Der Deutsche Schachbund schafft klare Fronten: Nach lang anhaltenden Querelen fällte das Präsidium am Wochenende eine folgenschwere Entscheidung. Der zuständigen Kommssion für Leistungssport wird empfohlen, Arkadij Naiditsch umgehend aus dem A-Kader zu entlassen. Das Spitzenbrett der Nationalmannschaft fiel u. a. durch wiederholt heftige öffentliche Angriffe auf diverse Funktionäre des Schachbundes in Ungnade.
Details findet man auf der Schachbundsite. Auffallend stellt man sich hinter den in die Schusslinie geratenen Bundestrainer Uwe Bönsch. der "wesentlichen Anteil am Abschneiden der deutschen Mannschaft" hatte.
Kurioserweise verabschiedet man Deutschlands aktuell unumstritten stärksten Schachspieler mit einer goldenen Nadel für seine hervorragenden Leistungen auf der Europameisterschaft. Durch sein ausgezeichnetes Ergebnis am Spitzenbrett trug er wesentlich zur Erringung des Titels bei. Mit der Ehrung durch den DSB einher geht eine kleine Sonderhonorierung von Spielern und Theorietrainer. Man bewegt sich im einstelligen Prozentbereich der 50.000 € Prämie, die das russische Team pro Spieler für den Sieg erhalten hätte oder auch den 30.000 der Armenier, allerdings im Rahmen dessen, was der Schachbund in der Lage zu leisten ist.
Hoffnungen auf weitere Heldentaten einer deutschen Nationalmannschaft muss man fürs Erste wohl begraben. Doch wurde damit immerhin der lästigen öffentlichen Diskussion ein Ende gesetzt, auch wenn das Ergebnis einseitig und unbefriedigend wirkt.
Eine Hintertür bleibt indes offen: Die Suspendierung gilt zunächst bis Mitte 2012. Dann prüft der Bund, ob sich etwas verändert hat und eine neuerliche Zusammenarbeit denkbar wäre. Ein Einsatz Naiditschs bei der kommenden Schacholympiade in Istanbul ist somit noch nicht ganz vom Tisch....





Kommentare
Auch im Hinblick darauf, sich ein Hintertürchen offen zu halten.
Selbst jetzt hat Naiditsch noch alle Rückehrmöglichkeiten .
Und es ist noch trauriger zu wissen, dass die abgedruckten Zitate seitens des Nationalspielers, schon teilweise von den Redakteuren abgeschwächt wieder gegeben wurden.
Ein gute Entscheidung !
Ich hätte - zur Verdeutlichung, dass der Schachbund auch wirklich und ohne direktes Hintertürchen - schlechtere Turniermannschaften in Kauf nimmt - mir eine Überprüfung erst zum 1.1.2013 erwünscht.
Wie schlimm wird es für das deutsche Team, wenn ich z.B. A. durch den jüngsten nicht nominierten Spieler ersetze, derzeit wohl Baramidze mit ca. 2600 (dies soll keine "Kandiadatendebatte" auslösen, keine Ahnung, was B. gerade so treibt)?
Elo-Schnitt 1.12.2011 mit A. maximal 25 Punkte mehr - so what. Natürlich fehlt eine "Speerspitze", da er wirklich tolles, offensives Schach spielt. Dass halte ich für den größeren Nachteil als die verlorenen Elopunkte.
Jetzt haben wir Bönsch bis zum Erreichen der Altersgrenze am Hals, das wäre 2025. Angesichts der Mitgliederentwicklun g wird er dann allerdings vermutlich alleine im DSB sein...
Sehr geehrter Herr Bastian,
ich warte immer noch darauf, zu erfahren, was seine Aufgaben waren und inwiefern sich aus diesen Aufgaben ein "wesentlicher Anteil" am Erfolg ergibt. Wenn man damit transparent umgegangen waere, haette ein Grossteil der Diskussion gar nicht erst stattgefunden.
Sind das unsere Fakten die wir Bönsch vorwerfen, warum er als Bundestrainer unfähig ist ?
Der Nachbar eines Kollegen meiner Schwester hat gesehen, wie......
Kommt dir bekannt vor, oder ?
Zitat von cmc " ich warte immer noch darauf, zu erfahren, was seine Aufgaben waren und inwiefern sich aus diesen Aufgaben ein "wesentlicher Anteil" am Erfolg ergibt."
Wieso ? Warum sollte er dir das erzählen ? Musst der DSB jedem Forenteilnehmer seine Personalpolitik offen legen?
Haben wir mit Bönsch ein neues Schlachtlamm gefunden?
Halbwissen, Gerüchte und unangemessene Forderungen füllen täglich die deutschen Stammtische. Leider auch die Foren jung.
Sorry Jungs, ich bin - was das hier angeht - auf Krawall gebürstet. Ich kann euch mit Sicherheit im RL alle gut leiden. Aber dass hier ist - für mich - keine "Streitkultur".
NUR muss der DSB dann eben auch mit den Konsequenzen leben, und eben auch Platzierungen wie die bei der Schacholympiade 2010 in Kauf nehmen. Denn wenn wir ehrlich sind, ohne AN haette das deutsche Team nicht einmal um Platz10 mitgespielt, sondern waere unter ferner liefen auf einem zweistelligen Tabellenplatz gelandet.
Das "Hintertuerchen" ist natuerlich an Laecherlichkeit kaum zu ueberbieten, denn entweder man steht zu so einer drastischen Entscheidung, oder nicht. Aber dieses "wischi-waschi" Gehabe schadet doch nur dem DSB und dem kompletten Schachsport.
Bei allem Verstaendniss fuer den DSB, muss man sich bei der mehr als undurchsichtigen Ausendarstellung des DSB dann aber doch noch fragen duerfen, wieviel der "Wunsch" der Spieler ueberhaupt Wert ist. Denn im Vorfeld der EM hat sich eben nicht nur AN kritisch ueber UB geaeussert, sondern mehr oder weniger der komplette A-Kader.
Es waere daher mMn Konsequent, wenn der komplette A-Kader von sich aus zuruecktreten wuerde (zumindest die Spieler die ein "Problem" mit UB haben) und so ein Zeichen setzen wuerde. Dann wuerde dem DSB vielleicht auch ein Licht aufgehen, und man wuerde realisieren, dass es so ganz ohne Spieler eben auch nicht geht...Aber halt, es geht natuerlich doch, haben wir ja bei der Schacholympiade 2010 gesehen.
Man hat sich nun also fuer UB und gegen Spitzenschach entschieden, ob das die richtige Entscheidung war, muss jeder fuer sich selber wissen.
Ich fuer meinen Teil kann nur sagen, das sich der DSB damit mal wieder der Laechrlicherkeit Preis gegeben hat, denn die Aussagen und die Einstellung von AN waren ja auch VOR der EM bekannt, nur hat es da komischerweise beim DSB keinen so wirklich gestoert...
Ich hoffe der DSB zieht nun aus objektiver nüchterner Sicht die richtigen Schritte und bewertet auch den Bundestrainer nach Befähigung und Leistung. Und mit Leistung sind nicht 5 Minuten am Tag die Aufstellung abgeben gemeint. Auch soll Bönsch nicht gerade ein Meister der psychologischen Betreuung sein.
Die Spieler, sofern man diese unterschiedlichen Individualisten überhaupt in einen Topf stecken möchte, haben klar ihre Meinung zu Bönsch intern und als das nicht half auch extern geäußert. Auch aus der zweiten Reihe, die bei der Olympiade ran durfte hört man nichts gutes über Bönsch. Schmeißen wir die nun auch der Reihe nach raus? Oder einigen wir uns auf stillschweigendes Aussitzen bis Bönsch in Rente geht?
Bitte lieber DSB: Jetzt wo der Emotionalfaktor Naiditsch raus ist, such dir einen neuen Bundestrainer. Nicht weil Naiditsch es gefordert hat, sondern weil es objektiv die einzig richtige Entscheidung ist.
Und wo wir gerade dabei sind: Die Berichterstattung auf www.schachbund.de ist lächerlich und grotesk. Neue Überschrift: Der "Uwe Bönsch hat was geleistet"-Blog.
Stimmt schon - und Naiditsch und Bönsch müssen auch keine dicken Freunde sein die sich gegenseitig zum Geburtstag einladen. Die Eskalation hat wohl zwei, für mich nachvollziehbare Gründe:
- Naiditsch hatte sich vertraglich - also wohl schriftlich - verpflichtet derartige Aeusserungen zukünftig zu unterlassen.
- Seine Aeusserungen waren nicht nur provozierend, sondern z.T. unwahr und beleidigend.
@sunshine: Ich war zwar nicht mit der Stoppuhr dabei, aber ich glaube schon Bönschs täglicher Anruf bei Chessbase / Klaus Bischoff dauerte mindestens zehn Minuten. Das wusste "Herr irgendwo" vielleicht gar nicht ... . Bei aller, z.T. vielleicht berechtigten Kritik an Bönsch (ich kann das nicht beurteilen!) sollten die Fakten schon stimmen.
Schade, wie schnell sich die deutsche Schachszene einen großartigen Erfolg selbst kaputt macht.
Das kann man sicherlich ausbauen: die Sommerrodler werden im Winter gesperrt und die Winterrodler im Sommer!
Persönliche Kritik gehört in ein persönliches Gespräch. Kritik an Zuständen kann man öffentlich äußern.
Hätte AN geschrieben, dass die Betreuung vor Ort schlecht war, weil das, jenes oder das andere gefehlt hat. Hätte man darüber reden können. Hätte er mit HB gesprochen, dass die Zusammenarbeit mit UB für ihn nicht möglich ist, dann hätte man eine Möglichkeit gefunden. Aber mal im Ernst glaubt irgendjemand wirklich ein Verein kann es sich gefallen lassen, dass ein (wenn auch schlecht) bezahlter Spieler jemand aus der Führung öffentlich persönlich angreift? Der Inhalt der Kritik ist doch völlig egal.
Wir sollten also und genau das versucht der DSB meiner Meinung nach. Inhalt und Form der Kritik etwas zu trennen. Nach der Form, die AN für seine Kritik gewählt hat, war jede Form der inhaltlichen Diskussion doch von vorne herein ausgeschlossen. Entweder Bönsch muss gehen und Deventer wird die nächste Zielscheibe von AN, bis nur noch Leute im DSB sitzen, die nach ANs Pfeife tanzen. Oder der DSB behält die Autorität über sein Personal und AN muss gehen.
Eine inhaltliche Diskussion kann man nur dann bekommen, wenn das Ergebnis erst einmal offen ist.
Grüße Daniel
Kann sich ein U. Bönsch noch selbst in den Spiegel schauen?
Weiterhin: Naiditsch vergleicht sich finanziell sich auch mit anderen 2700+ Spielern und obwohl er aus einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt kommt, würde es mich überhaupt nicht wundern, wenn er finanziell am wenigsten unterstützt und auch in anderen Belangen zu wenig gefördert wurde.
Ohne seine sehr emotionale und provokante Kritik hätte es kein Trainergespann Bönsch/Kasimdschanow und somit keinen Erfolg bei der EM gegeben.
Der Zeitpunkt läßt mich vermuten, daß einige Funktionäre beleidigt waren, um nun, verbandsjuristisch sicherlich einwandfrei, Sanktionen gegen einen kritischen Wortführer zu verhängen.
Ich hätte mir mehr Gelassenheit und mehr Freude über den EM-erfolg gewünscht.
So kann man sich Erfolge selbst zerstören.
"Nominiert doch einfach Spieler in die Nationalmannschaft, die gerne dort spielen, und dankbar sind, wenn sie nominiert werden. (...)"
(Quelle: schachbund.de/.../...)
Am 7. Juni hörte sich das - übrigens hier im Blog - noch so an:
"Ich möchte, dass Deutschland wieder mit der stärkstmöglichen Mannschaft auf Schacholympiaden und Europameisterschafte n antritt."
(Quelle: schach-welt.de/.../... )
Weiterhin schreibt Hertneck, daß er Middelhoffs Beitrag auf der DSB-Seite angenehm fand, von Fridmans offenem Brief jedoch geschockt war. Ulkigerweise ging es mir genau andersherum und ich denke mit der Meinung bin ich auch nicht alleine.
(a) "Ohne seine sehr emotionale und provokante Kritik hätte es kein Trainergespann Bönsch/Kasimdschanow und somit keinen Erfolg bei der EM gegeben".
Das ist falsch. Mit Uwe Bönsch habe ich persönlich als AKLV-Sprecher und als A-Trainer schon viele Monate vor meiner Wahl zum DSB-Präsidenten über eine ähnliche Möglichkeit gesprochen und ihn ermutigt, eine solche Lösung zu riskieren. Der Vorschlag kam in unserem Gespräch von Uwe Bönsch und resultierte wohl aus der Auswertung der nicht öffentlichen Gespräche mit den Nationalspielern. In den nachfolgenden Monaten wurden von den Spielern viele Namen ins Gespräch gebracht, und es war unter anderem daran gedacht, dass sogar mehrere Theorietrainer die Spieler am Rechner von zuhause aus unterstützten. Nach langen Verhandlungen mit den Spielern einigte man sich schließlich auf Kasimdzhanov und Uwe Bönsch engagierte ihn. Die Kommission Leistungssport hat den nicht unerheblichen Geldbetrag für das Honorar zur Verfügung gestellt. Im Haushaltsentwurf hatte man das schon langfristig vorbereitet. Insgesamt ergab sich die gefundene Lösung aus dem konstruktiven Zusammenwirken aller Nationalspieler mit dem Bundestrainer (das ist nun einmal seine momentane Berufsbezeichnung), mit der Kommission Leistungssport und mit dem Präsidium. Die von Ihnen als ursächlich angenommenen provokanten Äußerungen in der Öffentlichkeit und nicht bekannt gewordene interne Ereignisse haben genau das Gegenteil bewirkt, nämlich den Lösungsprozess erheblich behindert und verzögert.
(b) Wenn Sie vermuten dass einige Funktionäre "beleidigt" waren und deshalb die aktuelle Maßnahme beschlossen wurde, liegen Sie erneut falsch. Alle an den Verhandlungen beteiligten Funktionäre, außer Uwe Bönsch allesamt ehrenamtlich tätig, haben einschließlich meiner Person schwere persönliche Beleidigungen hintenan und sich selbst schonungslos in den Dienst an der Sache gestellt.
(c) Der wahre Grund für die beschlossene Maßnahme ist der, dass der DSB es unter dieser Führung nicht tatenlos hinnehmen wird, wenn jemand seine Popularität dazu ausnutzt, mit unwahren Behauptungen und dem Leugnen von Tatsachen aus persönlichen Gründen ein schiefes Bild der Wirklichkeit zu transportieren.
Ich will hier nicht behaupten, dass bei den zuletzt beanstandeten öffentlichen und nicht öffentlichen Äußerungen gezielte Absicht vorlag. Möglicherweise waren es unbedachte Äußerungen, deren Folgen nicht erkannt wurden. Wenn man allerdings die Vorgeschichte kennt, gab es keine Alternative mehr zum Handeln. Die vielen Zuschriften der letzten Tage an meine Adresse bestätigen die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung eindrucksvoll. Nationalspieler sind Vertragspartner des DSB und gewichtige Vorbilder. Es ist nicht hinnehmbar, dass sie ihren Vertragspartner, der sie bezahlt, systematisch mit öffentlichen Äußerungen schädigen.
Schon vor einiger Zeit habe ich öffentlich geschrieben: "Unsere Nationalspieler werden sich benehmen müssen, sonst werden wir handeln!" Anscheinend hat die lange Sprachlosigkeit des DSB dazu geführt, dass man beliebig auf ihn einzuprügeln gewohnt war, ohne das es Folgen hatte. Aber hinter dem "DSB" stecken Menschen aus Fleisch und Blut, die überwiegend ehrenamtlich im Dienste der Gemeinschaft stehen und die gleiche Wertschätzung verdienen, die sich jeder Mensch erhofft.
(d) Der aktuelle Beschluss ist keine Abstrafung. Jeder der sich wie ich wünscht, dass Arkadij Naiditsch weiterhin für den DSB spielt, hat nun die Chance, auf ihn einzuwirken, dass er seinen Umgang mit seinen Partnern beim DSB überprüft und korrigiert. Dann kann man wieder aufeinander zugehen.
Ich wünsche mir, dass in dieser Sache endlich Ruhe einkehrt und der schon so lange schwelende Streit endlich beigelegt wird. Das DSB-Präsidium wird den Spielern weitere Gespräche anbieten, um die Nationalmannschaft Schritt für Schritt weiter zu stärken und nach vorne zu bringen. Beleidigungen von Mitarbeitern werden wir nicht dulden. Gute Vorschläge werden wir aufgreifen und im Rahmen des Machbaren umsetzen. Das geht nur in einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der man sich gegenseitig respektiert und wertschätzt.
Ich hoffe, dass die weiteren Diskussionen sich in diese Richtung entwickeln und dass aus diesem Blog nicht noch weiter in die falsche Richtung geschossen wird.
1.) seine Öffentlichkeitsarbei t grundlegend verbessert, um Konflikte zu bereinigen oder wenigstens dämpfen statt zu provzieren
2.) die Leistungen von Spielern höher bewertet und mehr würdigt - hiermit meine ich nicht die finanzielle Honorierung, sondern die Berichterstattung und öffentliche Anerkennung. Die Mitglieder des DSB sind zum größten Teil aktive Schachspieler; diejenigen, die wir als Mitglieder gewinnen wollen, sind Schachspieler, ihnen muss die Aufmerksamkeit gelten
3.) den Bundestrainer, der gewollt oder ungewollt seit Jahren immer wieder im Zentrum solcher Konflikte steht, aus der Schusslinie zieht. Der DSB ist dies seinem Angestellten sogar schuldig, zu dessen Schutz. Die mediale Aufwertung des Anteils von Uwe Bönsch am Erfolg der deutschen Spieler war in diesem Sinne kontraproduktiv.
Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass das eine oder andere von dem, was Naiditsch angemängelte, einfach stimmt.
MFG + weiterhin viel Erfolg!
Horscht
wieder schreiben Sie viele Worte ohne Inhalt. Ist es wirklich so schlimm, auf die Fragen der Schachspieler zu antworten ?
Für mich sieht das im !!!überzogenen!!! Sinne so aus:
1> Bönsch nimmt sich ein großes Stück vom kleinen Kuchen
2> Naiditsch und andere Spieler beschweren sich öffentlich
3> DSB findet das mit dem Öffentlich doof
4> Stolze manipuliert EM-Tagebucheinträge im Sinne von Bönsch
5> DSB versucht Bönsch als eigentlichen EM-Helden darzustellen
6> Das Schachvolk findets einfach nur doof was der DSB macht
7> Der DSB feuert Naiditsch und streichelt Bönsch
Antworten auf die Fragen des Schachvolks gibts immer noch nicht. Stattdessen wird einfach geschwiegen und ausgesessen !
Was passiert eigentlich nun mit Herrn Stolze ? Sind die nachträglichen Manipulationen an bereits veröffentlichten Tagebucheinträgen nicht Grund genug, diesen "Geschichtsfälscher" zu feuern ? Ist der DSB fähig, in den eigenen Reihen genauso Konsequent wie beim Herrn Naiditsch zu sein ?
Zuschriften von Leuten, denen mangels Einblick in die internen Zusammenhänge die Möglichkeit zur objektiven Beurteilung abgeht, sind also eindrucksvolle Indikatoren der Richtigkeit des eigenen Kurses? Mal abgesehen von der unterschiedlichen Bewertung der Sache... worin genau unterscheidet sich bitte der Kenntnisstand dieser Leute von dem der Leute, denen hier auf so eloquente Art und Weise empfohlen wurde, doch mal die Klappe zu halten, wenn man sich nicht auskennt, da sie eh nichts sinnvolles beizutragen haben? Wenn der ahnungslose Mob zufällig die eigene Position teilt, dann kann er anscheinend immer noch ganz gut als Claqueur herhalten und das eigene Schulterklopfen noch wohliger gestalten? Vertritt er eine andere Position, dann ist es halt der ahnungslose Internetpöbel.
Aber... frei nach Hagen Rether... was reg ich mich auf?! Mit freier Meinungsäußerung hat man´s beim DSB ja eh nicht so, gell? Wissen wir ja nicht erst seit dem Fall AN.
Die Entscheidung, die im Fall AN getroffen wurde, ist wieder mal weder Fleisch noch Fisch.
Konsequent wäre es gewesen, AN aus dem Kader zu werfen, ohne wenn, aber und vielleicht. Ohne Ehrennadel des DSB (auf die er sicher besonders großen Wert legen wird). Ohne Sonderzahlung. Ohne "offenes Ohr im Falle einer Spontanläuterung nach Einnahme von Lourdes-Wasser". Das Kapitel ein für allemal beenden. DAS wäre konsequent gewesen.
Konsequent wäre es weiterhin gewesen, ALLE Spieler, der Mannschaft, die sich im Vorfeld gegen UB ausgesprochen haben, zu dem Thema explizit zu befragen und die daraus notwendigen weiteren Konsequenzen zu zuiehen.
Konsequent von Seiten der Spieler wäre es, nach dem Ausschluß von AN nochmal ihre eigene Position zu überdenken und im Falle einer Übereinstimmung mit der Position ANs aus der Mannschaft zurückzutreten.
Insgesamt ergab sich die gefundene Lösung aus dem konstruktiven Zusammenwirken aller Nationalspieler mit dem Bundestrainer (das ist nun einmal seine momentane Berufsbezeichnung), mit der Kommission Leistungssport und mit dem Präsidium.
Har har har ! Seine momentane Berufsbezeichnung.
Aber das ist doch für den DSB kein Problem. Einfach mal beim Stolze melden. Der ist bestimmt bereit, nachträglich das Wort Bundestrainer durch das Wort Bundesbetreuer in jedem veröffentlichten Artikel auszutauschen.
Ist doch voll easy und merken tuts bestimmt auch niemand.
Danke für den sachlichen Beitrag. Ich habe verstanden:
(a) Der DSB muss seine ÖA weiter verbessern. Einverstanden! Auch Raymund Stolze drängt darauf, wir haben das Problem erkannt und werden versuchen, uns in den nächsten Monaten zu verbessern. Angedacht ist eine Teilprofessionalisie rung, doch lässt sich das nicht über Nacht regeln.
(b) Die Leistungen der Spieler sollen mehr gewürdigt werden. Einverstanden! Es liegen schon länger Vorschläge vor, die wir bisher nicht umsetzen konnten. Es ist ein weiteres Gespräch mit den Nationalspielern in Vorbereitung, wo wir mit ihnen zusammen an weiteren Verbesserungen arbeiten wollen.
(c) Die Aufmerksamkeit soll in erster Linie den Spielern gelten, nicht den Funktionären.
Jein! Wenn weiter so mit den Funktionären umgesprungen wird wie ich das seit einigen Jahren (nicht nur im DSB) erlebe, wird es bald nicht mehr genug von ihnen geben. Beide Seiten müssen endlich begreifen, dass sie Partner sind, die sich gegenseitig bedingen und respektvoll miteinander umgehen müssen. Das wirkliche Problem ist die primitive Streitkultur, die in Deutschland Einzug gehalten hat. Ein Ehrenamt nimmt man nur an, wenn man dafür auch Ehre erfährt, nicht Beschimpfung, Spott und Verleumdung. Spätestens wenn die Funktionäre abgeschafft sind werden die verbliebenen Spieler merken, dass sie selbst nun zu Funktionären werden müssen, wenn sie weiter spielen wollen
(d) Die Rolle des "Bundestrainers" hat sich bereits deutlich verändert, und dieser Veränderungsprozess wird unter Einbeziehung der Spieler weitergehen. Leider wird das gar nicht gesehen oder anerkannt. Groteskerweise war es gerade Uwe Bönsch, der durch sein Eingreifen aus Porto Carras dafür gesorgt hat, dass die Leistungen der Nationalmannschaft mehr hervorgehoben wurden.
Wenn er vermeintlich zu sehr gelobt worden ist, dann kann er am wenigsten dafür, denn er hat es weder beinflusst noch konnte er sich dagegen wehren. Uwe Bönsch hat immer auf die großartige Leistung der Spieler hingewiesen, nicht auf seine eigene. Es geht mir einfach gegen den Strich, wenn jemand wegen etwas beschukdigt wird, das er gar nicht getan hat.
@Horscht Klar, Arkadij hat viele gute Anregungen gegeben und in manchen Punkten Recht, das hat niemand in Frage gestellt. Seine Ideen können den DSB voran bringen, deshalb bleibt die Tür noch offen. Aber eben nicht um jeden Preis. Wenn die Würde von Mitarbeitern weiter mit Füßen getreten wird, ist eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich.
@ HeulSuse Welche Fragen sind unbeantwortet?
@ Scissors
Für mich hört die Freiheit der Meinungsäußerung dort auf, wo sie die Würde von anderen Menschen verletzt oder in Mobbing übergeht.
Der endgültige Rauswurf von AN wäre falsch. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich hoffe immer noch darauf, dass AN einlenkt und seine Umgangsformen in den Griff bekommt. Jeder Mensch hat das Recht, an seinen Schwächen zu arbeiten und eine neue Chance zu erhalten.
Es ist ja selbstverständlich, dass die Veröffentlichungen auf der eigenen Internetseite interessengeleitet sind und dass z.B. Leserbiefe vor der Veröffentlichung u.U. gekürzt werden, aber vor allem vor dem Hintergrund der "Sie fragen, wir antworten"- Aktion, in deren Rahmen auch Stellungnahmen anderer Schachspieler veröffentlicht werden, möchte ich schon wissen, was vom Autoren selbst stammt und was noch in welchem Maße seitens des Schachbundes bearbeitet wurde.
bitte entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber für wie blöd halten Sie die Leserschaft in diesem Blog ?
Natürlich kann Bönsch nüschs dazu, wenn ein Herr Stolze vom Schachbund nachträglich bereits veröffentlichte Artikel zu Gunsten von Herrn Bönsch manipuliert ! Da haben Sie natürlich recht.
Ihre Frage nach noch offenen Fragen ist für mich der Gipfel ! Alle Welt fragt nach den Funktionen eines DSB-Bundestrainers. Diese sind immer noch nicht klar definiert oder besser gesagt, für das Beitragszahlende Schachvolk ersichtlich.
Und so weiter und so fort ! Sie antworten nicht, sondern spielen den Tauben ! Es sind wohl genug Fragen gestellt worden und wenn Sie schon nicht antworten wollen, dann verhöhnen Sie wenigstens nicht noch die Fragesteller, indem Sie so tun, als ob keine Fragen offen wären.
Als Sie gewählt wurden, waren Sie mir recht sympathisch und ich fand Ihre Ideen recht gut. Aber nach all dem was Sie hier geäußert haben, kann ich auf Sie als Präsidenten gerne verzichten.
Nach über 12 Jahren werde ich den Schritt wagen, und aus meinem Schachverein austreten. Dieses Kasperletheater das der DSB veranstaltet, möchte ich mit keinem weiteren Euro finanzieren.
Viel Spaß noch
"@ HeulSuse Welche Fragen sind unbeantwortet?"
"(d) Die Rolle des "Bundestrainers" hat sich bereits deutlich verändert, und dieser Veränderungsprozess wird unter Einbeziehung der Spieler weitergehen. Leider wird das gar nicht gesehen oder anerkannt. "
Sie beantworten Ihre Frage selbst. Es wird nicht gesehen oder anerkannt, weil schlicht und einfach niemand weiss, was denn jetzt seine Rolle ist, welche Aufgaben er tatsaechlich hat. Man sieht die (wohl ueberzogene) Aussage von AN: "UB verdient 50k Euro im Jahr und arbeitet fast nichts dafuer", wenn man aber eine Richtigstellung von seiten des DSB sucht, findet man nur "UB verdient weniger als 50k Euro im Jahr und seine Aufgaben haben sich veraendert." Das ist vielen Leuten eben nicht genug Information, man koennte unterstellen, dass der DSB in diesem einen Fall nur um Verschleierung bemueht ist.
Ich denke gleichzeitig auch, dass man zwischen Kritik an UB (die wegen fehlender Informationen, sh. vorheriger Absatz, meist nicht sachlich ist) und der von UB selbst unabhaengigen Kritik an der seltsamen Berichterstattung auf der DSB-Homepage, die ihren traurigen Hoehepunkt des schlechten Stils in der ungekennzeichneten Aenderung eines "Tagebucheintrags" von M. Ohme fand, unterscheiden sollte. Mich persoenlich wuerde es interessieren, wer dafuer verantwortlich ist und was seine Motivation war.
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