Hier hilft man sich

by on03. Juli 2014

Mit etwas Verspätung kommt das Problem des Monats Juni. Das Motto "Hier hilft man sich", ein bekannter Werbeslogan einer Baumarktkette, kennzeichnet einen inzwischen recht umfangreichen Teil des Problemschachs: Das Hilfsspiel.

Worum geht es? Ein Ziel wird vorgegeben und Schwarz und Weiß kooperieren, um dieses zu erreichen. Offen gestanden bin ich kein großer Fan von solchen kooperativen Aufgaben - der Charakter des Schachs ist ja nun von jeher eher konfrontativ und persönlich mag ich es, wenn einer etwas erzwingt gegen beste Verteidigung des Gegners. Auch wenn es nichts für ein breites Publikum sein mag: Ich mag Aufgaben mit schwieriger und komplizierter Strategie.

Dennoch gibt es auch in diesem Teil des Schachhorizonts einiges zu entdecken. Das folgende hübsche Knobelstück besticht beispielsweise durch seine Einfachheit in der Ausgangsstellung und seinen attraktiven Lösungsverlauf.Die Lösung dürfte eigentlich zu finden sein, ohne sich eine Nacht um die Ohren zu schlagen, aber man wird ja derzeit auch noch gut mit Fußballübertragungen unterhalten.

FentonH9

Bei dieser Stellung handelt es sich nicht um eine schwierige Endspielsituation, sondern um ein Hilfspatt in neun Zügen. Was das bedeutet? Es funktioniert so: Schwarz beginnt, beide Seiten machen neun Züge und am Ende ist Schwarz patt. Die Zugfolge zu der Pattstellung ist eindeutig (das Wissen darum hilft eigentlich schon beim Lösen), wer findet sie?

Vier Erfolg beim Knobeln! Lösungen, Hinweise und Bewertungen als Kommentar. Sollte es gar zu einfach sein, lasst die Aufgabe bitte noch etwas stehen und wartet mit der Lösung bis Samstag, damit Interessierte das Deutschlandspiel gegen Frankreich sinnvollerweise zum Knobeln nutzen können... Danke!

Kommentare   

#1 super-marius 2014-07-05 21:00
Eine schlaflose Nacht wurde es nicht, aber eine schlaflose Fußball-Halbzeit...
1.b5 Ke1 2.b4 Kd2 3.b3 Ke3 4.b2 Kxf3 5.b1T! Kg4 6.Th1! Kxh3 7.Kf5 Kg2 8.Kg4 Kxh1 9.Kh3 f3 Patt!
Sonnigen Sonntag!
#2 joerg005 2014-07-06 05:07
Ich dachte, Schwarz soll gepattet werden!?!
#3 MiBu 2014-07-06 14:09
Wird er ja auch. Die Notation ist verwirrend, weil Schwarz vorne steht. Die Endstellung ist wKh1 Bh2f3 sKh3 Bh4f4.
#4 joerg005 2014-07-06 15:06
MiBu, thx.
#5 MiBu 2014-07-06 20:50
Aber gern. Ergänzen sollte ich noch, dass bei allen Aufgaben, wo Schwarz anzieht, diese unübliche Notation Konvention ist - also vorzugsweise bei Hilfsmatt. (Hilfspatt ist eher selten.)
#6 Losso 2014-07-07 21:19
Zumindest dem letzten Kommentar widerspreche ich. Die vertauschte Notation hat man durchgängig im Hilfsspiel, auch wenn Weiß anzieht.
Andersherum gibt es Studien, bei denen Schwarz beginnt, aber trotzdem die herkömmliche Notation verwendet wird.

Ich halte das übrigens für eine unnötige Hürde, die Problemisten Interessierten aufbürden.
#7 joerg005 2014-07-08 13:54
Losso, danke auch Dir für den Kommentar.
Ohne Brett verwirrt für Unbeleckte die Notation doch arg gegen Ende.
Übrigens, war damals in Wittenberg Martin Luther Dein Klassenlehrer, von wegen altdeutsche Schule? Millionärs - nein, nicht Missionars - stellungen ( steinreich ) behagen eben nicht jedem. ;-)
#8 Losso 2014-07-09 09:45
Worauf spielst Du genau an, joerg?
Ich habe doch gar nichts von altdeutscher Schule geschrieben und in meinen eigenen Kompositionen gab es nach meiner Erinnerung bisher nur ein einziges Stück, das in der Lösungsbesprechung als der altdeutschen Schule zuzurechnend betitelt wurde. Das war ein Matt in zwei Zügen, das ich vor einigen Jahren in der Rochade veröffentlicht habe.
#9 joerg005 2014-07-09 10:06
Schach 07, S. 80. Kritik zu Deinem Selbstmatt aus 03.
#10 Losso 2014-07-09 13:40
Ist der gleiche Kommentator wie vor ein paar Jahren. Der mag meinen Stil nicht. Das kann ich akzeptieren, zumal er eben auch so fair ist zu schreiben "nicht mein Fall" und nicht "ein schwaches Stück".
Wobei ich in diesem Fall das nicht so sehe, dass das Stück der altdeutschen Schule zuzurechnen ist.

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