Schachschlappe für die SPD

by on28. Oktober 2011

coverzz2200Das Image des Schachs genießt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Häufig findet das königliche Spiel deshalb Verwendung in der Werbung. Dass es dabei nicht immer um die Liebe zum Spiel gehen kann, zeigt oftmals bereits die mangelhafte Regelkunde. Nach Arnold Schwarzenegger wurden nun Peer Steinbrück und Altbundeskanzler Helmut Schmidt auffällig: Bei der Präsentation ihres gemeinsamen Buches „Zug um Zug“ (Hoffmann und Campe, 330S., 24.99€), setzte man nicht nur im Titel auf die Symbolkraft des Schachs.

Für das Cover engagierte der Verlag die Fotografin Ingrid von Kruse. Heraus kam ein ansprechendes Foto – doch leider mit einigen handwerklichen Schwächen. Es gehört zur schachlichen Grundausbildung, dass die rechte untere Ecke des Schachbretts weiß ist, damit man eben nicht über die Seiten des Brettes spielt. Anscheinend ging dies im Eifer des Gefechts unter, denn auch das Handgemenge am weißen Damenflügel zeugt von hoher Dynamik, die jedoch Schachspielern fremd ist – bei uns geht es immer abwechselnd: Zug um Zug.

Dabei müssten es die beiden besser wissen. Zumindest Peer Steinbrück – spielte er sogar im Jahr 2005 in Bonns Bundeskunsthalle einen Schaukampf gegen Wladimir Kramnik.

Soweit ich mich erinnere, gehörte dieses Match zu einer großen Werbekampagne, die die Deutsche Bank mit Schach verband. Auffallend war auch hier ein Schachbrett, das auf vielen Werbematerialien zu sehen war und es sogar auf die Website des Unternehmens schaffte. Raten Sie, welche Farbe die rechte untere Ecke hatte....

Passend zum Thema ist wohl auch der Artikel auf Welt-Online:
Die Guttenbergs spielen nur mit weißen Figuren

Jörg Hickl

Großmeister, Schachtrainer, Schachreisen- und -seminarveranstalter.
Weitere Informationen im Trainingsbereich dieser Website
oder unter Schachreisen

Webseite: www.schachreisen.eu

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