SCHACHWELT

Der Schach-Blog

Donnerstag,17 Mai 2012

Aktualisiert15:00:42 Thu

Font Size

Screen

Cpanel

Der schlechte Läufer – 80 Jahre Henneberger-Nimzowitsch

Dem Thema „schlechter Läufer“ wird in der Schachtheorie oftmals nur ein untergeordneter Stellenwert eingeräumt. Dabei kommt es in den meisten Partien zum Tragen - bereits nach Zügen wie z. B. 1. e4 e5 sind die Grundlagen geschaffen. Ganze Eröffnungssysteme drehen sich darum, unter Anderem „Die Französische Verteidigung“ oder die gespiegelte Zentrumsformation, „Der Königsinder“.
Auch Aaron Nimzowitsch beschäftigte sich in seinem 1926 erschienenen Klassiker „Mein System“, in dem zum ersten Mal die Grundlagen des modernen Positionsschachs zusammengefasst wurden, nur unzureichend damit. Fünf Jahre später produzierte er aber ein Paradebeispiel:

henne1

Schwarz am Zug, Stellung nach 51. Ke3-e2

Der schwarze Springer dominiert klar, doch ist die Sache nicht trivial. Nimzowitsch zog einige Züge hin und her, bevor ihm der richtige Plan bewusst wurde.

Analysearbeit und Planfindung sind gefragt!

Zur Lösung

Die Partie Henneberger-Nimzowitsch, gespielt auf der Schweizerischen Einzelmeisterschaft 1931 liegt nun 80 Jahre zeigt und zeigt die komplette Schlechtigkeit des schlechten Läufers ebenso eindrucksvoll wie der Jarchov-Läufer:

hannejarhalb

Fragment aus einer Simultanpartie Jarchov-Hickl, Mallorca 2001, Weiß am Zug

Es ist verständlich, dass Weiß den ausgeschlossenen (per Definition nur etwas schlechten) Läufer a2 wieder am Spiel teilhaben lassen wollte, doch 1. b3 war der falsche Weg (1. c3). Nach 1. – c3 war dieser für immer eingekerkert. Immerhin führte dies zu einer Erwähnung in einem Schachlehrbuch („Die Macht der Bauern“)

Jörg Hickl

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen

Website: www.schachreisen.eu

Related items (by tag)

Kommentare  

 
#1 Gerhard 2011-02-08 23:34
Interessant sind auch Beispiele, in denen der "äusserst gute Springer" nichts gegen den Schwachläufer vermag. Allzuoft trügt das Auge.
 
 
#2 Michael Buscher 2011-02-09 17:52
Mir scheint, man muss den schlechten L zum ganz schlechten machen und dabei XXXXXXX
 
 
#3 Jörg Hickl 2011-02-09 18:35
Lieber Michael, das war alles richtig, aber die Lösung habe ich absichtlich zurückgehalten. Es gibt sicher einige, deutlich schwächere Spieler, die vielleicht am Wochenende sich damit beschäftigen wollen. Es wäre doch schade, wenn wir Ihnen den Spaß frühzeitig nehmen.

P.S.: Bei dem leicht gewonnenen Damenendspiel kann man nich einmal kurz ansetzen...
 

Die Teilnahme an unserer Kommentarfunktion ist nur registrierten Mitgliedern möglich.
Login und Registrierung finden Sie in der rechten Spalte.

You are here Der schlechte Läufer – 80 Jahre Henneberger-Nimzowitsch