Wie du mir, so ich dir!

by on07. Januar 2011

Ist die Schach-Ausgangsstellung remis? Kann bei perfektem Spiel keine Seite gewinnen? Oder ist Weiß bereits vor dem ersten Zuge entscheidend im Vorteil? Schließlich werden in der Praxis mehr Weiß- als Schwarz-Siege verbucht. Theoretisch wäre es aber sogar denkbar, dass Schwarz in der Ausgangsstellung die Nase vorn hat. Sicher ist nur, dass es für den Nachziehenden keine perfekte Spielweise darstellt, einfach nur die Züge des Gegners zu kopieren, um so die Symmetrie zu erhalten. Diese bei Schachanfängern häufig zu beobachtende „Strategie“ endet meist sehr schnell in einer Katastrophe. Kürzlich bin ich beispielsweise über eine kuriose Partie von José Raúl Capablanca aus dem Jahre 1918 gestolpert, in welcher der Kopist vom späteren Weltmeister wie folgt bestraft wurde:

Im Zusammenhang mit diesem Symmetrie-Thema kann man sich nun folgende Knobelaufgabe stellen: Wie viele Züge benötigt Weiß, um Schwarz auf kürzeste Weise matt zu setzen, vorausgesetzt der Nachziehende muss alle vorherigen weißen Züge kopieren? Einer meiner ersten Lösungsversuche hierzu orientierte sich ein wenig an obiger Capablanca-Partie:

Es geht jedoch noch wesentlich schneller! Allerdings erinnern die sich ergebenden Zugfolgen kaum noch an eine reguläre Schachpartie. Die Lösung(en) soll(en) heute aber noch nicht verraten werden, lediglich einen kleinen Hinweis möchte ich an dieser Stelle geben: Der Schäfermatt-Ansatz funktioniert nicht, da der schwarze Monarch nach d8 ausweichen kann!

Lösungsvorschläge können gerne als Kommentar hinterlassen werden. Die endgültige Auflösung erfolgt dann in der nächsten Woche.

P.S. Zusatzaufgabe: Welches ist das schnellste Symmetrie-Matt, welches nicht(!) von der Dame gegeben wird.

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