives Geschäftsmodell entstanden wäre. Unter dem Mantel der Jugendförderung saugt Baden-Baden offenbar die Vereine leer und platziert fremde Talente in das sehr starke Bundesliga-Bruderteam Deizisau (= Baden-Baden II). Und wenn es eines Tages mal soweit ist, schiebt man die jungen Aspiranten alsbald eine Station weiter, befördert sie vereinsintern von Baden II zu Baden I und hat es dann nicht mehr so schwer, die jungen Leute wirklich in den Verein zu bekommen. Die Bindung wird ja schon lange vorher aufgebaut, mit dem Gang zu Deizisau, dem Badener „Farmteam“ (Till Schelz-Brandenburg in Schach 7/17).

Sollte es dort aber nichts werden mit dem ganz großen Schach, wandern sie eben wieder zurück zur …. man ahnt es bereits, Schachfarm Deizisau, so wie es Philipp Schlosser, Georg Meier und Andreas Heimann bereits ganz unbürokratisch getan haben. Bei Deizisau steht zwar nicht Baden-Baden drauf, doch immerhin ist Baden-Baden drin.

Blättern wir dazu kurz durch die Esslinger Zeitung vom 12.August 2017:

"Noppes konnte Vincent und seine Eltern überzeugen, in Zukunft für Deizisau zu spielen. Warum für den Aufsteigerund nicht gleich für die Weltauswahl in Baden-Baden? Noppes hat eine Vision. Als Gegenstück zu der mit internationalen Großmeistern gespickten Mannschaft von Baden-Baden will er ein Team der Zukunft aufbauen, in dem sich aufstrebende Talente weiter entwickeln und früher oder später selber eine führende Rolle in der Bundesliga spielen können.

Deshalb hat er neben Keymer den Deizisauer Kader mit Matthias Blübaum von Werder Bremen(5. der u-20-Weltrangliste), Andreas Heimann und Georg Meier (beide bisher Baden-Baden) verpflichtet. Sie werden vom Können der vielen Großmeister in der Mannschaft profitieren. Zu ihnen zählen der am höchsten eingestufte Russe Alexander Grischuk(Elo 2754), dreimaliger Weltmeister im Blitzschach, die ehemaligen Vize-Weltmeister Peter Leko aus Ungarn und Gata Kamsky (USA), sowie die Deutschen Rustam Dautov, Philipp Schlosser oder Alexander Graf,der in der Aufstiegssaison alle neun Partien gewonnen hat."

(Klaus Schlütter, Ein kleiner König für Deizisau (Esslinger Zeitung vom 12. August 2017))

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   Abendstimmung am Schwarzwaldrand (Foto: OSt)

Vorsicht beim Vereinsabend

Welcher Club wird der nächste sein im Grenke-Portfolio? Seien wir lieber vorsichtig, wenn Sven Noppes in Kürze beim Vereinsabend in Oldenburg, Cottbus, Nordwalde oder Bamberg vorbeischaut– sicher gibt es noch weitere Vereine, die kurzfristig in die höchste Spielklasse gedrückt werden könnten, ein netter Oberliga-Club aus Nord, Süd, Ost oder West, der ins Portfolio passt?

Und warum eigentlich nur das Fördern eines Jugendteams - wie wäre es denn mit einer reinen Frauen-Schachmannschaft in der Bundesliga, einem Seniorenteam, einem Achter allein mit Deutschen oder einen nur mit isländischen Großmeistern? Das wären dann schon sechs Teams, die unter der goldenen Grenke-Flagge die Bundesliga durchsegeln würden. Immerhin gäbe es auch dann noch immer weitere 10 Plätze, die von unabhängigen Mannschaften belegt würden. Aber auch das dann nur unter der Voraussetzung, dass noch genügend Spieler verfügbar sind, die noch nicht bei im Baden-Baden-Konglomerat unterschrieben haben.

Deizisau und Baden-Baden Seite an Seite in der Liga – in der Frauen-Bundesliga arbeiten sie sogar bereits seit vier Jahren mit diesem Modell, und mit gleichem Groß-Sponsor. Ich finde nicht, dass sich das richtig anfühlt. Für mich jedenfalls tut es das nicht.

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Der Weltmeister zu Gast im Weserstadion - Grenke Leasing machte es möglich (Foto: OSt)

Nun bin ich selber auch ein wenig, wie man so sagt, „involviert“ und als ein Vertreter der grün-weißen Bremer Mannschaft in der Bundesliga vermutlich befangen und parteiisch und voreingenommen. (Dieser Text stellt indes keine offizielle Werder-Meinung dar und ist rein persönlich.)

Und dennoch: was soll das? Wieso dürfen zwei Vereine in einer Liga so eng verbunden sein?

Wieso aber können dann nicht auch die Reservemannschaften anderer renommierter Erstligisten hinauf in die höchste Liga – auch die SF Berlin II, der Hamburger SK II, Werder II oder Solingen II, DJK Aachen II oder gar die OSG Baden-Baden II hätten sicher ihre Freude daran, einmal in der höchsten Spielklasse mitspielen zu dürfen, und ihren Nachwuchs mit einer zweiten Bundesliga-Mannschaft bei der Stange zu halten. Doch das erlauben die Statuten der Liga nicht, und zu Recht – alleine um bei jedem Spiel sicher sein zu können, dass bei jedem Mannschaftskampf freie und unabhängige Teams gegeneinander antreten.

Es klingt wie eine unglückliche und leicht irritierende Bundesliga-Konstellation. Selbst wenn man vor Ort arglos war und sich nichts Böses bei der nun vorliegenden Dopplung gedacht hat - was ist mit der Außenwirkung für die Bundesliga? Sollte es so bleiben - wie ernst kann sich die höchste Spielklasse des Landes dann noch nehmen?

Hase

Baden-Baden und Deizisau (gens una sumus!) haben saisonübergreifend einen größeren Gesamtkader als jeder andere Verein der Liga, parken ihre Spieler im eng verbundenen Club, und wenn beide Mannschaften einmal direkt aufeinandertreffen, werden einige der Zuschauer zentrale Aufgaben in beiden beteiligten Vereinen haben. Für wen sollen sie bei Derbys die Daumen drücken? Eine eigenartige Verquickung - und stört es denn eigentlich niemanden bei Deizisau, dass der Vorsitzende Mannschaftsaufstellungen und andere Interna in einen anderen Verein weitertragen könnte - und umgekehrt?

Auf etwas robustere Art formuliert es in einem Leserbrief an Schach Till Schelz-Brandenburg, der frühere Leiter der Schachabteilung des SV Werder Bremen:

„Es war bei der Gründung der Schachbundesliga völlig unstrittig, dass zweite Mannschaften von Bundesliga-Vereinen nicht aufsteigen können, um den sportlichen Wert der Liga nicht nachhaltig zu beschädigen. Die SF Deizisau sind nichts weiter als die zweite Mannschaft des OSC Baden-Baden, nur halt mit anderem Namen. Es ist zu hoffen, dass die Tagung der Bundesliga-Vereine Deizisau die Lizenz verweigert, anderenfalls werden sich Mannschaften, für die sportliche Konkurrenz noch wichtig ist, ernsthaft überlegen müssen, ob die Teilnahme am Grenke-Zirkus dies noch gewährleistet.“

(Dr. Till Schelz- Brandenburg, Zeitschrift Schach 7/17)

Allgemeines Unbehagen vor Saisonbeginn, vielleicht. Aber vielleicht ergeben sich ja noch Wege, um diese Konstellation über kurz oder lang irgendwie verträglicher handzuhaben. Wer hätte das auch ahnen können, dass ein Bundesligist plötzlich seinen Bruder mitbringt zum Spielen?