Wann ist ein Senior ein Senior

by on13. Dezember 2015

So sollte eigentlich ein deutschsprachiger Welthit unbestätigten Quellen ursprünglich lauten, wurde aber wegen phonetischen Stolpersteinen dann doch als Männer mit der Textzeile „Wann ist ein Mann ein Mann?“ veröffentlicht. Reale Stolpersteine gibt es seit dem Vorjahr als die FIDE beschloss, dass es nun zwei FIDE Seniorenkategorien geben sollte und Österreich dies als FIDE Musterland sofort umsetzte und in den nationalen Elolisten nun S50 bzw. S65 bei den entsprechenden Spielern vermerkte. Nun waren nicht alle mit dieser Einteilung zufrieden und so wandte sich der Schachlandesverband OÖ – eifrige Leser wissen es: das ist das Heimatbundesland der Krennwurzn – hilfesuchend an das nicht minder unbekannte IST (Institut für Sinnlose Turniere), welches schon hervorragende Arbeit bei Turnierserien ohne Teilnehmer und Mannschaftsturniere für Zwei, und GLEICH weitere geleistet hatte. Und gemeinsam gelang es eine schöne Ausschreibung mit Umschiffung fast aller FIDE Vorgaben zu schaffen:

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Ziel war es, dass sich zwei landestypische Senioren - also Menschen, die älter als 60 sind oder es in diesem Jahr noch 60 werden – mit einem Jungsenior verstärken können, ohne aber die echten oberösterreichischen 60er Senioren zu diskriminieren, wenn gar drei von ihnen einen Mannschaft bilden wollten. FIDE S65 Senioren gehen als Untergruppe in die OÖ 60er Senioren ein, aber die FIDE S50 Senioren werden aufgeteilt in die Untergruppe OÖ 60er Senioren und in den einen Spieler, der 1965 und älter sein darf. Mit dieser Regelung hat man die von der österreichischen Eloliste angebotenen Hilfsmittel von S50 und S65 elegant obsolet gemacht – ein wie immer genialer Winkelzug des IST!

Da die Regelung sonnenklarer nicht sein könnte, startet – wohl auch mangels einfacher Kontrollmöglichkeiten – guten Mutes ohne jegliche Alterskontrolle in das Turnier. Lediglich der Titelverteidiger Grieskirchen verzichtet auf eine Mannschaft, da diese im Vorjahr den Titel unter der Ausschreibung, dass jeder Senior – egal ob S50 oder S65 – FIDE gemäß ein Senior ist, errungen hatte, weil sie erkannten, dass sie über zu wenige OÖ 60er Senioren verfügten, um mit der Vorjahresseniorenlandesmeisterschaftsmannschaft antreten zu dürfen. Andere waren da nicht so zimperlich und sagten sich, dass ausschreibungsgemäß sich doch wohl „ein Spieler 1965 und älter“ im Teilnehmerfeld finden lassen wird und traten frohen Mutes an!

Hier das erspielte Turnierergebnis:

2015Sen02

Nun aber nach ein paar Tagen kontrollierten doch einige die Aufstellungen – natürlich aufwendig und händisch, denn einen OÖ 60er Seniorenhinweis gibt es in keiner nationalen und internationalen Eloliste oder vergleichbaren Druckwerken. Und nun ist Vöcklabruck der neue Seniorenlandesmeister im Schnellschach für Mannschaften vor Steyr und Hörsching!

2015Sen03

Wobei auch dieses Ergebnis einer Klärung vor dem Internationalem Sportgerichtshof CAS wohl kaum standhalten könnte und auch die Experten des IST (Institut für Sinnlose Turniere) grübeln noch wie die Vorgabe der Teilnehmerberechtigung

„Alle Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter,
wobei ein Spieler 1965 und älter sein darf“

überhaupt eingehalten werden kann! Geht man vom Jahrgang 1965 aus, so ist klar, dass Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter Schwierigkeiten haben dürften nicht älter als Jahrgang 1965 zu sein. Anderseits erscheint es total unsinnig zu sein, bei Spieler(innen) mit Jahrgang 1955 und älter eine Extrapassung für Spieler mit dem ultrabiblischen Alter von 1965 Jahren einzufügen – auch wenn der bereits 92jährige Erwin Rauscher hoffentlich noch viele Jahre an Senioren und anderen Turnieren teilnehmen wird.

Aber nicht nur in der Heimat der Krennwurzn ist das IST (Institut für Sinnlose Turniere) aktiv, sondern auch jenseits der österreichischen Grenzen will man nun aktiv werden und nach ersten Erfolgen wie Geheimpartien bei einer Landesmeisterschaft in der Ukraine, um Yifan Hou keine Informationen über Muzychuks Spiel zu geben – eine wirklich grenzgeniale Idee im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co – verdichten sich auch die Gerüchte, dass man auch den DSB beliefern möchte, da dort schon eine jahrelange Unzufriedenheit mit der DEM herrscht und es immer schwieriger wird Ausrichter zu finden. Die Lösung der Experten des IST ist von einer nicht zu übertreffenden logischen Klarheit und Schönheit: Die DEM der Jahre 2016 und folgende werden mit geheimen Teilnehmern an geheimen Orten mit geheimen Partien gespielt!!

Krennwurzn

Anonymer aber dennoch vielen bekannter kritischer Schachösterreicher! Ironisch, sarkastisch und dennoch im Reallife ein netter Mensch - so lautet meine Selbstüberschätzung! Motto: Erfreue Dich am Spiel, nicht an der Ratingzahl! Das Leben ist hart, aber ungerecht (raunzender Ösi)!
 
Kontakt: krennwurzn@yahoo.de Internetseite: www.krennwurzn.gnx.at (uralt)

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