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Helsingör Live

by on27. Juli 2017
Weiß am Zug gewinnt! Weiß am Zug gewinnt!

In diesem Jahr war es für mich nur ein kleiner Abstecher in das beschauliche Helsingör zum Xtracon Cup, vormals Poltiken Cup. Diesmal findet es eine Woche früher als gewohnt, vom 22.7. bis 30.7., statt.
Nachdem ich vergangenes Jahr mit meinem Abschneiden sehr zufrieden sein konnte, wartet diese Jahr die interessante Aufgabe im Organisationsteam des Erfurter Frauenschachfestivals auf mich.

Deswegen war für mich eine Teilnahme leider nicht möglich. Ganz ohne das Turnier mit deutlich über 400 Teilnehmern geht es aber auch nicht und so entschied ich mich dem Turnier, alten Freunden, meinen Schülern Dmitrij und Henning und meinen Eltern einen Besuch abzustatten.

Wie ich jedem sage, der es hören oder auch nicht hören will, halte ich den Xtracon Cup rund um seinen Chef Lars Bech Hansen, für das am Besten organisierte Turnier. Es gibt Getränke kostenlos, die Runden fangen pünktlich an, es spielen viele starke und interessante Spieler mit. Zum Dauergast ist zum Beispiel Jan H Timman geworden, der heute gegen meinen Schützling Dmitrij Kollars ran darf. Letztes Jahr spielte Alexei Shirov mit und auch dieses Jahr haben sich die Veranstalter mit Nikita Vitiugov und Baadur Jobava, neben vielen anderen starken Großmeistern, nicht lumpen lassen ein starkes Teilnehmerfeld auf die Beine zu stellen.
Die Räumlichkeiten sind im Konventum mit malerischen Ausblick vorzüglich und die Atmosphäre ist dank der entspannten Schiedsrichter sehr angenehm.
Wie sieht es aus Sicht der deutschen Teilnehmer nach 6 Runden aus?

2 Deutsche stehen nach 6 Runden bei 5 Punkten. Benjamin Dauth gewann gestern dank eines spektakulären Opfers gegen eines der größten Deutschen Talente Jan-Christian Schröder. Ob das Opfer korrekt war...darüber streiten sich die Gelehrter, ich weiß es nicht. Es führte auf jeden Fall zum vollen Punkt und das ist am Ende das was zählt. Der zweite Deutsche mit nur einem abgegeben Punkt ist Dmitrij Kollars. Dmitrij hatte zu Beginn Probleme ins Turnier zu finden. Mit Schwarz musste er 2 Remis hinnehmen. In Runde 6 kreierte er mit Schwarz aber genug Verwirrung um seinen Gegner zu überfordern. In der 7.Runde geht es nun gegen die Legende Jan H Timman.

Bei den Spielern mit 4,5 Punkten finden sich mehrere Deutsche.
2 davon sind meine Vereinskollegen. Julian Kramer konnte bereits ein starkes Remis gegen den Inder GM Sasikiran erreichen, der ansonsten alle Partien gewann. Nach seinem Remis musste Julian allerdings eine Niederlage hinnehmen. Malte Colpe hat bei diesem Turnier in den vergangenen Jahren bereits großartige Leistung gezeigt Bisher ist er noch nicht richtig durchgestartet. 4,5 Punkten sind trotzdem ein gutes Ergebnis.
Die Deutsche Gruppe mit 4,5 Punkten schließt mein Kollege bei SCHACHREISEN IM Erik Zude, der im vergangenen Jahr das Turnier zum Bergfest noch anführte. Davon ist er bisher noch ein wenig entfernt. Aber traditionell landet man bei diesem Turnier mit 8 Punkten in der Top-Gruppe. Also Erik: Du schaffst das, hau sie weg! :-)

Liebe Schachfreunde, der Politiken Cup: absolut empfehlenswert!

Aber ich werde euch natürlich nicht entlassen, ohne eine kleine Aufgabe zu stellen. In Runde 5 traf der talentierte GM Urkedal mit Weiß gegen den weltbekannten GM Ivan Sokolov. Wie schaffte Urkedal in der folgen Stellung an Brett 1 seine Spitzenposition zu verteidigen?

 

Jonathan Carlstedt

Seit Juni 2011 bin ich Internationaler Meister, seit Januar 2011 habe ich 100 Elopunkte verloren. Seit Juni 2010 habe ich mein Abitur in der Tasche, seit August 2011 betreibe ich eine Schachschule in Lüneburg. Beruflich bin ich also Schachspieler, Trainer, Organisator (siehe links oben), Journalist und Autor. Hauptberuflich macht mir Schach Spaß. Alles was Sie nie über mich wissen wollten, werden Sie in diesem Blog erfahren. Viel Spaß beim Lesen!

Kommentare   

#1 Thomas Richter 2017-07-27 16:23
"die Runden fangen pünktlich an"
Einem gefällt das vielleicht nicht: Ivan Sokolov, der - wie zuvor auch bei Limburg Open und NL-Meisterschaft - offenbar immer zu spät kommt. Bedenkzeit für den ersten Zug laut chess24-Liveübertragung: Runde 1 10 Minuten, Runde 2 knapp 20 Minuten (kein Problem da der Gegner, Elo 2139, im 14. Zug in ohnehin bereits schlechter Stellung eine Figur einstellte), Runde 3 17 Minuten, Runde 4 24 Minuten, Runde 5 knapp 10 Minuten, Runde 6 18 Minuten. Heute brauchte er 27 Minuten, um 1.e4 mit 1.-e5 zu beantworten. Gut, es gibt Alternativen, aber so spielte Sokolov fast immer.
Wenn ich die Liveübertragung richtig in Erinnerung habe hat er in Runde 5 als Letzter seine Partie begonnen und war dann (ab dem obigen Diagramm und schon bevor einige andere Partien remis endeten) als Erster fertig.

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