Die Deutsche Meisterschaft kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Soeben kam es zu einen neuen Eklat: Fidemeister Christoph Natsidis (Elo 2363) wurde wegen Betrugs vom Turnier ausgeschlossen. Nun bekommen auch wir unseren Fall Feller. Da die Beweislage wasserdicht erscheint, bin ich gespannt, ob die deutschen Offiziellen nun ähnlich klare Signale setzen wie ihre französischen Kollegen. Morgen tagt der Kongress...
"Natsidis vom Turnier ausgeschlossen
Die Partie Christoph Natsidis gegen Sebastian Siebrecht wurde wegen nachgewiesen und eingeräumten Betrugs für Natsidis verloren gegeben. Er hat verbotenerweise während der laufenden Partie auf dem Handy diese nachgespielt.
Eine Normenbestätigung aus diesem Turnier wird Natsidis nicht erteilt. Vom weiteren Turnier wird er ausgeschlossen. Er ist nicht Preis berechtigt. Weitere Konsequenzen sind Gegenstand von Untersuchungen nach dem Turnierabschluss." Quelle: Website des VeranstaltersAnzeige
Ach ja, da war noch etwas: Igor Khenkin wird dank besserer Feinwertung Deutscher Meister 2011. Er teilt den ersten Platz mit Jan Gustafsson. Herzlichen Glückwunsch!
Oswald Gschnitzer spielt womöglich das beste Turnier seines Lebens und erreicht mit 6 aus 9 Platz 5. Auch wenn im Blog über eine geplatzte Normchance diskutiert wurde, hätte die Performance aber nicht ausgereicht. Selbst wenn der kampflose Punkt gegen Bindrich zählen würde, sind 6 Punkte gegen Elo 2423 nicht genug.






Kommentare
Natsidis kannte zumindest ich vor der DM noch nicht so recht, es beeindruckte wie er spielte und ich dachte mir auch noch "oha, den Namen muss man sich dann ja mal merken!".
Nun bleibt ein "G'schmäckle" übrig, ob er auch in den anderen Partien gechechatet haben könnte, und mit seinem Namen verbindet man nun erst einmal für eine Weile nichts Gutes im Kontext Schach.
Schade.
Wenn der Spieler es sogar schon zugegeben hat, gibt es wohl auch keinen Zweifel.
Warum wirft er sein gutes Turnier einfach so weg?
Das Turnier hatte so eine schöne Liveübertragung, aber Spitzenspieler, die verzichteten, unschöne Kurzremisen und einen Streitfall mit Turnieraustritt sowie diese Disqualifikation.
Das hat eine Deutsche Meisterschaft nicht verdient.
Mein Kompliment nochmal an die Damen des Turniers, die sich auf das Setzen der 32 Steine beschränkt haben und das auf spannende Art und Weise.
So leid es mir für die Spieler tut, aber der deutsche Meister wird morgen schon vergessen sein.
Ich frage mich, ob es die nachfolgenden Meisterschaften schaffen, an diese Peinlichkeiten heranzureichen.
12.3 a) Während des Spielverlaufs ist es den Spielern verboten, sich irgendwelche Notizen, Informationsquellen oder Ratschläge zunutze zu machen oder auf einem anderen Schachbrett zu analysieren.
ad e-Doping
Da müssen wir uns alle im Klaren sein, dass die Regeln dann auch sehr unangenehm werden können und in der Praxis schwer durchsetzbar sein werden.
Ein paar Ansatzpunkte:
wer kontrolliert wie WC-Anlagen, wer darf Taschen- und Körperkontrollen durchführen, wer verwahrt Handys etc und wer haftet bei Verlust oder Beschädigung, etc...
Ramada Hotels sind schon Namensgeber für die Amateurmeisterschaft en, aber führen eine Zwangs-Lebensmittelabgabe ein!
Warum sagt kein Funktionär, also, so was machen wir nicht mit, wir suchen uns einen anderen Namensgeber??
Wen Vertreten die eigentlich?
Wahrscheinlich musste Natsidis zur 2.Runde noch sein Handy aufladen und kam deshalb zu spät
Die Formulierung für Runde 9 indes ist ziemlich eindeutig, insofern sind die angekündigten Konsequenzen nur folgerichtig.
So traurig es klingt, zeigt dieser Fall dass die Regelung, dass Handys ausgeschaltet sein müssen während des Spiels, seine Berechtigung hat. Denn nur so lässt sich das Cheaten mit einem Handy maximal minimieren.
Selbstverständlich sollte es auch Ausnahmeregelungen geben die beim Schiedsrichter vor Turnierbeginn angemeldet sein sollten: Wenn jemand z.B. ein Notfallhandy berufsbedingt in Bereitschaft halten muss oder z.B. die Frau in anderen Umständen ist (hey, Profis können sich nicht immer aussuchen wann sie spielen, sage man mal wem, er könne die WM nicht spielen etwa
Natürlich ist es juristisch gesehen egal. Was mich nur gewundert hat, ist, dass der "Straftatbestand" hier so schwammig umschrieben wurde. Das blosse "Nachspielen" einer Partie bis zur aktuellen Stellung mag verboten sein, es wäre mir aber persönlich wurscht, wenn mein Gegner das täte.
Man kann nun nur vermuten, dass sich der fragliche Kollege wohl auch für die Bewertung der Stellung durch die evtl. installierte Engine interessiert haben mag. Falls dem so ist, wäre der Fall für mein Empfinden anders zu bewerten.
@hanjie: Schon ein einfaches Handyklingeln _kann_ ein verbotenes Signal von aussen sein: "Du kannst JETZT gewinnen bzw. remis halten" - ich denke hier z.B. an Fridman-Stern bzw. Gustafsson-Svane. Wenn das Handy einmal klingelt weiss der betreffende Spieler Bescheid. Muss natürlich nicht, aber kann .... .
Insofern wäre ich auch gegen Ausnahmeregelungen:
- Man kann auch "simulieren" dass man jederzeit erreichbar sein will oder muss.
- Man kann doch einfach auf seine Mailbox sprechen: "In dringenden Fällen wählen sie bitte die Nummer xxx (der Turnierleitung).
Einen zwei Minuten zu spät erscheinenden Spieler zu disqualifizieren, halte ich für extrem kleinlich. Hier wäre eine Verwarnung oder ähnliches angebracht gewesen.
Von daher kann ich den Rückzug von F. Bindrich nachvollziehen.
Auf der anderen Seite existieren nun einmal vorzugsweise im Amateurbereich Situationen, die den Spieler ein Handy gar nicht ausschalten lassen können. Bereitschaftshandys etwa oder im Profifall der genannte Fall der möglichen Geburt des Kindes.
Um Manipulationen vorzubeugen, könnte man ein Muss einer Anmeldung dieser Ausnahmeregelung vereinbaren und das Handy auch beim Schiedsrichter hinterlegen, der es dann dem Spieler reicht, falls dieser Notfallanruf (der auf Stumm geschaltet sein sollte, also nur Vibration, um die Mitspieler nicht zu stören) tatsächlich eintreffen sollte.
Diese zwei Hürden dürften ja wohl ausreichen, damit diese "Notfallanmeldungen" nicht überhandnehmen.
Übrigens Respekt für Siebrecht, dass er so geistesgegenwärtig handelte.
Tja, nun hat das Schach einen zweiten Toilettenskandal ... diesmal leider einen echten.
Das "elektronische Doping" ist zumindest nicht gesundheitsgefährden d, sofern man vom ominösen Elektrosmog absieht...
Herr Natsidis wird gerade ausgibig bestraft. Immer wenn er seinenNamen googelt wird er darauf hingewiesen was er angeblich gemacht haben soll. Sein Ruf und sein Name werden gerade schlecht gemacht und es wird viel arbeit sein diesen wieder herzustellen, wenn dies überhaupt möglich ist. daher denke ich brauch er nicht noch mit sperren etc. belegt werden.
Wer sich seine Partien beim "First Saturday" in Budapest anschaut wird sehen, dass er stetig besser wurde und seine Leistung bei der DEM ihm entsprach.
Es ist ein großer Verlust für die Schachwelt diesen engagierten und ambitionierten Spieler zu verlieren.
hat er nicht selber zugegeben, die Partie "nachgespielt" zu haben auf der Toilette ? Allein schon das verschwinden auf die selbige, während ER ! am Zug ist, ist doch schon höchst verdächtig
Und die Partien beim First Saturday ? Wohl auch schon mit Programm gespielt, da gehört dann nicht mehr viel dazu, gute Partien zu spielen
Ich denke, zumindest die Partien in der DEM sollten für Ihn alle genullt werden als strafe, aber ansonsten nur Verwarnung, keine Sperre - schliesslich ist es für die meisten von uns ja wohl nur ein Hobby
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