Aufräumaktion

by on26. Oktober 2013

Nach mehreren Buchbesprechungen folgt mal wieder eine Schachaufgabe. Die Stellung ist mal wieder etwas gewöhnungsbedürftig: Weiß hat haufenweise mehr Material, das allerdings noch ordentlich verklumpt ist, da tut Aufräumen Not. Der schwarze König hingegen fragt sich wohl selbst, wie er da hin geraten ist.

Ouelletm8

Nichtsdestotrotz ist hier natürlich klar, dass Weiß leicht den Sieg sicher stellen kann. Wenn man ihm dafür allerdings nur acht Züge zugesteht, wird es interessant, denn dann muss man beim Versuch, dem Monarchen zu Leibe zu rücken wirklich alles in die Waagschale werfen.

Ein cleveres Stück des Kanadiers Charles Ouellet, von dem man desöfteren witzige Ideen präsentiert bekommt. Matt in acht, Antworten als Kommentar.

Kommentare   

#1 MiBu 2013-10-26 13:59
1.Sc4 stellt ja schon mal eine Drohung auf und verbessert die Zugmöglichkeiten der Langschrittler beträchtlich. Nach 1.-bxc4 wäre 2.Td5 schon direkt entscheidend, wenn nicht die Pattverteidigung Dh5 drin wäre. Da außerdem Dh4+ droht, liegt 3.Lg5 auf der Hand, was die Mattdrohung erneuert. Nach 3.-Dxg5 4.Txg5 hxg5 droht der sK über b5 zu entweichen, was 5.Sa3 nahe legt. Nach 5.-Kxa3 wiederum muss b2 gedeckt werden, und da inzwischen die Grundreihe entrümpelt wurde, bietet sich 6.0-0-0 an mit den Varianten Kxa2 Kc2 und Ka4 Td5.
#2 Losso 2013-10-26 20:39
Komplett richtig. Am Vereinsabend präsentieren und fragen, was der sechste weiße Zug ist...
#3 MiBu 2013-10-26 21:04
Nun ja, nach der Anmoderation war (zumindest mir, aber auch jedem anderen etwas mit Problemen versierten) klar, dass an irgendeiner Stelle 0-0-0 kommt. Und da Schwarz keine Zeit zu Dxc6 haben darf, muss Weiß was drohen; Sb3 und Se4 werden eben auch durch den Damenzug widerlegt, da blieben nicht mehr viele Kandidatenzüge übrig. Der Rest geht relativ automatisch, wenn man sich über das Motiv im Klaren ist. Die Aufgabe selber ist eher einfach ("löserfreundlich" ist da wohl der politisch korrekte Ausdruck), aber dafür unterhaltsam.

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