SCHACHWELT

Der Schach-Blog

Mittwoch,19 Juni 2013

Aktualisiert19:37:19 Wed

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Jörg Hickl

Jörg Hickl

Website URL: http://www.schachreisen.eu

Dem Thema „schlechter Läufer“ wird in der Schachtheorie oftmals nur ein untergeordneter Stellenwert eingeräumt. Dabei kommt es in den meisten Partien zum Tragen - bereits nach Zügen wie z. B. 1. e4 e5 sind die Grundlagen geschaffen. Ganze Eröffnungssysteme drehen sich darum, unter Anderem „Die Französische Verteidigung“ oder die gespiegelte Zentrumsformation, „Der Königsinder“.
Auch Aaron Nimzowitsch beschäftigte sich in seinem 1926 erschienenen Klassiker „Mein System“, in dem zum ersten Mal die Grundlagen des modernen Positionsschachs zusammengefasst wurden, nur unzureichend damit. Fünf Jahre später produzierte er aber ein Paradebeispiel:

henne1

Schwarz am Zug, Stellung nach 51. Ke3-e2

Der schwarze Springer dominiert klar, doch ist die Sache nicht trivial. Nimzowitsch zog einige Züge hin und her, bevor ihm der richtige Plan bewusst wurde.

Analysearbeit und Planfindung sind gefragt!

Zur Lösung

Die Partie Henneberger-Nimzowitsch, gespielt auf der Schweizerischen Einzelmeisterschaft 1931 liegt nun 80 Jahre zeigt und zeigt die komplette Schlechtigkeit des schlechten Läufers ebenso eindrucksvoll wie der Jarchov-Läufer:

hannejarhalb

Fragment aus einer Simultanpartie Jarchov-Hickl, Mallorca 2001, Weiß am Zug

Es ist verständlich, dass Weiß den ausgeschlossenen (per Definition nur etwas schlechten) Läufer a2 wieder am Spiel teilhaben lassen wollte, doch 1. b3 war der falsche Weg (1. c3). Nach 1. – c3 war dieser für immer eingekerkert. Immerhin führte dies zu einer Erwähnung in einem Schachlehrbuch („Die Macht der Bauern“)

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Spielen, spielen, spielen

Ohne Spielen geht es nicht! Den analytischen Trockenübungen muss der Sprung ins Wasser folgen. Erst die turniermäßige Anwendung und die damit verbundene Bewertung in unserem Punkte(DWZ)-System zeigt die wahre Spielstärke. Eine rege Turnierteilnahme kann sogar größere Wissenslücken kompensieren. Einmal traf ich auf einen Schüler mit DWZ 1800, der Schwierigkeiten beim Mattsetzen mit dem Turm aufwies.

Bei der Turnierauswahl würde ich auf doppelrundige Veranstaltungen verzichten. Sie sind körperlich zu anstrengend und für den wichtigsten Teil der Schachpartie, der Analyse (mit dem Gegner), bleibt keine Zeit. Es ist unabdingbar, das in der Partie Erfahrene zu verarbeiten. Auch wenn diese Turnierform gerade in Deutschland im Trend liegt, da wenige Urlaubstage benötigt werden, ist für den Lernenden eine längere Veranstaltung zwei kurzen Turnieren mit Doppelrunden vorzuziehen.

Auch ein Schnellturnier von Zeit zu Zeit kann dem Erhalt der Spielstärke förderlich sein. Blitzpartien machen Spaß, bringen schachlich jedoch kaum weiter.

Partievorbereitung

Nehmen Sie davon Abstand, sich unmittelbar vor der Partie noch mit Varianten herumzuschlagen. Die Vorbereitung sollte vor Turnierbeginn, spätestens jedoch am Vorabend abgeschlossen sein. Eine Schachpartie ist zu anstrengend, um noch Energie für andere Dinge aufzuwenden. In diesem Zusammenhang muss auch vorn Sport oder Saunagängen abgeraten werden. Zwar fühlt man sich danach locker und entspannt, doch gerade dies ist bei einem Wttkampf fehl am Platz. Die besten Ergebnisse sind in ausgeruhtem Zustand zu erzielen - idealerweise vom Bett ans Brett! Nun gut, etwas essen sollte man vorher schon noch. Doch gerade das Thema Verpflegung bei Schachspielern ist umstritten. Fachkundige Aussagen sind mir keine bekannt. Immer wieder hört man Sprüche wie „voller Bauch studiert nicht gerne“. Doch ich habe mit stark kohlenhydrathaltiger Nahrung, relativ kurz vor Partiebeginn beste Erfahrungen gemacht. Eine Schachpartie wird zumeist in der dritten und vierten Stunde entschieden wenn die Zeit knapper wird, die Konzentration nachlässt und die Fehlerquote erheblich ansteigt. Hier muss man fit sein!


In den nächsten Ausgaben beschäftigen wir uns unter anderem mit

  1. Elektronische Hilfsmittel: Von Datenbanken über DVDs bis hin zu Fritz, Rybka & Co..
  2. Schach im Internet.
  3. Wo erhalte ich fachkundige Unterstützung?

Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (1)

Effektives Schachtraining (2)  Schach in der Theorie

Effektives Schachtraining (4) - Tipps für eine höhere DWZ

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

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Vor einigen Wochen wurde deutlich, dass Professor von Weizsäcker für eine weitere Amtsperiode als Präsident des Deutschen Schachbundes nicht mehr zur Verfügung steht. Als Nachfolger wird der derzeit einige Kandidat, Dr. Hans-Jürgen Weyer, gehandelt. Am 02.02. stand er Deep Chess für ein Interview zur Verfügung.
Von großem Interesse war dabei seine Stellungnahme zum Thema Nationalmannschaft, das in der zweiten Jahreshälfte 2010 zu erheblichen Spannungen zwischen Spitzenspielern und DSB geführt hatte. Weyer stellt für den nächsten Termin Ense Februar in Aussicht, unseren Spielern erheblich entgegenzukommen, explizit auch bei den Honoraren.
Ein schöner Zug, doch musste wirklich erst soviel Porzellan zerschlagen werden, bevor es zu einer Einigung kommen kann? Allerdings begeistert mich die Aussicht auf eine dem deutschen Schach würdige Vertretung auf internationaler Ebene und die damit verbundene Perspektive.

Herr Dr. Weyer,  wir nehmen das Interview als Maßstab für die kommende Amtsperiode. Unsere Stimme haben Sie!

Hier das komplette Interview, bereitgestellt von Deep Chess (http://www.deep-chess.de/?p=1145)
Zitat: (Deep Chess)"
Der DSB- Vizepräsident und mögliche Nachfolger von Robert von Weizsäcker, Dr. Hans-Jürgen Weyer, stellt sich diversen Fragen des DC!!!-Media Teams. Erfahren sie etwas über die neue Struktur des DSBs, über den Verhandlungsstand in Sachen Nationalteam sowie zum Thema “Schach als Breitensport”. Eine klare Antwort gibt es auch zur Förderung von Schachprofis sowie zur Förderungen von Jugendlichen und Talenten.
Die Aufnahme wurde am 02.02.2011 in Düsseldorf aufgezeichnet. Das Video wurde in HD-Technik angefertigt."

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Vor einigen Wochen stellte Marc Lang einen Europarekord im Blindsimultanschach auf. Nach knapp 24(!) Stunden waren  25,5 von 35 Punkten erreicht. Angeregt durch die Resonanz zu dieser Veranstaltung bewegte ich Robert Hübner zu einem Blindsimultan an 6 Brettern ablässlich der 1. Schachwoche Sonnenalp. Der Kölner Großmeister, Deutschlands bedeutendster Schachspieler des 20. Jahrhunderts, beeindruckte zuvor durch großartige Ergebnisse im Blindschach. So bezwang er 1997 eine Auswahl der Kölner Schachfreunde mit 5,5:0,5 und zwei Jahre später die erste Mannschaft des Zweitbundesligisten SF Kreuzberg, die einen Eloschnitt von 2300 aufwies, mit 5,5 zu 2,5.

gruppe2

Der Eloschnitt derTeilnehmer war mit knapp 1600 deutlich niedriger. Doch trotzdem nahm Hübner seine Aufgabe keineswegs leicht. Ihm bei der Arbeit zuzuschauen, war ein besonderes Erlebnis. Er wirkte nicht schwächer als am Brett. Die gewaltige geistige Präsenz war zu jeder Zeit spürbar und manifestierte sich in einem 6:0 nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit. Eine Leistung, die seiner Meinung nach trainierbar ist, ich mir aber in dieser Form nicht unbedingt zutraue....

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Neben unserem traditionellen Schach am Brett bieten sich diverse Möglichkeiten mit (imaginären) Gegnern, die man möglicherweise niemals zu Gesicht bekommt, den Kampf aufzunehmen. Am bekanntesten sind das Spielen auf Servern und Fern- sowie seit einigen Jahren auch das e-Mailschach.

Dabei kämpft in unserer modernen Computerzeit  das Fernschach ums Überleben. So hat sich die Mitgliederzahl des Deutschen Fernschachbundes in den letzten Jahren weit mehr als halbiert, auch wenn sich die Sportart massiv gewandelt hat. Spielte man vor 30 Jahren noch mit Postkarten wurde die Ausführung mit Aufkommen der Fernschachserver massiv vereinfacht - hohe Portokosten gehören der Vergangenheit an. Allerdings ist es noch weniger Mann gegen Mann als früher. Statt gegen möglicherweise viele Schachcomputer  eines Unbekannten anzutreten, ziehen es heute Viele wohl vor, das eigene Programm anzuwerfen oder auch auf einen der vielen (Live-) Schachserver auszuweichen. Mit dem Aufkommen neuer Medien entstand 2004 allerdings mit dem DESC (Deutscher E-Mail Schachclub, www.desc-online.de) eine Gruppierung, die Schach via e-Mail spielt. Die Mitgliederliste weist 411 Personen aus – wohl auch mit fallender Tendenz.

Umso mehr überraschte mich der Vorstoß des Spieleportals mailgames24.de. Hier findet Schach Platz zwischen 4 gewinnt, Flip-o-thello, Battleorcs Arena und Gomoku. Alle Spiele werden per Mail ausgetragen.

Das Innovative ist anscheinend Folgendes:
Normalerweise befindet sich bei Mailschach-Spielen in den Zug-E-Mails nur ein Link auf eine Website, auf den man klicken muss. Daraufhin öffnet sich die Website und dort wird der Zug ausgeführt. Bei anderen Mailservern muss ein Client-Programm installiert werden, welches die Schach-Mails abholt und verwaltet.
Bei mailgames24 dagegen entfällt der Client und für die Züge muss keine Website besucht werden:
Man sieht das Spielbrett schon in der E-Mail, und antwortet einfach mit einem Zug, z.B. e7e5 und schickt die Mail dann ab.
Ganz einfach und auch ideal für z.B. iPhone usw. - da für einen Zug keine Website aufgerufen werden muss, werden wenig Daten verschickt (spart Kosten und geht schnell). Und da kein Client nötig ist, können mailgames24-Spiele auf jedem System gespielt werden, das HTML-Mails empfangen, darstellen und verschicken kann (also auch Linux oder sonstige Betriebssysteme).
Weitere Informationen finden Sie auf www.mailgames24.de sowie auf den Schachwelt-Seiten des Fernschachbundes.

Mir ist jegliche Form des Fernschachs zu antiseptisch: Emotionen , Kommunikation und Analysearbeit sowie der damit verbundene schachliche Fortschritt kommen zu kurz.

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Das Ergebnis unserer Kurzumfrage kam nicht überraschend: Vishy Anand geht als klarer Favorit unserer Leser in die letzten Runden. Der amtierende Weltmeister hat in Deutschland viele Anhänger. Zum einen durch seine jährliche Präsenz bei den Chess Classic zum anderen verdientermaßen durch sein gutes Spiel. Nie war er stärker! Mit 41 Jahren hat er wohl das beste Alter für die Kombination aus körperlicher Fitness und Erfahrung und mit 2816 in der aktuellen Live-Eloliste die höchste Elozahl seines Lebens.

Platz 2 geht an meinen Favoriten Aronian mit der Hälfte der Stimmen.

Den jungen Spielern wird noch nicht allzu viel zugetraut - etwas überraschend, denn die Leistung des Mitführenden Nakamura in diesem Turnier ist beeindruckend. Und mit seinem heutigen Schwarzsieg, zwei Runden vor Schluss,sollte er zum klaren Favoriten der Buchmacher werden. Ein steiler Aufstieg. Mich verwundert es wenig - habe ich doch in einer dunklen Nacht vor sieben Jahren  14:0 gegen den Amerikaner verloren (und das als Elofavorit). Doch dazu an anderer Stelle mehr....

Zwischenstand nach der 11. Runde

1. Nakamura         8 Punkte
2. Anand                 7,5
3. Aronian               7
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung muss sich Kramnik (6,5) noch in einem schwierigen Endspiel mit Minusbauern gegen Carlsen (5,5) erwehren (gefühlter Sieg für MC, aber schwierg). Somit werden wohl beide nichts mehr mit dem Turniersieg zu tun haben (siehe Aktualisierung)

Zum Thema: Spannendes Finale in Wijk                       Zur Umfrage                Zu Tatasteelchess

Nachtrag:

Soeben ging Carlsen-Kramnik zu Ende. Ein interessantes beispiel für das endspiel guter Springer gegen schlechten Läufer (mit viel Analysebedarf in den nächsten Tagen)

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Ohne die große Veranstaltung in Wijk aan Zee würde die Schachwelt wohl ohne Zweifel auf eines der bedeutendsten Open Europas blicken. Alljährlich Ende Januar findet auf Gibraltar das Tradewise Chess Festival statt, und wer nicht nach Holland eingeladen wurde, scheint hier mit zuspielen u. a.  Ivanchuk, Adams, Caruana, Vallejo Pons, Bologan, Georgiev, Nigel Short und auch Viktor Kortschnoi. Und gerade Kortschnoi,  mehrfacher Vize-Weltmeister und Urgestein des Weltschachs, sorgte in der zweiten Runde für eine Überraschung. Am 23. März wird er 80 Jahre alt, doch von Müdigkeit keine Spur. Mit Elo 2544 gehört er zur zweiten Hälfte der Spitzengrupe und wurde gegen den um mehr als 60 Jahre jüngeren italienischen Weltklassegroßmeister Fabiano Caruana (Elo 2721) nach oben gelost. Es wirkte wie eine leichte Aufgabe für ihn:

Nachdem wir von immer jünger werdenden Spitzenspielern berichten, freut es mich, auch den umgekehrten Fall präsentieren zu können.


Zu Kortschnoi:

"Ich bin Schachgroßmeister"

Ein von Frank Zeller aufgenommenes Video zeigt Viktor Kortschnoi bei der Arbeit

„Ich nehme ein Schachbrett mit ins Grab“

FAZ.net:Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 09.01.2005, Nr. 1 / Seite 15

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Selten war der Ausgang eines Spitzenturniers so unklar wie der des diesjährigen A-Turniers des Tatasteelchess-Events in Wijk aan Zee. Vier Runden vor Schluss kommen noch 6 Spieler für den Sieg infrage. Vier davon liegen gleichauf.

Die Tendenz der letzten Jahre  bestätigt sich: Nach mehr als 100 Jahren in denen der Weltmeister zumeist unbestritten der beste Spieler war, ist die Weltspitze eng zusammengerückt.

Der Überflieger der letzten zwei Jahre, Magnus Carlsen, scheint eine (Zwischen-) Landung eingelegt zu haben. Eine bittere Niederlage warf ihn in Wijk zunächst deutlich zurück. Nach einem glücklichen Sieg gegen l‘Ami hat er jedoch den Anschluss an die Spitzengruppe wieder gefunden. Mit 5,5 aus 9 teilt er sich mit Frankreichs Jungstar Vachier-Lagrave den 5.Platz.
An der Spitze der vier Spieler mit 6 Punkten finden wir den aktuellen Weltmeister, Viswanathan Anand,  der ebenso grundsolides Schach darbietet wie der Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik und Lewon Aronian. Die drei haben bisher keine einzige Partie verloren. Anders der Vierte im Bunde, der sich zwischenzeitlich kurz absetzen konnte, ehe ihn eine heftige Niederlage gegen Carlsen wieder auf den Boden zurückbrachte. Amerikas Schachspieler des Jahres, Hikaru Nakamura ist für extravagantes und taktisches Schach berkannt. Nachdem er aber seine Experimente, wie z. B. 1. e4 e5 2. Dh5 einstellte, ist er ein ernstzunehmender Kandidat, der sich fest unter den TOP Ten etablieren wird.
Mein Favorit ist Aronian. Unauffällig rangiert der Blitzweltmeister seit geraumer Zeit knapp hinter den Führenden in der Weltrangliste und es würde mich nicht überraschen, wenn er es an Position 1 schaffen würde. In Wijk hat er eindeutig das leichteste Restprogramm. Mit zwei Holländern, einem angeschlagenen Schirow und Ponomariov stehen nur noch Spieler des Tabellenendes auf dem Speiseplan.

Vier spannende Runden liegen vor uns. Wagen Sie eine Prognose – unsere Umfrage steht ab sofort links oben zur Verfügung.

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Tatasteelchess kommt in die entscheidende Phase. Im zweiten Teil seines Bilderbeitrags dokumentiert Joachim Schulzes wiederum hervorragend, die Faszination vor Ort. Hoffen wir, dass es Organisatoren des deutschen Schachgroßereignisses, dem Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund im Juli ebenso gelingt, unseren Sport zu den Menschen zu bringen.

Der Spielort De Moorian von außen

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und innen

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Schach ist omnipräsent: In den Läden,

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im Fernsehen,

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auf der Straße

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2201b

und vor allem bei den Menschen

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Altstar Jan Timman kommentiert

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und der Jungstar spielt - Ilya Nyzhnik

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Aronians Freundin Arianne Caoili

Arianne Caoili

Fotos bereitgestellt von Joachim Schulze, www.litzowhaus.de

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Ressourcen richtig eingesetzt

Die für das Schacharbeiten zur Verfügung stehende Zeit ist meist sehr begrenzt und wird leider selten effektiv eingesetzt.
Zunächst gilt im Rahmen der eigenen Möglichkeiten das Ziel festzulegen und die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche festzulegen.
Ordnen Sie sich dafür einer der folgenden Kategorien zu:

a) Ich will so bleiben wie ich bin – dann ist der restliche Artikel von untergeordnetem Interesse
b) Ich möchte Spaß haben und etwas dazu lernen (bis zu 5 Wochenstunden)
c) Für mich ist eine deutliche Steigerung der Spielstärke wichtig, zeitlich kann ich mir ein stärkeres Engagement vorstellen (bis 10 Wochenstunden)
d) Ein Titel ist mir wichtig, dafür bin ich bereit mehr als 15 Stunden pro Woche aufzuwenden.

Für die Punkte b) - d) ist ein eindeutiger Zusammenhang zwischen aufgewandter Trainingszeit und DWZ feststellbar. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch wenn der Kubaner José Raul Capablanca (dritter Schachweltmeister von 1921-27) behauptete, er hätte sehr wenig für Schach gearbeitet, stellte sich später heraus, dass die übermäßige Beschäftigung mit dem Spiel einen Grund für seinen Verweis von der Columbia Universität in New York darstellte. Jeder lebt in seinem Mikrokosmos mit einer eigenen Sicht der Dinge …
Die ermittelte Arbeitszeit könnte folgendermaßen aufgeteilt werden:
40% Taktik, 30% Partieanalyse, 20% allgemeines Schachwissen (Strategie, Endspiele etc.).10 % Eröffnungstheorie. Die Gebiete gehen oft fließend ineinander über. So beinhaltet jede Partieanalyse Taktik, strategische Elemente und natürlich auch Eröffnungstheorie. Zudem ist eine Anpassung an die jeweilige Spielstärke und Trainingsphase nötig. Die Auflistung zeigt jedoch deutlich die Gewichtung der einzelnen Themen. Zu Beginn des Trainings ist es zuweilen sogar zweckmäßig, den Taktikanteil auf über 70% zu erhöhen

Grundausstattung

Schach kann eine sehr kostengünstige Sportart sein. Grundvoraussetzung für die Arbeit bilden Schachbrett und Figuren. Bitte achten Sie dabei unbedingt auf Turniergröße! Zu häufig werde ich mit seltsamen Abarten bis hin zum Minitaschenschach konfrontiert unter denen die Übersichtlichkeit leidet. Ein einfacher Plastiksatz (Kosten ca. 15 €) ist vollkommen ausreichend.

Bücher und das leidige Thema Eröffnungstheorie

Um das intensive Studium der Fachliteratur kommt man nicht herum! Doch welches ist das richtige Buch? Pro Tag werden im deutschsprachigen Raum 400 Bücher publiziert mit stark steigender Tendenz. Auch der Schachmarkt bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Wünschte man sich bis spät in die 80er Jahre hinein Alternativen zu den nicht gerade beeindruckenden Werken des Sportverlages der DDR, trifft man heutzutage auf ein nahezu unüberschaubares Sortiment. Zu jeder noch so unbedeutenden Variante scheint es ein Buch zu geben! Gefühlte 90 Prozent des Marktes sind Publikationen zur Eröffnungstheorie. Dies steht in krassem Gegensatz zu meiner Ansicht, dass eröffnungstheoretisches Studium für die Gesamtperformance des Vereinsspielers eine untergeordnete Bedeutung hat und 10 Prozent der Arbeitszeit nicht überschreiten sollte! Was hilft es, etwas auswendig zu lernen ohne die Hintergründe zu verstehen? Wie hoch ist der Anteil der in der Eröffnung entschiedener Partien? Selbst wenn es mal nicht so gut läuft, gibt es doch fast immer eine zweite und dritte Chance! Die Medien werden oft durch Prominenz bestimmt. Und in der Tat ist in der Weltspitze, den Top 20, die in unterschiedlichen Turnieren immer wieder aufeinandertreffen, der Stellenwert der Eröffnung ein ganz anderer. Varianten beginnen unter Umständen erst im 20. Zug und Sizilianisch-Sweshnikow wird mit Weiß und Schwarz bis zum Exzess gespielt. Dahinter steht jedoch oftmals ein Team von Sekundanten und monatelange Arbeit. Doch das Schach der Vereinsspieler ist anders! Bei einem Rückblick auf meine letzten 20 Partien komme selbst ich nur zu einem Theorieanteil von durchschnittlich sechs bis sieben Zügen bevor schwächliches Neuland betreten wurde und der Eloschnitt der Gegner lag durchaus im Bereich von 2500.
Wer das Schach versteht kommt in der Eröffnung klar, wer die Eröffnung auswendig gelernt hat, kommt nicht zwingend mit dem Schach zurecht.
Das klingt alles so einfach, doch verstehe ich auch, die Unsicherheit, die mit empfundener unzulänglicher Vorbereitung einhergeht. Meine Empfehlung lautet deshalb: Legen Sie sich ein enges positionelles Eröffnungsspektrum zu und wechseln Sie danach unter keinen Umständen, auch wenn die Ergebnisse anfangs nicht befriedigend sind! Das Problem liegt zumeist beim Anwender und nicht in der Eröffnung. Die Spezialisierung auf Nebenvarianten hat zusätzlich den großen Vorteil, keinen Trends und theoretischen Entwicklungen folgen zu müssen. Der Nachbearbeitungsaufwand bleibt auf Jahre hinaus überschaubar.
Doch zurück zur Bücherauswahl. Zunächst sollte jedem klar werden, dass Schachbücher nicht mit einem Roman vergleichbar sind. Sie müssen verstanden und nicht nur gelesen werden. Letztendlich muss das Erlernte auch abrufbar sein, wenn eine entsprechende Stellung in einer wichtigen Partie entsteht, und das kann unter Umständen erst Jahre später der Fall sein.
Gehen wir im Idealfall von einem Zeitaufwand von vielleicht 100 Stunden für ein Buch aus, reduziert man schnell die Anzahl auf eine Handvoll. Neben Repertoirebüchern zur Eröffnungstheorie bieten sich Titel zu den Gebieten Taktik und Strategie an. Endspieltheorie kommt dann für deutlich Fortgeschrittene in Betracht. Eine genaue Empfehlung ist jedoch schwierig, da hier auf das Eloniveau des Lernenden eingegangen werden muss. Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Spieler/Trainer wäre sehr hilfreich.
Taktik ist der wichtigste Bereich des Schachs, da hier der Mensch besonders anfällig ist. Was hilft es eine überlegene Strategie zu demonstrieren, wenn später wegen eines Figureneinstellers kapituliert werden muss? Allerdings ist Taktik auch das Gebiet auf dem der Vereinsspieler selbstständig und ohne großen finanziellen Aufwand erhebliche Fortschritte erzielen kann. Die permanente, intensive Auseinandersetzung mit einem Taktikbuch reicht dafür zunächst aus. Auf dem Markt gibt es viele Publikationen ähnlicher Machart mit z. B. 1000 Diagrammen/Aufgaben. Der Autor spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Fragen Sie Ihren Schachbuchhändler. Wir empfehlen Schach-Niggemann.
Strategie (vielleicht auch allgemeines Schachverständnis) stellt hohe Anforderungen an Planfindung, den Umgang mit Strukturen, Wertigkeit von Figuren, Bedeutung von Feldern etc.. Empfehlenswert ist hier Aaron Nimzowitschs Klassiker „Mein System“ - auch über 80 Jahre nach Erscheinen noch Pflichtlektüre für jeden Spieler von  1300 bis 1800 DWZ.

Partieanalyse

Die Aufarbeitung der eigenen Schöpfungen ist der wichtigste Teil des schachlichen Arbeitens. Hier spielen alle Partiesituationen eine Rolle und man hat sich unter Wettkampfdruck bereits Stunden mit den Problemen auseinandergesetzt.
Nachfolgend eine wünschenswerte, wenn auch aufwändige Vorgehensweise:
  • Zunächst ist der Gedankenaustausch mit dem Gegner direkt nach der Partie zweckmäßig. Hier erfahren Sie unterschiedliche Sichtweisen einer Stellung. Vielleicht gab es zur positionellen Herangehensweise auch alternativ eine taktische? Spielten Sie am Damenflügel, für den Gegner war aber ein Vorgehen im Zentrum der angesagte Plan?
  • Danach folgt die eigenständige Analyse (bitte ohne Schachprogrammhilfe) inklusive eines Datenbankabgleichs (falls vorhanden). Wo hörte die Eröffnungstheorie auf, was war die Neuerung?
  • Bringen Sie die Ergebnisse zu Papier und gleichen Sie diese mit einem Trainer oder Vereinskameraden ab. Steht kein Partner zur Verfügung ist die Computerengine als letzte Mittel natürlich erlaubt.

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden; profitieren Sie von dem, was andere sich erarbeitet haben, und schauen Sie den Meistern auf die Finger! Das Studium gut kommentierter Großmeisterpartien ist eine weitere wesentliche Möglichkeit dazuzulernen. Aktualität ist dabei nicht entscheidend. Gute Dienste leistete mir ein altes Turnierbuch: Zurich International Chess Tournament, 1953 von David Bronstein (englische Originalversion, derzeit noch lieferbar, ca. 11 €, es gibt auch eine deutsche, allerdings gekürzte Ausgabe. Empfehlenswert ab ca. DWZ 1800).

Bisher erschienen:

Effektives Schachtraining (1)

Effektives Schachtraining (3) - Schach in der Praxis

Effektives Schachtraining (4) - Tipps für eine höhere DWZ

Effektives Schachtraining (5) - Schach im Internet und Schachtrainer

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